Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachforderung vom RTW - Chirurgisch
WackenDoc
19.09.2014, 18:48
Am Auge ist sie aber nicht voroperiert und war auch nicht heute oder gestern beim Augenarzt, der da evtl. dran rumgetropft hat?
FirebirdUSA
19.09.2014, 20:06
Also, klinisch erstmal kein typischer Apoplex. Blutung kann sie schon haben, aber dass die Anisokorie von einer Blutung kommt ist maximal unwahrscheinlich dafür ist sie zu wach. Die Anisokorie wäre dann ja Ausdruck des einseitigen Drucks auf den N. oculomotorius am Tentorium bei beginnender tentorialler Einklemmung und dafür hat sie zuwenige Zeichen eines deutlich erhöhten Hirndrucks.
Ggf. hat sie tatsächlich einfach eine hypertensive Krise und ist deswegen durch den Wind? Ich würde Vorschlagen sie zügig einzupacken und mit SoSi zügig in ein KH mit CT zu fahren. Im Sinne von Treat first what kills first unter der Verdachtsdiagnose Sturz mit V.a. intrakranielle Blutung.
grundewelle
20.09.2014, 15:32
Was meint der Rest?
WackenDoc
20.09.2014, 16:21
Wie ist aktuell die Zusammensetzung des GCS? Und wie weit haben wir es in eine geeignete Klinik?
Blutung oder Stroke, eigentlich JETZT erstmal egal. Die Frau braucht ein CCT und das am liebsten in einer Klinik mit Neurologie. Das Sahnehäubchen wäre dann nur noch, wenn auch noch die NCH mit da stationiert ist.
Aber ich würde die nächste Klinik mit CT und Neuro anfahren, die Diagnostik starten und dann ggf. weiterverlegen wenn notwendig...
grundewelle
20.09.2014, 19:21
GCS 14 (desorientiert)
Okay... Die Uni ist etwa acht Minuten entfernt. Die wollen aber (mal wieder) nicht aufnehmen, vor allem nicht neurochirurgisch, da gerade eine SAB in den OP geht -.-
Die nächste Klinik mit CT ist nur ca. 3 Minuten Fahrzeit entfernt, der nächste Maximalversorger 15-20 Minuten mit Alarm.
Was darfs sein?
WackenDoc
20.09.2014, 19:29
Was hat die Klinik mit dem CT denn an Fachrichtungen?
...Und so jemanden ohne alles in die Klinik zu fahren, finde ich jetzt auch sehr gewagt, denn beim Transport, Umlagern etc. wackelt es unweigerlich. Wie man hier verfahren soll, verschweigt der Artikel leider.
Daher meine Frage: gibt es da schon irgendwelche Handlungsempfehlungen?
Ich habe nicht geschrieben, dass ein Patient mit einem Verdacht auf eine Wirbelverletzung nicht fixiert werden soll/darf, nur auf den Stift-Neck verzichte ich. In unserem System verwenden wir für die Ganz-Körper-Fixierung Schaufeltrage und "Spinne". Für eine Kopffixierung eines wachen Patienten reichen die roten Klötze (Ferno?) plus Tape völlig aus. Die Theorie dahinter ist, dass ein wacher Patient seine HWS durch Muskelspannung und eventuellen Schmerzen von alleine schützt. Aber auch bewusstseinsgetrübte oder bewusstlose Patienten bekommen von mir keinen Stift-Neck mehr, rote Klötze, Tape und individuell polstern, fertig... sorgt gelegentlich für Diskussionen im Schockraum, ist mir aber egal... da kann mich ATLS einfach mal...
P.S. Ich nehme nicht an, dass es "offizielle" Empfehlungen gibt, hier zumindest noch nicht...
...Die wollen aber (mal wieder) nicht aufnehmen, vor allem nicht neurochirurgisch, da gerade eine SAB in den OP geht ...
In welchen Bundesländern dürfen die Kliniken eine notärztlich Einweisung ablehnen?
grundewelle
20.09.2014, 21:36
Hinfahren und abladen kann man sicherlich immer. Das ist mehr so ne Geschichte der Kulanz. Meistens wirds hier so gehandhabt, dass man lieber die 10 Minuten weiter entfernte Klinik mit Kapazitäten anfährt, statt in die Uni, die nichts frei hat.
Oder man nimmt eben das nächstgelegene mit CT zur Diagnostik und verlegt dann. In diesem Fall hat die nächstgelegene ne Innere, Chirurgie, Gyn, aber nix was hier von Belangen wäre.
Kulanz hin oder her, wer passt und am nähesten ist, ist am dransten... auch für die Uni gilt die Sache mit dem nach der Diagnostik verlegen. Aber das will ja keiner weil, hat man den Patienten erstmal im Haus wird es schwierig mit dem Loswerden... warum sollen immer nur die kleinen Häuser die A-Karte kriegen?
WackenDoc
21.09.2014, 13:24
In das kleine Haus mit nur CT würde ich nicht fahren.
Mit bereits bestehender Pupillendifferenz und einer wenn auch geringen Bewusstseinstrübung würde ich nicht noch lange durch die Gegend fahren wollen.
Also die Uniklinik- wenn die Neurochirurgen im OP sind, muss halt erstmal der Neurologe ran.
FirebirdUSA
22.09.2014, 13:31
Hmm... ich würde wahrscheinlich zum Maximalversorger mit 15 Min Anfahrtsweg fahren, es hilft am Ende keinem wenn der Patient in der Uniklinik tatsächlich länger warten müsste für eine neurochirurgische Intervention und aktuell ist die Dame mit einem GCS von 14 noch nicht relevant eingetrübt, so dass der Transport ja noch zu bewältigen sein sollte. Die Pupillendifferenz kann eigentlich nicht von einer akuten Blutung aktuell kommen, es sei den die Patientin trübt uns in den nächsten Minuten zunehmend ein.
grundewelle
23.09.2014, 19:22
Die Patientin ist die ganze Zeit unverändert: Bischen durch den Wind, beantwortet Fragen inadäquat und muss aufs Klo.
1. UNI
2. Maximalversorger 15-20min Fahrt
3. Kleines Haus mit CT 3min Fahrt
Also ->1, 2 oder 3?
FirebirdUSA
28.09.2014, 09:01
Die Patientin ist die ganze Zeit unverändert: Bischen durch den Wind, beantwortet Fragen inadäquat und muss aufs Klo.
1. UNI
2. Maximalversorger 15-20min Fahrt
3. Kleines Haus mit CT 3min Fahrt
Also ->1, 2 oder 3?
Das auf das Klo müssen spreche ja für 3 :-)), ggf. kann sie ja aber auch mal noch kurz zu Hause vor Abfahrt... unverändert wäre ich für 2 und Wacken für 1.
Was ist nun draus geworden?
grundewelle
13.10.2014, 09:23
In das kleine Haus mit CT gefahren, Blutung war keine festzustellen...
FirebirdUSA
14.10.2014, 01:06
In das kleine Haus mit CT gefahren, Blutung war keine festzustellen...
Hätte mich wie geschrieben auch gewundert, weißt du ob sie einen Grund für die Auffälligkeit der Patientin gefunden haben?
grundewelle
14.10.2014, 22:06
Gehe ich nicht von aus... Bin mir sicher, dass sie nach dem cCT ratzfatz wieder zuhause im Bett lag.
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