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schlafmilch
28.10.2014, 23:18
Hmm? Wie jetzt? Assistierte Maskenbeatmung und FiO2=1 ?!?! Wie hoch kriege ich denn die FiO2 bei Maskenbeatmung? ;-)

Hast ja recht, ich meinte 100% Sauerstoff mit hohem Fluss.



Aber wo ist denn der Unterschied zur Narkose im Krankenhaus? Ich meine, die gleichen Probleme haste doch im OP auch!
Gerade als Narkotiseuse weißt Du doch, was Du machst. Und wenn ich das Gefühl habe, dass mir der Patient nach Einleitung wegbricht, dann kommt eben schon vorher der Arterenolperfusor dran. Oder eben Arterenol / Supra in die Infusion...

Den NA-Perfusor würd ich sicher auch schon mal fertig haben wollen.
Ich meinte es so: Ich weiss nicht, ob es besser ist, so eine Patientin vor Ort zu intubieren, oder, wenn es geht, ins KH zu bringen und dort zu intubieren.
Wenn sie nach Narkose dekompensiert tut sie das natürlich so oder so, es ist quasi für mich die Frage, wo es sich besser händeln lässt. Da fehlt mir eben noch die Erfahrung.


Gerade als Narkotiseuse ...
Narkotiseur, bitte ;-)


Bronchoparat [...] dann mit Verneblermaske Adrenalin
Das kann man nochmal versuchen


Kurze Frage: was hat es mit der P-Dextroatriale und einem steilen Lagetyp auf sich?
p-dextroatriale kann ein Rechtsherzbelastungszeichen sein.
Steiler Lagetyp ist an sich erstmal nicht schlimm. Bei jungen Menschen ist Indifferenz- bis Steiltyp auch noch normal, ältere haben eher einen Links- bis überdrehten Linkstyp. Es könnte also eine akute Rechtsdrehung sein, verursacht durch Rechtsherzbelastung.
Kann aber auch bei ihr normal sein.

grundewelle
29.10.2014, 01:10
Zur FiO2: Habe mich da nach ner Tabelle von CSCC gerichtet... Laut der ist die FiO2 bei Gesichtsmaske mit Reservoir und 10l bei 0,95. Wir hatten den Ambubeutel mit Reservoir und Demond-Ventil. Da sollten doch bei 15l Flow ca eine FiO2 von 1 drin sein, oder nicht?

So langsam sollte man sich aber auch entscheiden was jetzt mit der guten Dame geschieht. Ich habe die folgenden Optionen mal zusammengefasst:

1. Der Minimalist: Maskenbeatmung, ggf. Theophyllin/Ketanest/noch mehr Bronchospasmin, ab inne Klinik und Problempatient(-in) abgeben.

2. Die Mitte: Erstmal so ins Auto, Narkose und Intubation vorbereiten, zeitgleich gucken, ob CPAP eine Besserung bringt. Dann Theophyllin (wollt ihr das wirklich? Bei uns macht das NIEMAND. Also so wirklich niemand.) beim Fehlschlagen der CPAP probieren und anschließend mit vorbereitetem NA-Perfusor einleiten.

3. Der Maximaltherapeut: Vor Ort (Altenheim, dritter Stock, Frau Müller schläft im Bett nebenan, die Pflege fragt wann eure Patientin denn wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden wird, es ist platztechnisch ungünstig) alles mögliche rausholen, was so geht. Das heißt: Einer rennt nach unten, holt die große Sauerstoffpulle aus dem NEF und bringt den Perfusor gleich mit.
Den Medumat Transport brauchen wir dann sowieso (momentan dient der Medumat Standart als Luftpuste). Während der NA-Perfusor vorbereitet wird, versuchen wir eine CPAP-Beatmung, die dann ja auch als Präoxygenierung fungiert. Zwei von den vier Leuten sind also nun beschäftigt. Einer zieht dann die gewünschten Medis auf, der andere richtet die Gerätschaften und Materialien für die Intubation. Dann wird intubiert, beatmet und in die Klinik gedüst (soweit das alles ohne Probleme funktioniert).

Zum Vernebeln: Hatten wir natürlich auch drüber nachgedacht... Ist natürlich durch lesen allein schwer zu erkennen, aber die Patientin war (auch nach der zweiten Ampulle Bronchospasmin) vom AZV immer noch zu schlecht, als dass das eine wirkliche Besserung hätte herbeiführen können.

Was haltet ihr von Magnesium in der Situation?

Zur Gesamtsituation mit Intubation vor Ort vs. im Krankenhaus: Optimalerweise ist das natürlich so wie Brutus sagt. Narkose ist Narkose und die Folgen davon kann man auch präklinisch behandeln. Das einzige Risiko was ich sehe ist, dass man meist recht uneingespielte Teams hat, von denen zumindest die RTW-Besatzung nicht sehr oft eine Einleitung mitmacht.
Angenommen der NA bleibt dann am Kopf und gibt Anweisungen irgendwas aufzuziehen oder sonstwas - das wird schnell extrem hektisch und durcheinander (habe ich auf jeden Fall so erlebt...). Auf ITS oder in der Ambulanz (hierbei vielleicht sogar mit der Anästhesie dabei) hat man eingespielte Teams, die sowas tagtäglich machen (oder zumindest miterleben).

Ist zumindest meine Meinung dazu :-)

Sleeping Cat
29.10.2014, 10:18
@Schlafmilch: Danke für deine Antwort! :)

Brutus
29.10.2014, 15:58
Den NA-Perfusor würd ich sicher auch schon mal fertig haben wollen.
Ich meinte es so: Ich weiss nicht, ob es besser ist, so eine Patientin vor Ort zu intubieren, oder, wenn es geht, ins KH zu bringen und dort zu intubieren.
Wenn sie nach Narkose dekompensiert tut sie das natürlich so oder so, es ist quasi für mich die Frage, wo es sich besser händeln lässt. Da fehlt mir eben noch die Erfahrung.
Naja, ich würde es wohl so entscheiden: wenn ich der Meinung bin, dass die Patientin respiratorisch so eingeschränkt ist, dass sie ohne assistierte Beatmung nicht vernünftig oxygeniert ist, dann kommt der Tubus oder der LT (wenn nüchtern und ohne Aspirationsrisiko) rein. Denn assistiert beatmen während der Fahrt ist ieehhh bähhhh!


Narkotiseur, bitte ;-)
Och, ich bin da nicht so, Deborah... ;-)

https://www.youtube.com/watch?v=7fZo_XOQtgc


Zur FiO2: Habe mich da nach ner Tabelle von CSCC gerichtet... Laut der ist die FiO2 bei Gesichtsmaske mit Reservoir und 10l bei 0,95. Wir hatten den Ambubeutel mit Reservoir und Demond-Ventil. Da sollten doch bei 15l Flow ca eine FiO2 von 1 drin sein, oder nicht?
Nah dran, aber eine FiO2 von 1 kriegste eigentlich nur mit einem geschlossenen System und einem guten alten Tubus hin. ;-)


1. Der Minimalist: Maskenbeatmung, ggf. Theophyllin/Ketanest/noch mehr Bronchospasmin, ab inne Klinik und Problempatient(-in) abgeben.

2. Die Mitte: Erstmal so ins Auto, Narkose und Intubation vorbereiten, zeitgleich gucken, ob CPAP eine Besserung bringt. Dann Theophyllin (wollt ihr das wirklich? Bei uns macht das NIEMAND. Also so wirklich niemand.) beim Fehlschlagen der CPAP probieren und anschließend mit vorbereitetem NA-Perfusor einleiten.

3. Der Maximaltherapeut: Vor Ort (Altenheim, dritter Stock, Frau Müller schläft im Bett nebenan, die Pflege fragt wann eure Patientin denn wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden wird, es ist platztechnisch ungünstig) alles mögliche rausholen, was so geht. Das heißt: Einer rennt nach unten, holt die große Sauerstoffpulle aus dem NEF und bringt den Perfusor gleich mit.
Den Medumat Transport brauchen wir dann sowieso (momentan dient der Medumat Standart als Luftpuste). Während der NA-Perfusor vorbereitet wird, versuchen wir eine CPAP-Beatmung, die dann ja auch als Präoxygenierung fungiert. Zwei von den vier Leuten sind also nun beschäftigt. Einer zieht dann die gewünschten Medis auf, der andere richtet die Gerätschaften und Materialien für die Intubation. Dann wird intubiert, beatmet und in die Klinik gedüst (soweit das alles ohne Probleme funktioniert).
Wie oben schon gesagt: ich würde nur losfahren, wenn die Patientin selbstständig atmet (von mir aus auch mit CPAP) und dabei eine Sättigung von über 90% behält. Wenn das nicht funktioniert muss halt eine Beatmung dran. :-nix


Zum Vernebeln: Hatten wir natürlich auch drüber nachgedacht... Ist natürlich durch lesen allein schwer zu erkennen, aber die Patientin war (auch nach der zweiten Ampulle Bronchospasmin) vom AZV immer noch zu schlecht, als dass das eine wirkliche Besserung hätte herbeiführen können.
Wobei das zumindest ein Versuch wert ist. Wenn es nämlich wirklich spastisch bedingt ist, dann kann das Vernebeln durchaus Erfolg bringen. Und ich vertue mir ja nix damit. Vernebler mit Sauerstoff nebeln lassen und gucken, ob es besser wird...


Was haltet ihr von Magnesium in der Situation?
Unter welcher Prämisse?


Zur Gesamtsituation mit Intubation vor Ort vs. im Krankenhaus: Optimalerweise ist das natürlich so wie Brutus sagt. Narkose ist Narkose und die Folgen davon kann man auch präklinisch behandeln. Das einzige Risiko was ich sehe ist, dass man meist recht uneingespielte Teams hat, von denen zumindest die RTW-Besatzung nicht sehr oft eine Einleitung mitmacht.
Angenommen der NA bleibt dann am Kopf und gibt Anweisungen irgendwas aufzuziehen oder sonstwas - das wird schnell extrem hektisch und durcheinander (habe ich auf jeden Fall so erlebt...). Auf ITS oder in der Ambulanz (hierbei vielleicht sogar mit der Anästhesie dabei) hat man eingespielte Teams, die sowas tagtäglich machen (oder zumindest miterleben).
Wobei ich eigentlich erwarte, dass jedes RTW-Team eine "einfache" Intubation hinbekommen sollte. Genauso wie ich eigentlich erwarte, dass jeder NA dieselbe hinbekommt und danach auch noch eine adäquate Beatmung einstellen kann... Hektik kommt ja nur auf, wenn irgendwas schief läuft oder wenn man sich einfach nicht sicher ist bei dem, was man tut.
Zu den eingespielten Teams: in der Anästhesie kann ich davon ausgehen, dass mein Mitspieler weiß, was er tut. Und wenn Du lange genug zusammen gearbeitet hast, dann brauche ich auch keine Ansagen mehr machen. Dann weiß meine Pflegekraft schon vorher, wieviel sie geben soll. Das sieht auf der ITS schon wieder ganz anders aus...

grundewelle
29.10.2014, 21:11
Naja, ich würde es wohl so entscheiden: wenn ich der Meinung bin, dass die Patientin respiratorisch so eingeschränkt ist, dass sie ohne assistierte Beatmung nicht vernünftig oxygeniert ist, dann kommt der Tubus oder der LT (wenn nüchtern und ohne Aspirationsrisiko) rein. Denn assistiert beatmen während der Fahrt ist ieehhh bähhhh!

Alleine atmet sie leider nicht suffizient genug, um so mit Sauerstoff drauf zu fahren. Nüchtern ist sie, die Schwester kam bei der ersten Morgenrunde ins Zimmer. Jetzt haben wir ja noch einen Mitspieler:

1. ET
2. LT/LAMA
3. CPAP
4. BMV

Vernebelt haben wir wie gesagt nicht, wäre aber interessant zu wissen, was dabei rausgekommen wäre. Was hättest du darein gepackt? Standart sind bei uns 2 Amp Salbutamol (insgesamt 3mg meine ich) und 2 Amp Atrovent (500µg).

Magnesium haben wir auch nicht gegeben, ich habe es nur mal mitbekommen... Soweit ich weiß ist der Sinn dahinter, dass manch eine Exazerbation durch niedrige Magnesium-Spiegel verstärkt werden, es zudem Relaxierend auf die Bronchien wirkt und recht wenige schlimme NW hat.


Wobei ich eigentlich erwarte, dass jedes RTW-Team eine "einfache" Intubation hinbekommen sollte. Genauso wie ich eigentlich erwarte, dass jeder NA dieselbe hinbekommt und danach auch noch eine adäquate Beatmung einstellen kann... Hektik kommt ja nur auf, wenn irgendwas schief läuft oder wenn man sich einfach nicht sicher ist bei dem, was man tut.
Zu den eingespielten Teams: in der Anästhesie kann ich davon ausgehen, dass mein Mitspieler weiß, was er tut. Und wenn Du lange genug zusammen gearbeitet hast, dann brauche ich auch keine Ansagen mehr machen. Dann weiß meine Pflegekraft schon vorher, wieviel sie geben soll. Das sieht auf der ITS schon wieder ganz anders aus...

Klar! Sehe ich genau so! Nichts desto trotz ist es nunmal ein Risikofaktor so etwas in einem nicht eingespielten Team zu starten (heißt ja nicht, dass man es nicht doch machen muss, wenn die Indikation klar gegeben ist!!).

Was meint der Rest? Momentan ist sie auf die assistierte Beatmung angewiesen, das heißt irgendeine Art Beatmung braucht sie weiterhin. Wacher wird sie auch nicht (nach etwa 10-15 Minuten Therapie mit beta2-Sympathomimetika, Cortison und Beatmung mit 15l Flow).

schlafmilch
30.10.2014, 11:32
So so, Deborah also,... Is recht, Percival ;-)


Was meint der Rest? Momentan ist sie auf die assistierte Beatmung angewiesen, das heißt irgendeine Art Beatmung braucht sie weiterhin. Wacher wird sie auch nicht (nach etwa 10-15 Minuten Therapie mit beta2-Sympathomimetika, Cortison und Beatmung mit 15l Flow).

Dann werden wir wohl doch intubieren müssen.
Würde dann aber die Variante im Fahrzeug bevorzugen.


Nüchtern ist sie, ...

Ich würde trotzdem den Tubus nehmen

Mein Vorschlag:

2mg Dormicum, 0,1mg Fentanyl, 50mg Propofol, 50mg Rocuronium (es hiess ja höchstens 50 Kilo KG), Saugung in Bereitschaft, Tubus (7,5mm ID) auf Stab aufgezogen, ITN nach Präoxygenierung (machen wir ja schon) in leichter Oberkörperhochlagerung. NA-Perfusor mit 3 µg / min ab Medikamentengabe mitlaufen lassen.




Vernebelt haben wir wie gesagt nicht, wäre aber interessant zu wissen, was dabei rausgekommen wäre. Was hättest du darein gepackt? Standart sind bei uns 2 Amp Salbutamol (insgesamt 3mg meine ich) und 2 Amp Atrovent (500µg).

ich kenne das noch mit Budesonid zusätzlich


Magnesium haben wir auch nicht gegeben, ich habe es nur mal mitbekommen... Soweit ich weiß ist der Sinn dahinter, dass manch eine Exazerbation durch niedrige Magnesium-Spiegel verstärkt werden, es zudem Relaxierend auf die Bronchien wirkt und recht wenige schlimme NW hat.

Ketamin und Magnesium kenne ich auch als zusätzliche Medikamente zur Therapie des Bronchospasmus. Beim Magnesium soll es wohl eine Tonusminderung der glatten Muskulatur geben. Habe ich aber noch nicht selber benutzt.
Ketamin haben wir mal bei einem schweren intraoperativen Spasmus gegeben (zusätzlich zu Narkosevertiefung, Bronchospasmin i.v. und Fenoterol in den Tubus).


Grüße,
Schlafmilch

Brutus
30.10.2014, 18:08
So so, Deborah also,... Is recht, Percival ;-)
Geht doch! ;-)


Dann werden wir wohl doch intubieren müssen.
Würde dann aber die Variante im Fahrzeug bevorzugen.
Hmm. Im Fahrzeug ja, ich bin immer noch für's CPAP. Für den Patienten sicher (erstmal) die bessere Wahl, weil kein Weaning, Atemmuskulatur kann sich erholen, muss keine Narkose bekommen...
Für den Anwender (gut, WIR können Narkose und ITN, aber es soll ja auch Pharmakologen auf dem Auto sitzen. ;-)) auch erstmal einfacher. Und der Tubus bleibt uns ja eh immer...


Ich würde trotzdem den Tubus nehmen
Mein Vorschlag:
2mg Dormicum, 0,1mg Fentanyl, 50mg Propofol, 50mg Rocuronium (es hiess ja höchstens 50 Kilo KG), Saugung in Bereitschaft, Tubus (7,5mm ID) auf Stab aufgezogen, ITN nach Präoxygenierung (machen wir ja schon) in leichter Oberkörperhochlagerung. NA-Perfusor mit 3 µg / min ab Medikamentengabe mitlaufen lassen.
Gibt es einen Grund für den Cocktail? Ich mag ja einfache Schemata: bei normalgewichtigen Patienten hat es schon seinen Grund, warum Ratiopharm genau SO viel in die Ampulle gekocht hat. Also 0,25mg Fenta vorher und den Rest nachher, 200mg Propofol und 50mg Esmeron. Gut, bei 50kgKG machen wir 0,25 vorher, 100mg und 50mg. Warum das Dormicum? Ich lerne gerade auch ein bißchen was Neues. Mittlerweile finde ich Opiatnarkosen gar nicht mal mehr soooo schlecht. Zur Einleitung richtich viel Fenta, dann mit deutlich weniger Propofol über die Klippe schubsen und normal dosiertes Relaxans... Funktioniert gut. :-)


ich kenne das noch mit Budesonid zusätzlich
Ich hätte ehrlich gesagt Supra genommen. 1 Amp. auf 5ml NaCl und los gehts. Atrovent und Salbutamol ist aber auch OK. Nur leider häufig nicht auf den Autos drauf. Von daher Supra. Dat gibbet immer...


Ketamin und Magnesium kenne ich auch als zusätzliche Medikamente zur Therapie des Bronchospasmus. Beim Magnesium soll es wohl eine Tonusminderung der glatten Muskulatur geben. Habe ich aber noch nicht selber benutzt.
MIt Magnesium bin ich vorsichtig geworden. Das kann Dir mal ordentlich den Kreislauf verhageln. Wir haben das mal bei einer Schwangeren per Perfusor gegeben, die noch nicht entbinden sollte. Das war ein lustiges hoch und runterstellen, auch in Bezug auf den RR.

Evil
30.10.2014, 19:56
Dormicum im Cocktail hab ich auch immer ganz gern gegeben, dann muß man während der Fahrt nicht ständig Propofol nachgeben. Allerdings ist die Kombi 50 Propofol und 2 Dormicum reichlich sparsam, ich tät glaubbich das Doppelte rein ;-)

gnuff
30.10.2014, 22:00
Würde es auch erstmal mit NIV versuchen...

Philip_MHH
31.10.2014, 06:33
Mal ne Frage an die erfahrenen NEF-rologen...
Warum würdet ihr in diesem Fall keine RSI machen ? Würdet ihr euch auf die Aussage der Schwester verlasssen, dass die Dame nüchtern ist? Ich mein die kann ja in der Nacht trotzdem eine Schachtel Cognacbohnen gelehrt haben. Oder auch einen Ileus haben...
War nur so meine Überlegung beim lesen des falls. Oder hat hier eine Standard Einleitung sogar Vorteile ?

gnuff
31.10.2014, 08:02
50mg Esmeron bei 50kg ist eine RSI...

Philip_MHH
31.10.2014, 08:14
Ah ok. Das war mir so nicht bewusst. Kannte das nur mit succi...

gnuff
31.10.2014, 13:54
Roc/Sux for RSI (http://lifeinthefastlane.com/ruling-the-resus-room-004/)

schlafmilch
05.11.2014, 09:58
Zum CPAP: ich hatte es so verstanden, dass sie selbst nicht genug Luft holt, also evtl auch der Atemantrieb ein Problem ist. Daher -> Tubus. Wenn es jetzt eher die Kraft ist, würd ich auch gerne CPAP probieren. Ich glaube, ich müsste die Patientin vor mir sehen, um zu entscheiden. Naja. Geht auf den Autos CPAP mit Druckunterstützung? Das wäre natürlich optimal.

Zum Dosierungsvorschlag von oben:
Das Dormicum, um Propofol zu sparen und um ein bischen was längerhaltendes mitzugeben (wie Evil es auch meinte).
Zur Dosierung allgemein: mein Vorschlag war schon eher zurückhaltend. Ich stelle mir die Dame aber doch eher kachektisch und ohne große Reserven vor, so dass es mir lieber ist, noch was nachzugeben, als wenn sie mir initial abrauscht.

Wie gehts weiter? Ich will wissen, was passiert und am Ende dabei rauskommt :-???

grundewelle
05.11.2014, 19:55
Also ich hab jetzt rausgelesen, dass CPAP gerne ausprobiert werden würde :D

Da ihr eh runter müsstet, um den Medumat Transport (mit CPAP Funktion) zu holen, bringt ihr die gute Dame runter und versucht euch bei noch erhaltenem Atemantrieb mit dem CPAP. Die Sättigung bleibt darunter stabil bei 99%, die Atemfrequenz geht runter und nach ein paar Minuten öffnet die Patientin dann doch häufiger auf Ansprache die Augen. Eine adäquate Äußerung und eigenständige Bewegungen ohne Schmerzreiz bleiben jedoch aus. GCS liegt nun bei 10 (3+2+5). Um die Beatmung aber suffizient zu halten, muss der Unterkiefer von euch angehoben werden.

Reicht euch das, oder wollt ihr noch mehr machen?

schlafmilch
08.11.2014, 18:56
Ich wäre dann für losfahren, Unterkiefer halten und abwarten was passiert.
In der Hoffnung, dass sie noch wacher wird, wenn sie ein wenig CO2 abatmet.

Bin dann aber überfragt, nehmen wir den Regel- oder den Maximalversorger?

Ich sag jetzt mal den Maximalversorger, anmelden würd ich respiratorische Insuffizienz mit Vigilanzminderung.

Brutus
08.11.2014, 20:23
Unterkiefer halten während der Fahrt ist ... hmm ... machbar aber doof. Wenn der Fahrer einmal stark bremst, und das ist bei den Blitzbirnen auf deutschen Straßen nicht soooo unwahrscheinlich, dann hängste im günstigsten Fall vor der Medikamentenablage, wenns ganz dumm läuft, bekommt der Fahrer Besuch. ;-)
Was spricht gegen einen Wendel? Oder den Kopf ein bißchen lagern...
Wenn wir von einer CO2-Narkose ausgehen, dann reicht der Regelversorger. Kommt aber eben auf die Region an. Ich fahre mittlerweile sehr häufig kleine Häuser an, denn meistens recht das auch. Weiterverlegen ist ja immer eine Option. Es sei denn, dass man vor Ort sagen kann, der Patient muss aber in das größere Haus (Fachabteilung, Coro, Stroke o.ä.).

schlafmilch
09.11.2014, 07:43
Unterkiefer halten während der Fahrt ist ... hmm ... machbar aber doof.
Ja, da fehlt mir halt die Erfahrung ob sowas gut machbar ist.
Wendel: wenns reicht, immer gerne. *gefaelltmir* Kopf (besser) lagern hab ich irgendwie schon als gemacht abgehakt.

Also dann, Regelversorger.

WackenDoc
09.11.2014, 08:01
Ich hab´s jetzt 2x gemacht- einmal bei dem Kind mit Aspiration über die gesamte Fahrt. Und einmal bei nem Patienten, der nicht so gut auf DOrmicum reagiert hat- aber da waren das nur wenige Minuten bis die Medikamentenwirkung nachgelassen hat.

Es ist eh schon nicht so einfach, in nem RTW in voller Fahrt sicher zu stehen. Und es ist eben gefährlich.
Deswegen sollte man sich schon überlegen, ob man den Atemweg nicht besser anderweitig offen hält.
Mal davon abgesehen bringt es halt keinerlei Schutz gegen Aspiration

grundewelle
10.11.2014, 11:33
Wendl wäre optimal gewesen, haben wir aber nicht auf den Autos. Warum auch immer...
Allein durch Lagern - also Schnüffelstellung, bischen die Seiten austesten etc. - war nicht das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Ich denke hier gibt es vorerst keinen Anhaltspunkt nen Maximalversorger anzufahren. Bei der Leitstelle nachfragen welche Häuser ITS-technisch abgemeldet sind und auf gehts. Wer möchte kann ja vorher nochmal anrufen. In der Praxis habe ich allerdings häufiger die Erfahrung gemacht, dass man einfach sagen sollte mit was man kommt, anstatt zu fragen.
Häufig gibt es dann doch viel Gerede und am Ende weiß niemand von irgendetwas.

Zwei Beispiele: Anmeldung in Neurologie bei V.a. Stroke: Assistenzarzt °1 geht ran und verbindet direkt weiter zum diensthabenden Neurologen. 12 (!) Minuten Warteschleife. Dann der Diensthabende dran, der sagt wir können "ungern" kommen und sollen über die ZNA anfahren (Das Gebäude von der Neuro ist ein paar Ecken weiter und hat eine eigene Anfahrt.). Wir fahren also die ZNA an. Dort wartet Assistenzarzt °1 von vorhin und sagt wir sollen auf jeden Fall doch die Neuro anfahren, weil hier ja kein MRT sei. In der Neuro wusste dann niemand von irgendwas.

2: Junger Kerl, ausgerutscht auf Fliesen im Bad, SHT, GCS3, intubiert beatmet. Dann fragt die Diensthabende, die den Schockraum organisieren soll: "Auf was für Fliesen ist der denn ausgerutscht? Glatte oder geriffelte?"

Zurück zum Fall: Wie macht ihr das denn, wenn ihr unter Reanimation fahren müsst? Wenn man Pech hat ist ja auch mal keins der CPR-Geräte verfügbar...
Wir sind übrigens mit Beutel-Masken Beatmung gefahren.