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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vegetarier und Tiermedizin studieren?



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Nickel1992
19.01.2015, 17:14
Denn ganz ehrlich welcher Veganer oder Vegetarier beschäftigt sich mit dem genauen Hintergrund von Lebensmitteln, Kleidung, Haushalt und co? Um wirklich abzuwägen, was vegetarisch oder sogar Vegan ist?

ich glaube das tun echt die wenigsten... gibt ja auch Vegetarier, die Pelz tragen... muss man nichts zu sagen.

Annalein1984
19.01.2015, 19:55
Warum machen sich eingentlich so viele Menschen darüber Gedanken, was Vegetarier und Veganer tun und lassen? Und urteilen darüber, was sie aus welchen Gründen für sich selbst ablehnen und wo sie Ausnahmen machen, ein Auge zudrücken oder sich einfach beugen müssen? Ich erlebe mehr "Omnivoren", die Vegetariern und Veganern die merkwürdigsten Szenarien ausmalen und wissen wollen, wie sie sich in der Situation verhalten wollen, als Vegetarier/ Veganer, die Omnis bei jedem Biss ins Wurstbrot erzählen, wie grausig das doch ist.

Wie JazzKo ganz richtig sagte, in Gießen gilt: Keine Extrawurst für Vegetarier (Ja, an dem Wortspiel hat der Dozent großen Spaß). Unsere Prüfungsgruppe bestand aus einem Mädel, das kein Schwein isst, zwei Vegetariern und einem Veganer. Es haben alle brav probiert (und ich sag euch, morgens früh um 9 in einer Prüfung, wenn man noch nicht mal Knäckebrot drin behält vor Nervosität ist Leberwurst oder Blutwurst kein Vergnügen) und sehr blumig umschrieben, wie sie den Geschmack beurteilen. Manchmal heißt es halt Augen zu und durch.

Und ansonsten finde ich, dass jedem das Maß der eigenen Inkonsequenz selbst überlassen ist.

Btw. ich selbst bin mow Veganer, habe mich sehr intensiv damit beschäftigt, auf was ich alles verzichten müßte, um tatsächlich strikt vegan zu leben und für mich beschlossen, dass das in der strengen Form nicht mit der Teilnahme am sozialen Leben vereinbar wäre. Die meisten anderen Veganer die ich kenne, sind ähnlich gut informiert.

In diesem Studium muss man bezüglich Tierschutz über einiges hinwegsehen bzw. seine eigenen Grenzen setzen, ab wann man rebelliert. Aber wir sind dann eben auch die Menschen, die hinter die Kulissen blicken und sehr diffenenziert berichten können, was schief läuft um gezielt im Tierschutz aktiv zu sein. Ein hetzerisches PETA-Video nimmt doch niemand mehr ernst. Aber ein Erfahrungsbericht, welche Zustände am Schlachthof teilweise herrschen (ja, hier gibt es sehr gut geführt, aber eben auch die schwarzen Schafe) oder wie es sich eigentlich anfühlt, die Luft in einem Schweinemastbetrieb atmen zu müssen, das wird ganz anders aufgenommen.

KalleTheDog
20.01.2015, 21:10
Jede Randgruppe hat ein Recht darauf diskriminiert zu werden
:cool:

Viehdoc
22.01.2015, 10:49
Ich glaube nicht, dass hier irgendwer irgendwen diskriminieren wollte. Ich kenne auch Leute, die Vegetarier sind, weil sie nicht wollen, dass ein Tier für sie stirbt und machen sich ansonsten darüber keine Gedanken, wo so die anderen Produkte herkommen, die sie so essen und benutzen. Kann man ja von halten was man will. Ich sag immer: jeder muss das tun, was er für richtig hält. Ich selber esse auch kein Fleisch, weil ich die Ausmaße in unserer Gesellschaft einfach abartig finde und die Haltung dementsprechend zum Großteil jenseits von Gut und Böse ist. Trotzdem geh ich nicht hin und sag allen, wie böse sie sind, dass sie Fleisch essen oder sonstige tierische Produkte verwenden...