PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kirchlicher Träger



Seiten : 1 [2]

Absolute Arrhythmie
21.11.2014, 08:23
In meinem alten kirchlichen Haus gab es auch muslimische Ärzte,dass war der Verwaltung auch egal.Hauptsache,die Arbeit wurde gemacht.

Muslimisch ist ja auch nicht "keine Religionszugehörigkeit". Viele Häuser machen auch keine Probleme, wenn man nie Mitglied der Kirche War. Nur austreten und andere "Schrecklichkeiten" (z.b. Scheidung) haben die oft nicht so gerne.

Relaxometrie
21.11.2014, 08:49
Danke für eure Antworten, dann bin ich ja erstmal beruhigt ;-)
Wunderbare win-win-Situation: Du hast eine Stelle und die Kirche hat wieder ein kirchensteuerzahlendes Schäfchen mehr, welches die kirchlichen Werte mit voller Überzeugung vertritt.
Beschwere Dich bitte nicht, wenn die Kirchen auch weiterhin ihre Macht behalten.

Smartinchen
21.11.2014, 09:44
Muslimisch ist ja auch nicht "keine Religionszugehörigkeit". Viele Häuser machen auch keine Probleme, wenn man nie Mitglied der Kirche War. Nur austreten und andere "Schrecklichkeiten" (z.b. Scheidung) haben die oft nicht so gerne.

Genau so schaut's aus. Es ist egal, ob man christlich, muslimisch, jüdisch ist und es ist den meisten egal, wenn man nie getauft wurde (denn dann sind ja die bösen Heiden-Eltern Schuld...), aber selbst ausgetreten zu sein bedeutet für die Kirche, sich aktiv und bewusst von ihr abgewandt zu haben und ist bei vielen ein Ablehnungsgrund.

Bleibt die Frage, ob sie das rausfinden können, wenn man diesbezüglich lügt. Ich meine, dass der Eintrag im Taufregister der Taufgemeinde (oder zentral?) bleibt. Da das bei vielen mit dem Geburtsort identisch ist, wäre das ein Leichtes, dort nachzufragen... Bin mir aber nicht sicher. Weiß jemand mehr?

Smartinchen
21.11.2014, 09:46
Ich wünschte übrigens auch, dass diese Praxis von mehr Medizinern boykottiert würde. Allerdings wird es einem nicht gerade leicht gemacht, solange es gerade im Westen ganze Landstriche mit ausschließlich christlichen Häusern gibt. :(

Peter_1
21.11.2014, 10:54
Die Handhabung ist extrem unterschiedlich, von "Landstrich zu Landstrich", ich versuch mal eine Rangfolge von gut zu schlecht.

am besten:
selber Verein wie das Haus (katholisch->katholisch)
gut:
christlich, aber anderer Verein (zB evangelisch-katholisch)
meist akzeptabel:
irgendeine Religionszugehörigkeit (Satanismus als Zugehörigkeit allerdings persönlich noch nicht ausprobiert)
im Osten (und manchmal auch im Westen) akzeptabel:
nie getauft (kann der arme Mensch ja nix für die unverantwortlichen Eltern, im Osten wars ja so üblich usw.)
schlecht:
Getauft, aber aktiv wieder ausgetreten.

Überall problemlos akzeptiert, der gottlose Heuchelzustand: nicht gläubig, aber zahlend.

Zuletzt: beruhigende Aussagen von Menschen die irgendeiner Religion angehören und nie Schwierigkeiten hatten, bzw. nie gefragt worden sind, sind leider nicht unbedingt verwertbar. Das Haus bekommt es über die Steuer auf jeden Fall mit ob jemand in der Kirche ist. Die brauchen gar nicht fragen!

Nurbanu
21.11.2014, 12:00
Muslimisch ist ja auch nicht "keine Religionszugehörigkeit". Viele Häuser machen auch keine Probleme, wenn man nie Mitglied der Kirche War. Nur austreten und andere "Schrecklichkeiten" (z.b. Scheidung) haben die oft nicht so gerne.

Ich frage mich an dieser Stelle wie die Handhabe mit in zweiter Ehe verheirateten Muslimen ist. Auch Ketzer?!
Wohlbemerkt: bei uns sind Scheidungen erlaubt.

.Jordan.
21.11.2014, 12:06
Wunderbare win-win-Situation: Du hast eine Stelle und die Kirche hat wieder ein kirchensteuerzahlendes Schäfchen mehr, welches die kirchlichen Werte mit voller Überzeugung vertritt.
Beschwere Dich bitte nicht, wenn die Kirchen auch weiterhin ihre Macht behalten.

Ich verstehe zwar deinen Punkt, aber es kann ja nun nicht jeder Jeanne d’Arc spielen. Dieser Prozess, die Trennung von Kirche und Staat vollständig umzusetzen, wird noch einige Jahrzehnte brauchen. Eben weil die Kirche soviel politische Macht und weil deren Lobby alles andere als schwach ist. Das muss man einfach akzeptieren, auch wenn ich das genauso überflüssig finde.
Ein Berufsleben dagegen ist m.E. zu kurz um sich jetzt diesem Kampf zu verschreiben. Je nach dem wo man sucht und ob man eine Familie hat, ist man eben auf konfessionelle Häuser angewiesen und kann diese nicht von vornherein von der Liste streichen.

Ich denke, selbst wenn jetzt 50% der Ärzte so konsequent wären wie du es anscheinend bist, würde es morgen trotzdem noch keine Änderung geben. Sowohl die Kirche als auch der Staat sind eben sehr langsam.

MissGarfield83
21.11.2014, 12:13
Ich verstehe zwar deinen Punkt, aber es kann ja nun nicht jeder Jeanne d’Arc spielen. Dieser Prozess, die Trennung von Kirche und Staat vollständig umzusetzen, wird noch einige Jahrzehnte brauchen. Eben weil die Kirche soviel politische Macht und weil deren Lobby alles andere als schwach ist. Das muss man einfach akzeptieren, auch wenn ich das genauso überflüssig finde.
Ein Berufsleben dagegen ist m.E. zu kurz um sich jetzt diesem Kampf zu verschreiben. Je nach dem wo man sucht und ob man eine Familie hat, ist man eben auf konfessionelle Häuser angewiesen und kann diese nicht von vornherein von der Liste streichen.

Ich denke, selbst wenn jetzt 50% der Ärzte so konsequent wären wie du es anscheinend bist, würde es morgen trotzdem noch keine Änderung geben. Sowohl die Kirche als auch der Staat sind eben sehr langsam.

:-top

McDübel
21.11.2014, 13:12
Je nach dem wo man sucht und ob man eine Familie hat, ist man eben auf konfessionelle Häuser angewiesen und kann diese nicht von vornherein von der Liste streichen.

Jup. Soll ja Leute geben, die so etwas wie eine Familie haben. Kinder, die schulpflichtig sind und ihren Freundeskreis haben. Oder auch nen Partner, der ebenfalls einer geregelten Arbeit nachgeht und sich dort recht wohl fühlt. Wenn man dann nur sich selbst im Blick hat, könnte es u. U. schwierig werden. Ich verstehe da also auch jeden, der/die es sich eben nicht leisten kann, einen großen Bogen um kirchliche Häuser zu machen.

Muriel
21.11.2014, 17:01
Ich frage mich an dieser Stelle wie die Handhabe mit in zweiter Ehe verheirateten Muslimen ist. Auch Ketzer?!
Wohlbemerkt: bei uns sind Scheidungen erlaubt.
Hm, interessant, keine Ahnung.
Solange ein Katholik nur standesamtlich geheiratet hat, müsste er sich auch scheiden lassen und wieder neu verheiraten dürfen, wenn die katholische Kirche sich treu bleibt. Denn sie akzeptiert die rein standesamtliche Trauung nicht, man ist de facto kirchenrechtlich nicht verheiratet. Wenn aber ein geschiedener Protestant von einem bis dato unverheirateten Katholiken geheilt wird, so geht das kirchenrechtlich wieder nicht von Seiten der katholischen Kirche, da die Protestanten die standesamtliche Trauung nämlich anerkennen und der Protestant somit Ehebruch begeht.

Jule-Aline
21.11.2014, 17:09
Jup. Soll ja Leute geben, die so etwas wie eine Familie haben. Kinder, die schulpflichtig sind und ihren Freundeskreis haben. Oder auch nen Partner, der ebenfalls einer geregelten Arbeit nachgeht und sich dort recht wohl fühlt. Wenn man dann nur sich selbst im Blick hat, könnte es u. U. schwierig werden. Ich verstehe da also auch jeden, der/die es sich eben nicht leisten kann, einen großen Bogen um kirchliche Häuser zu machen.

Aus diesem Grund habe ich zu meinem Mann gesagt,dass ich einen Umzug nach NRW oder Bayern ablehne.
Wo ich vorher war,war es auf dem Land das einzige kirchliche Haus weit und breit und konnte es sich leisten,schlechte Tarife zu haben.Die Kollegen mit Familie waren auf dieses Haus leider angewiesen.

Feuerblick
21.11.2014, 17:12
Wer denkt sich eigentlich so einen Käse aus?? :-wand
In meiner Familie sind in den späten 60ern/frühen 70ern zwei Männer konvertiert (katholisch zu evangelisch), weil zu der Zeit Katholiken keine Protestanten heiraten durften. Ein paar Jahre später war das erlaubt, aber es musste unterschrieben werden, dass die aus der Ehe entstehenden Kinder katholisch getauft werden. Dürften heute also viele "illegale" evangelische Kinder aus ökumenischen Ehen rumlaufen :-))

Evil
21.11.2014, 17:47
Erinnert mich daran, daß mein Urgroßvater auch von evangelisch zu katholisch konvertieren mußte, um meine Urgroßmutter zu heiraten. Dafür nannte er seinen Sohn dann Gustav-Adolph :-))

Stephan0815
21.11.2014, 18:16
Ich frage mich an dieser Stelle wie die Handhabe mit in zweiter Ehe verheirateten Muslimen ist. Auch Ketzer?!
Wohlbemerkt: bei uns sind Scheidungen erlaubt.

Also, erstmal ist es, in diesem Fall, völlig unerheblich, ob nach muslimischem Glauben Scheidungen erlaubt sind oder nicht. Bei Anstellung in so einem Haus wird vielmehr erwartet, daß man sich mit den christlichen Werten identifizieren kann, dh. dass auch nur diese Werte von Belang sind. Gäbe es also nach muslimischem Glauben Probleme, die es bei christlichem Verständnis nicht gäbe, so interessiert das dieses Haus eher peripher.
Streng genommen sollte man dann erwarten, daß ein angestellter, muslimischer Arzt, sofern er sich, während des Arbeitsverhältnisses, scheiden lässt und dann nochmal heiratet, gekündigt werden müsste.
Mir ist kein derartiger Fall bislang bekannt.

Solara
22.11.2014, 08:20
Aus diesem Grund habe ich zu meinem Mann gesagt,dass ich einen Umzug nach NRW oder Bayern ablehne.
.

NRW verstehe ich ja, aber Bayern hat dazu im Vergleich verdammt wenig konfessionelle Häuser, auch wenn man es kaum glauben mag ;-).

Nurbanu
22.11.2014, 10:41
Kann man irgendwo die Anzahl und/oder prozentuale Verteilung der kirchlichen Häuser für die BRD sehen?

Relaxometrie
22.11.2014, 11:26
Kann man irgendwo die Anzahl und/oder prozentuale Verteilung der kirchlichen Häuser für die BRD sehen?


Ja :-) (http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Gesundheitswesen/Datensammlung/PDF-Dateien/abbVI32b.pdf)

McDübel
22.11.2014, 13:55
NRW verstehe ich ja, aber Bayern hat dazu im Vergleich verdammt wenig konfessionelle Häuser, auch wenn man es kaum glauben mag ;-).

Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Aber wer will schon nach Bayern :-wow ;-)