Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erfolgsgeschichten gesucht
famulant
14.12.2014, 22:32
Hi zusammen,
Mich wuerden mal erfahrungen von "aelteren semestern" interessieren. D.h. von leuten die tatsaechlich mit mitte 30 oder gar 40 noch angefangen haben mit dem medizinstudium und das schon seit einiger zeit durchziehen. Wuerdet ihrs nochmal machen? Bereut ihrs manchmal? Wie laeuft es bei famulaturen, beim pj und beim einstieg in einen ersten assistenten job? ... und was habt ihr vorher so gemacht?
Vielen dank fuer eure postings!
Das würde mich auch interessieren. Leider hat ja noch niemand geantwortet - gibt es hier keine Erfolgsgeschichten? :(
Hoppla-Daisy
30.12.2014, 19:32
Doch, klar! Aber erst jetzt gesehen ;-).
Hab seinerzeit mit zarten 35 angefangen zu studieren. Die Vorklinik lief etwas holprig, aber letztlich wurde auch sie gemeistert :-)). Danach war es eine Art Selbstläufer. Ich habe also quasi die Klinik in Regelstudienzeit geschafft, immerhin :-top.
Ob ich es nochmal machen würde? Hm, tja, schwer zu sagen. Der Job an sich ist schön, aber die Arbeitsbedingungen kotzen mich mehr und mehr an. Manches Mal bereue ich es, dass ich soviel Zeit, Mühen und vor allem Schulden auf mich genommen habe, um dieses Traumziel zu erreichen. Und dann gibt es natürlich auch wieder Zeiten, in denen ich trotz aller Mühen sage "ich bin gerne Ärztin" :-).
Bei Famulaturen, im PJ und auch beim Einstieg ins Arztleben hatte ich keinerlei Probleme (ich denke mal, es war jetzt gemeint, ob mein Alter da ein Problem darstellte). Die Akzeptanz war von Anfang an da.
In meinem vorherigen Leben war ich Chefsekretärin (es gibt auch noch andere Chefs als Chefärzte :-D). Und manchmal wünsch ich mir das echt zurück. Halbwegs geregelte Arbeitszeiten, Wochenenden, Feiertage, Brückentage. Also eigentlich alles Dinge, die als Arzt Luxus sind...
sodbrennen
30.12.2014, 20:48
Daisy, mittlerweile heißt das "Assistentin der Geschäftsleitung" ;-)
Zumindest werden beim Wort "Sekretärin" einige "Sekretärinnen" ziemlich böse :-nix
Hoppla-Daisy
30.12.2014, 20:53
Und als Ex-Sekretärin hab ich mir gerade mal eben die Fingernägel lackiert! Ich war nie böse, wenn man mich als Sekretärin bezeichnet hat, denn ich WAR eine. Es ist sogar eher so, dass sich diejenigen durch den Begriff angegriffen fühlen, die irgendwas Büromäßiges mal gelernt und dann irgendwie in einem Sekretariat zu arbeiten gekommen sind.
"Echte" Sekretärinnen (nämlich die mit IHK-Abschluss) empfinden das in der Regel nicht so :-meinung
Danke für deinen Beitrag!
Hut ab vor deiner Leistung (älteren Beiträgen habe ich entnommen, dass du ja zum Studienstart schon ein Kind hattest)!
Bist du dann jetzt derzeit in derzeit in der Facharztausbildung?
Hoppla-Daisy
30.12.2014, 21:21
Exakt, ab Januar dann im 4. Jahr :-)
Weißt du schon bzw. hast du Vorstellungen, wie es für dich im Anschluss weitergeht (z.B. eigene Praxis)?
Hoppla-Daisy
30.12.2014, 22:03
Raus aus der Klinik!!! Weil ne Stelle ohne Dienste werd ich nicht bekommen..... aber ich kann das echt nicht mehr gut. Das ist der Preis des "hohen" Eintrittsalters, leider.
ehemaliger User_29072015
30.12.2014, 23:47
Und als Ex-Sekretärin hab ich mir gerade mal eben die Fingernägel lackiert! Ich war nie böse, wenn man mich als Sekretärin bezeichnet hat, denn ich WAR eine. Es ist sogar eher so, dass sich diejenigen durch den Begriff angegriffen fühlen, die irgendwas Büromäßiges mal gelernt und dann irgendwie in einem Sekretariat zu arbeiten gekommen sind.
"Echte" Sekretärinnen (nämlich die mit IHK-Abschluss) empfinden das in der Regel nicht so :-meinung
Da hast du vollkommen recht. Ich war auch Tippse und fand es schrecklich als solche bezeichnet zu werden und wurde auch als unterster Dreck behandelt :-(
Aber als Justizfachangestellten gab es damals leider auch nix :-(
Zum Thema:
Ich hab mit 29 das Studium begonnen und habe es auch nicht bereut. Klar fiel mir z.B. Bio schwerer als den Leutchen direkt von der Schule und ich mache auch jetzt im Frühjahr erst nach 5 vorklinischen Semestern Physikum, aber ich kenne genug ältere die es auch in Regelstudienzeit packen. Kräht vermutlich später kein Hahn nach.
Alles in allem finde ich es auch nicht schlimm erst mit 36 fertig zu sein.
Was ich aber aufgrund meines Alters dann schon am Ende gerne hätte wäre der Dr.-Titel direkt zum Examen, aber das ist noch weit weg und ich kann jedem nur empfehlen das Studium zu wagen, egal wie alt man ist.
Ich hatte eine Studienkollegin, die über 40 war und ihr Studium souverän in Regelstudienzeit mit mir zusammen abgeschlossen hat und das trotz pflegebedürftiger Mutter, zwei Söhne in den besten Pflegeljahren und einem Job als Krankenschwester!
wischmopp
31.12.2014, 07:13
Ich habe mit 33 angefangen. Die Vorklinik ging gut in Regelstudienzeit, die Klinik wurde dann nochmal für 3 Jahre wegen Elternzeit unterbrochen. Also Dauer insgesamt: 9,5 Jahre.
Seit 3 Monaten bin ich nun berufstätig und es macht auf jeden Fall Spaß. Allerdings habe ich in einer Praxis mit 50% begonnen, werde aber wohl meinen nächsten Job in der Klinik anstreben, da Facharztziel Allgemeinmedizin. Mal sehen, wie das dann so wird mit Diensten etc...
Noch habe ich es jedenfalls nicht bereut ;-)
In meinem früheren Leben war ich übrigens Grundschullehrerin. Von den Arbeitszeiten her durchaus erstrebenswert, aber auf Dauer trotzdem nicht meins....
Ich würde jedem raten, es zu tun, unabhängig vom Alter (ich war übrigens damals lang nicht die Älteste) :-)
Ich habe mit 29 angefangen. Mittlerweile absolviere ich das dritte PJ-Tertial. In der Vorklinik hatte ich es schwerer als die frisch von der Schule kommenden Kommilitonen. Während des Studiums bin ich Vater von drei Kindern geworden. Habe das Ganze trotzdem fast in der Regelstudienzeit durchgezogen (1 Semester Pause). Nebenbei noch arbeiten und Doktorarbeit. Ob ich das ganze nochmal auf mich nehmen würde? Wahrscheinlich ja. Das Alter ist meiner Meinung nach kein Ausschlusskriterium zum Studieren, erst recht nicht bei Medizin. Wir hatten einige Ü30 bei uns im Semester.
In der Vorklinik hatte ich es schwerer als die frisch von der Schule kommenden Kommilitonen.
Inwiefern denn (mal abgesehen von deinem Dasein als Papa)? Vom Lernen her?
Und was hast du vorher gemacht? :)
M. Cremaster
10.02.2015, 20:19
Bereut ihrs manchmal?
Hi! Habe mit 29 nach ein paar Jahren in der Industrie (Elektrotechnik Dipl an der FH gemacht) meinen ursprünglichen
Plan A nochmal aufgegriffen und Medizin studiert. Gespielt hatte ich auch noch mit dem Gedanken die Berufspiloten-
Lizenz zu machen, was sicher schneller gewesen wäre, es sprachen dann aber wirtschaftliche Gründe und der m.E. nach
doch fehlende akademische Anspruch dagegen.
Mein Bürojob war zwar auf seine Art stressig, es war aber alles so generierter Bullshit business Stress, vulgär gesagt
wollt ich was mit mehr Action ... Kündigung war schnell geschrieben, adieu IGM Angestelltendasein .....
Bin jetzt seit etwas über einem Jahr in der Anästhesie zugange und muss sagen dass es mir wirklich Spaß macht.
Am Anfang habe ich mich ziemlich überfordert gefühlt, was wohl vielen so geht ...
Hätte ich es nochmal gemacht? Ja, aber mit noch späterem Beginn wahrscheinlich nicht...
Ein Jahr später bereits hätte mein 2er Diplom + Zivildienst übrigens eh nicht mehr gerreicht - Glück gehabt...
Ich habe während des Studiums viel gearbeitet, so dass ich keine Schulden machen musste.
Allerdings merke ich mit Mitte 30, dass einen so Multibelastungen wie Studium plus Job einfach mehr schlauchen.
Ganz am Schluss , mündliches Staatsexamen, war ich wirklich fertig. Das habe ich wirklich unterschätzt.
Schon mal ein Studium mit viel Arbeit nebenher und ein paar Berufsjahre auf dem Buckel, und plötzlich stehst du
im Vergleich mit hochgradig ehrgeizigen, unverbrauchten 18jährigen 1er Abiturienten, die das Niveau bestimmen.
Ich freue mich mittlerweile fast jeden Tag darüber, dass ich es gemacht habe ... der Weg war steinig und sehr sehr
lang ... aber es hat sich gelohnt
Arrhythmie
15.02.2015, 22:29
Ich bin nun zwar erst im 2. Semester aber ich bin bisher total zufrieden und glücklich, meinem Lebenstraum nachgehen zu dürfen. Angefangen hab ich mit 27 nach abgeschlossenem Wirtschaftsstudium. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten läuft es nun gut und ich bereue meine Entscheidung keinen Tag.
Ich verfolge schon eine Weile diesen Thread und finde eure Erfolgsgeschichten sehr ermutigend!!! Ich bin jetzt 26 und in der Werbebranche. Wenn ich das Abitur über den zweiten Bildungsweg hoffentlich erfolgreich nächsten Jahr absolviert habe, werde ich, wenn alles gut geht und ich gleich einen Studienplatz erhalte, mit 27/28 anfangen zu studieren. Wie andere darüber denken, so spät mit dem Studium anzufangen, interessiert mich eigentlich nicht- aber ich weiß aus der Werbung, das dort wenig Toleranz gegenüber Späteinsteigern herrscht. Bisher hatte ich immer nur Sorge, das im Studium selbst oder später in der klinik, man im Nachteil gegenüber den Jüngeren ist bzw. man von den Prof´s, Fach- und Oberärzten schief angesehen wird, weil man keine 20 mehr ist. Aber wies scheint, habt ihr da alle keine Probleme mit. Ich werde diesen Thread weiterhin verfolgen und hoffe noch mehr toller Erfolgsgeschichten zu lesen, bis irgendwann hoffentlich meine eigene schreiben kann.
Viele Grüße!
Hackbarth
08.03.2015, 13:57
Bei mir schauts eigentlich auch recht gut aus und bin mit den bisherigen Ergebnissen mehr als zufrieden. Vor dem Studium das Examen zum GuKP und über eine Hochschulzugangsprüfung mit 31 zum Studium. Das witzige bei uns ist das selbst ich mit 31 nicht der älteste bin..ich glaub da toppt die 50 Jährige HP schon einiges.
Anfänglich musste ich mich wieder daran gewöhnen "richtig" zu lernen und hab natürlich einen kleinen Nachteil durch das fehlende Abitur aber mit der richtigen Einstellung und Motivation klappt es schon.
Eigentlich isses ja garnich mal so schlecht schon mit etwas (Arbeits-)Lebenserfahrung in das Studium zu starten..ich würds definitiv nochmal so machen auch wenn natürlich die Umstellung des Lebensstandards echt ein Ding für sich ist.;-)
ehemaliger User_25062015
08.03.2015, 14:05
50 Jährige HP
Heilpraktikerin? Harry Potter? :-))
Hackbarth
08.03.2015, 14:19
München=Hogwarts...von daher: ja es ist Harry Potter
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