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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schreibt ihr eure Überstunden korrekt auf?



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annekii
02.01.2015, 08:59
An meiner ersten Stelle sind damals keine Überstunden angefallen oder nur 2x ne halbe Stunde in 2 Jahren, aber heimgeschickt wurde ich sonst auch immer mal, wenn nichts mehr los war. Da wurde nichts aufgeschrieben.
An der zweiten Stelle hatte ich auch keine Überstunden, hätte sie sonst selbst aufgeschrieben (Praxis).
Und an der letzten Stelle haben wir mehrere verschiedene Verträge gehabt (Teilzeit ohne Dienstbezahlung, Teilzeit mit Dienstbezahlung, das ganze als Vollzeit ebenso), wo jeder die gesamte Arbeitszeit aufgeschrieben hat auf einem Zettel, auf dem alle standen und den die OÄ dann ins Dienstabrechenprogramm eingegeben hat. Da sah man dann die Über- oder Unterstunden, die auch immer wieder abgebaut werden mussten. Das war auch immer mal ne Woche FZA drin und man hatte trotzdem meist ungefähr die selben Heimgehzeiten, welche so früh (halb 3, bei Arbeitsbeginn um 8) waren, dass es auch nichts ausmachte, mal länger zu bleiben.
Chef achtete da auch drauf, dass wieder abgebaut wird. Im Gegenzug erwartet er in harten Zeiten, dass man mit ranklotzt. Da sich das die Waage hielt, fand ich das ok.

Muriel
02.01.2015, 10:50
Ich habe seit viereinhalb Jahren keine Überstunden mehr gemacht, gehe nur regelmäßig überpünktlich. An meiner alten Kliniksstelle sind die Überstunden in den ersten Jahre komplett unter den Tisch gefallen, wobei das nicht am Chef sondern an der Verwaltung lag. Unser Chef hat uns gertriezt, sie aufzuschreiben (Zettelsystem damals noch) und hat dann so für die gesamte Klinik damit bei der Verwaltung eine vernünftige Zeiterfassung und Bezahlung oder Ausgleich der Stunden erreicht. Ab da konnten wir im Dienstplanprogramm, das uns für jeden Tag die Sollzeiten anzeigte, selbständig unsere tatsächlichen Zeiten eintragen, was dann so übertragen wurde. Ein- oder zweimal im Jahr wurde konsequent ausgezahlt. Es konnte jeder Assistent aber sagen, was er prinzipiell lieber hat (FZA oder Ausbezahlung), so dass zum Beispiel freie Tage, sofern es zu keinem Urlaubsstau dadurch kam, primär bei einigen mit FZA geplant wurden und nicht mit Urlaub, damit möglichst viel eben "abgefeiert" werden konnte.

Strodti
02.01.2015, 13:20
Bei uns dürfen wir alles aufschreiben, wobei ich erst ab 15 min länger aufschreibe. Liegt aber an mir, könnte auch genauer sein.

Grombühlerin
02.01.2015, 19:11
Wir haben zwar ein elektronisches Zeiterfassungssystem, aber das zeichnet "offiziell" nur die Kernarbeitszeiten auf. Einloggen kann man sich maximal 15min vor Arbeitsbeginn (schon in Ordnung), aber loggt einen auch 15min nach offiziellem Arbeitsende aus. Alles, was danach kommt, wird zwar aufgezeichnet, aber nicht bezahlt. Auf den Normalstationen ist das ok, weil wir so gut besetzt sind (auf jeder Station ca. 3 Assis, ca. 17-30 Betten pro Station). Allerdings ist es bei uns auf Intensiv so, dass die Arbeitszeit des Nachtdienstes nur bis 7:55 Uhr aufgezeichnet wird, aber die Chefvisite mindestens bis 8:15 Uhr, wenn nicht bis 8:30 Uhr geht. Quasi eine "angeordnete" Mehrarbeitszeit von ca. 30min, weil der Nachtdienst bei der Visite auch immer dabei sein muss. Abgesehen davon kriegen wir auch noch ne Pause von 45min abgezogen, wobei wir meistens tagsüber und nachts alleine sind und praktisch keine Pause machen können. Herrlichst. Es gab mal Überlegungen, gegen die ganze Sache anzugehen, aber das hat sich irgendwann irgendwo verlaufen. Fraglich ist auch, ob wir unser Zweischichtsystem überhaupt behalten können, wenn die Visite zur regulären Arbeitszeit gehört (Der Nachtdienst geht ja von 19:30 bis 8:30 Uhr). (Eingereichte Überstundenzettel würden vom Chef übrigens als Affront gesehen und nicht unterschrieben werden.)Es wird, fürchte ich, bald Zeit diesen Ort zu verlassen.

Ein ähnliches System habe ich auch schon erlebt. Der erlaubte Zeitkorridor war zwar etwas breiter als bei dir, dafür war es Innere und 3 Überstunden/Tag normal.

Deshalb würde ich persönlich auch nicht in das hier oft gesungene Loblied der elektronischen Zeiterfassung einstimmen.......

Muriel
02.01.2015, 19:17
Deshalb würde ich persönlich auch nicht in das hier oft gesungene Loblied der elektronischen Zeiterfassung einstimmen.......
Naja, prinzipiell stimmt die Lobhudelei da schon, da man ja eigentlich davon ausgehen sollte, dass das System dann auch so wie eigentlich gedacht funktioniert. Wenn ich sage "ich will nie wieder ohne Spülmaschine leben, spreche ich ja auch von einer funktionstüchtigen in dem Wissen, dass eine defekte mir nichts bringt.

Feuerblick
02.01.2015, 19:28
Elektronische Zeiterfassung heisst ja nicht, dass die reine Anwesenheit in der geplanten Arbeitszeit registriert wird sondern dass erfasst wird, von wann bis wann man tatsächlich arbeitet. Insofern ist die elektronische Zeiterfassung prima und das oben geschilderte System würde bei mir dazu führen, dass ich eben keine Sekunde länger bleiben würde also das Ding mir zugesteht. Dienst nach Vorschrift :-nix

aton_01
03.01.2015, 07:51
Ich denke mein Wunsch-elektronisches-Zeiterfassungssystem wäre:
- Man loggt sich ohne Einschränkungen ein und die Zeiten werden direkt dadurch erfasst
- Synchronisierung mit den OP-Zeiten als Minimum, d.h. wie kann eine OP erledigt sein, wenn der zuständige Anästhesist nicht
anwesend gewesen ist (z.b. Chef hat das Eintragen von Überstunden verboten)
- bei Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeitschutzgesetz gehen Warnmeldungen an Geschäftsführung, Marburger Bund und
das zuständige Ministerium (plus automatischer Bußgeldbescheid an das Krankenhaus *fg*)

Kackbratze
03.01.2015, 08:45
bei Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeitschutzgesetz gehen Warnmeldungen an Geschäftsführung,

Bei uns "warnt" das Programm den Nutzer "wollen sie das wirklich machen, das ist nicht Gesetzeskonform was sie eintragen" (frei übersetzt).
Wenn man das doch macht und das zu häufig passiert, bekommt der Chef von oben Ärger, was meist nur in "tragt das Anders ein" mündet und nicht die Probleme löst.

kut66
03.01.2015, 23:38
Bei uns erfolgt keinerlei Dokumentation der geleisteten Überstunden.
Dabei fallen nicht gerade wenig davon an - bei mir im Schnitt 1-3 h/d.

In der Abteilung ist durch Rotationen die Fluktuation der Mitarbeiter recht hoch - und die Neuen sagen natürlich erstmal nix.
Beim Rest hat sich irgendwie so eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Resignation und Aufopferung etabliert.

Feuerblick
03.01.2015, 23:40
Dafür gibt es nur zwei Worte: Selbst schuld! :-nix

Relaxometrie
03.01.2015, 23:42
Mehr als die Information, daß "man die Überstunden aufschreiben darf/soll", interessiert doch, was mit dem Aufgeschriebenen geschieht. Bekommt man die Überstunden ausgezahlt oder in Freizeit ausgeglichen? Darf vielleicht sogar zwischen den beiden Varianten wählen? Oder passiert nichts, weil Papier geduldig ist und Überstunden laut Chef nur dann anfallen, wenn man sich nicht gut organisiert?

gnuff
03.01.2015, 23:44
Mehr als die Information, daß "man die Überstunden aufschreiben darf/soll", interessiert doch, was mit dem Aufgeschriebenen geschieht...

Früher gehen/komplette Tage frei...

Solara
03.01.2015, 23:50
Früher gehen/komplette Tage frei...

Hier genauso.

Sebastian1
03.01.2015, 23:55
Und das lohnt sich. Ich habe gerade 2 Wochen am Stück frei. Reines Überstundenfrei. Dann arbeite ich auf der anderen Seite auch gern mal länger.
In Zukunft läuft es bei mir nochmal anders: Reduktion auf 75%, Mitübernahme von Leitungsaufgaben, dafür dann eine Pauschale, die auch anfallende Überstunden beinhaltet. Das ist aber für mich auch sehr okay so.


Bei uns erfolgt keinerlei Dokumentation der geleisteten Überstunden.
Dabei fallen nicht gerade wenig davon an - bei mir im Schnitt 1-3 h/d.Dazu fällt mir nur ein :-wand. Es hat kein Arzt nötig, so etwas mit sich machen zu lassen. 1-3h pro TAG? Das wären also im Mittel 10h/Woche, also mal eben 25% Arbeitszeit für umme? Dafür habe ich absolut kein Verständnis...

kut66
04.01.2015, 00:20
Ich habe die letzten zwei Monate meine Überstunden mal "privat" dokumentiert.
Wo könnte ich versuchen, die geltend zu machen (in welcher Form auch immer) ? Bei der Verwaltung ?
Muss so unbedarft fragen - hab mich damit nie befasst (weil es mich lange gar nicht gestört hat) und von meinen Kollegen dafür wie gesagt auch noch kein Prozedere etabliert wurde.

tiw28
04.01.2015, 00:38
Ich habe die letzten zwei Monate meine Überstunden mal "privat" dokumentiert.
Wo könnte ich versuchen, die geltend zu machen (in welcher Form auch immer) ? Bei der Verwaltung ?
Muss so unbedarft fragen - hab mich damit nie befasst (weil es mich lange gar nicht gestört hat) und von meinen Kollegen dafür wie gesagt auch noch kein Prozedere etabliert wurde.

Das kann doch echt nicht dein Ernst sein :-((
ich würde mich mal mit den Kollegen zusammensetzen und das ganze klären.... Wow.....

aton_01
04.01.2015, 06:32
Also unbezahlte Überstunden sind ein absolutes No-Go. Das hat echt niemand nötig. Zu warten, dass einer der Kollegen etwas ,,etablieren,, könnte ..... :-) witzig.

Vor meiner Zeit als Mediziner wäre es bei meinem früheren Arbeitgeber auch so gewesen, dass Überstunden in der Inneren nicht dokumentiert wurden. Bis die Kollegen sich in der Tat mit ihrer Forderung an die Geschäftsführung gewendet haben. Die sei nur erstaunt gewesen:,, Ihr macht Überstunden? Davon wusste ich nichts." Es wird keiner aktiv danach fragen, denn dadurch spart man Geld. Naja....solange es Kollegen und Kolleginnen gibt, die gebückt gehen......

.Jordan.
04.01.2015, 08:01
hab mich damit nie befasst (weil es mich lange gar nicht gestört hat)

1-3 h täglich? Wie kann dich das denn lange nicht gestört haben?

Kackbratze
04.01.2015, 08:07
Alleinstehend. Fremde Stadt. Viel Geld im vgl. zum Studium.
Da ist man anfangs genügsam und gerne in der Klinik.

Und die Kollegen (peer group) macht das doch auch so.

kut66
04.01.2015, 10:59
1-3 h täglich? Wie kann dich das denn lange nicht gestört haben?
Naja - anfangs dachte ich, es liege an mir selbst (Arbeitstempo). Jetzt nach 5 Monaten ist klar, dass ein Großteil der ÜS systembedingt ist.

Ich habe mit mehreren Kollegen darüber geredet, stieß dabei aber auf wenig "Problembewusstsein".
Mehrere meinten, woanders (andere Stationen des Hauses) sei es noch viel schlimmer und sie seien hier grade eigenlich ganz zufrieden. Andere scheinen so überengagiert, dass sie ÜS gar nicht als Problem wahrnehmen.