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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diplom-Ja/Nein/Vielleicht



Lissminder
07.01.2015, 08:07
Guten Morgen,
ich brächte mal ganz dringend euren Rat und zwar geht es um eine PJ-Stelle in Verknüpfunge mit einer Diplomarbeit. Das Thema interessiert mich sehr, nur bin ich mir unsicher, ob ich für die Diplomarbeit geeignet bin. Wie schwer bzw, umfangreich ist eine solche Arbeit?
Muss man die Arbeit eigentlich vor dem dritten StEX beendet haben, denn es heißt man hat 12 Monate Zeit für das Diplom, während das PJ aber nur 6 Monate dauert?
Danke schon Mal :-)

Phosphorsalzperle
07.01.2015, 09:45
Hey Liss,
ich kann dir leider nichts zum Umfang und Schwierigkeit einer Diplomarbeit sagen, aber nochmal zu deinen Beweggründen: Was ist denn so interessant an dieser Stelle. Du müsstes sicherlich einer kleinen Forschungsarbeit nachgehen, wenn dich das wie du sagst wirklich interessiert, dann sollte dir das Schreiben der Arbeit auch kein größeres Hindernis sein. Da musst du doch "nur" deine Ergebnisse auswerten.

*Neuritis Ulcerosa*
07.01.2015, 21:17
Hallo Liss!

Gab es hier im Forum nicht mal jemanden, der gerade Diplom schreibt? Ach so, ja, da war was :-wow :-))

Wie sind denn die Bedingungen? Soll die Arbeit an der Uni stattfinden oder extern in der Industrie? Bei Anstellung über ein Pharmaunternehmen würdest du sicherlich Geld bekommen - meist sogar (deutlich) mehr als in der Apotheke. Wenn du das Diplom an der Uni machst, erhälst du dafür in der Regel nix. Insofern kommt es dann auch darauf an, ob du dir diesen Verdienstausfall leisten kannst und willst. Eventuell kann man an der Uni einen Hiwi-Vertrag bekommen. Dann müsstest du aber auch Studenten in Praktika betreuen. Das ist noch mal zusätzliche Arbeit zum eigentliche Projekt und sich mit Studenten rumzuschlagen liegt auch nicht jedem.

Umfang und Schwierigkeitsgrad variieren ziemlich stark. Wenn ich so die Projekte von meinen Komillitonen vergleiche, war von zwei bis zwölf ( :-)) ) verschiedenen Methoden so alles dabei. Es gibt ja auch Literaturauswertearbeiten, da kann man bequem von zu Hause aus arbeiten. Oder dann noch solche, wo man neben 40h die Woche in der KH-Apo arbeiten noch nebenher forscht und irgendwelche Umfragen macht oder Prozesse optimiert. Da müsstest du dich genauer erkundigen. Solltest du mit Umfang jetzt mehr an den eigentlichen Text gedacht haben, dann schau am besten in eure Diplomordnung. Da finden sich meist sehr genaue Angaben zur maximalen Seitenzahl.

Die Arbeit muss nicht vor dem 3. Stex beendet sein, da beides unabhängig voneinander läuft. Ich hab auch letzten Mai im 2. PJ-Halbjahr mit Diplom angefangen, im November das Stex zwischengeschoben und forsche jetzt mit Approbation in der Tasche fröhlich weiter. Das zweite Diplomsemester hängt halt einfach hinten dran.

Du musst zur Examensanmeldung ja auch nur eine Bescheinigung vorlegen, dass du während des Halbjahrs an deiner Diplomstelle anwesend bist. Ob am Ende tatsächlich ein Diplom rauskommt oder du nur so dort rumforschst, ist Wurscht.

Also informier dich genau und wenn du das Thema gut findest und Bock hast, dann mach es! So oft hast du nicht die Chance, mal selbständig etwas tiefer in die Forschung einzutauchen. Bisher hab ich auch noch von niemandem gehört, der für ein Diplom zu blöd war, wenn er wirklich wollte. Klar, einer tut sich schwerer, der andere leichter (v.a. dann beim Schreiben), aber als Pharmazeut ist man doch Flexibilität gewohnt :-) Und im Notfall wenn es dir so gar nicht zusagt, dann reisst du deine Zeit dort einfach ab, und wenn dein PJ-Halbjahr vorbei ist, packst du dort die Koffer. Es kann dich ja keiner zwingen, am Ende eine Arbeit zu schreiben und einzureichen. Wenn du dann sagst, du hast keine Lust mehr auf den Titel, dann ist das nur dein Bier ;-)

Wenn du noch Fragen hast, dann her damit! :-)

StuartProwerFaktor
08.01.2015, 12:01
Ich kenne ein paar Leute die eine Diplomarbeit gemacht haben und kann sagen, dass das definitiv zu schaffen ist. Soweit ich weiß gibt es dafür schon einen zeitlichen Rahmen, allerdings kann sowas auch im Ermessen des Profs verlängert werden. Ich habe noch nie gehört, dass jemand an einer pharmazeutischen Diplomarbeit gescheitert ist - aufgrund der weniger strengen Regulation im Vergleich zu einer Promotion ist das auch recht unwahrscheinlich.

Ich persönlich habs bereut, es nicht gemacht zu haben - Rückwirkend würde ich auch im hinterletzten Drecksthema ne Diplomarbeit anfertigen - des Titels wegen. Zumal du im PJ ja auch keine Zeit verschwendest, selbst wenn es mit dem Diplom doch nix werden sollte. Das PJ musste ja so oder so machen. Da das 3. Stex eher eine berufsrechtliche Sache ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass das irgendwas mit dem Diplom zu tun hat.

Kurzum: Mach es! Es kann sich nur lohnen und zu verlieren hast du nix!

Lissminder
08.01.2015, 13:07
Hey hej,
Lieben Danke für diese ausführlichen Antworten von euch, das hat mir riesig weitergeholfen und viele Fragen geklärt.
die Stelle wäre an der Uni, von Studentenbetreuung steht da jedoch nichts.
Einziger Haken, der für mich noch bleibt, ist die Finanzierung.
Ich würde nämlich keinen HiWi-Vertrag bekommen. Aber ich frage nun noch mal bei meinen Eltern, Großeltern, ob die mich ein wenig bezuschussen würden.

Hanno04
08.01.2015, 13:21
.

Ich persönlich habs bereut, es nicht gemacht zu haben - Rückwirkend würde ich auch im hinterletzten Drecksthema ne Diplomarbeit anfertigen - des Titels wegen.
darf man fragen, warum du es bereust? wurde dir der fehlende titel schon zum nachteil bei jobsuche oder ähnlichem? oder ist es einfach für dein ego?

Minoo
08.01.2015, 13:47
Ich bekomme zurzeit häufiger mit, dass sich Absolventen nach dem 2. Examen für einen Master (Arzneimittelwissschaftlen) einschreiben.
Ich diesem Zuge wäre ich mir nicht mehr so sicher, ob das Diplom nicht noch weiter ein Ansehen verliert.
Vielleicht wäre ein Master auch noch eine Option für dich, Lissminder ?

StuartProwerFaktor
08.01.2015, 14:31
darf man fragen, warum du es bereust? wurde dir der fehlende titel schon zum nachteil bei jobsuche oder ähnlichem? oder ist es einfach für dein ego?

Einfach nur Ego. Mal davon ab ist es meistens besser etwas zu haben und nicht zu brauchen als umgekehrt. Und wie gesagt, man muss das PJ ja eh machen ... Mal davon ab sind in DE relativ viele (einfache) Leute titel- und zeugnisgläubig.


@Liss Ansehensverlust ... Da bist du aber sehr hart zum Diplom. Ich hab mich mal mit nem Physikprofessor unterhalten und der meinte so schön "die im Ausland sagen, warum seid ihr so bescheuert und gebt euer Diplom auf?". Klar Arzneimittelwissenschaften ist ein ganzer MasterSTUDIENGANG dementsprechend auch mit mehr Inhalt. Aber wie ich schon mal geschrieben hab, du musst das PJ eh machen. Nimm das Diplom mit, wenn du die Chance dazu hast!
Und es kommt halt immer drauf an, was man will. Wenn du irgendwo Laborleiter werden willst, dann lockste wohl weder mit Diplom noch mit Master jemand hinterm Ofen vor, da sollte es dann schon die gute alte Promotion sein.

*Neuritis Ulcerosa*
08.01.2015, 19:52
Regelstudienzeit sind wohl schon zwei Semester. Aber das wird wohl meist nicht ganz so eng gesehen. Bei uns ist es so, dass man wenn man die Arbeit im Prüfungsamt anmeldet noch als Student eingeschrieben sein muss. Rein theoretisch könnte man dann auch drei Jahre an der Arbeit rumdoktern, man muss während der Zeit halt nur immatrikuliert bleiben und Semestrbeitrag zahlen. Die Arbeit muss man auch nicht gleich zu Beginn der Tätigkeit anmelden, sondern man kann erst mal seine Experimente fertig machen. Manchmal kommen ja auch nicht genug Daten raus, als dass man damit dann noch eine Arbeit schreiben könnte oder möchte. Nach Anmeldung hat man dann 8 Monate Zeit,um abzugeben. Wie weit sich in diesen Punkten die Diplomordnungen zwischen den Unis unterscheiden, weiss ich aber nicht.

Will man es zum Laborleiter bringen, ist tatsächlich der Dr. Pflicht. Obwohl nicht formelle Voraussetzung wollen aber viele Profs schon ein Diplom als Voraussetzung, um einen überhaupt als Doktorand anzunehmen. Damit hat man ja schon mal gezeigt, dass man wissenschaftlich arbeiten kann und weiss zumindest auch ansatzweise, was bei einer Promotion auf einen zukommt. :-))

Lissminder
09.01.2015, 16:38
bei uns kann an der Uni kann man auch ohne Diplom promovieren, da ist es nicht unbedingt von Nöten vorher ein Diplom gemacht zu haben. Vielleicht wird man dannnur nicht so leicht zum Laborleiter, das weiß ich nicht, War jetzt auch noch nie mein Vorhaben ;)

*Neuritis Ulcerosa*
09.01.2015, 19:05
bei uns kann an der Uni kann man auch ohne Diplom promovieren, da ist es nicht unbedingt von Nöten vorher ein Diplom gemacht zu haben.

Bei uns auch nicht. Hab ich ja aber auch nicht gesagt. Nur, dass es die meisten Profs quasi als inoffizielle Voraussetzung trotzdem gern sehen, wenn man vor der Promotion schon diplomiert ist.

Minoo
10.01.2015, 10:42
Soll heißen dass deine Chancen einfach steigen, dann einen Promotionsstelle zu bekommen.
Wenn ich wirklich vor hätte zu promovieren (was nicht der Fall ist, aber hypothetisch), dann würde ich versuchen auf eine Drittmittel-finanzierte Stelle zu kommen. Was ich von den Landesstellen gehört habe, sind das sie Stellen mit A-Karte. Kaum Zeit für die eigene Forschung, da ständig Kurse oder Praktika betreut werden.
Man könnte daher versuchen auch schon die Diplomarbeit bei einer Firma zu schreiben, was dann evt ein guter Einstige sein kann, dort auch später zu promovieren.

Lissminder
13.01.2015, 18:59
Man könnte daher versuchen auch schon die Diplomarbeit bei einer Firma zu schreiben, was dann evt ein guter Einstige sein kann, dort auch später zu promovieren.

Stimmt, das wäre sicher die eleganteste Variante. Nur habe ich bislang noch keine Stellenausschreibung dieser Art gelesen. Oder kennst du eine Firma, bei der eine Diplomarbeit möglich wäre?
Ich habe jetzt nicht so lust 1000 Unternehmen auf diese Frage anzuschreiben, da bin ich ehrlich gesagt zu faul

*Neuritis Ulcerosa*
13.01.2015, 19:20
@Liss: Frag doch mal an deiner Uni bei den Technologen nach. Die haben oft gute Kontakte zur Industrie und können manchmal was vermitteln.

Minoo
14.01.2015, 19:14
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es generell gut ist Professoren anzusprechen (alle - nicht nur die Technologen)
Bei uns hat fast jeder zu irgend einer Firma Kontakte, weil er dort mal gearbeitet oder sonst was für gemacht hat.

Vitamin "B" erhöht auch deine Chance, dann dort genommen zu werden.