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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium Medizin



medizinfreund
15.01.2015, 13:18
Hallo zusammen,

sicherlich gibt es schon einige Beiträge zu diesem Thema, allerdings möchte ich hier nochmal meine Problematik zusammenstellen:

Ich bin 23 Jahre und studiere im 2. Mastersemester Mathematik und will mir danach meinen Kindheitstraum erfüllen - Arzt werden. In Deutschland beginnen zu können sehe ich als relativ unwahrscheinlich, insbesondere wegen meiner Fachfremde. Was mir bei den ausländischen Alternativen wichtig wäre ist, dass ich nach dem Physikum nach Deutschland wechseln kann.

Hat da jmd von euch Erfahrungen wie es da mit der Semmelweis-Universität aussieht hinsichtlich Aufnahmemöglichkeiten und nach dem Physikum dann Wechselmöglichkeiten nach Deutschland?
Wird das ohne weiteres bei uns anerkannt?
Welche Alternativen gibts in meiner Situation noch, bzw. was haben Leute in ähnlichen Situationen gemacht?

Vielen Dank für eure Mühe schon im Voraus und viele Grüße,
medizinfreund:-)

StuartProwerFaktor
15.01.2015, 13:41
Wie meinst du jetzt Fachfremde?

Ich gehe mal davon aus das du es einfach im Sinne des Wortes meinst: Das Problem bei deiner Zweitstudienbewerbung (ich bin nebenher gesprochen auch Zweitstudent) ist, dass du nicht über 3-4 Punkte kommen wirst (sofern nicht noch irgendwelche speziellen Konstellationen vorliegen). Und 3-4 Punkte sindt atm wohl zu wenig. Hier wäre der Umweg übers Ausland vermutlich der einzige Weg, denn Wartezeit als Zweitstudienbewerber kann man nicht sammeln.
Hier taucht allerdings schon ein mehr oder minder theoretisches Problem auf; Und zwar wechseln momentan sukzessiv die Unis auf Reformstudiengänge, mit integriertem Physikum. Wie man hier wechseln kann, bzw. ob das überhaupt geht kann ich schwer sagen, dass muss man vermutlich sogar individuell klären.

Ich würde es an deiner Stelle erstmal in Deutschland versuchen (du kannst dich ja auch schon mit dem Bachelor bewerben - je nach Note) - zumindest 1 mal.
Soweit ich weiß wird das von dieser Semmelweiß Uni alles anerkannt, da die nach deutscher Approbationsordnung studieren.

Vielleicht noch ein paar Ideen / Anregungen:
Ich meine mal gelesen zu haben, dass man sich verpflichten kann in einer bestimmten Region als Arzt zu arbeiten und dann leichter an einen Studienplatz an einer Uni in der entsprechenden Region zu kommen. Ich weiß jetzt nicht, ob das nur eine Idee war oder ob das tatsächlich umgesetzt wurde.
Ferner könnte ich mir vorstellen, dass man als Zweitstudent im europäischen Ausland vielleicht eher reinkommt aber ich habe mich damit auch schon länger nicht mehr beschäftigt ... In Österreich wärst du normalen Erststudiumsbewerbern wohl gleich gestellt.
Sollte alles nicht gehen, kannst du auch einen Umweg über die Zahnmedizin gehen, da einige Scheine des Grundstudiums tendenziell (!) äquivalent zu den Medizinschein sind und man ja "nur" 2 große und 2 kleine Scheine (je nach Bundesland) für eine Bewerbung in ein höheres Fachsemester braucht.
Außerdem würde ich an deiner Stelle ernsthaft eine Studienplatzklage in Betracht ziehen (zahlt zT wohl sogar der Rechtsschutz der Eltern - ob auch im Falle eines Zweitstudiums weiß ich allerdings nicht ...), da ein Studium im Ausland natürlich recht teuer ist ...

medizinfreund
15.01.2015, 14:09
Das heißt dann also, dass man unter Umständen garnicht mehr nach Deutschland wechseln kann aufgrund der von dir angesprochenen Neustrukturierung?
Wie schon erwähnt ist es mir wichtig in Deutschland mein potentielles Studium beenden zu können. Geld, also die knapp 20.000€ für die 4 Semester in Ungarn, sollte eigentlich keine Rolle spielen. Aus diesem Grund habe ich auch direkt die Möglichkeit mit dem Physikum im Ausland ins Auge gefasst, da ich, wie du schon erwähnt hast, über meine erreichbaren Punkte in Deutschland vermutlich keine Chance haben werde.

medizinfreund
15.01.2015, 14:11
btw: Wo erhält man verlässliche Informationen über die Möglichkeit eines Wechsels von Ungarn nach Deutschland nach dem Physikum?
Und: Wie wirkt sich eine RettSan Ausbildung auf die Punktzahl in Deutschland aus?

Absolute Arrhythmie
15.01.2015, 14:14
Ob und wann du in Deutschland nach dem Physikum im Ausland einen Platz bekommst, kann dir im voraus keiner sagen. Du kannst ansonsten noch auf das losverfahren hoffen. Bei Zahnmedizin gilst Du ebenfalls als zweitstudienbewerber, ich weiß nicht wie die Messzahl da zuletzt War. Aber einen Quereinstieg solltest du dir nicht zu leicht vorstellen. Schau dich am besten mal im forum ein bisschen um, hier gibt es sehr viele Erfahrungsberichte zu allen möglichen und unmöglichen Themen.

*milkakuh*
15.01.2015, 14:21
btw: Wo erhält man verlässliche Informationen über die Möglichkeit eines Wechsels von Ungarn nach Deutschland nach dem Physikum?
Und: Wie wirkt sich eine RettSan Ausbildung auf die Punktzahl in Deutschland aus?

Erstmal geht es darum, dass dir das Physikum in Deutschland (vom zuständigen LPA) anerkannt wird. An allen drei Universitäten in Ungarn wirst du keine Probleme haben. Auch an anderen Unis im osteuropäischem Ausland wo sehr viele deutsche Studenten studieren gibt es in der Regel keine Probleme mehr. Um auf Nummer Sicher zu gehen kannst du entweder dein zuständiges LPA kontaktieren und/oder das übergeordnete Bundesministerium in Bonn. Durch die Anerkennung des Physikums ist dir allerdings kein Platz in Deutschland garantiert, das hängt weiterhin von Angebot und Nachrage ab (Achtung: als Zweitstudent bist du auch hier teilweise benachteiligt). Man sollte sich auch nicht erst nach dem 4. Semester in Deutschland bewerben sondern auch schon vorher den Quereinstieg ins 2. und 3. Semester versuchen. Schau dich hier einfach mal ein bisschen um, gibt viele Themen zu Auslandsstudium/Wechsel nach Deutschland.

EVT
15.01.2015, 14:35
Ich meine mal gelesen zu haben, dass man sich verpflichten kann in einer bestimmten Region als Arzt zu arbeiten und dann leichter an einen Studienplatz an einer Uni in der entsprechenden Region zu kommen. Ich weiß jetzt nicht, ob das nur eine Idee war oder ob das tatsächlich umgesetzt wurde.
Außerdem würde ich an deiner Stelle ernsthaft eine Studienplatzklage in Betracht ziehen (zahlt zT wohl sogar der Rechtsschutz der Eltern - ob auch im Falle eines Zweitstudiums weiß ich allerdings nicht ...), da ein Studium im Ausland natürlich recht teuer ist ...

Das war nur eine Idee und wurde bisher nicht umgesetzt.
Rechtsschutzversicherungen übernehmen in der Regel keine Studienplatzklagen mehr. Bei Altverträgen könnte man Glück haben, aber ob das auch für Zweitstudenten gilt, glaube ich eher nicht.

Als Mathematiker könnte man auch versuchen, über wissenschaftliche Gründe reinzukommen, z.B. über die Mathematik in klinischen Studien etc. Da muss man sich natürlich eine gute Begründung überlegen und auch Nachweise haben.

medizinfreund
15.01.2015, 14:40
Unter Umständen könnte ich meine Masterarbeit im Bereich Computertomographie schreiben, was mir vielleicht die Begründung erleichtern würde...also ich merke, ich muss mich da noch informieren ;)
Abgesehen von dieser Möglichkeit scheint mir jedoch der Weg übers Ausland am "einfachsten"...stimmt ihr mir da zu?

Absolute Arrhythmie
15.01.2015, 14:43
Uuuuuuund Losverfahren nicht vergessen. Die Chancen sind gering, aber es soll den ein oder anderen Glückspilz geben, der so an einen Platz gekommen ist.

ehemaliger User_25062015
15.01.2015, 14:44
Am "einfachsten" ist es für dich tatsächlich ins Ausland zu gehen. Evtl Österreich mit dem Med-At auch in Betracht ziehen.

EVT
15.01.2015, 14:46
Unter Umständen könnte ich meine Masterarbeit im Bereich Computertomographie schreiben, was mir vielleicht die Begründung erleichtern würde...also ich merke, ich muss mich da noch informieren ;)
Abgesehen von dieser Möglichkeit scheint mir jedoch der Weg übers Ausland am "einfachsten"...stimmt ihr mir da zu?

Du musst immer überlegen, für was du zwingend die Approbation benötigst und was du aus deinem Erststudium kannst.
Wenn du das Geld hast und nicht ortsgebunden bist, würde ich ins Ausland gehen. Zusätzlich kann man dann noch Zweitstudiumbewerbung, Losverfahren, Privatunis etc. probieren.

medizinfreund
16.01.2015, 14:41
Viele Dank an alle für eure Anregungen!

Die Möglichkeit in Österreich hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm, mir war natürlich bewusst, dass man auch jenseits der Alpen Medizin studieren kann, jedoch war ich vll auch die ganze Zeit zu sehr auf Deutschland, bzw. die Möglichkeit während des Studiums nach Deutschland wechseln zu können, fokussiert.
Nachdem ich mich dahingehend mal etwas näher informiert habe hätte ich noch 3 Fragen:

Wie ist eurer Meinung/Erfahrung nach das Studium in Deutschland angesehen, wird es anerkannt, kann man ohne Probleme in Deutschland dann den Facharzt machen und wie ist die Qualität der Ausbildung?
Wie schwer ist es denn erfahrungsgemäß, dort durch den Medizinertest zu kommen?
Etwas genereller: Was würdet ihr in meiner Situation als erste Alternative ansehen?

ehemaliger User_25062015
16.01.2015, 14:54
Naja auf nen Test muss man sich natürlich vorbereiten. Die Quote für Ausländer ist zudem nicht so hoch. Daher viel Konkurrenz. Musst mal googlen wie das dort läuft.

medizinfreund
16.01.2015, 14:57
Das ist mir natürlich klar, aber die Arbeit bin ich gerne bereit zu investieren!

ehemaliger User_25062015
16.01.2015, 14:59
Dann bereite dich doch drauf vor und bewirb dich zeitgleich für Unis in Osteuropa. Bzw. Privatunis, wenn die für dich in Frage kommen.

medizinfreund
16.01.2015, 15:02
Werd ich unter Umständen auch machen, kannst du denn auch etwas zu meinen Fragen sagen?

ehemaliger User_25062015
16.01.2015, 15:05
Naja Österreich liegt im europäischen Ausland, also wird es wohl hier anerkannt. Zu den anderen Sachen kann ich nix sagen. Aber es gibt hier auch ein Auslandsforum, vllt findest du dort Infos. Hier z.B. http://www.medi-learn.de/foren/archive/index.php/t-21651.html Ansonsten einfach googlen ;-)

EVT
16.01.2015, 15:30
Während des Studiums von Österreich nach Deutschland wechseln ist wohl sehr schwierig bis unmöglich. Aber nachher kannst du problemlos in Deutschland als Assistenzarzt anfangen.