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Autolyse
11.02.2015, 16:24
Du arbeitest also auch als fehlerfreier Held...

smanpodg
11.02.2015, 16:33
Das steht doch jetzt garnicht zur Debatte. Aber ich sehe es in der Tat manchmal nicht ein, die Arbeit der anderen zu erledigen, weil es Usus ist.

Autolyse
11.02.2015, 16:41
Das an einer Unterschrift, welche ja so wahnsinnig viel Zeit kostet, aufzuziehen ist eher unangemessene Prinzipienreiterei. Da gäbe es nun wahrlich ausreichend Sachverhalte zur Auswahl, die weit mehr sektorenübergreifende Arbeit verursachen.

inglebird
11.02.2015, 17:06
Ich hatte beim Rettungsdienstpersonal eigtl nachgefragt, weil mir Dinge durch den Kopf gingen wie "Kann es finanzielle Nachteile für mein Haus haben, wenn ich einen Trapo unterschreibe für einen Transport, den eigtl der Hausarzt veranlassen sollte".

Aber genau das wurde im Thread ja auch schon diskutiert und einigermaßen zufriedenstellend begründet beantwortet.

Der Grund, warum ich den Schein nicht unterschrieben habe, war die (in meinen Augen) Unverschämtheit des Personals. Ja, Feuerblick, ich hab im Rettungsdienst gearbeitet und ich hab es gehasst, Scheine zu besorgen. Aber ich hab NIE frech und ganz besonders DUMM gelogen! Und dann ist es mir total egal, der wievielte Mensch ich an dem Tag bin, der eine Nachfrage stellt oder der nervt.

@smanpodg: Habs nicht ganz verstanden, was du meintest. Wollte ja in keinster Weise auf den Hausarzt schimpfen. Und ich glaube, dass genau so viele Dinge, wie du aufgezählt hast, auch umgekehrt schief laufen.

Feuerblick
11.02.2015, 17:26
Tja, Inglebird... dir ist das egal... aber so manchem Rettungsdienstler halt nicht. Menschen sind verschieden ;-)

inglebird
12.02.2015, 12:11
Wow, ich erwarte eine höfliche Antwort auf eine höfliche und berechtigte Frage. Weshalb genau sollte man dem Rettungsdienst soziale Sonderrechte einräumen?

"Ist okay, lüg und motz mich an, immerhin waren heute schon 25 Menschen gemein zu dir."
Und was dein letztes Posting bedeuten soll, Feuerblick, kann ich auch nach dreimaligem Lesen nicht verstehen.

Feuerblick
12.02.2015, 12:25
Warum fühlst du dich eigentlich ständig von mir angegriffen? Himmel, es gibt auf dieser Welt Menschen, die nett sind und Menschen, die ihre schlechte Laune auch mal an anderen auslassen. Deshalb hier so ein Fass von wegen "dumm" und "belogen" aufzumachen, halte ich einfach für komplett überreagiert. Genau wie dein ständiges Hinterfragen meiner Postings.
Mir persönlich wäre eine freche Antwort am Allerwertesten vorbeigegangen. Ich hätte mir gedacht "Du Volldepp" und gut. Du hingegen hast offenbar als erzieherische Maßnahme den Trapo verweigert und schimpfst hier über diese Person. Der eine Rettungsdienstler bleibt auch beim 100. Nachfragen, warum ein Trapo unterschrieben werden soll, total nett. Ein anderer hingegen hat keinen Bock mehr auf diese Fragen und reagiert entsprechend unwillig. Wie schrieb ich noch gleich: Menschen sind verschieden. Was ist daran so schwer zu verstehen? Und ich habe nirgendwo erwähnt, dass ich patzige Reaktionen auf irgendeiner Seite als "okay" ansehe. Weder die vom RDler noch deine...
So, und nun lass es gut sein. Ich hatte nie vor, dich persönlich anzugreifen, ich wollte dir im Gegenteil einfach freundlich aufzeigen, warum die Reaktion war, wie sie nun mal war. Da du aber schon das als persönlichen Affront ansieht, denke ich, wir sollten die Diskussion darüber hier abbrechen. Deine Antwort aus fachlicher Sicht hast du ja bekommen. :-nix

tiw28
12.02.2015, 17:25
"Ist okay, lüg und motz mich an, immerhin waren heute schon 25 Menschen gemein zu dir."

Also ich finde diese Aussage trifft es eigentlich so ziemlich genau!

Unter den Rettungsdienstlern die ich bisher getroffen habe, waren überproportional viele extrem komische Typen dabei (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier wie immer die Regel)... Zu meist handelte es sich um Alles-besser-wissen-wissende Profilneurotiker

inglebird
12.02.2015, 17:38
Also ich finde diese Aussage trifft es eigentlich so ziemlich genau!

Unter den Rettungsdienstlern die ich bisher getroffen habe, waren überproportional viele extrem komische Typen dabei (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier wie immer die Regel)... Zu meist handelte es sich um Alles-besser-wissen-wissende Profilneurotiker

Also ich bezog das nicht auf Rettungsdienst an sich (wie geschrieben, ich selbst hab im RD gearbeitet), das gleiche gilt auch für ärztl. Kollegen, Pflege, MTA...

Peter_1
13.02.2015, 14:36
Ach, ach ach.... Wenn man nicht noch alle Fehler der Anderen zu schultern hätte, als armer Assistenzarzt...
Eine Runde Mitleid, ich habe mein Taschentuch schon wieder voll geheult. Wer gibt Dir eigentlich diese unglaublichen Gewissheiten? Manchmal kann so ein Luftballon auch platzen wenn er zu voll aufgeblasen ist.
Mir wäre persönlich die Energie viel zu schade, die hier manche aufbringen um als vermeintlich Erziehungsberechtige die falschen Menschen (nämlich die RAs) erziehen zu wollen. Die Patienten wird man mit verweigerten Scheinen wohl nicht erziehen, aus den schon von Vielen genannten Gründen. Auch der Rettungsdienst macht das gleiche wie der Assi im Krankenhaus, er sichert sich ab und nimmt im Zweifel halt mit, wer will es verdenken? Der Assi macht im Krankenhaus im Zweifel auch oft nen Röntgen Thorax auch wenn er/sie sich eigentlich sicher ist, dass der Husten eine stinknormale Erkältung ist. Die Schultern von den Rettern sind dabei aber noch schmaler als die des Assis, der hat schliesslich mehr diagnostische Möglichkeiten, einen OA in Reichweite und war meist auch auf der Arztschule.
@sampodg: klar Du sicherst Dich nie ungerechtfertigt ab und gehst auch nie einem Streit mit Patienten aus dem Weg, Du bist halt ne coole Socke, bis zu Deinem ersten Verfahren :-))

smanpodg
13.02.2015, 15:45
Um den ganzen Stuss, den du hier von dir gibst, ging es doch gar nicht. Es ging um genau einen Fall. Und zwar um den Fall, dass der Rettungsdienst wieder einmal eine Unterschrift wollte und der Arzt weder die nötigen Informationen noch den wirklichen Grund dazu hatte, diese ohne "schlechtes Gewissen" zu leisten.

Darum ging es. Und dazu habe ich meine Meinung abgegeben. Die wohl das einzige ist, was man in Deutschland noch frei äußern darf. Und ob ich "eine coole Socke bin" oder mich absichere oder nicht und um meine allgemeine Befähigung zum Arztberuf etc. ging es nicht. Aber nett, dass du deine Meinung dazu geschrieben hast, welche mir, verzeiht den Ausdruck völlig scheißegal ist.

Peter_1
14.02.2015, 12:47
welche mir, verzeiht den Ausdruck völlig scheißegal ist.
Dito umgekehrt, du bist der erste der meine Ignore Liste erobert hat, Glückwunsch.

//stefan
19.02.2015, 17:59
Ums kurz zu machen: wenn ein Rettungsdienstler mir (oder den Internisten/Gynnies) einen Patienten bringt unterschreib ich dem diesen bescheuertsten Schein einfach. Wie jeder bei uns in der Notaufnahme. Um das Ausfüllen kümmern sich die Rettungsdienstler dann selber.
Ich diskutiere doch nicht mit Rettungsdienstlern. Die haben auch ihre Zwänge und beschissenen Dienste, da piss ich denen doch nicht auch noch ans Bein. Es muss irgendwie einigermaßen gut zusammen funktionieren und wir dürfen uns unsere Zusammenarbeit nicht durch bescheuerte Bürokratie vermiesen lassen.

einer der besten, ehrlichsten und zielführendsten beiträge die ich hier im forum seit langem gelesen habe. als nebenher fahrender rettungsdienstler sind mir solche kollegen die liebsten!!!
genau so muss man dem bürokratiewahn begegnen.

p.s.: ich kenne auch die contra-argumente eines "immer unterschreiben" wie zB "so lernen die leute nie das ein RTW kein Taxi ist". aber die erziehung darf nicht durch den arzt erfolgen der sich eh schon genug um andere banalitäten zu kümmern hat.

DennisB
19.02.2015, 18:21
In "meinem" Heimatkrankenhaus dürfen die Ärzte lt. Aussage der Verwaltung ebenfalls keine Einweisungstransportscheine unterschreiben.
Sollte ein Patient für eine disponible Fahrt also keinen Transportschein vorweisen können, wird dieser natürlich transportiert (bei gegebener Indikation), bekommt aber zusätzlich ein Schreiben, in dem er über den fehlenden Transportschein informiert wird und wohin dieser geschickt werden soll, wenn dieser besorgt wurde (Hausarzt, Facharzt,...). Somit sind die Klinikärzte "aus der Verantwortung".

ehem-user-02-08-2021-1033
20.02.2015, 15:49
Also zu meinen Zeiten, im Jahre 1802 ;-), gab es noch so etwas, wie eine "Kostenübernahmerklärung".
Das konnte man dem Patienten dann unter die Nase halten, wenn man sich relativ sicher war, dass es sich um eine Taxifahrt handelte.
Wenn der Wisch unterschrieben war, brauchte man auch keinen Transportschein, da die HiOrg dann einfach direkt mit dem "Patienten" abgerechnet hat.
Hat der Krankenhausarzt einen Transportschein ausgestellt, dann war das auch kein Problem. Dann war die Erklärung hinfällig.
Alternative Nummer 2 war es im Falle eines verweigerten Transportscheins "Selbtszahler" anzukreuzen. Dann gibt es bzw. gab es eine Privatrechnung nach Hause.

Man sieht:
Es gibt immer Alternativen. ;-)