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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium und parallel naturwissenschaftliche Promotion



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Dinili
14.02.2015, 08:28
Soo ihr Lieben, den Studienplatz habe ich sicher. Mein Chef hat mir erlaubt 1-2 kleine Veranstaltungen pro Semester zu machen... Er sagte aber, dass Anatomie nicht während der Promotion machbar wäre (er ist Mediziner, hatte in Marburg studiert).
Jetzt hab ich mal mit dem Stundenplan rumgespielt. Wenn alles glatt läuft, ich in die Kurse zu den Terminen reinkomme, zu denen ich sie auch besuchen kann etc, dann wäre ich mit Vorklinik in 3,5 Jahren fertig. Jetzt bin ich schon 30...
Er sagte ich solle in den nächsten 2 Wochen darüber nachdenken, ob ich den PHD tatsächlich brauche für mein späteres Berufsleben.. Wenn nicht, dann solle ich das Studium nicht länger aufschieben.
Also mein Gefühl sagt mir, dass ich das ganze nur ungern 1,5 Jahre hinausschieben sollte.. Mit fast 38 erst zu starten wäre blöd - insbesondere wenn ich in der Forschung durchstarten will.
Andererseits bin ich aktuell noch abhängig von dem Gehalt... Ich bräuchte auf jeden Fall einen Teilzeitjob...
Und last but not least... Ich hätte natürlich gerne den Dr. rer. nat... :) Bin an einer renommierten Uniklinik.. Wahrscheinlich falsche Eitelkeit.. Runterschlucken...

Wie finanziert ihr euch denn? Krankenversicherung steigt auf 300 Eur im Monat.. Lebenshaltungskosten, Studiumskosten etc...
Kredit kann ich aktuell noch nicht aufnehmen, habe noch bisschen was vom Erststudium (wollte ich eigentlich mit der Promotion abbezahlen - ginge recht schnell)..

Im ersten Semester hab ich so viel Luft wegen Anerkennungen, das kann ich locker alles neben Promotion machen ohne Zeit zu verlieren. Dachte vielleicht ich bleibe das halbe Jahr auf jeden Fall noch dort, nehme das GEld mit und vlt. noch eine Publikation. Wenn ich GLück habe und mein Chef dann nicht allzu sauer ist bietet er mir ja vlt. sogar an, dass ich aus meinen Ergebnissen eine med. Doktorarbeit machen kann..!? Oder ich mache dann trotzdem einfach weiter mit Anatomie und investiere weniger Zeit in die Promotion, Chef wird sauer und dann werde ich dort keinen guten Eindruck und keine gute Referenz hinterlassen..

Heeelp.. :(

davo
14.02.2015, 10:49
Wäre die Forschungserfahrung des Dr. rer. nat. nicht ohnehin notwendig für ernstzunehmende medizinische Forschung? Hier in Gießen hab ich den Eindruck, dass sehr viele ambitionierte Mediziner nach dem Medizinstudium dann noch den Dr. biol. hom. oder den Ph.D. machen... und ob du jetzt mit 36 oder mit 38 fertig bist, macht jetzt auch keinen großen Unterschied mehr.

Deshalb meine Meinung dazu: wenn du wirklich ernsthaft an der Forschung interessiert bist, dann sei froh, dass du einen Zweitstudienplatz bekommen hast, dass deine Uni flexibel genug ist, dir ein in die Länge gezogenes Medizinstudium zu ermöglichen, und dass dein Betreuer dies unterstützt. Wenn du einfach nur Arzt werden willst, dann lass den Dr. rer. nat., da du bisher anscheinend ohnehin nur wenig Zeit dafür investiert hast. Aber schon alleine die Tatsache, dass du dann zwei Karrieremöglichkeiten hättest, und dass dies dein Medizinstudium finanzieren würde, spricht IMHO stark dafür, den Dr. rer. nat. weiterzumachen.

Mal sehen was die anderen so sagen werden :-))

test
14.02.2015, 11:58
Hallo,

also der Dr. rer.nat. per se bringt dir für eine akademische Karriere in der Medizin(!) meiner Meinung nach nicht wirklich etwas. Du brauchst in jedem Fall einen Dr. med., den du vielleicht ja tatsächlich in deinem Labor machen kannst. Wichtiger als andere akademische Grade ist dann nach dem Studium und Dr. med. für die akademische Karriere die Habilitation. Dafür brauchst du in den allermeisten Fächern einen Facharzt + Publikationen in gewisser Anzahl (meist mind. 6-7 als Erstautor) und/oder Gesamtimpact (je nach Habilordnung) + Lehrqualifikation und Erfahrung (geringste Problem). Das bedeutet für dich, wenn du eine akademische Karriere in der Medizin anstrebst, dass der Dr. rer.nat abgesehen von der Erfahrung und den Publikationen dir nicht sehr viel bringt. Auf der anderen Seite wird eine Verzögerung durch den Dr.rer.nat auch dazu führen, dass du später habilitieren kannst, da sich der Facharzt herauszögern wird. Andersrum habe ich es schon öfter erlebt, dass jemand der neben dem Humanmedizin Studium einen anderen Abschluss hatte oder einen Master darauf gemacht hat, dann im Rahmen der Post-Doc Zeit nach Dr. med. noch einen Dr.rer.nat praktisch im Nebenschluss beim Habilitieren erlangt hat. Publikationen, die man im Rahmen der Promotionen veröffentlicht hat, zählen üblicherweise nämlich auch für die Habilitation. Wäre es also evtl eine Alternative für dich das Humanmed. Studium nach Möglichkeit so schnell wie möglich durchzuziehen, parallel Dr.med. in einem Labor zu machen (Evtl. mit Hiwi Gehalt oder so) mit etwas Glück möglichst viele Publikationen herausziehen. Anschließend weitere wissenschaftlich/klinische Laufbahn mit Forschung mit dem Ziel Facharzt + Habilitation und ggf., wenn der Wunsch groß ist, kann man dort versuchen den Dr. rer. nat noch mitzunehmen, wobei der Titel per se halt nichts bringt. Eine nicht abgeschlossene Habilitation kann man halt auch nicht mit drei Promotionen kompensieren. ;-) :-nix

JellyBelly123
14.02.2015, 13:11
Dine ich fühl mit dir, hätte ich einen Studi Platz bekommen wäre ich in exakt der selben prekären Situation und habe mir das schon zig mal
ohne Ergebnis durch den Kopf gehen lassen. Auch wegen der Finanzierung muss das alles so präzise durchdacht sein, das ist echt nicht leicht! Drücke dir die Daumen für die richtige Entscheidung! Bei deinem Fleiß kriegst du sicher beides hin auch unter 3Jahren! Ich glaube fast dass ich den rer nat in deiner Situation nicht aufgeben würde. Wobei.. Oh man ich könnte mich auch echt nur schwerlich entscheiden.

Dinili
15.02.2015, 17:52
Hallo,

also der Dr. rer.nat. per se bringt dir für eine akademische Karriere in der Medizin(!) meiner Meinung nach nicht wirklich etwas. Du brauchst in jedem Fall einen Dr. med., den du vielleicht ja tatsächlich in deinem Labor machen kannst. Wichtiger als andere akademische Grade ist dann nach dem Studium und Dr. med. für die akademische Karriere die Habilitation. Dafür brauchst du in den allermeisten Fächern einen Facharzt + Publikationen in gewisser Anzahl (meist mind. 6-7 als Erstautor) und/oder Gesamtimpact (je nach Habilordnung) + Lehrqualifikation und Erfahrung (geringste Problem). Das bedeutet für dich, wenn du eine akademische Karriere in der Medizin anstrebst, dass der Dr. rer.nat abgesehen von der Erfahrung und den Publikationen dir nicht sehr viel bringt. Auf der anderen Seite wird eine Verzögerung durch den Dr.rer.nat auch dazu führen, dass du später habilitieren kannst, da sich der Facharzt herauszögern wird. Andersrum habe ich es schon öfter erlebt, dass jemand der neben dem Humanmedizin Studium einen anderen Abschluss hatte oder einen Master darauf gemacht hat, dann im Rahmen der Post-Doc Zeit nach Dr. med. noch einen Dr.rer.nat praktisch im Nebenschluss beim Habilitieren erlangt hat. Publikationen, die man im Rahmen der Promotionen veröffentlicht hat, zählen üblicherweise nämlich auch für die Habilitation. Wäre es also evtl eine Alternative für dich das Humanmed. Studium nach Möglichkeit so schnell wie möglich durchzuziehen, parallel Dr.med. in einem Labor zu machen (Evtl. mit Hiwi Gehalt oder so) mit etwas Glück möglichst viele Publikationen herausziehen. Anschließend weitere wissenschaftlich/klinische Laufbahn mit Forschung mit dem Ziel Facharzt + Habilitation und ggf., wenn der Wunsch groß ist, kann man dort versuchen den Dr. rer. nat noch mitzunehmen, wobei der Titel per se halt nichts bringt. Eine nicht abgeschlossene Habilitation kann man halt auch nicht mit drei Promotionen kompensieren. ;-) :-nix

Wow danke, das war wirklich sehr hilfreich! :-top

Ich denke inzwischen auch, dass ich lieber das Medizinstudium durchziehe und die Promotion sein lasse. Werde die aus finanziellen Gründen wohl für ein halbes Jahr noch weiter machen (durch eine Menge Anerkennungen verliere ich hier noch keine Zeit) und für den Anschluss einen Teilzeitjob suchen (müssen). Vlt. ist mein Chef dann nicht allzu schlecht auf mich zu sprechen und bietet mir an aus meinen bis dahin erzielten Ergebnissen eine medizinische Doktorarbeit zu machen. Wissenschaftliche Hiwi-Jobs sind als geprüfter Absolvent leider nicht drin :(

Mache mir wegen Abbruch Promotion ein bisschen in die Hose.. Wenn ich das Studium nicht schaffe oder aus einem anderen Grund abbrechen muss, dann ist meine Biologenkarriere auch dahin.. Diese Sicherheit aufzugeben wird mir sehr schwer fallen...

test
15.02.2015, 18:12
Wissenschaftliche Hiwi-Jobs sind als geprüfter Absolvent leider nicht drin :(

...

Das ist meines Wissens nicht richtig. Ich beschäftige selber geprüfte Absolventen als HiWis. :-nix

Kandra
15.02.2015, 19:20
Das ist meines Wissens nicht richtig. Ich beschäftige selber geprüfte Absolventen als HiWis. :-nix

Geprüfte HiWis sind halt teurer ;) Ich habe nach meiner Bachelorarbeit auch noch ein halbes Jahr als wissenschaftliche Hilfskraft in dem Labor weiter gerarbeitet und habe halt einfach entsprechend des Bachelorabschlusses einen Euro mehr verdient wie vorher.

Ulle
15.02.2015, 19:33
Die naturwissenschaftliche Promotion ist nicht an die Stelle gebunden. Wenn Dein derzeitiger Betreuer Dich nicht auf der Stelle belassen will/kann, solltest Du mit ihm verhandelt, ob man Dich nicht anderweitig weiterbeschäftigen kann. Bei mir wurde damals zu Beginn der Arbeit ein Stipendium auf BAFöG-Niveau als Ausgangspunkt vereinbart (was man verstehen kann, da keiner wusste, ob das ganze überhaupt für mich lebbar war - glücklicherweise wurde es später auf Niveau einer halben Stelle erhöht, bis ich mich über ein selbst eingeworbenes Stipendium selbst finanzieren konnte). HiWi-Stelle war damals nicht möglich, ich glaube, hier sind die einzelnen Personalverwaltungen unsicher und entscheiden mal so, mal so. Egal wie die Stelle dann letztendlich finanziert wurde - wenn die Ergebnisse passen (oder das Netzwerk funktioniert), kannst Du Dich als Dr. rer. nat. promovieren. Wenn die Arbeit eher mau verläuft, kann man es noch mit dem Dr. med. versuchen.

Wenn Du weiterhin in der Forschung bleiben willst, kann die naturwissenschaftliche Promotion für Dich noch wichtig werden, da die DFG einen Dr. med. nur in Kombination mit einerm Facharzttitel als Fördervoraussetzung akzeptiert - und wenn Du damit bis zum Facharzt wartest, ist es sehr spät.

JellyBelly123
15.02.2015, 20:05
Das stimmt echt nicht Dine, bei uns sind fast alle Doktoranden zunächst als wiss. HK angestellt. Ist halt teurer als Stud. Hilfskräfte und deshalb machen das die Unis nicht so gerne. Dürfen tut man das aber.

Dinili
15.02.2015, 21:05
Also mit dem HIWI: dass man das darf ist ja klar, aber es ist unwahrscheinlich weil ein M.Sc. HIWI halt teurer ist als andere und es gibt viele Studis, die sich bewerben. Hier spreche ich nicht aus Vermutung sondern aus eigener Erfahrung... :)

Dinili
15.02.2015, 21:06
Das stimmt echt nicht Dine, bei uns sind fast alle Doktoranden zunächst als wiss. HK angestellt. Ist halt teurer als Stud. Hilfskräfte und deshalb machen das die Unis nicht so gerne. Dürfen tut man das aber.

es geht mir hier ja nicht um die Doktorstelle sondern Finanzierung vom Studium falls ich nicht weiter promoviere

JellyBelly123
15.02.2015, 21:28
Das weiß ich doch! Ich wollte damit nur belegen dass es möglich ist. Aber klar machen die Unis das nicht so gern weil Studenten Hilfskräfte die Hälfte Kosten. :) vielleicht hast du ja trotzdem Glück und findest etwas.

test
15.02.2015, 23:06
Wenn Du weiterhin in der Forschung bleiben willst, kann die naturwissenschaftliche Promotion für Dich noch wichtig werden, da die DFG einen Dr. med. nur in Kombination mit einerm Facharzttitel als Fördervoraussetzung akzeptiert - und wenn Du damit bis zum Facharzt wartest, ist es sehr spät.

Woher hast du den Kokolores denn?
Ich kenne zahlreiche erfolgreiche DFG-Antragsteller mit Dr.med. ohne Facharzt und ohne Dr.rer.nat inkl. mir selber. :-nix

Ulle
15.02.2015, 23:56
Ach, war auch Quatsch. Ich meinte ERC - allerdings auch Stand vor ca. 3 Jahren.

cavalorn
16.02.2015, 09:09
Mache mir wegen Abbruch Promotion ein bisschen in die Hose.. Wenn ich das Studium nicht schaffe oder aus einem anderen Grund abbrechen muss, dann ist meine Biologenkarriere auch dahin.. Diese Sicherheit aufzugeben wird mir sehr schwer fallen...

Ich würde an deiner Stelle versuchen, beides durchzuziehen. Das mit der Finanzierung wirst du schon irgendwie hinkriegen.
Ich bin in der gleichen Lage und bin froh, einige Sicherheiten zu haben wenn ich keine Lust mehr auf Medizin habe. "Das Studium nicht schaffen.." ist bei Medizin, naja, ungewöhnlich. Es ist nun kein Hexenwerk - durchkommen, irgendwie, kann jeder. Nur durchhalten ist schwer. Ich bin immer kurz vor dem Abbrechen weil ich mir sage, wozu das ganze, ich hab ne Approbation und bald den PhD, da ist es echt schwer sich aufzuraffen.
Mit dem Abschluss des Erststudiums hast du dir eine Sicherheit geschaffen, mit dem PhD dann eine weitere. Dann kannst du das Medizinstudium ganz locker und so ein bisschen als Hobby sehen.

test
16.02.2015, 20:47
Ich würde an deiner Stelle versuchen, beides durchzuziehen. Das mit der Finanzierung wirst du schon irgendwie hinkriegen.
Ich bin in der gleichen Lage und bin froh, einige Sicherheiten zu haben wenn ich keine Lust mehr auf Medizin habe. "Das Studium nicht schaffen.." ist bei Medizin, naja, ungewöhnlich. Es ist nun kein Hexenwerk - durchkommen, irgendwie, kann jeder. Nur durchhalten ist schwer. Ich bin immer kurz vor dem Abbrechen weil ich mir sage, wozu das ganze, ich hab ne Approbation und bald den PhD, da ist es echt schwer sich aufzuraffen.
Mit dem Abschluss des Erststudiums hast du dir eine Sicherheit geschaffen, mit dem PhD dann eine weitere. Dann kannst du das Medizinstudium ganz locker und so ein bisschen als Hobby sehen.

Ich hätte die Sicherheit, die eine Approbation in Humanmedizin schafft deutlich höher eingeschätzt als die eines Dr. rer. nat. Zumindest wenn ich mir den Bewerbermarkt bei Stellenausschreibungen für promovierte Biologen angucke und mit dem beim Assistenzärzten vergleiche. :-nix Und erst recht, wenn man sich den Markt für Fachärzte anguckt. ;-)

cavalorn
16.02.2015, 21:07
Deshalb ja auch beides (wenn möglich). Machbar ist es allemal, daher...
Und ein promovierter Biologe ist bestimmt arbeitsmarkttechnisch begehrter als ein nicht-promovierter.
Dann noch Medizin als Kür ;)
Ich bin jedoch auch kein Biologe und denke trotzdem, sollte es wirklich mit Medizin nicht klappen ist es doch nicht ungünstig den PhD zu haben.

Dacron87
16.02.2015, 21:45
@ Dini
Hast du eine Doktorandenstelle in Vollzeit oder in Teilzeit?

Dinili
17.02.2015, 20:38
@ Dini
Hast du eine Doktorandenstelle in Vollzeit oder in Teilzeit?

Teilzeit bezahlt und Vollzeit zu arbeiten.. versteht sich... :-(

ich bin gedanklich inzwischen so weit den phd noch paar monate aus finanziellen gründen laufen zu lassen, im ersten semester verliere ich damit keine zeit im studium... parallel versuche ich mir einen teilzeitjob in der pflege oder so zu sichern, mit dem ich mich halbwegs über wasser halten kann (versichert und fixkosten gedeckt) und dann zum leben gelegenheitjobs, falls die zeit dazu mal reicht...vlt. habe ich bis dahin auch ausreichend ergebnisse für eine medizinische doktorarbeit - sofern mein chef damit einverstanden ist..

Schubbe
17.02.2015, 21:03
Teilzeit bezahlt und Vollzeit zu arbeiten.. versteht sich... :-(

Hey, du vergisst die Lehraufträge. Die Zeit, die du dadurch verlierst musst du natürlich auch noch dranhängen! :D