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Muriel
04.03.2015, 08:35
Das ist gut. Hätte ich mir erst anders vorgestellt.

murkel
04.03.2015, 09:44
Noch mal zu den KV-Diensten. Bei angestellten Fachärzten wäre dann wieder der Arbeitgeber zuständig, der darauf achten muss, dass keine Mehrarbeit/Nachtarbeit etc. geleistet wird, oder? Als Selbständiger entscheidet der Arzt oder die Ärztin selber, bei Angestellten greift das Mutterschutzgesetz über den Arbeitgeber??

Miss_H
04.03.2015, 09:49
Ich habe den Artikel auch gelesen und bin zwiegespalten. Ich kann irgendwie beide Seiten verstehen. Wenn man operieren oder andere Tätigkeiten erlaubt, dann kann eine doofe Erwartungshaltung entstehen. Andererseits finde ich die Alternative die Schwangerschaft eine Zeit lang zuverheimlichen auch nicht wirklich besser.

Muriel
04.03.2015, 10:10
Noch mal zu den KV-Diensten. Bei angestellten Fachärzten wäre dann wieder der Arbeitgeber zuständig, der darauf achten muss, dass keine Mehrarbeit/Nachtarbeit etc. geleistet wird, oder? Als Selbständiger entscheidet der Arzt oder die Ärztin selber, bei Angestellten greift das Mutterschutzgesetz über den Arbeitgeber??
Richtig.

Fr.Pelz
04.03.2015, 10:13
Ich habe den Artikel auch gelesen und bin zwiegespalten. Ich kann irgendwie beide Seiten verstehen. Wenn man operieren oder andere Tätigkeiten erlaubt, dann kann eine doofe Erwartungshaltung entstehen. Andererseits finde ich die Alternative die Schwangerschaft eine Zeit lang zuverheimlichen auch nicht wirklich besser.

Das stimmt. Dann sollte es lieber so bleiben wie es ist. Ich war auch sehr traurig bei meinem Abschied aus dem OP. Allerdings fehlen einem zwar die 9 Monate im OP - aber man hat ja auch was davon. Man hat Familie - und das ist ja in den meisten Fällen so gewollt. Wenn es einfach konsequenter gemacht und anerkannt wäre, dass die Männer Elternzeit nehmen, wäre der Unterschied auch nicht mehr so riesig, der dann in den Weiterbildungskatalogen entsteht.

uneFleur
04.03.2015, 10:24
Ich habe den Artikel auch gelesen und bin zwiegespalten. Ich kann irgendwie beide Seiten verstehen. Wenn man operieren oder andere Tätigkeiten erlaubt, dann kann eine doofe Erwartungshaltung entstehen. Andererseits finde ich die Alternative die Schwangerschaft eine Zeit lang zuverheimlichen auch nicht wirklich besser.

In dem Artikel wird immer alles als freiwillig hingestellt,aber im Ernst,in der Praxis sieht es doch anders aus.Da wird eben erwartet,dass man es tut(Blutabnehmen,Viggos legen,Op etc).

Espressa
04.03.2015, 10:47
Meine erste Schwangerschaft wurde noch ganz gut aufgenommen und ich hatte wenig Nachteile im Job dadurch. Ok OP war Tabu, aber das ist eh immer so eine Sache wer da grad ran darf. Die zweite war der reine Horror, obwohl gleicher arbeitgeber, sogar noch mehr Kollegen. Rückblickend hätte ich mich anfangs besser krankschreiben lassen um die Diskussionen zu umgehen. Später hatten wir auch den fall dass von 9 Leuten einer im Urlaub war, 4 krank, und ich eben schwanger. Und plötzlich ging es doch irgendwie für die restlichen 3. Nur wird Schwangerschaft oft mehr als Ausrede betrachtet denn als wirklicher Grund für irgendwelche Einschränkungen, und das ist eine Riesensauerei. Wie mans macht ist es nicht recht, aber für Familie muss man leider in den Säuren Apfel beißen...

anignu
04.03.2015, 10:50
Naja, ich denke wirklich dass diejenigen das dann freiwillig machen. Also freiwillig in den OP gehen. Aber bei allem Verständnis für Schwangere hörts dann halt aber irgendwann auf wenn sich die Schwangere dann nur noch die Filetstückchen im OP raussucht und sich gleichzeitig mit Verweis auf den Mutterschutz weigert Viggos zu legen... ich mein, da kommt man in einen Schmarrn. Mit Skalpellen Leute aufschneiden ist ok, aber mit Sicherheitsnadeln Viggos legen nicht? Das erklär mir mal einer. Das ist aber meine Meinung die sicherlich nicht gesetzeskonform ist.

Es muss halt irgendwie fair zugehen. Überstunden/Sonntag/Nacht ist mir klar, das ist absolut tabu. Aber wenn jemand sich durchsetzen will um schwanger noch in den OP zu dürfen, dann soll diejenige auch Viggos auf Station legen. Denn ja, da entsteht eine "doofe Erwartungshaltung".
Ansonsten einfach "normal" weder OP, noch Viggos, auf Station grundsätzlich gedoppelt etc. So wie es halt ursprünglich mal gedacht war.

Muriel
04.03.2015, 10:57
Das sehe ich ähnlich. Skalpell schwingen ja, Viggo nein, geh nicht. Man kann nicht das gleiche Risiko an möglichen Konsequenzen bei einer Sache tragen wollen, bei einer anderen nicht. Wenn gesagt würde, Strahlung nein, Stichverletzungsrisiko ja, so wäre das ja noch irgendwie nachvollziehbar. Dar Problem ist wohl eine Definitionssache des Gesetzgebers. Soll die Mutter geschützt werden oder der Fetus? Im ersten Fall wäre ein Selbstbestimmungsrecht der Frau ok, im zweiten nicht, meiner Meinung nach.

Espressa
04.03.2015, 13:02
Geschützt werden soll der Fetus, und passiert diesem was, kann der AG wegen Körperverletzung verklagt werden.
In meinem Fall waren Dienste das Problem, da man fand, ich möge mich doch bitte nicht so anstellen, bei dem bisschen schwanger. Und das ist eine Frechheit. In meinem Fall gingen dann die Einschränkungen meiner Tätigkeit noch weiter, ohne echten Grund, mit Nachteilen für die Weiterbildung. Hat die Frauen in der Abteilung schon auch abgeschreckt, und war meine ich auch so gewünscht, nicht dass die auch noch auf Ideen kommen. Das alles ist auch grenzwertig fair, aber viel dagegen tun kann man nicht.

anignu
04.03.2015, 22:02
Was waren das denn noch für Einschränkungen mit Nachteilen für die Weiterbildung?

hiddl
05.03.2015, 13:42
Abgesehen von objektiven Gefahren, über die man trefflich streiten kann, ist doch das Problem, dass Schwangerschaften überhaupt nicht miteinander vergleichen kann.
Ich bin ja in einem konservativen Fach, da kann man ja ziemlich viel machen. Ich habe bei No 2 sogar freiwillig auf Mutterschutz verzichtet (das geht vor der Geburt), um Weiterbildungsinhalte zu machen. Mir ging es so gut, ich wäre zu Hause wahnsinnig geworden. Ich kann Frauen schon gut verstehen, die sich nicht nur wegen einer Schwangerschaft auf's Abstellgleis stellen lassen wollen.

CYP21B
05.03.2015, 18:10
Ich würde denke, dass ich solange ich gesundheitlich keine wesentlichen Einschränkungen verspüren würde eine Schwangerschaft so lange es ginge geheim halten würde. Emfinde die Einschränkungen durch den Mutterschutz zum größten Teil als Gängelung. Man hat als Frau ohnehin schon genug Nachteile, da bräuchte ich nicht auch noch wenns nicht nötig ist zusätzliche Einschränkungen. Da man sobald man es bekannt geben würde keinen Einfluss mehr darauf hätte evtl. gewisse Sachen doch zu machen würde ich lieber so lange es ginge ganz normal weiter arbeiten. Wenn ich meinen Job für so gefährlich erachten würde würde ich ihn generell nicht ausüben.

vanilleeis
05.03.2015, 18:19
Ich würde denke, dass ich solange ich gesundheitlich keine wesentlichen Einschränkungen verspüren würde eine Schwangerschaft so lange es ginge geheim halten würde. Emfinde die Einschränkungen durch den Mutterschutz zum größten Teil als Gängelung. Man hat als Frau ohnehin schon genug Nachteile, da bräuchte ich nicht auch noch wenns nicht nötig ist zusätzliche Einschränkungen. Da man sobald man es bekannt geben würde keinen Einfluss mehr darauf hätte evtl. gewisse Sachen doch zu machen würde ich lieber so lange es ginge ganz normal weiter arbeiten. Wenn ich meinen Job für so gefährlich erachten würde würde ich ihn generell nicht ausüben.


Gängelung? Sowas kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie kann man zum Wohl des Kindes nicht jeglichen Schutz in anspruch nehmen? Sprich keine Dienste, keine infektiösen Pat, keine iv Sachen? Genau das so die Sachen, bei denen du dich dann dem wahrscheinlichsten Risiko aussetzt. Wofür? Für das Logbuch? Oder die persönliche, so verstandene "Emanzipation"?

wischmopp
05.03.2015, 18:37
Gängelung? Sowas kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie kann man zum Wohl des Kindes nicht jeglichen Schutz in anspruch nehmen? Sprich keine Dienste, keine infektiösen Pat, keine iv Sachen? Genau das so die Sachen, bei denen du dich dann dem wahrscheinlichsten Risiko aussetzt. Wofür? Für das Logbuch? Oder die persönliche, so verstandene "Emanzipation"?

:-meinung

CYP21B
05.03.2015, 19:45
Wieviele Ärzte kennt ihr die sich durch Nadelstich o.ä. etwas geholt haben? Sorry aber für mich persönlich ist es wirklich Bullshit, dass ich wegen vermutlich nicht mal einem Promille Risiko viele Sachen nicht machen dürfte im Falle einer Schwangerschaft und dann genau auf die Tätigkeiten reduziert würde die ich auch in einem konservativem Fach machen würde das ich aus gutem Grund nicht gewählt habe. Infektiöse Sachen die schwangerschaftsrelevant wären gibt es in meinem Fach quasi nicht. Bzw. das geht dann nicht über das normale Risiko hinaus wie wenn man sich normal in der Öffentlichkeit bewegt. Das hat für mich nichts mit Emanzipation zutun, aber wenn ich aus in meinen Augen völlig irrationalen Gründen bestimmte Tätigkeiten nicht machen dürfte dann würde ich lieber in den sauren Apfel beißen und keinen "Schutz" in Anspruch nehmen und eben auch die paar wenigen Tätigkeiten machen die ich wenn man differenziert selbst entscheiden könnte lassen würde. Alles natürlich unter der Prämisse dass man so fit wäre dass dadurch dann keine Gefährdung für Kind und Patienten entsteht.

Desiderius
06.03.2015, 17:28
Naja, ich denke wirklich dass diejenigen das dann freiwillig machen. Also freiwillig in den OP gehen. Aber bei allem Verständnis für Schwangere hörts dann halt aber irgendwann auf wenn sich die Schwangere dann nur noch die Filetstückchen im OP raussucht und sich gleichzeitig mit Verweis auf den Mutterschutz weigert Viggos zu legen... ich mein, da kommt man in einen Schmarrn. Mit Skalpellen Leute aufschneiden ist ok, aber mit Sicherheitsnadeln Viggos legen nicht? Das erklär mir mal einer. Das ist aber meine Meinung die sicherlich nicht gesetzeskonform ist.

Es muss halt irgendwie fair zugehen. Überstunden/Sonntag/Nacht ist mir klar, das ist absolut tabu. Aber wenn jemand sich durchsetzen will um schwanger noch in den OP zu dürfen, dann soll diejenige auch Viggos auf Station legen. Denn ja, da entsteht eine "doofe Erwartungshaltung".
Ansonsten einfach "normal" weder OP, noch Viggos, auf Station grundsätzlich gedoppelt etc. So wie es halt ursprünglich mal gedacht war.

Ich finde das klingt etwas wie Neid. Es ist okay, wenn sich die schwangere Kollegin aussuchen kann was sie noch operieren möchte und kann ohne Gefährdung.

Schließlich ist der OP eine kontrolliere Umgebung mit back up. Bei uns jedenfalls... und ein geführtes Skalpell bei Weichteileingriffen sehe ich kein Risiko.
Ich finde es etwas Schade das mit Viggos legen auf Station gleich gesetzt wird, die alte demente Patientin, der ängstliche der den Arm weg zieht etc.. . Das muss jede Schwangere für sich selber entscheiden. Ich würde es genauso machen.. auch wenn es sehr egoistisch rueber kommt, wäre mir sehr egal.

Da muss man aber auch als nicht schwangere und Neider auch mal gucken was da für unliebsame Arbeiten erledigt werden von der Schwangeren, wenn mit BV im OP gearbeitet wird... z.B. Brief schreiben, Prae- stationäre Patienten aufklaeren , Sprechstunden...
Denn ab dem Mutterschutz wenn die Schwangere weg ist und in der Elternzeit nach der Geburt 1-2 Jahre, können die Neider ja die "Filetstücke" ein sacken und sich daran erfreuen. :-meinung

Komplett alberne Diskussion....

Desiderius
06.03.2015, 17:31
Gängelung? Sowas kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie kann man zum Wohl des Kindes nicht jeglichen Schutz in anspruch nehmen? Sprich keine Dienste, keine infektiösen Pat, keine iv Sachen? Genau das so die Sachen, bei denen du dich dann dem wahrscheinlichsten Risiko aussetzt. Wofür? Für das Logbuch? Oder die persönliche, so verstandene "Emanzipation"?

Das klingt ja so alsob die Frau als Aerztin nicht selber entscheiden darf..... etwas altmodischer Gedankengang. Dann bitte das Haus nicht verlassen , nicht auf die Strasse.. auch da koennte ein Gefahr auftreten.:-meinung

Espressa
06.03.2015, 17:49
Wie gesagt, mein Problem waren Dienste. Das hieß nach einem regulären Arbeitstag bis in den Abend hinein noch Patienten und meist auch noch 2-3 nachts, anschließend wieder regulärer Arbeitstag. Bzw am Samstag oder Sonntag 24 h inkl. Not-OPs (mitunter Besoffene zusammennähen). Ich hatte bei beiden Schwangerschaften schon sehr früh ziemliche Übelkeit und bleierne Müdigkeit, ging oft schon um 19 Uhr ins Bett. Da war es für mich absolut unvorstellbar Dienste zu machen. Deshalb kam es für mich nicht in Frage, irgendwas geheim zu halten. Ich wurde als stationsarzt abgestellt, der unbeliebteste Posten da viel Bürokratie und keine diagnostische oder therapeutische Challenge. Dabei ist das infektionsrisiko in unserer Sprechstunde (nicht notfallambulanz, die ist nochmal extra) um nix höher. Hauptsache in meinem letzten WB-Halbjahr blieb mir sinnvolles verwehrt.

Jule-Aline
07.03.2015, 08:45
Wenn das ich das hier lese,bin ich wirklich froh,ein individuelles BV gehabt zu haben.Hat mir anfangs auch nicht gefallen,hat mir aber einiges auf Arbeit erspart.Und erstaunlicherweise ging es auch ohne mich weiter.