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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wechsel von der Human- zur Zahnmedizin nach dem Physikum



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davo
09.07.2016, 09:45
Ich frage mich noch immer, was eigentlich deine Motivation zu wechseln ist. Ist es die Anatomie? Das Geld? Die Arbeitsmarktsituation? Die Bereitschaftsdienste? Das Handwerkliche? Ich befürchte, dass das Risiko hoch ist, dass du nach deinem Wechsel ähnlich unzufrieden wie jetzt sein wirst, weil du auch dann ständig über Geld und Konkurrenz nachdenken wirst...

noch-humani
09.07.2016, 12:56
Ich frage mich noch immer, was eigentlich deine Motivation zu wechseln ist. Ist es die Anatomie? Das Geld? Die Arbeitsmarktsituation? Die Bereitschaftsdienste? Das Handwerkliche?

Anatomie? Nein. Die wäre ja nach dem Physikum als Fach eh weg.

Die Arbeitsmarktsituation ist ja momentan in beiden Fächern gleich gut. Also eher weniger eine Motivation.

Keine Dienste & Knechterei im Krankenhaus bei ähnlicher bzw. besserer Bezahlung: Das ist mit ein Grund.

Der Hauptgrund ist aber, dass ich eben was handwerkliches machen möchte und langfristig am liebsten in der (eigenen) Praxis arbeiten möchte. Das ist in der HM nicht gerade einfach. Unter anderem auch dank der Niederlassungssperren. Viele HM-Fachärzte haben auch in der Niederlassung total den langweiligen Job. Da finde ich die Zahnmedizin einfach spannender.

Ich möchte auch auf keinen Fall Hausarzt bzw. Psychologe werden. Chirurg kann ich mir zu den heutigen Arbeitsbedingungen in DE auch nicht vorstellen. Familie, etc. sind mir da einfach wichtiger. Geriatrie, Innere, etc. liegen mir auch gar nicht. Ich möchte nicht überwiegend nur mit sehr alten Menschen arbeiten. Im Krankenpflegepraktikum fand ich die Innere schrecklich. (Zusammen dürften das aber wohl mindestens die Hälfte der Ärzte(-stellen) ausmachen). Ohne diese Arztgruppen ist der Ärztemangel auch schon wieder relativ zu sehen. *gefaelltmirnicht*


Ich befürchte, dass das Risiko hoch ist, dass du nach deinem Wechsel ähnlich unzufrieden wie jetzt sein wirst, weil du auch dann ständig über Geld und Konkurrenz nachdenken wirst...

Was genau meinst du damit? Spielst du auf eine tendenzielle Überversorgung in DE an? Außerhalb der Großstadt ist der Markt für Zahnärzte doch recht entspannt.

Absolute Arrhythmie
09.07.2016, 13:18
Psychologe wirst du durch ein Medizinstudium eh nicht werden.
*scnr*

noch-humani
09.07.2016, 15:29
Psychologe wirst du durch ein Medizinstudium eh nicht werden.
*scnr*

Ich bringe es immer durcheinander. Psychiater. Ich kann mit dem Fach nichts anfangen, auch wenn es wohl nicht unwichtig ist.

Ein weiterer Punkt für die ZM ist übrigens, dass man in der Klinik überwiegend Fachbezogenes lernt, während man sich in der HM-Klinik mit vielen Fächern rumschlagen muss, die man nie wieder braucht. (Als Facharzt für Handchirurgie sind das wohl die meisten Fächer... xD)

davo
09.07.2016, 15:34
Facharzt für Handchirurgie gibts in Deutschland eh nicht :-p

Man darf außerdem nicht vergessen, dass die meisten klinischen Fächer nicht sehr umfangreich sind. Wenn man vom klinischen Studienabschnitt die Grundlagenfächer (Pathologie, Pharmakologie, Klinische Chemie, Mikrobiologie) abzieht, und jene Fächer, von denen jeder Arzt die Grundlagen kennen sollte (Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie, Psychiatrie, Psychosomatik, Radiologie), und das PJ, bleiben eh nur noch zwei Semester übrig. Man muss sich also nur zwei Semester lang mit den ganzen anderen Fächern herumschlagen, die du für unwichtig hältst :-p

noch-humani
09.07.2016, 15:55
Facharzt für Handchirurgie gibts in Deutschland eh nicht :-p

Man darf außerdem nicht vergessen, dass die meisten klinischen Fächer nicht sehr umfangreich sind. Wenn man vom klinischen Studienabschnitt die Grundlagenfächer (Pathologie, Pharmakologie, Klinische Chemie, Mikrobiologie) abzieht, und jene Fächer, von denen jeder Arzt die Grundlagen kennen sollte (Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie, Psychiatrie, Psychosomatik, Radiologie), und das PJ, bleiben eh nur noch zwei Semester übrig. Man muss sich also nur zwei Semester lang mit den ganzen anderen Fächern herumschlagen, die du für unwichtig hältst :-p

Ich bin momentan einfach total demotiviert und würde lieber jetzt, als in paar Jahren was praktisches machen. Ich weiß nicht, ob ich die Humani-Klinik überlebe, wenn es genau so trocken läuft, wie die Vorklinik... (Vor allem mit ungewisser Perspektive für danach...)

davo
09.07.2016, 16:35
Das mit der "ungewissen Perspektive" ist glaube ich eher eine Kopfsache.

Aber wenn dich tatsächlich Zahnmedizin mehr interessiert, dann versuche irgendwie zu wechseln. Keine Ahnung ob und wie das geht.

Zahnfee12
13.07.2016, 09:31
In der Orthopädie muss man doch auch praktisch arbeiten, oder?
Die Schrauben und so setzen sich ja auch nicht von alleine. ;)

Malzkaffee
15.07.2016, 21:56
Ich bin momentan einfach total demotiviert und würde lieber jetzt, als in paar Jahren was praktisches machen. Ich weiß nicht, ob ich die Humani-Klinik überlebe, wenn es genau so trocken läuft, wie die Vorklinik... (Vor allem mit ungewisser Perspektive für danach...)

Ich würde nicht wegen Langeweile auf Zahnmedizin wechseln. Nach Langeweile haben wir uns gesehnt und die Humanis beneidet, die in ihren Vorlesungen sitzen durften und vielleicht sogar ein paar frei Nachmittage hatten.

Ende-in-Sicht
17.07.2016, 09:10
Das würde ich aber auch sagen.
Einige von den Humanis aus der Klinik bei uns fühlen sich so unkomplett durch die vielen freien Nachmittage, dass sie freiwillig noch VL aus anderen Studiengängen, wie z.B. Geschichte, besuchen, um ihre Nachmittage zu füllen. :-D

Davon können wir in der Klinik nur träumen.
Vor 17/18 Uhr ist bei uns kaum einer raus. :-(

davo
17.07.2016, 10:54
http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2013-02/zahnmedizin-humanmedizin-studenten/komplettansicht ist eben doch ziemlich zutreffend :-))

noch-humani
17.07.2016, 18:43
In der Orthopädie muss man doch auch praktisch arbeiten, oder?
Die Schrauben und so setzen sich ja auch nicht von alleine. ;)

Jaa... Aber wohl kaum in der Niederlassung, sondern in der Klinik während des Wochenenddienstes, wenn die Zahnärzte das Wochenende genießen :-angel Der Klinikbetrieb ist einfach die Hölle der Work-life-balance, vor allem in den "handwerklichen" Fächern...


Ich würde nicht wegen Langeweile auf Zahnmedizin wechseln. Nach Langeweile haben wir uns gesehnt und die Humanis beneidet, die in ihren Vorlesungen sitzen durften und vielleicht sogar ein paar frei Nachmittage hatten.

Mir ist aus diversen Schilderungen klar, dass das Zahni-Studium die total Knechterei ist. Aber habt ihr dafür nicht die Ferien komplett frei (bis ggf. auf den TPK), da keine Hospitationen und Praktika gefordert werden? Da beneiden euch die Humanis auch drum.

Mir geht es auch weniger ums Studium, sondern um das, was danach kommt. Da haben die Zahnärzte einfach den interessanteren Job.

Weisheitszahn08
18.07.2016, 09:53
Der Artikel ist wirklich gut, davo. Den habe ich auh schon mal gelesen und gedacht, dass es eigentlich genau so zutrifft. :-wow:-top

Dann bleibt für dich, lieber noch-humani ja eigentlich nur die Niederlassung in einer Orthopädie-Praxis mit OP-Recht in einem KKH übrig. Dann hast du Wochenende UND kannst handwerklich arbeiten. :-top

noch-humani
19.07.2016, 19:59
Falls sich hier der ein oder andere rumtreibt, der über MKG oder Oralchirurgie nachdenkt, dann kann er sich gerne meinen Betrag anschauen, und etwas psoten... :-)

http://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?t=95216

Malzkaffee
07.08.2016, 22:16
Mir ist aus diversen Schilderungen klar, dass das Zahni-Studium die total Knechterei ist. Aber habt ihr dafür nicht die Ferien komplett frei (bis ggf. auf den TPK), da keine Hospitationen und Praktika gefordert werden? Da beneiden euch die Humanis auch drum.

Mir geht es auch weniger ums Studium, sondern um das, was danach kommt. Da haben die Zahnärzte einfach den interessanteren Job.

Nein, war bei uns nicht so. Wir hatten kaum Semesterferien frei. Phantomkurse, Klinikpraktika, KFO...

Den interessanteren Job? Ich weiß nicht. Ich arbeite jetzt noch nicht so lange und es ist absolut monoton. Wenn mal was interessanteres reinkommt, muss man dem Patienten sagen, dass er da ein paar tausend Euro Zuzahlung leisten müsste und dann ist es auch wieder vorbei.

Ende-in-Sicht
12.08.2016, 11:40
Ich glaube, dass das mit den freien Semesterferien auch einfach ganz stark von der Uni abhängt, an der man studiert.
Also ich kann mich über fehlende Semesterferien bisher eigentlich nicht beschweren. ;-)

Aber gut, es gibt auch Semester, wo die Humanis ihre kompletten Ferien genießen können.

noch-humani
12.08.2016, 15:32
Ich glaube, dass das mit den freien Semesterferien auch einfach ganz stark von der Uni abhängt, an der man studiert.
Also ich kann mich über fehlende Semesterferien bisher eigentlich nicht beschweren. ;-)

Aber gut, es gibt auch Semester, wo die Humanis ihre kompletten Ferien genießen können.

Es geht mir auch nicht darum welches Studium angenehmer ist.^^

Letztlich habe ich mich nun doch entschieden die HM zu Ende zu machen, da ich nicht sicher bin, ob ich wirklich bis zur Rente handwerklich tätig sein will, obwohl das Handwerkliche, neben den imho besseren Berufsbedingungen, die Motivation für den Wechsel war. (Das Handwerkliche ist ja irgendwie schon zentral in der ZM...) Womöglich ist es in der ZM dann doch zu viel des Guten für micht. Womöglich werde ich es nie erfahren :-P Vielleicht studiere ich nach der HM noch ZM, da ich diese wirklich interessant finde und die MKG momentan zumindest auch nicht als die schlechteste Wahl erscheint. Allerdings gibt es vor der Entscheidung noch einige andere Hürden zu meistern. :-)

Ich danke jedenfalls allen, die in diesem Threat gepostet haben und denke, dass ich hier auch in Zukunft in einigen Threats meinen Senf hinzu geben werden! :knuddel: