Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Forschen und Habilitieren ohne Labor!?
also verstehe schon das wir als ärzte es in der wissenschaft (wieso auch immer sich das so entwickelt hat) einfacher haben als professionelle Forscher. Aber ich frag mich wieso überhaupt noch eine Sau Biochemie studiert und nicht gleich Medizin...
Ich hab keine Lust nach 10 Jahren Resümee ziehen zu müssen das meine Arbeit (für die ich einen Großteil der besten Jahre meines Lebens (zwischen ende 20 und ende 30 ;-) verschwendet habe, kein wirklichen fortschritt gebracht hat. In der Zeit hab ich schon locker meinen Facharzt machen können und eine leitende OA Stelle innehaben können. ich denk manchmal das Chefs grade "nicht"-Forscher OA haben wollen müssten, weil sie bei denen nicht die angst haben müssen dass die in 2 jahren wo anders weiter forschen und somit eine stabile Bank bilden auf die man sich verlassen kann.
Nein, Mediziner haben es nicht grundsätzlich einfacher in der Forschung. Abgesehen vielleicht davon, dass sie die Möglichkeit haben schon im Studium zu promovieren. Außerdem haben diejenigen, die Klinik und Forschung machen, eben eine Doppelbelastung im Gegensatz zu denjenigen, die "nur" Forschung machen. Daher würde ich nicht sagen. dass sie es "einfacher" haben. Sie haben nur die Arbeitsplatzsicherheit, wenn es in der Wissenschaft scheitert, und bei klinischer Tätigkeit ein Gehalt, das üblicherweise höher ist als das von NAturwissenschaftlern.
Die wissenschaftliche Karriere an und für sich ist genauso einfach oder eben schwer. In beiden Bereichen gibt es hochrangige und weniger hochrangige Forschung. Die Maßstäbe in formaler Hinsicht sind meist ähnlich oder sogar gleich. Es sind einfach unterschiedliche Gebiete.
Ansonsten kann ich die Logik der zweiten Hälfte deines Absatzes nicht verstehen. :-nix Man muß sich halt entscheiden, entweder macht man nur eins von beiden, also nur Forschung oder nur Klinik. Von Forschung kann man ggf. auf Klinik umsteigen, umgekehrt geht es üblicherweise nicht. Wenn man Forschung und Klinik parallel macht, kann man in beide Seiten aussteigen/umsteigen oder in der Kombi eben weitermachen. :-nix
Wie weit bist du denn, wenn man fragen darf? Irgendwie vermitteln deine Posts nicht das Gefühl, dass du eine halbwegs realistische Einschätzung von den Strukturen hast. :-nix Wie schon gesagt, wäre es da vielleicht erstmal sinnvoll ein paar Abteilungen anzugucken, Gespräche zu führen und zu sehen, wie es andere machen bzw. gemacht haben in einem GEbiet, das dich interessiert. ;-) :-nix
Abgesehen vielleicht davon, dass sie die Möglichkeit haben schon im Studium zu promovieren.
Und genau das sehe ich nicht so. Man kann erst nach dem Studium promovieren. Man kann vorher schon forschen und was schreiben, aber promovieren nicht. Man kann sich quasi zusätzlich zum Studium noch Arbeit nebenher aufbürden. Genauso wie man in anderen Fachrichtungen auch schon für die Dr-Arbeit forschen könnte während dem Studium. Machen manche Leute auch.
Und genauso ein Schmarrn ist es auch dass die Promotionen so billig sind während z.B. Maschbauer mindestens 5 Jahre brauchen. Ja, es dauert 5 Jahre. Aber nicht weil sie 5 Jahre forschen. Sie sind 5 Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiter an einem Lehrstuhl und machen alles was der Lehrstuhl braucht (Lehre, administrative Sachen, Auftragsforschung, Paper schreiben, Diplomarbeiten betreuen) und nebenbei fällt genug Forschungszeug ab, dass sie das als Promotion einreichen. Oder eigentlich wäre es zu schlecht aber man gibt ihnen den Titel trotzdem, immerhin haben sie 5 Jahre gearbeitet...
Ich finds immer schade dass wir Mediziner uns gegenseitig die Dr-Arbeiten schlecht reden während genügend andere Fachrichtungen auch nur mit Wasser kochen.
Nach Diplom und Promotion in der VWL und der Lektüre vieler medizinischer Doktorarbeiten kann ich getrost sagen, dass es eine Tatsache ist, dass SEHR viele medizinische Doktorarbeiten ungefähr einer Diplomarbeit in den meisten anderen Fächern entsprechen. Das heißt natürlich noch lange nicht, dass jede medizinische Doktorarbeit so ist, oder dass jede nichtmedizinische Doktorarbeit hochwissenschaftlich ist. Aber dennoch gibt es einen ziemlich großen Unterschied was den Durchschnitt anbelangt.
Eigentlich ist all das natürlich eine Randdiskussion - die TE wollte ja nur wissen, ob man sich klinisch habilitieren kann, und das scheint ja bei vielen Medizinern funktioniert zu haben. (Und ist auch völlig in Ordnung so, denn auch klinische Forschung kann sehr neuwertig, sehr anspruchsvoll und v.a. sehr sinnvoll sein.)
In Kanada wars z.B. so, dass es auch sehr viele potenzielle Drittmittelquellen für angewandte/klinische Forschung gab - ob das in Deutschland auch so ist, müssen andere beurteilen. Da war es dann halt sehr wichtig, argumentativ auf die Neuheit der Forschung zu pochen, zu betonen, wie groß die Implikationen der Erkrankung für die Gesellschaft sind (QALYs, Kosten, usw.), etc.
Die wesentliche Frage ist: was will man mit seiner Habil überhaupt erreichen. (Auch wissenschaftlich, aber v.a. beruflich.)
facialis
18.03.2015, 13:28
Irgendwie vermitteln deine Posts nicht das Gefühl, dass du eine halbwegs realistische Einschätzung von den Strukturen hast.
" Ich werde Professor, herausragender Forscher und Kliniker, werde tolle Sachen erfinden "....Wer hat sowas im 1. Semester nicht gedacht? Geht vorbei ;-)
Und genau das sehe ich nicht so. Man kann erst nach dem Studium promovieren. Man kann vorher schon forschen und was schreiben, aber promovieren nicht. Man kann sich quasi zusätzlich zum Studium noch Arbeit nebenher aufbürden. Genauso wie man in anderen Fachrichtungen auch schon für die Dr-Arbeit forschen könnte während dem Studium. Machen manche Leute auch.
Und genauso ein Schmarrn ist es auch dass die Promotionen so billig sind während z.B. Maschbauer mindestens 5 Jahre brauchen. Ja, es dauert 5 Jahre. Aber nicht weil sie 5 Jahre forschen. Sie sind 5 Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiter an einem Lehrstuhl und machen alles was der Lehrstuhl braucht (Lehre, administrative Sachen, Auftragsforschung, Paper schreiben, Diplomarbeiten betreuen) und nebenbei fällt genug Forschungszeug ab, dass sie das als Promotion einreichen. Oder eigentlich wäre es zu schlecht aber man gibt ihnen den Titel trotzdem, immerhin haben sie 5 Jahre gearbeitet...
Ich finds immer schade dass wir Mediziner uns gegenseitig die Dr-Arbeiten schlecht reden während genügend andere Fachrichtungen auch nur mit Wasser kochen.
Ich sage nicht, dass medizinische Doktorarbeiten schlechter oder minderwertig sind oder sein müssen. Aber Fakt ist, dass nur Human- und Zahnmediziner eine Promotion vor Abschluß des Studiums beginnen können und alles bis auf den formalen Abschluß VOR Ende des Studiums abschließen können, so dass sie direkt nach dem Examen auch promoviert werden können. Ich habe noch keine Naturwissenschaftler aus den Biowissenschaften gesehen, der mit seiner Dr. Arbeit vor dem Abschluß des Studiums begonnen hat und erst recht nich offiziel anmelden konnte. Vielleicht macht einer im selben Labor, in dem er seien Masterarbeit gemacht hat, weiter und kann darauf aufbauen, aber wirklich wesentliche oder vollständige Teile der Doktorarbeit schon vorher abgeschlossen zu haben, halte ich in den Lebenswissenschaften nicht für üblich.
Klar ist, dass das mehr Arbeit macht nebenher eine vernünftige Promotion auf die Beine zu stellen, aber so hat man die Möglichkeit mit der "Post-Doc" Phase und Habilitation zu beginnen, wenn man frisch aus dem Studium heraus ist, während andere zunächst mind. 3 Jahre (ist in den Lebenswissenschaften üblich, Verkürzungen doch sehr selten) noch promovieren müssen. Klar dafür geht deren Studium auch meist 1-2 Jahre kürzer (aber auch nicht immer). Ist nur meine Meinung ;-) :-nix Ich sehe das insgesamt als Vorteil ohne Bewerung der Qualität von Doktorarbeiten in unterschiedlichen Fächern.
Ich kenne auch einen Mathematiker, der hatte innerhalb von einem Jahr promovieren können, da seine Diplomarbeit so komplex war und auch ein Jahr lang gedauert hatte. Er musste also nur noch wenig "on top" machen.
Was aber bei medizinischen Doktorarbeiten außer Acht gelassen wird, ist die Leistung, ein Projekt zu planen und die Finanzierung anzuleiern. Das spiegelt sich ja nicht in der Niederschrift wieder und deswegen ist es etwas zu sehr vereinfacht, wenn man nur die Texte einer medizinischen mit einer naturwissenschaftlichen Arbeit vergleicht. Es wird doch wohl kein Zufall sein, dass in (einigen, kenne nicht so viele) Journals erst der PD als PhD-Äquivalent angesehen wird und der Dr. med mit M.D. "übersetzt" wird.
Finde die Diskussion aber relativ sinnfrei. Der Dr. rer. nat. ist für mich viel eher wie ein Facharzttitel, der neue Jobmöglichkeiten eröffnet.
Was aber bei medizinischen Doktorarbeiten außer Acht gelassen wird, ist die Leistung, ein Projekt zu planen und die Finanzierung anzuleiern
So richtig viel Erfahrung mit medizinischen Promotionen hast Du nicht, oder?
Genau das ist da nämlich meistens NICHT der Fall, das übernehmen der Doktorvater oder die Arbeitsgruppe, die ein Projekt planen und dann nur noch jemanden für die Durchführung suchen.
Genau das hat Trenn ja glaube ich gemeint.
In VWL z.B. ist es selbst bei Diplomarbeiten ziemlich ungewöhnlich, dass man einfach ein Thema gestellt bekommt - das muss man schon erst einmal selbst entwickeln, natürlich mit und nach entsprechender Literaturrecherche.
Und zum Thema Mathematik: das ist wohl das einzige Fach, in dem es so schnell geht. Aber das auch nur dann, wenn man irgendetwas genuin neues von zumindest halbwegs großer Bedeutung gefunden hat. Das gibts sonst in keinem Fach, weder in Biologie, noch in Chemie, noch in Maschinenbau, noch in Philosophie, noch in Soziologie... usw.
Achso, dann hab ich das mißverstanden.
Finde die Diskussion aber relativ sinnfrei. Der Dr. rer. nat. ist für mich viel eher wie ein Facharzttitel, der neue Jobmöglichkeiten eröffnet.
Die Diskussion ist völlig sinnfrei, eine Dr.arbeit ist in den meisten Fällen eine Fleissarbeit die bestimmten Kriterien genügen muss. Ob es aber unbedingt größere wissenschaftliche Erkenntnis bringt wenn die Fleissarbeit halt 3-6 Jahre dauert und dann irgendwo verstaubt, (wie es bei den meisten Arbeiten ist, egal welchen Fachgebietes)?
In der Medizin hat es halt Tradition so einen Dr. zu machen, trotzdem ist es auch in fast allen anderen Fächern so, dass nur ein Bruchteil der Promovierten der Wissenschaft treu bleibt. Warum? Weil "Wissenschaft" sich zwar an der Uni total spannend anhört, in der Realität jedoch aus viel netzwerken, total öden Versuchswiederholungen, Geduld, Fleiss und einer Portion Glück besteht. Wissenschaft ausserhalb der Medizin bedeutet zudem das Hangeln von einer projektbezogenen, befristeten, mies bezahlten Postdocstelle zur nächsten, in der Hoffnung irgendwann mal zu den ganz wenigen auserwählten Lehrstuhlinhabern zu gehören. Die meisten brechen das irgendwann ab, weil die Karotte vor der Nase immer gleich weit entfernt bleibt.
Meine Meinung:
Doktorarbeiten und Habilitationen sind eigentlich so überflüssig wie Kröpfe und zwar in jedem Fachgebiet. Wer Wissenschaft betreiben will, der soll das tun dürfen und zwar auf wissenschaftlichen Stellen mit Perspektive und nicht um irgendeinen formalen Grad zu erlangen. Die Güte eines Wissenschaftlers lässt sich durchaus auch anders bewerten als durch eine Verleihung eines Grades.
Kackbratze
19.03.2015, 18:44
Ich sehe gerade bei mir in meinem peripheren Haus, dass es schwierig ist zu forschen. Die Klientel ist nicht so speziell und sortiert wie an den Unis mit ihren Spezialambulanzen und ich habe wesentlich mehr Probleme meine rare Zeit mir freizuschaufeln.
Und mein Chef findet alles was ich mache so lange toll bis er entweder selber jemanden anrufen muss (tut er dann nicht) oder wenn ich entsprechend Zeit für einen Kongress brauche.
Da endet dann die rückrat...äh...rückhaltslose Unterstützung.
Madame Bouvier
19.03.2015, 21:03
Ich sehe gerade bei mir in meinem peripheren Haus, dass es schwierig ist zu forschen. Die Klientel ist nicht so speziell und sortiert wie an den Unis mit ihren Spezialambulanzen und ich habe wesentlich mehr Probleme meine rare Zeit mir freizuschaufeln.
Und mein Chef findet alles was ich mache so lange toll bis er entweder selber jemanden anrufen muss (tut er dann nicht) oder wenn ich entsprechend Zeit für einen Kongress brauche.
Da endet dann die rückrat...äh...rückhaltslose Unterstützung.
Machst du es denn? Was forscht du?
Kackbratze
20.03.2015, 00:12
So Sachen. Um mit den Worten meiner Schwägerin zu antworten. Chirurgie im allgemeinen und speziellen. Du verzeihst, wenn ich Dir die Details erspare. Mit ein bischen übung könntest Du mich finden und direkt ansprechen, dann stehe ich Dir gerne Rede und Antwort. Solange es sich in diesem anonymen Bereich bewegt, behalte ich meine Forschungsarbeiten auch in der Anonymität.
Die Diskussion ist völlig sinnfrei, eine Dr.arbeit ist in den meisten Fällen eine Fleissarbeit die bestimmten Kriterien genügen muss. Ob es aber unbedingt größere wissenschaftliche Erkenntnis bringt wenn die Fleissarbeit halt 3-6 Jahre dauert und dann irgendwo verstaubt, (wie es bei den meisten Arbeiten ist, egal welchen Fachgebietes)?
In der Medizin hat es halt Tradition so einen Dr. zu machen, trotzdem ist es auch in fast allen anderen Fächern so, dass nur ein Bruchteil der Promovierten der Wissenschaft treu bleibt. Warum? Weil "Wissenschaft" sich zwar an der Uni total spannend anhört, in der Realität jedoch aus viel netzwerken, total öden Versuchswiederholungen, Geduld, Fleiss und einer Portion Glück besteht. Wissenschaft ausserhalb der Medizin bedeutet zudem das Hangeln von einer projektbezogenen, befristeten, mies bezahlten Postdocstelle zur nächsten, in der Hoffnung irgendwann mal zu den ganz wenigen auserwählten Lehrstuhlinhabern zu gehören. Die meisten brechen das irgendwann ab, weil die Karotte vor der Nase immer gleich weit entfernt bleibt.
Meine Meinung:
Doktorarbeiten und Habilitationen sind eigentlich so überflüssig wie Kröpfe und zwar in jedem Fachgebiet. Wer Wissenschaft betreiben will, der soll das tun dürfen und zwar auf wissenschaftlichen Stellen mit Perspektive und nicht um irgendeinen formalen Grad zu erlangen. Die Güte eines Wissenschaftlers lässt sich durchaus auch anders bewerten als durch eine Verleihung eines Grades.
:-(( :-wand
Lieber Perter_1
ich befürchte Du hast nicht besonders viel bzw. überhaupt keine Ahnung von wissenschaftlicher Forschung im Allgemeinen und dem Aufwand einer mehrjährigen naturwissenschaftlichen Doktorarbeit (Dr.rer.nat) oder einer umfangreichen, ernstzunehmenden medizinischen Doktorarbeit (Dr.med).
Zur Doktorarbeit:
Eine Naturwissenschaftliche Doktorarbeit ist natürlich eine Fleißarbeit, die bestimmten Kriterien genügen muss.
Arzt zu sein und der Weg dorthin ist ebenfalls eine Fleißarbeit, welcher bestimmten Kriterien genügen muss.
(zur Info: Fleiß ist der Antrieb jeder Karriere…. )
Nach den „3-6“ JAhren wissenschaftlicher Forschung „verstaubt diese Fleißarbeit“ auch nicht zwangsweise irgendwo, sondern es wurden wissenschaftliche Erkenntnisse in Form von „Papern“ produziert, die manchmal mehr, manchmal weniger Aufmerksamkeit in der Forschungswelt erregen werden. (und manchmal auch innerhalb weniger Monate widerlegt werden)
Die zentrale Bedeutung einer naturwissenschaftlichen Promotion ist aber, dass der Doktoratstudent die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Forschen und Arbeiten beweist und die Bereitschaft zeigt einen großen Teil seiner Zeit für die Wissenschaft zu opfern (in Form seiner naturwissenschaftlichen Doktorarbeit).
Und im Allgemeinen ist das Forschen zumindest in den Naturwissenschaften alles andere als ein „nine-to-five-Job“.
Forschungswelt:
Nach der Erlangung seines Doktorgrades besitzt jemand mit einem Doktortitel eine weitere Berufsqualifikation.... er besitz damit "offiziell" die Fähigkeit wissenschaftlich zu Arbeiten.
Was man danach anstellt, ob weiter Forschen oder in die Forschungsfreie Industrie zu gehen, regelt Angebot und Nachfrage des Arbeitsmarktes, glück und natürlich auch persönliche Interessen (und natürlich „Kontakte“…das ist allerdings in jedem Job so….)
Da Forschung meist sehr kostspielig ist, gibt es natürlich nur begrenzte Ressourcen für weitere Forschungsmöglichkeiten. Der erfolgreichste Doktorand wird demnach natürlich eher eine Postdoc-Stelle bekommen als ein durchschnittlicher Doktorand.
Aber auch in der Industrie müssen wissenschaftliche Erkenntnisse bewertet werden….so etwas übernimmt z.B. Jemand, der einen PhD/ Dr.-Titel besitzt.
„öde Versuchswiederholungen“ …hmmmm….erscheint einem Außenstehenden viellt so. Wenn man sich mit einer Materie jedoch beschäftigt und ernstzunehmende Ergebnisse/Erkenntnisse erzielen will, bedarf es manchmal „öder Versuchswiederholungen“ um Ergebnisse und Erkenntnisse statistisch zu verifizieren.
Ich weiß nicht, ob du mal Medizin oder ein naturwissenschaftliches Fach studiert hast, aber das Wissen, was im allgemeinen ein Prof besitzt, kann man sich nicht beim Feierabendbier mal eben zurecht denken. (Auch du wirst das nicht können)
Und z.B. die Relativitätstheorie oder die apoptotische Bedeutung von p53 in einer Zelle erkennt man auch nicht eben mal zwischen Tagesschau und Zähneputzen…
Selbst Albert Einstein hat nicht den ganzen Tag die Zuge herausgestreckt nebenher sich bissl was ausgedacht.
Solltest Du das mal angenommen haben, …sorry…wenn ich deine Illusionen zerstören sollte….
Ein Akademischer Grad allein reicht definitiv nicht aus, damit eine Universität oder andere Forschungseinrichtung jemanden zu einer Professur ruft und hunderttausende bis Millionen Euros anvertraut, um wissenschaftliche Forschung zu betreiben, die der Gesellschaft ein Erkenntnisgewinn erbringen sollen. Dieses Können zur wissenschaftlichen Arbeit beweist man durch seine Akademischen Titel und seine Veröffentlichungen….
Wer nie gelernt hat, wissenschaftlich zu arbeiten, wird dies nie erreichen
Wer davon keine Ahnung hat, redet viellt so abfällig über diese notwendigen Vorgänge wissenschaftlichen Arbeitens wie Du es tust. Aber das ist die zentrale und notwendige Vorgehensweise wissenschaftlichen Denkens. So funktioniert wissenschaftliche Forschung.
Übrigens zu "Doktorarbeiten und Habilitationen sind eigentlich so überflüssig wie Kröpfe und zwar in jedem Fachgebiet"....
wenn jemand sagen würde "Das Medizinstudium ist eigentlich so überflüssig wie ein Kropf, jeder kann Arzt"
Oder "Architekten sind überflüssig wie ein Kropf, jeder kann bauklötzchen stapeln"
Oder "Krankenpflegerausbildung sind so überflüssig wie ein Kropf, total easy"
wie hört sich sowas an? Da redet jemand, der überhaupt keine Ahnung hat aber extrem überheblich ist!
mfg
Liebe/r Pullo,
ich fürchte Du täuschst Dich ganz gewaltig. Ich habe selber (medizinisch, also nicht ernst zu nehmen) promoviert, meine Frau ist promovierte (ernst zu nehmende, experimentelle, genetische Arbeit) Naturwissenschaftlerin, 4 meiner besten Freunde ebenfalls nicht-medizinisch promoviert. Ich glaube ich habe da schon einen ganz guten Einblick gewonnen :)
Du sagt die Doktorarbeit befähige zum selbstst. wissenschaftlichen Arbeiten, schön wenn Du diese offizielle Begründung für eine Doktorarbeit glaubst, schön wenn du weiterhin glaubst nur eine Doktoarbeit und eine Habil. könne dazu befähigen wissenschaftlich zu arbeiten, schön drittens dass Du meinst mir so Sachen wie Paperschreiben usw. erklären zu müssen (habe auch schon ein paar produziert, kann ich Dir ja schicken wenn du möchtest).
Ich wiederum meine, wir haben einfach unterschiedliche Ansichten und meine ist halt: auch ohne die formale Quali. Dr.arbeit könnte man forschen, wissenschaftliches Arbeiten lernt man durch wissenschaftliches Arbeiten, Paper schreiben ebenso. Die Doktorei stammt aus vergangenen Jahrhunderten und wird gerade ausserhalb der Medizin und gerade in Deutschland dazu benutzt um billige Nachwuchsforscher in Abhängigkeitsverhältnissen zu halten.
Bevor Du das nächste Mal im Netz unbekannte Menschen wild abqualifizierst würde ich mir an Deiner Stelle erst Mal sicher sein zu wissen welchen Hintergrund jemand hat, kann nämlich sonst ziemlich nach hinten los gehen.
P.S: "ernst zu nehmen" und "nicht ernst zu nehmen" ist nicht ganz ernst gemeint :), ich nehme die gesamte Doktorei halt nicht wirklich ernst, aber schön dass Du noch Ideale hast.
Lieber Peter,
Da habe ich mich doch getäuscht; ich dachte hier schreibt jemand der wirklich keine Ahnung hat.
Trotz allem kann ich Deinen Standpunkt überhaupt nicht verstehen. Und gerade weil Du bereits einen med. Dr hast bin ich jetzt noch um so mehr verwundert.
Paper etc. muss ich dir ja nicht mehr genauer erklären. Auch deine Kritik an den bescheidenen Anstellungsverhältnissen halte ich durchaus berechtigt (Festanstellungen sind leider Ausgestorben…aber darauf will ich jetzt nicht weiter eingehen)
Und dass eine interessante Anstellung als nat.Postdoc in der wissenschaftliche Forschung zu finden schwer ist und manchmal nur mit glück erfolgt, weiß ich aus eigener Erfahrung.
Wenn Wissenschaft für dich scheinbar nur aus „total öden Versuchswiederholungen“ besteht….und die wissenschaftlichen Erkenntnisse dann irgendwo verstauben….Da tuts mir wirklich leid dass du Wissenschaft so kennen gelernt hast….und es läuft definitiv nicht so. Zumindest nicht im naturwissenschaftlichen Bereich.
Das „Doktorarbeiten und Habilitationen überflüssig wie Kröpfe und zwar in jedem Fachgebiet“ sind, ist in meinen Augen eine äußerst eigenartige (und falsche) Meinung. (Und hat mich bewogen mein, ich gebe zu, schon etwas aggressiveres Kommentar zu schreiben)
Mit mit einem Dr.-Titel/PhD und genügend Veröffentlichungen wird man angestellt als Postdoc, nur damit kann man Habilitieren und nur damit erfolgt dann auch irgendwann mal ein Ruf zum Prof. (wenn man wirklich gut ist….oder man hat irgendwann genug davon oder nicht mehr weiterkommt)
Alle andere Wege an Universitäten und Forschungseinrichtungen umfangreich wissenschaftliche Arbeit zu betreiben sind doch äußerst selten (im Promillebereich) und würde kaum Sinn machen.
„Hey ich bin ja eigentlich Geigenbauer, aber jetzt will ich Molekularbiologische Spitzenforschung betreiben….also lasst mich Millionen an Steuer- und Stiftungsgeldern verballern.“ Hört sich doch blöd an oder?
Um also eine optimale Allokation der Ressourcen (Forschungsgelder) zu ermöglichen gibt es einen Weg den man gehen muss, indem man bestimmte Titel erwirbt.
Du schreibst:
„Die Güte eines Wissenschaftlers lässt sich durchaus auch anders bewerten als durch eine Verleihung eines Grades.“
Die Güte eines Wissenschaftler wird alleine nach seinen Impact-Points bemessen, das wird sich auch nicht ändern. (ImpactPoints=Anzahl der Zitationen einer Wissenschaftichen Arbeit[ungenaue Definition])
Und mit jedem Impact-point den man sammelt geht man einen Schritt weiter auf den nächsten Titel zu….bis man dadurch eine Professur erhalten kann….
Abqualifizieren wollte ich dich natürlich nicht (das will ich bei niemandem)
allerdings werde ich mir nicht die Arbeit machen jedes Profil durchlesen bevor ich auf einen Beitrag antworte. Und es würde auch nichts an meiner Meinung und an der Kritik deiner Aussage ändern.
Um das bildlich darzustellen:
Auch wenn Du 100 Publikationen im Nature hättest, und dein Zwillingsbruder die Schrödingergleichung widerlegt hätte würde ich dir widersprechen müssen wenn du behaupten würdest die Erde sei eine Scheibe….
Darum:
Sorry, ich kann deine MEinung überhaupt nicht verstehen
und nein, ich weiß nicht wirklich warum mein Kommentar allein wegen deiner Qualifikation und deinem ebenfalls gebildeten sozialem Umfeld nach hinten losgegangen sein soll.
schönen abend!
Madame Bouvier
20.03.2015, 22:10
Wie ich sehe, gibt es zu diesen Themen doch auch von professioneller Seite unterschiedliche Standpunkte. ist wohl auch von den individuellen Erfahrungen die man gemacht hat persönlicher vita, labors (gute Arbeitsathmosphäre vs. alle hassen sich und klauen sich die Proben aus den fridges ;-) , Doktorvater (inspirierend vs. unfairer choleriker) , Einrichtung (chronische Unterfinanzierung vs. gut finanziell dastehend), Forschungsthematik (ganz speziell vs. machen viele) etc. abhängig wie sich eine Meinung über Forschungsstrukturen in D. bilden kann. Peace Leute :knuddel: in meinem Thread wird sich nicht angestänkert, man kann differente Meinungen durchaus annehmen und respektieren das Menschen dinge anders erfahren haben ohne sie in toto zu verstehen.
Madame Bouvier
20.03.2015, 22:14
PS: mir wurde es jetzt richtig bewusst was für arme schweine Naturwissenschaftler eigentlich sind. gehören zu den klügsten köpfen machen bachlor, master, phD um am ende nach 12 Jahren von dem schlecht bezahlten uni job zu fliegen...
PS: mir wurde es jetzt richtig bewusst was für arme schweine Naturwissenschaftler eigentlich sind. gehören zu den klügsten köpfen machen bachlor, master, phD um am ende nach 12 Jahren von dem schlecht bezahlten uni job zu fliegen...
Wenn du nach 10 Jahren Post-Doc nicht Prof bist, hast du es auch verdient zu fliegen :D
Madame Bouvier
20.03.2015, 23:22
;-) aber nicht jeder kann Prof. werden oder? (dafür fehlen doch die Mittel?)!
Ich weiß nicht wie es in der Medizin ist, kann jeder habilitierte Mediziner Chefarzt werden? Wie ist das Angebot-Nachfrage Verhältnis?
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.