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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kreislauf Blutdruckregulation



anil91
19.03.2015, 08:54
Hey Leute,

irgendwie verstehe ich es mit der Blutdruckregulation nicht so ganz...

Bei einem Sauerstoffmangel kommt es ja zu einer Vasokonstriktion, so dass der totale periphere Widerstand und der Blutdruck steigt.
Gleichzeitig auch die Herzfrequenz und Schlagvolumen.

Durch die Vasokonstriktion sinkt ja der Radius und somit steigt der widerstand und da der Radius proportional zur volumenstromstärke (hagen poiseulle gesetz) ist. Müsste die Volumenstromstärke durch die Vasokonstriktion auch sinken.

Ich verstehe nicht, warum bei einem Sauerstoffmangel die Volumenstromstärke abnimmt. Müsste die nicht steigen, damit mehr o2 dem Gewebe zur Verfügung steht ?

Krötino
19.03.2015, 11:06
Keine Garantie ob das richtig ist, aber: Frage dich doch mal, wem der Körper bei Blutdruckabfall das O2 zur Verfügung stellen will? Wahrscheinlich nicht der Peripherie, wo die Vasokonstriktion stattfindet, sondern zentralen Organen. Dementsprechend finden sich auch kaum alpha1 Rezeptoren in den Koronargefäßen wenn ich mich richtig erinnere, genauso wie in der Skelettmuskulatur. Gehirn und Niere unterliegen sowieso dem Bayliss-Effekt, wobei gerade im Gehirn potente Mechanismen der Durchblutungssicherung bestehen. (z.B. Vasodilatation bei steigendem pCO2).

Die Blutdruckregulation ist ja keine "alles-oder nichts" Sache, sondern eher eine sinnvolle Umverteilung der Resourcen, mit dem Ziel eine langfristige Stabilität zu erreichen --> langfristige Blutdruckregulation über Hormone

anil91
19.03.2015, 11:46
Vielen Dank für die schnelle Antwort, das macht Sinn...
wenn z.B die Nierendurchblutung abnimmt kommt es zur Reninfreisetzung. Renin wandelt dann in der Leber wiederum Angiotensinogen in Angiotensin 1 um --> ACE dann wiederum angiotensinogen 1 in 2 und der wirkt wiederum vasokonstriktorisch das würde dann heißen dass der totale periphere Widerstand zunimmt --> der Blutdruck steigt (?? warum weiß ich selber nicht genau... meine Vermutung wäre.. Vasokonstriktion ( r )wird kleiner somit nimmt Widerstand zu ... und da Volumenstromstärke mal Widerstand gleich Druckdifferenz nimmt auch der Blutdruck zu... ABER ist es nicht laut dem bernoulli Gesetz soo dass in kleinen gefäßen mit kleinem radius der druck auch abnimmt ?) aber in der Niere kommt es zu einer Vasodilatation damit die Niere wieder besser durchblutet wird ?? und in der Peripherie nimmt die Durchblutung ab durch die Vasokonstriktion? Sprich man spart in der Peripherie an Blut damit mehr Blut der Niere zugeführt wird ?
Mit dem Bayliss - Effekt habe ich verstanden dass die Volumenstromstärke in der Niere und im Gehirn konstant gehalten werden auch wenn es zu einer Steigerung des Blutdrucks kommt. (durch die vasokonstriktion wodurch der Widerstand zunimmt und Druck und Widerstand wieder im Gleichgewicht stehen, sodass die Volumenstromstärke sich nciht ändert)

Krötino
19.03.2015, 12:41
Ja, das RAAS wirkt unter anderem über die Vasokonstriktion der peripheren Arteriolen (genau gesagt macht das Angiotensin II).
Das Bernoulli Gesetz ist zu lang für mich her. Logisch finde ich aber das VOR der Konstriktion der Druck steigt, DAHINTER abfällt. Da sich der Körperkreislauf quasi vor der Konstriktion befindet, steigt hier der Blutdruck.
Der Bayliss-Effekt hat nicht wirklich den Sinn die Niere mit schön viel Blut im Sinne des Sauerstoffverbrauchs zu regulieren (die Niere kriegt mit 20% des Herz-Zeit-Volumens genug Sauerstoff), sondern den Blutdruck in der Niere konstant zu halten. Das ist wichtig um die GFR konstant zu halten und eine "Auswaschung" des osmolytischen Gradienten zu verhindern. Die Niere kann ja über Wasserretention oder Abgabe das Blutvolumen und dadurch den Blutdruck ganz entscheidend regulieren.

Ganz allgemein: Ein erhöhter Widerstand in der Peripherie durch ein kleineres r, bewirkt eine geringere Durchblutung. In wichtigen Organen die dringend Sauerstoff brauchen (Herz und Gehirn) kommt es zur Dilatation und verbesserter Durchblutung.