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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stex2 Tag 1 A 14/ B25 intraarterielle Injektion



Makroskop
14.04.2015, 20:49
Warum sollte ich diese Kanüle in der Arterie lassen und da auch noch Lidocain reingeben?? Ich hab eigentlich gedacht das soll wenn möglich niemals intravasal kommen??

juke5489
14.04.2015, 20:54
Weils im Waschzettel steht.

Makroskop
14.04.2015, 20:57
Geht das etwas genauer? Ich bin endgradig verwirrt....

Hipp0campus
14.04.2015, 21:03
Die Kanüle bleibt liegen, weil du a)keinen anderen Zugang hast und b)sowieso ne Arterie legen wolltest. Das Lidocain hab ich beim kreuzen auch nicht gegeben, aber ich glaube das kann man tatsächlich machen zur Schmerzreduktion weil Thiopental intraarteriell Nekrosen macht und wehtut wie Sau.

marie_e
14.04.2015, 21:34
Injektionsbarbiturate sind aufgrund der stark alkalischen Lösungsform nicht gut gewebs- und endothelverträglich.
Die irrtümliche intraarterielle Injektion von Thiopental löst einen sofortigen Spasmus des Gefäßes und eventuell eine Thrombosierung mit nachfolgender Gangrän aus. Gegenmaßnahmen müssen unmittelbar ergriffen werden, z.B. Blockierung des Plexus brachialis, intraarterielle Procain- oder Lidocaininjektionen, gleichzeitige Antikoagulation.
Versehentliche paravenöse Injektionen können sehr schmerzhafte Neuritiden hervorrufen. Bei paravenöser Injektion ist der Arm ruhig zustellen und es sollte versucht werden, die bereits injizierte Lösung über die noch liegende Kanüle zu aspirieren. Weiters können feuchte Umschläge an gewendet werden. Sind größere Mengen injiziert worden, können diffusionsbeschleunigende Mittel (Hyaluronidase) angewendet werden. Zur Verdünnung der ins Gewebe aus-
getretenen Thiopentallösung sollte subkutan isotonische Nacl-Lösung injiziert werden.
Die intravenöse Injektion kann zu einer Reizung der Gefäßintima führen, insbesondere bei rascher Injektion in kleine Venen. In schwerwiegenden Fällen kann sich daraus eine Thrombophlebitis entwickeln. Die Intimareizung ist mit Schmerzen verbunden. Sie lassen sich in der Regel durch Injektion in größere Gefäße vermeiden.

Mal eine ausführliche Antwort ;)
(Hab Anäs Wahlfach und lern grad für s Mündliche...)

Noch viel Erfolg!!!

Unregistriert
15.04.2015, 17:54
Aber es ist doch eine Kontraindikation, Anästhetika mit vasokonstriktiven Substanzen an peripheren Extremitäten zu verabreichen, da hierbei ein erhöhtes Nekroserisiko besteht. Und es liegt doch schon eine gestörte Perfusion vor (Hand ist blass).

kqq40
19.04.2015, 15:36
sehe ich genauso..denn wenn man die Kanüle belässt, und dann auch noch über diese Kanüle eine Injektion verabreicht, spült es das restliche (bislang in der Kanüle vorhandene Thiopental) auch noch in die Arterie..

Brutus
19.04.2015, 17:11
Naja, da kann man ja durchaus vorher mal aspirieren. Sollte gerade bei arterieller Lage kein Problem sein. Das kommt sogar passiv relativ gut rausgeschossen... ;-)
Ansonsten ist ja schon dargelegt worden, warum die Kanüle nicht gezogen werden soll, sondern eben mit den o.g. Medikamenten beschickt werden.