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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenpflegeausbildung - und dann?



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RobRob
21.05.2015, 19:55
Hi Leute,
ich glaube ich stecke momentan in einem kleinen Dilemma. Kurz was zu mir: Ich bin mir eigentlich schon sehr lange sicher gewesen Medizin studieren zu wollen und konnte mir nichts anderes vorstellen. Im Sommer 2013 habe ich dann mein Abi mit Sage und Schreibe 2,2 geschafft - wow. Den Studienplatz konnte ich mir also abschminken, zum Glück hatte ich Plan B und mich bereits 2012 für die Ausbildung zum Krankenpfleger beworben.
Nun bin ich mittlerweile Ende 2. Lehrjahr und es kommen langsam Zweifel. In der Ausbildung gibt es, wie überall denke ich, Höhen und Tiefen. Das ist total Stationsabhängig. Man hat auch sehr viel Kontakt mit Medizinstudenten, die ich immer mal wieder über das Studium ausgefragt habe. Die große Mehrheit von Ihnen meint, das Studium sei sehr besitzergreifend und allgegenwärtig, man sei ständig nur am Lernen, zumindest in den ersten 6 Semestern, manche meinten es wird auch bereits nach dem Physikum besser.
Mein Wille Medizin zu studieren ist trotzdem da, auch wenn ich die bescheidenen Arbeitszeiten und die Klagen der Ärzte beim Frühstück mitkriege, ich denke mir ja selbst, dass ich später nicht im Krankenhaus arbeiten möchte, es nervt mich ziemlich wie unpersönlich das Arzt - Patienten Verhältnis ist. Das eigentlich Problem liegt eher darin, dass ich mir nicht sicher bin, das Studium zu schaffen. Die Ausbildung mache ich ehrlich gesagt eher nebenbei, ich lerne sehr wenig für die Prüfungen und schreibe dennoch nur sehr gute bis gute Ergebnisse und auch meine praktischen Prüfungen sind alle in dem Bereich.

Für mich stellen sich mittlerweile zwei Fragen:
1.) Stimmt es wirklich, dass das Studium so schlimm ist, dass man es nicht schafft regelmäßig Freunde zu treffen und auch mal Hobbys nachzugehen? Manchmal hat man das Gefühl sehr dumm zu sein, vor allem wenn man bei den Visiten dabei ist. (vielleicht brauche ich das auch nur ein bisschen Aufmunterung haha)

2.) Hat jemand eventuell den gleichen Weg wie ich hinter sich und kann mir sagen, ob ich realistische Chancen auf einen Studienplatz zum WS 16/17 habe? Da sehe ich leider momentan nämlich auch eher Rot :-(

ehemaliger User_25062015
21.05.2015, 19:58
Zu 1.) Den Gedanken hatten schon einige vor dir, nutz mal die Forensuche, da wirst du Berichte finden, die dich evtl aufbauen.
Zu 2.) Mit 2,2 ist wohl selbst mit Ausbildung und TMS schwer was zu holen. Musst mal gucken welche Unis beides bonieren. Ich meine in HD war das so, aber guck am besten selbst nochmal.

Edit: Nur mit Ausbildungsbonus wird das leider nichts.

RobRob
21.05.2015, 20:04
Okay Danke, ich hab das hier heute entdeckt und dachte mir ich versuch's einfach mal. Ich mach mich mal auf die Suche

Absolute Arrhythmie
21.05.2015, 20:07
Hallo RobRob, willkommen im Forum! :-)
Es gibt einen ganzen Unterbereich rund ums Thema Wartezeit und Ausbildung - schau dich doch da einfach mal um.
Wenn du noch fragen hast, einfach raus damit, hier sind einige mit dem Wartezeit-Leidensweg :-))

ehemaliger User_11062015
21.05.2015, 20:11
edit.

Matzexc1
21.05.2015, 20:23
Hi Leute,
ich glaube ich stecke momentan in einem kleinen Dilemma. Kurz was zu mir: Ich bin mir eigentlich schon sehr lange sicher gewesen Medizin studieren zu wollen und konnte mir nichts anderes vorstellen. Im Sommer 2013 habe ich dann mein Abi mit Sage und Schreibe 2,2 geschafft - wow. Den Studienplatz konnte ich mir also abschminken, zum Glück hatte ich Plan B und mich bereits 2012 für die Ausbildung zum Krankenpfleger beworben.
Nun bin ich mittlerweile Ende 2. Lehrjahr und es kommen langsam Zweifel. In der Ausbildung gibt es, wie überall denke ich, Höhen und Tiefen. Das ist total Stationsabhängig. Man hat auch sehr viel Kontakt mit Medizinstudenten, die ich immer mal wieder über das Studium ausgefragt habe. Die große Mehrheit von Ihnen meint, das Studium sei sehr besitzergreifend und allgegenwärtig, man sei ständig nur am Lernen, zumindest in den ersten 6 Semestern, manche meinten es wird auch bereits nach dem Physikum besser.
Mein Wille Medizin zu studieren ist trotzdem da, auch wenn ich die bescheidenen Arbeitszeiten und die Klagen der Ärzte beim Frühstück mitkriege, ich denke mir ja selbst, dass ich später nicht im Krankenhaus arbeiten möchte, es nervt mich ziemlich wie unpersönlich das Arzt - Patienten Verhältnis ist. Das eigentlich Problem liegt eher darin, dass ich mir nicht sicher bin, das Studium zu schaffen. Die Ausbildung mache ich ehrlich gesagt eher nebenbei, ich lerne sehr wenig für die Prüfungen und schreibe dennoch nur sehr gute bis gute Ergebnisse und auch meine praktischen Prüfungen sind alle in dem Bereich.

Für mich stellen sich mittlerweile zwei Fragen:
1.) Stimmt es wirklich, dass das Studium so schlimm ist, dass man es nicht schafft regelmäßig Freunde zu treffen und auch mal Hobbys nachzugehen? Manchmal hat man das Gefühl sehr dumm zu sein, vor allem wenn man bei den Visiten dabei ist. (vielleicht brauche ich das auch nur ein bisschen Aufmunterung haha)

2.) Hat jemand eventuell den gleichen Weg wie ich hinter sich und kann mir sagen, ob ich realistische Chancen auf einen Studienplatz zum WS 16/17 habe? Da sehe ich leider momentan nämlich auch eher Rot :-(

Abi 2,4 Jahrgang 06,TMS 2,4, Krankenpflegeausbildung bis 2010,danach OP-Pfleger. Zulassung WiSe 12/13 Uni Marburg.
1)Du hast dafür auf jeden Fall Zeit,kommt auf dich an. Ich selbst bekomme das immer unter und die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen auch.Es kommt darauf an gut im Zeitmangement zu sein. Die ersten 4 Semester sind ein Studium von Grundlagen(Regelstudiengang) danach wird es laut Aussage meiner Freunde im 1.klinischen Jahr besser.

2) Kommt darauf an wie sich das entwickelt, mach TMS oder HamNat und beende die Ausbildung. Übrigens ich hatte im 2.Lehrjahr auch die Schnauze restlos voll,hatte mit 2 Stationsleitungen offiziel Kriegszustand und mit mehreren Schwestern auch. Hab es durchgezogen und es hat einiges gebracht.Vor allem hast du einen Beruf mit dem sich dann viel anfangen lässt.

Ich habe einige Freunde unter fertigen Ärzten und ja die Bedingungen sind teilweise nicht toll,aber in vielen Bereichen kann man gut arbeiten.

EVT
21.05.2015, 20:29
Mit 2.2 wird man leider nicht mehr zum Ham-Nat eingeladen, dafür müsste es 1.9 sein.

Mit einem TMS um die 100% könnte es für Mannheim reichen. Heidelberg denke ich eher nicht, muss man ausrechnen.

Ich hatte immer genug Zeit für Hobbies. Das ist sehr individuell, ob man noch nebenbei arbeiten muss etc.

Matzexc1
21.05.2015, 20:33
Mit 2.2 wird man leider nicht mehr zum Ham-Nat eingeladen, dafür müsste es 1.9 sein.

Ehrlich jetzt? Das ist ja sinnfrei,aber passt mal wieder.

EVT
21.05.2015, 20:35
Tja, Angebot und Nachfrage. Früher war die Grenze niedriger.

RobRob
21.05.2015, 20:47
Mit 2.2 wird man leider nicht mehr zum Ham-Nat eingeladen, dafür müsste es 1.9 sein.

Mit einem TMS um die 100% könnte es für Mannheim reichen. Heidelberg denke ich eher nicht, muss man ausrechnen.

Ich hatte immer genug Zeit für Hobbies. Das ist sehr individuell, ob man noch nebenbei arbeiten muss etc.

Den TMS wollte ich gern 2016 machen, das mit der 1,9 Grenze zum Ham-Nat wusste ich noch gar nicht.
Aber das mit dem Zeitmanagement werde ich denke ich hinbekommen, wird schon klappen. Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, nicht die 6 Jahre Wartezeit vollmachen zu müssen, aber das sieht ja nicht so rosig aus. 120-130 Punkte im TMS zu erreichen schaffen wohl nur 2%, vielleicht bin ich ja dann dabei und hab Glück. :-))

EVT
21.05.2015, 21:00
Vielleicht wäre ein Studium im Ausland was für dich?

RobRob
21.05.2015, 21:32
Vielleicht wäre ein Studium im Ausland was für dich?

Hab ich kurz drüber nachgedacht, aber die Semestergebühren in Ungarn usw. kann ich leider nicht stemmen und Wien oder Salzburg wäre eine Alternative, aber sehr weit weg. Wien geht mit trotzdem seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf, zumal es ja NC frei ist

EVT
22.05.2015, 17:48
Salzburg hat nur eine private Uni, aber es gibt noch andere Orte außer Wien. Man sollte vorher schauen, wo die Quote am günstigsten ist.

Über den TMS hast du auch noch eine Chance. Ich würde mich auf den und den Test in Österreich sehr gut vorbereiten, dann klappt es vielleicht vor Ablauf der Wartezeit. ;-)

Frauschmidt
05.03.2016, 08:42
Hallo zusammen,
ich betreue als Sprachpatin einen 18 jährigen Syrer, der zurzeit hier ins Gymnasium geht und unbedingt Medizin studieren möchte. Es ist aber fraglich, ob er das Abi aufgrund der Sprachschwierigkeiten schafft. Derzeit übt er für die externe Quali-Prüfung, die er mit Deutsch als Fremdsprache und als erste Sprache Arabisch ablegen will. Er hat sich bei einer Fachschule für die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer angemeldet. Dort verlangt man allerdings den Nachweis seiner bisherigen Schuljahre, die er natürlich aufgrund der Bürgerkriegssituation in Syrien nicht vorlegen kann. Er ist nun sehr verunsichert ob er diesen Weg weiter gehen oder doch lieber einen technischen Beruf erlernen soll. Hat von euch vielleicht jemand Erfahrung oder kennt einen Migranten, der diesen Weg bereits beschritten hat? Mein junger Freund ist sehr fleißig und intelligent, aber ich denke er braucht noch ein bis zwei Jahre um die sprachliche Voraussetzung für ein Studium mitzubringen. Macht es Sinn, über die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer und den zweiten Bildungsweg die Hürde zum Studium zu nehmen und wie lange muss er mit der gesamten Ausbildungszeit rechnen.

xenopus laevis
05.03.2016, 17:33
Es macht mehr Sinn die Sprache zu erlernen und dann das Abitur abzulegen.

Ines-Lucia
05.03.2016, 18:05
Er hat sich bei einer Fachschule für die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer angemeldet. Dort verlangt man allerdings den Nachweis seiner bisherigen Schuljahre, die er natürlich aufgrund der Bürgerkriegssituation in Syrien nicht vorlegen kann.

aber ich denke er braucht noch ein bis zwei Jahre um die sprachliche Voraussetzung für ein Studium mitzubringen. Macht es Sinn, über die Ausbildung zum Krankenpflegehelfer und den zweiten Bildungsweg die Hürde zum Studium zu nehmen und wie lange muss er mit der gesamten Ausbildungszeit rechnen.

Darf man fragen in welcher Klasse er jetzt ist?
Meiner Meinung ist es am besten, wenn er erstmal in Ruhe das Abi macht.

Frauschmidt
08.03.2016, 08:36
Mahoud ist jetzt in der 9. Klasse. Aber da er ja schon 18 ist, zweifelt er sehr daran, das"normale" Abi mit dem geforderten numerus klausus zu schaffen. Deshalb haben wir uns gemeinsam nach Alternativen umgesehen.

xenopus laevis
08.03.2016, 11:13
Mal ehrlich schafft er es intellektuell nicht? Dann wird es mit dem Studium auch nicht leichter. Liegt es an der Sprache, dann heißt es hinsetzen und lernen. Dann hat er halt erst mit 23 Jahren sein Abitur. Das ist nicht schlimm, da mindestens 20% aller Studenten über 26 sind.
Meine Frau kam auch erst spät nach Deutschland. Sie hatte ihr Abi auch erst mit ca. 22 in den Händen. Und es kam eine 1,4 raus. Es ist machbar.

Frauschmidt
08.03.2016, 12:52
Danke für deine Meinung. Intellektuell müsste er es schaffen. Er lernt fleißig und hat ja auch in allen naturwissenschaftlichen Fächern keine Probleme, in Mathe ist er laut Aussage seiner Lehrer sogar weiter und besser als seine Mitschüler( die aber ja auch noch jünger sind). Er bekommt auch von vielen Seiten Hilfe und Nachhilfe. Ich persönlich bin grundsätzlich der Meinung, man tut diesen jungen Menschen keinen Gefallen sie per Test für eine Schulart einzustufen und mitzuschleifen bevor sie wirklich gute Deutschkenntnisse haben. Mahmoud ist jetzt einfach total verunsichert. Es war dann meine Idee, dass er zunächst Krankenpflege lernt und dabei weiterhin sein Deutsch verbessert und Englisch lernt. Andere Betreuer raten ihm stattdessen einen technishen Beruf zu erlernen, weil das wohl der leichtere Weg ist. Meine Lebenserfahrung( bin 63) und mein Gefühl aber sagen, es ist immer der Holzweg gegen ein starkes Gefühl zu entscheiden und ich spüre, dass es ihm mit Medizin wirklich wichtig ist. Diese Entscheidung kann ihm keiner abnehmen, aber vielleicht hilft es ja, die Erfahrungen und Beispiele anderer, die das schon gewagt haben, zu hören. Dein Hinweis ist da schon mal gut und ich werde ihn genauso an ihn weiter geben. Danke.

Solara
08.03.2016, 14:40
Warum genau soll er jetzt dann Krankenpfleger werden und danach das Abi machen und dann studieren?
Ausgehend von der 9.Klasse würde ich jetzt intensivst deutsch lernen und das Abi auf direktem Weg machen, das sind doch immer noch 3 Jahre bis zum Abschluss. Sollte er danach den geforderten Schnitt doch nicht erreichen, kann er ja immer noch den Umweg über die Krankenpflege machen.