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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nierenfiltration



secsecsec
11.06.2015, 11:16
Hey Leute,

ich habe gerade ein Verständnisproblem.

Beim normalen Kreislauf bzw. in normalen Kapillaren ist es ja so das bei der Filtration
der P(hydrostatischer Druck bei ungefähr 30 mmHg) liegt und der kolloidosmotische Druck(der Kapillare bei 15 mmHg liegt.

Nun bleibt der kolloidosmotische Druck(in der Kapillare) immer konstant bei 15 mmHg und der P(hydrostische Druck) der Kapillare dagegen fällt bei der Filtration, bis er unter den kolloidosmotischen Druck der Kapillare kommt und die Resorption anfängt.

Wieso ist es im Glomerulus das alles ein bisschen anders ist.

Wir haben den P(Kapillare) von ungefähr 48 mmHg und den kolloidosotischen Druck(der Kapillare 25 mmHg) und den P(Bownmansche Kapsel) von 13 mmHg.

Nun kommt es bei der Filtration durch den Flüssigkeitsausstoß zu einer Absinkung des P(Kapillare) und einer Steigerung des kolloidosmatischen Druck in der Kapillare bis es zum Equibilirium kommt und der Peffektiv=0 ist.

Wieso kommt es hier nicht wie bei einer normalen Kapillare zu einer Resorption?
Außerdem was ich auch nicht verstanden habe wieso erhöht sich hier der kolloidosmatische Druck und in einer normalen Kapillare bleibt er immer konstant - logisch der Plasmaanteil an Proteinen wird konzentrierter aber das wird er doch auch in einer normalen Kapillare oder?

Ich hoffe ihr könnt mir hier weiterhelfen

Osterhagen
11.06.2015, 20:23
Wieso kommt es hier nicht wie bei einer normalen Kapillare zu einer Resorption?

In einer normalen Kapillare sinkt der hydrostatische Druck im Verlauf linear ab, da er sich dem venösen Druck annähert. In der Niere ist der Druck im Verlauf der glomerulären Kapillare (fast) konstant und wie du schon richtig geschrieben hast sinkt der KOD bis zum Equlibrium, also gibt es keine treibende Kraft mehr für einen Nettoaustausch... einzelne Moleküle diffundieren sicherlich noch hin und her, nur Netto bleibt halt alles im Gleichgewicht. Der Primärharn ist plasmaisoton!



Außerdem was ich auch nicht verstanden habe wieso erhöht sich hier der kolloidosmatische Druck und in einer normalen Kapillare bleibt er immer konstant - logisch der Plasmaanteil an Proteinen wird konzentrierter aber das wird er doch auch in einer normalen Kapillare oder?

In einer normalen Kapillare werden die Plasmaproteine aber nur um ein vielfaches weniger konzentriert, der KOD ist praktisch konstant. Pro Tag werden im ganzen Körper ca 20L filtriert (und 18L resorbiert), die Filtrationsmenge schafft die Nieren in unter 3 Stunden!