PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ungeeignet fuer den Arztberuf?



Seiten : 1 [2] 3

Spark
01.07.2015, 06:04
Nachtrag: Du solltest nicht so darauf fokussieren dass Du möglicherweise den falschen Beruf gewählt hast. Geh es lieber so an dass du jetzt junger Akademiker bist dem viele, auch nichtärztliche, Laufbahnen offen stehen. Du hast jetzt eben Deine Qualifikation in der Tasche und festgelegt bist Du noch lange nicht.

Mediziner werden alles mögliche. Auch Beamte, Diplomaten, Berater, Offiziere, Flugkapitäne...

Du fängst erst an. :)

Leni_Nou
08.07.2015, 20:58
Hey,

ich verstehe dein Problem sehr gut :) Wie wärs, wenn du dir eine Liste machst, mit Sachen, die du gerne tun würdest und zwar unabhängig vom abgeschlossenen Medizin Studium oder bevorstehenden Beruf. Willst du eine Familie gründen, ins Ausland gehen, irgendwo freiwillig arbeiten, reisen, eine Hühnerfarm, was auch immer ;)
Und falls du als CTA arbeiten willst- frag nicht hier obs möglich ist, sondern schau selber.
28 ist super jung und ein IQ sagt nicht so viel aus wie man glaubt.

Liebe Grüße!

ehemaliger User_15072015
10.07.2015, 10:19
Die Entscheidung fällt mir nicht leicht.
Es ist so, dass ich mit 33/34 eine gut laufende Praxis im Wert von 1 Million € übernehmen könnte. Dann würde ich bei einer 35h-Woche etwa 10.000 netto pro Monat machen. Die Arbeit die der dort tätige Arzt ausführt ist für mich machbar. Das ist einer verlockende Perspektive und wahrscheinlich kriege ich nie wieder im Leben so eine Chance. Aber ich war fast 10 Jahre lang depressiv und hatte am Ende sogar Psychosen. Ich habe mich jeden Tag nur gequält. Mein Leben war die letzten Jahre wie Guantanamo - nur schlimmer.
Was ist wichtig im Leben? Geld, Zeit, Status, Spaß?
Lieber bescheiden und glücklich? Verlieren und die Chance auf einen Neuanfang oder riskieren und die Chance noch mal mehrere Jahre zu verlieren? Wenn ich noch mal 18 wäre und wüsste was mir bevorsteht, würde mir die Entscheidung leicht fallen. Ich würde nicht Medizin studieren - aber jetzt nach der Hälfte der Strecke mit dieser Perspektive?

WackenDoc
10.07.2015, 10:25
Hast du denn schon einmal eine Therapie gemacht? Das hört sich alles so an, als ob das Problem nicht nur die Überforderung im Studium ist.

ehemaliger User_15072015
10.07.2015, 11:34
Ja habe ich schon, aber das hat nichts gebracht.
Psychologen sind keine Wunderheiler. Es ist nicht immer eine Sache der Wahrnehmung.
Abgesehen davon habe ich mir bereits jede Krankheit eingebildet über die ich im Studium was gelesen habe und war auch bei
entsprechend vielen Ärzten.
Am naheliegensten ist schlicht und ergreifend die Überforderung - wobei Überforderung stimmt ja nicht, sonst hätte
ich ja nicht Alles bestanden. Aber der Preis sind dann die Psycho-Probleme.

WackenDoc
10.07.2015, 11:54
Mein Leben war die letzten Jahre wie Guantanamo - nur schlimmer.

Das ist nicht dein Ernst, oder?

Ja, Depressionen sind übel, aber man kann sie behandeln.
Und ich kann dir jetzt schon prophezeien, dass du wahrscheinlich auch in anderen Berufen Probleme bekommen wirst.

ehemaliger User_15072015
10.07.2015, 12:07
Es gibt Menschen, die sitzen im Gefängnis und sind freier als du und ich.

smanpodg
10.07.2015, 12:25
Geh ins Amt. Der Staatsdienst ist dir als Hochschulabsolvent bis 40 offen. Sogar mit Verbeamtung.
Wenn du flexibel bist, die schreiben immer wieder Amtsarztstellen aus. Der Lehrgang zum AföGW ist ziemlich easy. Musst halt irgendwo zwei Jahre in der Klinik gearbeitet haben für die Facharztweiterbildung. Aber ich kenne Amtsärzte, die seit 25 Jahren ohne eine solche tätig sind und es immerhin bis zum Medizinaldirektor geschafft haben ;)

ehemaliger User_15072015
10.07.2015, 13:05
Geh ins Amt. Der Staatsdienst ist dir als Hochschulabsolvent bis 40 offen. Sogar mit Verbeamtung.
Wenn du flexibel bist, die schreiben immer wieder Amtsarztstellen aus. Der Lehrgang zum AföGW ist ziemlich easy. Musst halt irgendwo zwei Jahre in der Klinik gearbeitet haben für die Facharztweiterbildung. Aber ich kenne Amtsärzte, die seit 25 Jahren ohne eine solche tätig sind und es immerhin bis zum Medizinaldirektor geschafft haben ;)

fuer den Tipp. Hab ich schon dran gedacht.
Vielleicht mach ich das tatsaechlich.
Also vielen Dank fuer die ganzen Antworten, waren sehr hilfreich.
Aber ich werde jetzt die Beiträge löschen, da der Thread schon
über Zweitausend Hits hat und mir das ein bisschen zu viel
Aufmerksamkeit ist. Nichts für ungut.

Feuerblick
10.07.2015, 13:48
Meinst du nicht, dass du
1. vorher darüber hättest nachdenken müssen und dass
2. das alles für andere in gleicher Situation hilfreich sein könnte?

:-nix

ehemaliger User_15072015
10.07.2015, 14:28
Hab dir ne pn geschickt.

davo
10.07.2015, 15:11
Warst du bisher nur beim Psychologen, oder auch schon einmal in psychiatrischer Behandlung?

LasseReinböng
10.07.2015, 22:37
@ TLagard: mit einer ausgewachsenen Depression könnte man auch Topfschlagen auf Lehramt studieren und würde sich überfordert fühlen. Ich glaube nicht, daß die Flucht in andere Berufe wirklich eine Lösung darstellt.

Daß man mit Depressionen im IQ-Test schlecht abschneidet ist auch kein Wunder.

Colourful
11.07.2015, 05:56
@ TLagard: mit einer ausgewachsenen Depression könnte man auch Topfschlagen auf Lehramt studieren und würde sich überfordert fühlen. Ich glaube nicht, daß die Flucht in andere Berufe wirklich eine Lösung darstellt.

Daß man mit Depressionen im IQ-Test schlecht abschneidet ist auch kein Wunder.

Ja! Wie wäre es mit Psychotherapie und Medikamenten? Ich meine, du schreibst ja von psychotischen Symptomen...

Nessiemoo
11.07.2015, 09:03
Ich würd sagen auch, lass dich erstmal von einem Arzt untersuchen und beraten, ggf nimm dir Zeit um dich zu therapien... und dann denk darüber nochmal nach.

Anne1970
11.07.2015, 10:12
-----

kekskruemel
14.07.2015, 21:09
Hallo,

jemand schlug eine Pause vor.
Diesen Vorschlag kann ich nur fett unterstreichen. Lass dir eine Depression bescheinigen, reiche damit ein Urlaubssemester ein, damit kannst du dann Hartz 4 beantragen (für nähere Infos gern PN)
Habe ich auch dieses Semester gemacht.

Ich bin selbst depressiv, inzwischen kann ich ganz gut darüber reden. In den schlimmsten Zeiten habe ich den Eindruck, ich hätte den Verstand eines Pantoffeltierchens. Nicht einmal Zeitschriften kann ich dann lesen.
Da ist alles eine Überforderung. Aufstehen, essen, Zähne putzen ...

Ich habe immer versucht, mit dem Studium weiter zu machen. Aber natürlich klappte das nicht, wenn Konzentration und Kraft nicht asureichen. Ich hatte damit wieder die "Bestätigung", dass ich schlicht zu dumm fürs Studium bin. Etliche Urlaubssemester später habe ich Ende März die bewusste Entscheidung getroffen, noch ein Urlaubssemester einzulegen. Mich wirklich 6 Monate komplett aus dem Uni-Geschehen rauszunehmen. Dinge machen, die mir gut tun und schön sind und sonst nichts (und einmal pro Woche zur Therapeutin)
Warte nicht so lang.
Ich bin schon lange ziemlich krank. Wahrscheinlich wäre die Dauer kürzer, wenn ich früher die Reißleine gezogen hätte.


Medikamente würde ich an deiner Stelle auch ausprobieren. Ich kenne etliche, die damit wieder auf die Füße kamen (gerade auch wenn du Symptome einer Psychose zeigst!).
Wenn deine Depression schon so gravierend ist, wird sie nicht von allein wieder weggehen. Lass dir helfen.
Es hat nichts damit zu tun, dass du für den Arztberuf ungeeignet bist. Deine Kapazitäten werden zurzeit von der Depression aufgebraucht. Da bleibt nicht viel Raum für andere Gedanken.

Und mir sagte mal jemand "Keine lebens-verändernde Entscheidungen in der Depression" Dazu gehört auch die Entscheidung über einen Studienabbruch. ;)


Soweit meine Gedanken zu Überforderung, Depression und Fluchtgedanken :)

Leni_Nou
14.07.2015, 21:19
Hei kekskruemel,

der Poster des Beitrags ist bereits fertig mit dem Studium und fragt glaube ich eher was er jetzt noch beruflich machen könnte.
Wollte nur sagen ;)

LG,
E

ehemaliger User_15072015
15.07.2015, 11:45
Ich habe immer versucht, mit dem Studium weiter zu machen. Aber natürlich klappte das nicht, wenn Konzentration und Kraft nicht asureichen. Ich hatte damit wieder die "Bestätigung", dass ich schlicht zu dumm fürs Studium bin. Etliche Urlaubssemester später habe ich Ende März die bewusste Entscheidung getroffen, noch ein Urlaubssemester einzulegen. Mich wirklich 6 Monate komplett aus dem Uni-Geschehen rauszunehmen. Dinge machen, die mir gut tun und schön sind und sonst nichts (und einmal pro Woche zur Therapeutin) ...

Medikamente würde ich an deiner Stelle auch ausprobieren. Ich kenne etliche, die damit wieder auf die Füße kamen (gerade auch wenn du Symptome einer Psychose zeigst!).
...

Und mir sagte mal jemand "Keine lebens-verändernde Entscheidungen in der Depression" Dazu gehört auch die Entscheidung über einen Studienabbruch. ;)...

Depressiv ist ein anderes Wort für unglücklich. Wenn man nicht gerade einen erworbenen oder angeborenen Hirnschaden hat, ist man depressiv, weil man sich das Leben nicht richtig eingerichtet hat. Wenn du seit mehreren Jahren unglücklich bist und es geht dir abseits des Studiums besser, dann ist das Studium der Faktor, der dich unglücklich macht. Man kann nicht bis an sein Lebensende "happy pills" nehmen. Keine lebensverändernen Entscheidungen in der Depression treffen bedeutet, dass sich nichts verändert.

Feuerblick
15.07.2015, 11:53
Eine Depression ist eine Krankheit und nicht nur "Unglücklichsein"! Erschreckend, dass du diese Erkrankung so lange schon hast, sogar in Therapie gewesen sein willst und diese Erkenntnis noch nicht vorhanden ist :-nix