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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wöchentliche Arbeitszeit und Urlaub als Assistenzarzt in der Schweiz, speziell Zürich



laborfan
14.08.2015, 20:35
Hallo!

Ich habe mal eine Frage an alle, die als Assistenzarzt in der Schweiz (speziell Zürich)
arbeiten oder sich dort auskennen:
Wie lang ist dort die wöchentliche Regelarbeitszeit (mehr als die 42-Stunden-Woche
in Deutschland?) und wie viele Urlaubstage hat man pro Jahr ?

Vielen Dank für die Antworten.

Chaoskätzchen
14.08.2015, 21:44
Hallo..

reguläre Arbeitszeit 50 Stunden / Woche (100%).. offiziell incl. 4 (?) Stunden Selbststudium. Für gewöhnlich irgendwas zwischen 20 und 25 Urlaubstage.

Viele Grüsse,

Eilika
15.08.2015, 05:12
Bei den Stadtspitälern (Waid, Zürich) sind es glaube ich 26 Urlaubstage. Gesetzlich verankert sind in der Schweiz ja 20 Tage pro Jahr. Die hat man natürlich Minimum. Dazu kommt dann je nach Klinik noch Kompensationszeit für Nachtdienste und Überzeiten. 50h/Woche bei Assistenzärzten sind es definitiv überall, nur kommt je nach Spital die Mittagspause oben drauf oder ist schon drin bei der Rechnung...

arbeiter79
15.08.2015, 10:54
50h die Wochen und nur 20 bis 25 Urlaubstage, Was sind das denn für mieserable Arbeitsbedingungen?
Arbeitet man da 10 Stunden am Tag??:-((
Schon die 42h finde ich eine Frechheit, ist in Deutschland nur noch bei Unis so oder?

Eilika
15.08.2015, 11:20
Normaler Arbeitstag ist 10h, ja... je nachdem eben noch die Pause dazu. Dafür wird die auch gemacht. Und zwar nicht nur eine... morgens Kaffeepause, dann Mittagspause alle zusammen in Ruhe zum echt Essen, meistens nachmittags nochmal eine Kaffeepause. Das habe ich in D nie erlebt. Da wurde halt 8 Stunden ohne Pause durchgeschafft oder höchstens mal gefrühstückt...

Everyman
15.08.2015, 12:17
Es ist natürlich Spital- bzw. abteilungsaghängig- aber mein Eindruck war, dass man sich zwar länger im Spital aufhält, aber deswegen nicht unbedingt länger arbeitet. Und bei meiner Famulatur war es für die Ärzte eben nicht unüblich sich nach dem Essen noch einen Kaffee oder ein Dessert zu holen. In D war es meist hinsetzen, schnell essen und wieder weg oder Pause ganz auslassen...wobei in dem Spital zB die Internisten auch gestresster waren & weniger Pausen gemacht haben.

In der Schweiz wird zumindest von Anfang an die tatsächliche Stundenzahl kommuniziert. Letztendlich ist ja eben die tatsächliche Arbeitszeit entscheidend, nicht die, die im Vertrag steht. Es sind nicht wenige Ärzte in D schon längst bei 50 h & mehr.

PS: Bzgl Urlaubstage...gab es vor einigen Jahren nicht sogar einen Volksentscheid über 30 Tage? Und die Mehrheit hat dagegen stimmt? Oder hab ich das jetzt falsch in Erinnerung?

ProximaCentauri
15.08.2015, 13:18
Nein, das ist so. Die 6 Wochen Ferien-Initiative wurde abgelehnt.

Bei den meisten Spitälern, wo ich mich gerade umschaue, gibt es aber 25-30 Tage Urlaub. Die 50-Stunden-Woche ist aber definitiv normal hier.

Dr. Jekyll
15.08.2015, 15:22
Bereitschaftdienst vor Ort ist aber Dienstzeit und das zu 100%. Wenn ich das richtig in Erinnung habe.

Der deutsche 24 Stunden Dienst mit Minusstunden und zu 60 Prozent bewertet und das ganze dann netto, ist da wesentlich unangenehmer. Die Kompensation der Schichtblöcke war auch fairer.

In der Schweiz hat man den halben Wochensoll damit schon erfüllt. Bei uns kommt das Bereitschaftsmodell "on top". Inklusive des Minusstunden-Schmarrns.

Das ist ein feiner Unterschied.

Je nach Klinik sind es zwischen 42 und 50 Wochenarbeitsstunden, inklusive 4 Fortbildungsstunden.
Die in Deutschland teilweise auch nebenbei geleistet werden.

Das Schwiezer Modell ist wesentlicher angenehmer, da alles Arbeitszeit ist. Welcher deutsche Assistenzarzt hat denn weniger als 50 Stunden?

kra-
15.08.2015, 15:58
Hier 50h/Woche (+Mittag...), 23 Urlaubstage, 5 Fortbildungstage. Die Überstunden durch Wochenendarbeit werden durch freie Tage im Dienstrhythmus kompensiert. Anwesenheitszeit = 100% Arbeitszeit.
Die Urlaubstage schwanken von Spital zu Spital. Ich glaube auf der Inneren am LUKS hat man 35 Urlaubstage, schreibt sich dafür aber die Überstunden nicht auf.

Eine Frage an die Schweizer Kollegen: wie werden denn bei euch die 4h Fortbildung/Woche verrechnet? Habt ihr da wirklich für frei? Bei uns das nämlich leider eher eine Farce...

ProximaCentauri
15.08.2015, 16:07
Da wo ich gerade im WSJ unterwegs bin sind 4 Stunden Fortbildung klinikintern, und man wird sehr stark animiert da auch hinzugehen. In Arbeitszeit natürlich.

Everyman
15.08.2015, 16:56
Hab das auch so mitbekommen...tägliche Fortbildung während der Arbeitszeit- in erster Linie für die Assistenzärzte, aber oft auch von den Oberärzten besucht...plus Frühstückspause...plus nicht so kurze Mittagspause ;-)

Mir war aber die Frühstückspause neu- kannte das bis dahin eher als "zwischendurch mal ins Brot/Croissant" beißen...aber dafür in die Cafeteria & gemütlich Kaffeetrinken? Gibt es in D bestimmt aber auch in manchen Abteilungen- die Arbeitsbedingungen varrrieren ja deutlich.

Muriel
15.08.2015, 18:51
Das würde mich extrem nerven, andauernd Pausen aufgezwungen zu bekommen und deswegen abends später heim zu können.

arbeiter79
15.08.2015, 19:10
Das würde mich extrem nerven, andauernd Pausen aufgezwungen zu bekommen und deswegen abends später heim zu können.

Sehe ich auch so, Pause mache ich am liebsten zu hause und die verbringe ich dann auch gerne mit meiner Familie und nicht den Kollegen die ich sowieso schon öfter sehe. Ich fahre zu dem auch noch 2mal 45min zur Arbeit, da hätte ich wirklich kaum noch Zeit zu hause...

GOMER
15.08.2015, 20:24
50h die Wochen und nur 20 bis 25 Urlaubstage, Was sind das denn für mieserable Arbeitsbedingungen?
Arbeitet man da 10 Stunden am Tag??:-((
Schon die 42h finde ich eine Frechheit, ist in Deutschland nur noch bei Unis so oder?

Bitte nicht persönlich nehmen, aber: LOL.

LasseReinböng
17.08.2015, 16:41
Das würde mich extrem nerven, andauernd Pausen aufgezwungen zu bekommen und deswegen abends später heim zu können.

Ist auch eine kulturelle Frage. In der Schweiz legt man mehr Wert auf Gemeinschaft unter den Kollegen, gutes Klima usw. Den Job runterreissen und dann um 16 Uhr ab durch die Mitte ( überspitzt formuliert) passt eher nicht zur Schweizer Mentalität.