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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : nach 9 Monaten Arbeit jetzt Rotation auf IMC - was tun?



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Fr.Pelz
10.09.2015, 18:13
Also, der IMC-OA setzt dort normalerweise viel erfahrenere Leute ein- dein Chef will dich dort hinhaben- das sollen die mal schön unter sich klären, wobei du natürlich immer wieder betonst, dass du das Patientenwohl gefährdet siehst, wenn du dort aufgrund mangelnder Erfahrung alleinverantwortlich instabile Patienten betreuen sollst.

Bei uns war es zb so, dass wir in der Uni keinen Kurs "Intensivmedizin" hatten, der uns das Handling von katecholaminpflichtigen Patienten beigebracht hätte (außer das reine Notarztbasiswissen). (Und ich hab jetzt nicht in irgendeiner ungarischen Fernuni studiert,) Woher soll man es also wissen?

Ich hatte auch immer furchtbar Angst, dass ein Patient mal schnell intubationspflichtig wird - ich hab vielleicht 5x mit viel Hilfe intubiert in meinem Leben. Und es gibt ja Studien, dass man einige 100 Intubationen gemacht haben muss, um einigermaßen sicher zu sein. Vielleicht kannst du das auch anbringen.

16matti
10.09.2015, 19:18
ja, genauso werde ich das morgen ansprechen. Der Chef hat die die IMC schon ein bisschen an die "unerfahrenen" Assistenten gewöhnt,, die arme Kollegin die es bei der letzten Rotation erwischt hat, hatte auch noch keine Intensiv-Rotation, war aber immerhin schon ca. 2 Jahre dabei...

16matti
12.09.2015, 17:10
Hallo zusammen-kurzes update: Hab am Freitag mal ein bisschen mit Kollegen gesprochen. Es scheint wohl so zu sein, dass der IMC OA nächste Woche mal mit dem Chef ein grundsätzliches Gespräch über die IMC Besetzung führen will, auch mit dem Klinikchef zusammen. Bis dahin warte ich mal ab was rauskommt...

Es scheint auf der IMC so zu sein, dass man grundsätzlich die Fachärzte der jeweiligen Abteilungen jedezeit anrufen kann, und zur Not auch die Anästhesie. Trotzdem find ich es immernoch zu hart für einen Anfänger wie mich die IMC Patienten einschätzen und bis der jeweilige Dienst da ist behanden zu müssen (und was, wenn der FA im OP steht...)

Ich werd euch auf dem Laufenden halten was rauskommt nächste Woche...

16matti
31.03.2016, 11:11
So, es ist einige Zeit vergangen. Die IMC Rotation war nicht zu verhindern. Ich hab eure Ratschläge befolgt, die Fachärzte informiert, sobald mir was nicht koscher vorkam, alles immer dokumentiert, auch wenn ein FA nicht (sofort) kommen wollte, ect. Der Tagdienst hat sogar meistens Spaß gemacht, da dann auch immer der OA oder ein (erfahrener) Kollege greifbar waren. Die meisten Situationen im Nachtdienst waren besser zu handhaben als gedacht. Und sonst wie gesagt immer sofort FA der Fachabteilung oder auch mal das REA Team alarmiert, war mir dann auch egal.
Ich danke euch nochmal für eure Ratschläge und eure moralische Unterstützung.

Viele Grüße
Matti

morgoth
31.03.2016, 16:54
Hat sich denn jetzt etwas an deiner damaligen Einschätzung geändert? So vom Überfliegen habe ich mir nämlich gedacht "ITS/IMC-spezifische Sachen lernt man halt auf solchen Stationen, irgendwann muss man also dahin." Dass Ansprechpartner mt medizinischem und pädagogischem Geschick jederzeit greifbar sein müssen, ist klar; aber hätte eine spätere Rotation o.ä. wirklich den Unterschied gemacht?

16matti
31.03.2016, 20:40
Hat sich denn jetzt etwas an deiner damaligen Einschätzung geändert? So vom Überfliegen habe ich mir nämlich gedacht "ITS/IMC-spezifische Sachen lernt man halt auf solchen Stationen, irgendwann muss man also dahin." Dass Ansprechpartner mt medizinischem und pädagogischem Geschick jederzeit greifbar sein müssen, ist klar; aber hätte eine spätere Rotation o.ä. wirklich den Unterschied gemacht?

Ich würde sagen teils teils... Ein Ziehen im Bauch wird man immer haben am ersten Arbeitstag /Nachtdienst auf einer ITS /IMC Station, vor allem wenn man dann der einzige Stationsarzt ist, egal nach wie vielen Jahren der Zeitpunkt kommt. Einerseits war ich doch überrascht, dass sich vieles recht schnell eingespielt hat, vor allem Routineaufgaben und die meisten Aufgaben der Patientenbetreuung sind bald einigermaßen flüssig von der Hand gegangen. Auf unserer Station herrschte immer reger Betrieb mit vielen Aufnahmen und Verlegungen, da z.B. viele Herzchirurgie-Patienten nur 1-2 Tage geblieben sind. Von praktischer Seite (ZVK, Arterie ect.) war allerdings wenig zu lernen, da die meisten Patienten von ITS schon voll verkabelt ankamen...

Andererseits wurde ich dort nach gerade 9 Monaten auf Normalstation eingeteilt, ohne Einarbeitung, ohne Vorerfahrung. Einarbeitung war nicht vorgesehen, ich bin selbst einige Tage vorher mal mitgelaufen, damit ich sehe wie so ungefähr der Hase läuft und hab mich dafür vom Chef freistellen lassen. Eine Einarbeitung im Sinne z.B: einer Rotation auf ITS im Vorfeld (wie normalerweise üblich), wo man "nebenher" bei den Anästhesisten mitläuft für 6 Monate und lernt wäre kein Luxus gewesen. Vor allem auch nicht für die Patienten die man betreut. Denn in den Nächten steht man erstmal alleine da bis jemand mit mehr Ahnung kommt und ich hatte auch mal den Fall, dass mich der FÄ weggedrükt hat und danach nicht mehr ans Telefon gegangen ist. (Steht dann halt auch so in der Kurve...) Es gab hier auch mal einen Thread, in dem die Schreiberin direkt von der Uni weg ein Jahr auf ITS sollte, dagegen war meine Situation geradezu luxuriös. Dennoch finde ich es insgesamt unverantwortlich einen Grünschnabel, der im Vorfeld keinerlei Erfahrungen in der Interdisziplinären Versorgeung von Patienten verschiedener Fachrichtungen auf ITS /IMC hat, in der Nacht mit 16 schwerkranken Patienten alleine Dienst tun zu lassen. Eine vorherige Einarbeitung in die Materie ist für mich eigentlich zwingende Voraussetzung und muss in gut organisierten Abteilungen eigentlich gewährleistet werden können.

Und noch ein Punkt (gerne auch zum Diskutieren) Es ist für mich auch nochmal ein Unterschied, ob nach z.B. zwei Jahren ein Anästhesie Assistent auf die ITS geht, der sich täglich auch im OP ect. mit der Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen, Beatmung, Kreislaufstabilisierung, ect. beschäftigt, oder ob nach wenigen Monaten ein Chirurgie-Assistent, der nach einigen Monaten Dienst vielleicht ganz gut einen akuten Bauch oder eine Fraktur beurteilein kann, plötzlich diese Aufgabe übernehmen muss, dazu noch ohne Einarbeitung.

Klar kommt die Rotation auf ITS irgendwann, und es ist erstaunlich was alles irgendwie geht, wenns muss. Insgesamt war sie für mich zu früh, und der viel wichtigere Punkt, viel zu unkoordiniert, ohne Einarbeitung, das würde für mich vor allem vorher zwingend dazugehören.

Grüße, Matti

blaabc
31.03.2016, 22:01
ITS-spezifische Sachen lernt man auf ITS. Theorie und Praxis sind ein himmelweiter Unterschied- insbesondere in der Intensivmedizin. Arterien, ZVKs legen, intubieren und Beamtung lernt man eben nur in Praxi. Ich bin nach 7 Monaten klnischer "Erfahrung" auf ITS rotiert. Der erste Monat war hart, danach habe ich angefangen, es zu lieben. Eine späetere Rotation hätte bei mir hinsichtlich des Verlaufs auf ITS mMn keinen Unterschied gemacht. Ich spreche von einer Inneren-ITS. Nachts waren wir/ich alleine. Der OA war zu Hause und schlief. Anrufe unerwünscht. Uniklinik.

16matti
01.04.2016, 17:10
Es mag sein dass sich alles irgendwie einspielt wenn man ins kalte Wasser geschmissen wird und wenn es sein muss. Wahrscheinlich ist es auch egal ob man 1 Jahr oder 5 Jahre wartet mit ITS Rotation.

Es ist vor allem eine vernünftige Einarbeitung wichtig, damit die grundlegenden Arbeitstechniken und Abläufe sicher erlernt sind, bevor Dienste alleine absolviert werden und ggf fürs Nachfragen auch noch blöde Kommetare zurückkommen. Einfach mal auf ITS/IMC schicken ohne Vorankündigung und Einarbeitung sollte in einer gut organisierten Klinik eigentlich nicht vorkommen. Und dass sich dann jemand der OÄ oder der CA hinter den Assistenten stellt, sollte wirklich etwas vorfallen, ist auch mehr als fraglich.

arbeiter79
04.04.2016, 10:52
Warum muss denn jemand der visceralchirurgie machen will neben der ITS auch noch auf die interdisziplinäre und wahrscheinlich sehr unchirurgische IMC? Was soll das bringen für die chirurgische Ausbildung wenn man da kompensierte internistische Krankheitsbilder therapiert? Im Common Trunk muss man doch nur Notfallambulanz und ITS für jeweils 6 Monate machen. Am besten noch 6 Monate ins Labor,3 in die Arbeitsmedizin, 3 Krankenhaushygiene, 1 Jahr Pathologie, und 18 Monate bei Hausarzt...