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John Silver
15.11.2016, 20:33
Man muss allerdings auch sehen, dass die Erwartungen realistisch bleiben. Klar will man ohne Ende operieren, aber wenn es ein Dutzend anderer Kollegen gibt, die diese OPs auch wollen, bekommt man eben nicht den ganzen Kuchen zu futtern. Bei uns melden sich Assistenten mit 60-70 Gallen, ebenso vielen Hernien, und meist der einen oder anderen Kolon-Op der größeren Art zum Facharzt, und jammern alle. Aus Nachbarkliniken melden sich Leute mit 25 Gallen an (Mindestanzahl), und haben davon 10 selbst gemacht.f

Kackbratze
15.11.2016, 21:38
"Zu wenig" operiert man bis man als OA nachts um 3 alles selber machen muss.... ;-)
Trotzdem darf man sich nicht verscheixxern lassen. Die Kollegen mit "nur" 25 Gallen hatten vielleicht bessere Arbeitsbedingungen und wollten deswegen nicht weg. Wenn man allerdings weder operieren darf, noch wie ein Mensch behandelt wird, dann kann man auch gehen.

Lava
17.11.2016, 11:34
Ich weiß ja nicht, wie das mit eurem Katalog ist, aber bei Ortho/Unfall sind halt auch manche Zahlen von vornherein unrealistisch. Für spezielle UC soll man in den 3 Jahren z.B. 10 Actabulumfrakturen operieren. Ich bezweifle, dass es so viele überhaupt gibt! Selbst bei dem Maximalversorger, bei dem ich war, haben wir vielleicht alle paar Monate mal eine Acetabulumfraktur operiert und das durfte dann sicher nicht der frisch gebackene Facharzt machen. :-nix

John Silver
19.11.2016, 19:29
"Zu wenig" operiert man bis man als OA nachts um 3 alles selber machen muss.... ;-)
Trotzdem darf man sich nicht verscheixxern lassen. Die Kollegen mit "nur" 25 Gallen hatten vielleicht bessere Arbeitsbedingungen und wollten deswegen nicht weg. Wenn man allerdings weder operieren darf, noch wie ein Mensch behandelt wird, dann kann man auch gehen.
In einer Klinik, in der man nach 6 Jahren 10 Gallen selbst operiert hat, können die Arbeitsbedingungen nicht gut sein, denn ein Chef, dem so wenig an der Weiterbildung liegt, kümmert sich garantiert auch nicht um andere Belange der Assistenten.

Kackbratze
19.11.2016, 20:35
@JS

Man wird wohl mal träumen dürfen...allerdings hast Du recht. Wenn die Weiterbildung so strukturiert ist, ist die gesamte Abteilung schlecht strukturiert. BeenThereDoneThatGotTheTshirt.

Pampelmuse
21.11.2016, 19:01
Wieviel sollte man denn im 1. Jahr operiert haben?

Kackbratze
21.11.2016, 21:36
Pro Woche 3 Eingriffe, piXDaumen

][truba][
22.11.2016, 11:21
Das wäre ja wirklich viel und wüschenswert. Ich hoffe, ich finde so eine Stelle.

Lava
23.11.2016, 12:55
Pro Woche 3 Eingriffe, piXDaumen

*rofl* An die Klinik will ich auch!

Fr.Pelz
23.11.2016, 13:20
Wieviel sollte man denn im 1. Jahr operiert haben?

Das hängt ja auch davon ab, wie man anfängt. In den ersten 2 Jahren macht man ja den Common trunk, bedeutet 6 Mon ITS und 6 Mon Notaufnahme und da operiert man ja eher nicht. (Lernt aber hoffentlich ZVKs, Wundversorgungen etc etc)
Auf 3 OPs pro Woche bin ich im ersten Jahr aber auch nicht gekommen. Man sollte halt drauf achten, dass man in den Diensten zb die septischen Punkte machen darf, das ist ein guter Start zum Anfang. Und es ist mMn ein Qualitätskriterium für Ausbildung, wenn man in den Diensten was machen darf und nicht alles nur aus Zeitgründen schnell vom Hintergrund wegoperiert wird. ;-)

arbeiter79
23.11.2016, 14:18
3 Eingriffe können vieles sein, 3x Abszess Eröffnung ist dann doch eher wenig

Lava
23.11.2016, 14:29
Also.... in meiner alten Klinik waren wir 16 Assistenten. Wir hatten idR zwei OP Säle. Das wären also 48 Eingriffe pro Woche, die von Assistenten durchgeführt werden sollten. Also ungefähr jeder. No f*cking way.

Kackbratze
23.11.2016, 15:50
3 Eingriffe können vieles sein, 3x Abszess Eröffnung ist dann doch eher wenig

Das stimmt. Im ersten Weiterbildungsjahr sollte man besser gleich die grossen Sachen machen.


Und was die Zahlen anbetrifft: bei uns ist das Ziel so gesteckt, dass das in etwa hinkommt. Austariert entsprechend Leistungsstand und Anwesenheit, im Endeffekt ist das Ziel, dass zum Facharzt der Katalog entsprechend realistisch gefüllt ist.

Was für uns spricht (auch wenn es keiner glaubt): unsere Assistenten bleiben, die die gehen, wechseln meist in andere Fachrichtungen, nicht in andere Kliniken.
Das kommt erst nach dem Facharzt.
Gegen Ende ist man eher mit assistieren der großen Eingriffe beschäftigt, aber man ist IM Op und nicht bloss Stationsaffe.

Fr.Pelz
23.11.2016, 18:40
3 Eingriffe können vieles sein, 3x Abszess Eröffnung ist dann doch eher wenig

Wir haben z.B auch einen Port-Saal donnerstags, da steht ein erfahrener OA und lehrt allen Assis Portanlagen und Entfernungen. Da kommt man dann auch mal auf 6 OPs an einem Tag.

arbeiter79
24.11.2016, 10:26
Andererseits kann man auch froh sein wenn man nicht viel operieren darf/muss. Als ich chirurgisch tätig war bin ich abends noch einmal ein ganzes Stück müder gewesen als sonst wenn ich den ganzen Tag im Op war und v.a. noch einige OPs selbst gemacht habe, das schlaucht schon.
Kommt natürlich auch drauf an wie hektisch die Stationsarbeit ist, bei uns war es ziemlich entspannt...

Gleichzeitig gilt immer, wer mehr macht macht auch mehr Fehler.

Und das Geld ist immer das gleiche.

Kackbratze
24.11.2016, 13:08
Andererseits kann man auch froh sein wenn man nicht viel operieren darf/muss. Als ich chirurgisch tätig war bin ich abends noch einmal ein ganzes Stück müder gewesen als sonst wenn ich den ganzen Tag im Op war und v.a. noch einige OPs selbst gemacht habe, das schlaucht schon.
Kommt natürlich auch drauf an wie hektisch die Stationsarbeit ist, bei uns war es ziemlich entspannt...

Gleichzeitig gilt immer, wer mehr macht macht auch mehr Fehler.


Kannst Du dich auch entscheiden? Viel operieren oder lieber garnicht operieren, damit man keine Fehler macht? Aber dann doch beschweren, dass man nicht genug operiert?
Und eigentlich geht es nur ums Geld?

Was willst Du eigentlich genau im Leben erreichen?

Evil
24.11.2016, 14:03
Ist doch klar: viel Kohle, kaum Arbeit.

anignu
24.11.2016, 17:52
Das ist doch mal ein Konzept. Verrätst du mir Details davon?

arbeiter79
28.11.2016, 12:40
Kannst Du dich auch entscheiden? Viel operieren oder lieber garnicht operieren, damit man keine Fehler macht? Aber dann doch beschweren, dass man nicht genug operiert?
Und eigentlich geht es nur ums Geld?

Was willst Du eigentlich genau im Leben erreichen?

Für mich persönlich gilt das alles nicht mehr. Ich bin ja schon eine Weile nicht mehr in einen chirurgischen Fachgebiet tätig.

Mein Einwand war daher mehr als kleiner Denkanstoß gedacht.
Alle wollen immer auf Teufel komm raus operieren, am Ende vllt auch mal fragen warum eigentlich und was verliert man wenn man nicht oft in den Op kommt.

Lava
28.11.2016, 13:27
am Ende vllt auch mal fragen warum eigentlich

Weil es der Teil vom Job ist, der am meisten Spaß macht?