Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welcher Facharzt ist gut als Teilzeit ? Und gut zum ins Ausland gehen ?
Grüß euch miteinander,
ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums und bin noch unsicher welches Fach ich machen soll.
Ich habe mir einige Fächer angesehen und generell habe ich mich überall wohlgefühlt, wenn das Team und die Arbeitszeiten in Ordnung waren.
Ich denke ich kann mich für so gut wie jedes Fach begeistern.
Sehr wichtig ist für mich allerdings die Freizeit, weil ich viele Interessen habe und mir Zeit mit Freunden und Familie sehr wichtig ist. Nach dem Facharzt möchte ich in Teilzeit arbeiten. Um die €2000 Netto/Monat bei 3 Tagen pro Woche wäre ausreichend. Je mehr, desto besser natürlich, aber ich bin nicht gierig. Freizeit ist mir wichtiger als Geld. Der Stundenlohn sollte eben passen.
Die Facharztausbildung möchte ich ganz normal in Vollzeit machen. Wichtig ist mir vor allem, dass es eine gute Ausbildung ist, die später viel gefragt ist und mir damit Flexibilität ermöglicht.
Es wäre auch ideal, wenn ich als Assistenzarzt gut nach 2 Jahren in eine andere Stadt wechseln könnte.
Ich möchte mir auch die Option offen halten ins Ausland zu gehen danach (Australien zB).
Es sollte also ein Fach sein, dass wenig regionale Unterschiede aufweist.
Ich denke derzeit viel über Anästhesie nach. Denkt ihr dieses Fach wäre eine gute Wahl für mich ?
Welche anderen Fächer kommen Euch in den Sinn, die sich für mich anbieten würden ?
Kackbratze
15.09.2015, 22:39
Schonmal an "reich heiraten" gedacht oder so?
Das was Du da schreibst klingt wie eine Einladung in den Swingerclub. Alles kann, nix muss, ausser das ich irgendwie später alles machen möchte mit möglichst wenig Aufwand und das überall.
Hast Du nicht noch vergessen, dass Du auch wenig Verantwortung haben möchtest? Das fehlt noch in der Auflistung des eierlegenden Wollmilchsau-Jobs.
Das was Du da schreibst klingt wie eine Einladung in den Swingerclub. Alles kann, nix muss, ausser das ich irgendwie später alles machen möchte mit möglichst wenig Aufwand und das überall.
+1
mich juckt schon wieder dieses "Achtung, Troll" in den Fingern.
Wobei ich erst noch schnell meine Habil geschenkt bekommen will um mich dann als Teilzeit-Chef mit 10 Wochenstunden airgendwo hinzubegeben wo man meine Begabung wirklich schätzt...
Deine Familie braucht dein Geld und nicht dich selber:-))
ChillenMitBazillen
16.09.2015, 00:06
Ich finde das jetzt nicht so verrückt, von vorne herein zu beschließen, dass einem das Privatleben wichtiger ist als die Arbeit. Und ja, ein Großteil der Bevölkerung kommt mit 2000€ netto zurecht.
Anästhesie ist mit Sicherheit ein Fach, in dem es nicht unüblich ist, Teilzeit zu arbeiten. In anderen Fächern wird es auch üblicher, es macht aber nicht immer Sinn. Sicherlich kann man in Teilzeit eine Station betreuen, die Übergabeverluste bei ständigem Wechsel des Arztes sind aber auch nicht zu verachten.
Such dir also ein Fach, in dem du die Arbeit für gut "stückelbar" hältst. Mir fallen da neben Anästhesie bspw. Radio oder Patho ein.
LasseReinböng
16.09.2015, 01:21
Anästhesie ist die sowohl was die Möglichkeit der Teilzeitarbeit als auch internationale Mobilität anbelangt am besten geeignet.
Ich finde das jetzt nicht so verrückt, von vorne herein zu beschließen, dass einem das Privatleben wichtiger ist als die Arbeit. Und ja, ein Großteil der Bevölkerung kommt mit 2000€ netto zurecht.
Anästhesie ist mit Sicherheit ein Fach, in dem es nicht unüblich ist, Teilzeit zu arbeiten. In anderen Fächern wird es auch üblicher, es macht aber nicht immer Sinn. Sicherlich kann man in Teilzeit eine Station betreuen, die Übergabeverluste bei ständigem Wechsel des Arztes sind aber auch nicht zu verachten.
Such dir also ein Fach, in dem du die Arbeit für gut "stückelbar" hältst. Mir fallen da neben Anästhesie bspw. Radio oder Patho ein.
Jep. Die "Stückelbarkeit" schien mir auch essentiell zu sein. Wie du geschrieben hast, führt es bei Fächern, wo Kontinuität im Patientenkontakt wichtig ist vermutlich zu suboptimalen Bedingungen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies zu Mehrbelastung bei den Kollegen, die Vollzeit arbeiten führen kann.
Ich möchte nicht Teilzeit arbeiten in einer Stelle, wo die Teilzeitarbeit den normalen Arbeitsablauf behindert.
Anästhesie ist die sowohl was die Möglichkeit der Teilzeitarbeit als auch internationale Mobilität anbelangt am besten geeignet.
Das beruhigt mich zu lesen. Mir ist vor allem wichtig, dass ich nichts übersehe, was meinen Plänen im Weg stehen könnte.
Ich werde mir jetzt für ein Monat einen Famulatur bzw PJ Platz in der Anästhesie suchen und dann hoffentlich eine gut informierte Entscheidung treffen können.
Was mir bei der Anästhesie auch positiv aufgefallen ist, ist dass man auch gut als Notarzt fahren kann, und vermutlich auch in Privat- und Tageskliniken was dazuarbeiten kann, wenn man mal mehr arbeiten will.
Entscheidend ist für mich, dass ich es mittelfristig "kontrollieren" kann, wieviel ich arbeite.
roxolana
16.09.2015, 11:37
Ich finde die Frage völlig in Ordnung. Ich will mich persönlich auch nicht totarbeiten und möchte sowohl als Assi als auch als FA Teilzeit arbeiten und plane im Moment Richtung Radio. Ich denke, internationale Mobilität sollte da auch kein Problem sein, oder?
WackenDoc
16.09.2015, 11:39
Man kann mit jeder Fachrichtung Notarzt fahren.
Aber so insgesamt hab ich ja gedacht, dass man sich das Fach danach aussucht, was einem fachlich liegt
roxolana
16.09.2015, 11:54
Er schreibt ja dass er sich für fast alles begeistern kann... Und in der Regel kann man im Vorfeld ja schwer abschätzen, ob einem was liegt, wenn man noch keine Arbeitserfahrungen darin gesammelt hat.
Man kann mit jeder Fachrichtung Notarzt fahren.
Aber so insgesamt hab ich ja gedacht, dass man sich das Fach danach aussucht, was einem fachlich liegt
Ich habe mir schon viele Fächer angesehen und konnte mir bis jetzt in jedem vorstellen gerne zu arbeiten. Ich habe gerne im OP genäht und assistiert, auf der Inneren die Patienten betreut oder auf der Psychatrie mich mit den Patienten beschäftigt.
Auch die "kleinen" Fächer mit ihrem Reiz sowohl konservativ als auch chirurgisch tätig zu sein sind mir gelegen.
Ich habe auch mehrere Monate rein wissenschaftlich gearbeitet und den ganzen Tag vorm PC oder Mikroskop zu sitzen macht mir auch nichts aus.
Das einzige was mich kontinuierlich gestört hat, war es wenn die Arbeitszeiten ausgeufert sind. Und man eben keine Kontrolle hatte wieviel man arbeitete.
Für mich ist der Arztberuf aber auch einfach nur ein Job und nicht meine Lebensberufung. Einen Job, den ich sehr gerne mache, solange ich genug Freizeit habe und mich auch anderen Dingen widmen kann.
Ich finde die Frage völlig in Ordnung. Ich will mich persönlich auch nicht totarbeiten und möchte sowohl als Assi als auch als FA Teilzeit arbeiten und plane im Moment Richtung Radio. Ich denke, internationale Mobilität sollte da auch kein Problem sein, oder?
Als ich in Nordschweden famuliert habe, sind dort viele Radiologie Befunde in Englisch gewesen, da einige ausländische Radiologen dort angefangen haben zu arbeiten und noch nicht gut genug Schwedisch konnten.
Von dem her schien es also sehr gut zu gehen.
WackenDoc
16.09.2015, 12:02
Naja- mit dem Notarztdasein ist das so ne Sache- die gibt es in vielen anderen Ländern nicht.
Viel Geld für wenig Arbeit gibt´s da auch nicht. Man muss erst einmal seine Schichten zusammen bekommen und vom Brutto bleibt netto nicht allzu viel über.
Wie viel man in der Schicht arbeitet ist völlig unterschiedlich. Ich fahr vorwiegend in der Landrettung mit so 3-5 Einsätzen/24 Stunden, die Stadtwache mit 5-10. Gibt aber auch Kollegen z.B. in Berlin oder Hamburg mit zweistelligen Einsatzzahlen alleine in einer 12-Stunden-Schicht, die ihre Wache nur zur Schichtübernahme und -übergabe sehen. Überstunden- hängt von der Wache ab, aber sie sind unkontrollierbar.
roxolana
16.09.2015, 12:02
Als ich in Nordschweden famuliert habe, sind dort viele Radiologie Befunde in Englisch gewesen, da einige ausländische Radiologen dort angefangen haben zu arbeiten und noch nicht gut genug Schwedisch konnten.
Von dem her schien es also sehr gut zu gehen.
Danke, gut zu wissen. Schweden ist bei mir auch eine der Auswanderungsoptionen...
Naja- mit dem Notarztdasein ist das so ne Sache- die gibt es in vielen anderen Ländern nicht.
Viel Geld für wenig Arbeit gibt´s da auch nicht. Man muss erst einmal seine Schichten zusammen bekommen und vom Brutto bleibt netto nicht allzu viel über.
Wie viel man in der Schicht arbeitet ist völlig unterschiedlich. Ich fahr vorwiegend in der Landrettung mit so 3-5 Einsätzen/24 Stunden, die Stadtwache mit 5-10. Gibt aber auch Kollegen z.B. in Berlin oder Hamburg mit zweistelligen Einsatzzahlen alleine in einer 12-Stunden-Schicht, die ihre Wache nur zur Schichtübernahme und -übergabe sehen. Überstunden- hängt von der Wache ab, aber sie sind unkontrollierbar.
Viel Geld für wenig Arbeit ist gar nicht mein Ziel.
Die Zeit, die ich in der Arbeit bin, darf durchaus sehr viel zu tun sein.
Wichtiger ist mir dass die Arbeitszeiten geregelt sind und eben, dass man mittelfristig kontrollieren kann wieviele Tage in der Woche man arbeitet.
Ich dachte mir eher, mehr Notarzt Schichten zu übernehmen, wenn ich mehr arbeiten möchte zusätzlich zu meiner Teilzeit Anstellung.
Ist das gut möglich, oder geht das eher schwer mittelfristig mehr Schichten zu bekommen ?
WackenDoc
16.09.2015, 12:32
Kommt drauf an- ich muss schon zusehen, dass ich genug Schichten im Monat zusammen bekomme.
Ich bekomm regelmäßig Angebote über die Börse, die einen schlechteren Stundenlohn haben und mit einer langen Anreise verbunden sind.
Und in deinem Fall müssten die NEF-Schichten ja auch noch mit deiner regulären Arbeit koordiniert werden.
Die meisten Schichten für Honorarkräfte sind übrigens entweder Nachtschichten, oder 24h. Am Wochenende meist 24h.
Danke, gut zu wissen. Schweden ist bei mir auch eine der Auswanderungsoptionen...
Dänemark und Schweden sind was die work-life balance betrifft wirklich ein Traum.
Da es aber eben so ruhig dort oben ist, tendiere ich eher dazu den Facharzt für mehr "handwerkliche" Disziplinen, wo man denke ich einfach viele Fallzahlen braucht um gut zu werden bei uns zu machen.
Ich denke gerade bei Anästhesie muss man vermutlich einfach viele Patienten und Notfälle erleben um gute Sicherheit zu erlangen.
Onkologie ist dort oben aber zB fabelhaft, da man richtig viel Zeit für die individuellen Patienten hat und eine richtig gute Betreuung durch die Oberärzte und Chefs bekommt.
WackenDoc
16.09.2015, 12:35
Übrigens- weniger Verdienst bedeutet auch weniger Rente.
In jedem Fach braucht man möglichst hohe Fallzahlen um richtig gut zu werden.
Kommt drauf an- ich muss schon zusehen, dass ich genug Schichten im Monat zusammen bekomme.
Ich bekomm regelmäßig Angebote über die Börse, die einen schlechteren Stundenlohn haben und mit einer langen Anreise verbunden sind.
Und in deinem Fall müssten die NEF-Schichten ja auch noch mit deiner regulären Arbeit koordiniert werden.
Die meisten Schichten für Honorarkräfte sind übrigens entweder Nachtschichten, oder 24h. Am Wochenende meist 24h.
Erstmal vielen Dank für deine Erfahrungsberichte. Das ist sehr wertvolle Information für mich :-)
Ist die Situation als Notarzt generell so, oder gibt es größere Unterschiede vom ländlichem zum städtischen Bereich ?
Du hast geschrieben, dass deine Notarzt Kollegen in Großstädten sehr viele Einsätze pro Schicht haben.
Ist es dann auch einfach Schichten zu bekommen in Großstädten oder hängt das damit nicht zusammen ?
Übrigens- weniger Verdienst bedeutet auch weniger Rente.
In jedem Fach braucht man möglichst hohe Fallzahlen um richtig gut zu werden.
Das mit der Rente ist wichtig zu beachten, das stimmt.
Das mit den Fallzahlen ist so eine Sache, denke ich. Wenn man einen so hohen Patientenumsatz hat, dass man sich um keinen einzigen mehr wirklich entsprechend kümmern kann, lernt kaum etwas.
Ich habe das sehr deutlich in einer hoffnungslos überlaufenen Akutpsychiatrie in einer Großstadt erlebt und auch in einer Inneren Station.
Die Assistenzärzte waren dort notgedrungen einfach nur Systemerhalter. Viel gelernt haben die dort nicht.
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