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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Derartige Unentschlossenheit



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JellyBelly123
25.09.2015, 00:37
@chris
Ich kann deine Sorgen so sehr gut verstehen. Ich finde du solltest es probieren. Wenn man nach 1-2 Semestern merkt, dass es doch alles zuviel ist kann man sich ja schließlich jederzeit wieder eineStelle im alten Job suchen, da solltest du es als IT ler ja nicht so schwer haben.
So habe ich es jetzt zumindest für mich entschieden. Probieren sollte man es auf jedenfall- meine Meinung! Ich werde jetzt an dem WS anfangen mit dem Med Zweitstudium und ich zweifle um ehrlich zu sein jeden Tag an der Entscheidung. Es ist finanziell nahezu unmachbar und ich habe kaum Rücklagen. Ein Vollzeit Studium und nebenbei zwei vers. Jobs, gesundheitlich leider auch nicht ganz auf dem Dampfer und Pendeln muss ich auch noch zur Uni. Ich hab schon etliche Zeitpläne an meinen Stundenplan angepasst aber selbst bei 24/7 Vollgas fragt man sich woher man die ganze Zeit nehmen soll.
Bei mir stört auch gerade dieses Gefühl der Benachteiligung, man hat irgendwie das Gefühl man kann nicht alles geben wie die jungen Frischabiturienten, weil man ja nebenbei noch 20-25h/Woche arbeiten muss, einen Haushalt, Ehe, Kinder oder sonstwas hat. Mich stört diese Vorstellung irgendwie nicht ganz konkurrenzfähig sein zu können- hört sich jetzt blöd an aber vll wisst ihr was ich meine.
Chris ich kann dir nur empfehlen es zumindest zu versuchen, das werde ich auch tun. Aber im Hinterkopf jederzeit die Reißleine haben, die einen Notfalls immer in den alten Job zurückbringen kann.

WackenDoc
25.09.2015, 07:12
Mal eben zu Hause bleiben, weil das Kind krank ist funktioniert auch nur im normalen Vorlesungsbetrieb. In Semestern mit vielen Praktika ist das eben nicht so einfach möglich- evtl. lassen die Dozenten mal mit sich reden was einen zusätzlichen Fehltermin angeht, aber irgendwann ist da auch eine Grenze erreicht. Und Lernphasen mit krankem Kind, was man betreuen muss, werden auch nicht gerade witzig sein.

Das ist bei einem normalen Arbeitgeber deutlich einfacher.

Jule-Aline
25.09.2015, 08:30
Mal eben zu Hause bleiben, weil das Kind krank ist funktioniert auch nur im normalen Vorlesungsbetrieb. In Semestern mit vielen Praktika ist das eben nicht so einfach möglich- evtl. lassen die Dozenten mal mit sich reden was einen zusätzlichen Fehltermin angeht, aber irgendwann ist da auch eine Grenze erreicht. Und Lernphasen mit krankem Kind, was man betreuen muss, werden auch nicht gerade witzig sein.

Das ist bei einem normalen Arbeitgeber deutlich einfacher.

Das denkst du.Wenn die Kollegen(v.a. ohne Kinder)mit den Augen rollen und bissige Bemerkungen abgeben,finde ich das anstrengender.

WackenDoc
25.09.2015, 08:53
Stimmt- ein Semester dran hängen, weil man die Prüfung nicht mitschreiben kann oder zu viel Fehltage im Praktikum hat, ist natürlich viel entspannter.

Absolute Arrhythmie
25.09.2015, 10:47
Vor allem wenn man Schwierigkeiten mit der Finanzierung hat ^^

Thunderstorm
25.09.2015, 11:15
Mal dazwischen gefragt: mit welchem Stundenlohn könntest Du denn bei einem Nebenjob im IT-Bereich rechnen? Kommst Du da mit max. 80 Std. im Monat auf 1000€?
Ich habe das Studium (ohne Kinder, aber eigener Haushalt in München) wie folgt finanziert: Überstundenkonto aufgebaut, während dem Semester 1/4 Vertrag (40 Std. pro Monat = 5x arbeiten - meist Fr.-So.) gearbeitet + 1/4 Vertrag vom Überstundenkonto genommen = ergibt 1/2 Vertrag (irgendwas zwischen 900-1100 € - je nach Zulagen). In den Semesterferien habe ich nach KPP bzw. Famulaturen rangeklotzt und die genommenen Überstunden (und etwas mehr) wieder reingearbeitet (1/2 bis ganzer Vertrag, also 80-160 Std. im Monat). Aber überarbeitet habe ich mich (mal abgesehen vom PJ) wirklich nicht.
Und Du wirst vermutlich im IT-Bereich deutlich mehr als 9€ brutto verdienen nehme ich an?
Also alles kein Hexenwerk!
Klar kommt bei Dir noch die Familie dazu - und die Umstellung auf das Lernen - aber auch das geht, wie ich an meinen Freunden (auch schon Ü30 + Familie) sehen kann.
Und was das Lernen betrifft: ich habe auch erst mit 32 angefangen und im 1. Semester war es hart, wieder ins Lernen reinzukommen und ich habe in der Vorklinik so manche Klausur 2-3x geschrieben. Aber eigentlich lag es primär daran, dass ich erstmal herausfinden musste, was wichtig und was unwichtig ist - das ist eigentlich das größte Geheimnis. Und trotz allem habe ich nicht mehr als max. 4 Std. am Tag etwas zusammengeschrieben bzw. gelernt (und das auch nicht jeden Tag - mal abgesehen vom Präpkurs).
Fazit: wo ein Wille ist - ist auch ein Weg! Es wird so manches vermutlich nicht auf Anhieb klappen, vielleicht brauchst Du auch ein paar Semester länger (ist wirklich egal!), weil Dir Deine Familie wichtiger ist und Du wirst zwischendurch des Öfteren mal über den Lernstoff u.ä. fluchen, aber wenn es Dein Traum ist, dann probiere es aus!

EVT
25.09.2015, 21:09
Stimmt- ein Semester dran hängen, weil man die Prüfung nicht mitschreiben kann oder zu viel Fehltage im Praktikum hat, ist natürlich viel entspannter.

Naja, dafür hat er ja noch die Frau, die kindkrank nehmen kann. ;-) Oder andere Verwandte, Babysitter etc.
Zusammen mit Fehlterminen, Tauschen, Wiederholungsprüfungen sollte man das dann irgendwie hinkriegen.
Als Alleinerziehender wäre das natürlich deutlich schwieriger.

JellyBelly123
26.09.2015, 09:53
Wenn man wenigstens das blöde KPP von 3Monaten auf 3Wochen kürzen könnte, dann könnte man in den Semesterferien Vollzeit arbeiten für das kommende Semester.....Aber da muss man dann auch noch 3Monate gratis arbeiten, gibt ja sonst nichts zu tun 😡

kk1909
26.09.2015, 10:20
Hallo ChrisDeDisk! Mein Mann und ich waren in einer ähnlichen Situation. Allerdings hatte er das Studium schon begonnen als ich schwanger wurde. Ich habe weiter gearbeitet, dann ein Jahr Elternzeit genommen und danach auf 75%Basis wieder gearbeitet. Der Kleine war mit 1 Jahr in der Kinderkrippe. Mein Mann hat im Studium noch nebenbei in einem Schlaflabor gearbeitet. Dann haben wir noch ein Kind bekommen, ging organisatorisch genauso.
Also ich möchte damit sagen : es geht auf jeden Fall, aber es wird nicht einfach. Und man hat auf jeden Fall Zeit für sein Kind, ich denke mehr als später, wenn man im Schichtdienst arbeitet.
Ich finde wenn du so unglücklich in deinem Job bist und die Medizin das ist, was du tun möchtest ist es die Mühe wert!
In welcher Stadt lebt ihr?
Schöne Grüße, kk1909

Leni_Nou
26.09.2015, 22:33
Zum Thema Finanzierung: KfW käme in Frage (Altersgrenze liegt bei 44), bzw. Finanzierung von der Deutschen Bildung (nach der Vorklinik).

davo
27.09.2015, 14:57
Deine Hauptsorge scheint ja nicht die finanzielle Seite zu sein, sondern vielmehr das Studium selbst. Und da sage ich: Wenn du schon ein Medizininformatik-Studium erfolgreich abgeschlossen hast, dann wirst du auch das Medizinstudium schaffen. Man muss sehr viel Zeit für das Studium aufwenden, aber es ist viel weniger pures Auswendiglernen als ich mir anfangs gedacht hatte. Von denen, die mit mir angefangen haben, haben bisher nur zwei abgebrochen, davon einer aus mangelndem Interesse, und ich kenne nur eine einzige Person, deren Studienerfolg bis dato ernsthaft gefährdet ist. Es gibt natürlich relativ viele Leute, bei denen sich das Studium etwas verzögert hat, aber ernsthafte Probleme scheinen sehr selten zu sein.

WENN also die Finanzierung gesichert ist, WENN du das mit deiner Frau geklärt hast, und WENN du bereit bist, dich voll und ganz aufs Studium einzulassen (wenn man es "nur mal so probiert", ist die Wahrscheinlichkeit, dass was schiefgeht, IMHO viel höher), dann wirst du es höchstwahrscheinlich auch schaffen.

Fl1pstar
02.10.2015, 19:13
Wie stellst du dir das denn nach dem Studium vor?

Du hast dann nen Job in ner Klinik... als 45-jähriger Rookie auf Station mit dem gleichen Fachwissen wie dein 25-jähriger Assistenzarztkollege, es herrscht ne unangenehme Ellbogenmentalität, das Riesenarschloch von Oberarzt (10 Jahre jünger, versteht sich) kommandiert dich herum und die Stationsschwester, die insgeheim auch immer Medizin studieren wollte... die sparen wir uns jetzt, ok!?
On top kommen nervige Patienten, Horror-Dienste und Überstunden... klar.

Zugegeben - ein etwas vorurteilsbeladenes Worstcase-Szenario. Was ich damit aber sagen möchte:

Ich glaube mit Mitte 40 wird es im Klinikalltag echt schwerer, sich Akkzeptanz und Standing zu erarbeiten.
Und wenn du das nicht hast, ist der Arbeitsalltag doch für die Katz. Macht dann einfach nicht glücklich.

Ich studiere selbst Medizin als Zweitstudium. Wenn's glatt läuft bin ich mit 33 fertig und ich denke hin und wieder an solche Szenarien.

Das Geldargument zieht imho nicht, da der durchschnittliche Arzt nun nicht exorbitant verdient. Außerdem musst du das Geld einrechnen, das du über's ganze Studium reinpumpst, und die fehlende Altersvorsorge.

Weiß nicht, ich würde es unter deinen Voraussetzungen wohl nicht machen.

Just my two cents.

davo
02.10.2015, 19:27
Ach Quatsch. In so einer stereotyp schlechten Abteilung ist die Arbeit für jeden scheiße. Glücklicherweise gibts auch viele Abteilungen, in denen der Alltag ein ganz anderer ist. Und gerade wenn man etwas älter ist, ist die Wahrscheinlichkeit, mies behandelt zu werden, im Vergleich niedriger - hab ich im Pflegepraktikum oft erlebt.

Nurbanu
02.10.2015, 21:41
Und gerade wenn man etwas älter ist, ist die Wahrscheinlichkeit, mies behandelt zu werden, im Vergleich niedriger - hab ich im Pflegepraktikum oft erlebt.

Dito. Wer vorher gearbeitet hat (statt "nur" studiert), der hat Biss im Berufsalltag. Leute mit Lehre haben das Verhalten in einem Unternehmen gelernt. Soft skills ;-)

Solara
02.10.2015, 21:48
Wie stellst du dir das denn nach dem Studium vor?

Du hast dann nen Job in ner Klinik... als 45-jähriger Rookie auf Station mit dem gleichen Fachwissen wie dein 25-jähriger Assistenzarztkollege, es herrscht ne unangenehme Ellbogenmentalität, das Riesenarschloch von Oberarzt (10 Jahre jünger, versteht sich) kommandiert dich herum und die Stationsschwester, die insgeheim auch immer Medizin studieren wollte... die sparen wir uns jetzt, ok!?
On top kommen nervige Patienten, Horror-Dienste und Überstunden... klar.

Zugegeben - ein etwas vorurteilsbeladenes Worstcase-Szenario. Was ich damit aber sagen möchte:

Ich glaube mit Mitte 40 wird es im Klinikalltag echt schwerer, sich Akkzeptanz und Standing zu erarbeiten.
Und wenn du das nicht hast, ist der Arbeitsalltag doch für die Katz. Macht dann einfach nicht glücklich.

Ich studiere selbst Medizin als Zweitstudium. Wenn's glatt läuft bin ich mit 33 fertig und ich denke hin und wieder an solche Szenarien.

Das Geldargument zieht imho nicht, da der durchschnittliche Arzt nun nicht exorbitant verdient. Außerdem musst du das Geld einrechnen, das du über's ganze Studium reinpumpst, und die fehlende Altersvorsorge.

Weiß nicht, ich würde es unter deinen Voraussetzungen wohl nicht machen.

Just my two cents.

Woher stammt deine Überzeugung, wie es einem Assistenzarzt mit 40 so geht?

Kenn genügend Absolventen älteren Semesters - die faszinierenderweise alle derartige Probleme nicht kennen. Auch nicht in begehrten Kliniken oder Städten ...

Wahrscheinlich lässt sich der/die mit solch unzumutbaren Abteilungen gar nicht langfristig ein, wer macht das heute überhaupt noch?

eny
24.10.2015, 10:41
Wie stellst du dir das denn nach dem Studium vor?

Du hast dann nen Job in ner Klinik... als 45-jähriger Rookie auf Station mit dem gleichen Fachwissen wie dein 25-jähriger Assistenzarztkollege, es herrscht ne unangenehme Ellbogenmentalität, das Riesenarschloch von Oberarzt (10 Jahre jünger, versteht sich) kommandiert dich herum und die Stationsschwester, die insgeheim auch immer Medizin studieren wollte... die sparen wir uns jetzt, ok!?
On top kommen nervige Patienten, Horror-Dienste und Überstunden... klar.

Nun, so hart es klingt, jeder entscheidet im Leben für sich und trägt die Konsequenzen.
Im Grunde muss jeder selber wissen, was er möchte und was er/sie bereit ist, dafür zu tun, und auch die Konsequenzen tragen, dahingehend, dass, wenn ich mich gegen etwas entscheide, ich damit rechnen muss, das mir Leute begegnen werden, die es gemacht haben und wie ich dann damit umgehen will oder kann.

gabe
29.11.2015, 08:45
Vor 5 Jahren hætte ich gesagt, klar, hau rein, du musst deinen Traeumen nachgehen. Mittlerweile wuerde ich sagen: lass es sein. Du bist schon relativ alt, wenn du fertig bist 45 also nur noch 20 Jahre um Geld reinzuholen vor deiner Berentung.
Egal wie geil man Medizin findet oder wieviel Spass es macht, irgendwann ist es trotzdem nur noch ein Job, und der muss in erster Linie Geld zum Leben fuer die Famlie einbringen.
Hinzu kommen Dienste, die man mit 45 sicher nicht mehr so easy wegsteckt, angesprochenes hierarchie/standing problem was ich schon auch sehe.
Also frag dich wirklich ob es wirklich sein muss mit Medizin.

bremer
23.01.2016, 21:19
ich habe nach meinem Informatikstudium Medizin studiert und habe vor kurzem erfolgreich das 3. Staatsexamen in Regelstudienzeit abgeschlossen (allerdings bin ich auch etwas jünger) und auch wenn ich das Wissen, was ich durch das Studium erworben habe, niemals mehr missen möchte, würde ich es heutzutage genauso nüchtern wie gabe sehen.
Ich hatte auch nur 400€ NebenJobs, dank Unterstützung und meinen bescheidenen Lebensstils hatte es aber gut ausgereicht.

MsLifeunderRock
05.02.2016, 09:06
In meinem Semester kenne ich leider einige Ü35, die nicht Schritt halten können. Zugegeben die meisten von ihnen haben sich wohl eher spontan überlegt Medizin zu studieren. Aber es gibt auch welche, die es unbedingt wollten und leider an den Umständen scheitern. Kind muss betreut werden, da Frau Vollzeit arbeitet und auch der Haushalt muss nebenher laufen, dann vielleicht noch pendeln (Nebenjob mal außen vor). Das ist alles sehr zeitaufwändig und im Endeffekt bleiben einem nur wenige Stunden um zu lernen. Sodass es bereits jetzt nicht mehr mit der Regelstudienzeit klappt.
Ich kenne allerdings auch Fälle, in denen das mit Kind gut klappt. Da sind die Großeltern aber auch mit eingeplant.

Ich würde es glaub ich an deiner Stelle auch nicht mehr machen, weil ich einfach nicht mit Regelstudienzeit rechnen würde (damit rechne ich als Wartezeitler mit 27 auch nicht) und die Zeit, die ich nachher noch verdiene "zu kurz" ist um den Verdienstverlust aufzuholen.
Wenn du es aber wirklich möchtest und deine Frau mitspielt probiere es aus. Ich würde mir jedenfalls nichts vormachen, wenn es nicht so gut klappt (dass heißt wenn die Anzahl an Klausuren, die du vielleicht noch ein drittes Mal schreiben musst die Anzahl von Klausuren/Prüfungen übersteigt, die du auf Anhieb bestehst) und dann ggf. Die Notbremse ziehen.

Arrhythmie
05.02.2016, 10:35
Und weißt was ich machen würde?

Gar nichts auf das geben was andere sagen/schreiben/denken und mein Ding durchziehen. Seit ich das selber so mache geht es mir deutlich besser, ich kann meine Wünsche verwirklichen & ich muss niemand anderen dafür verantwortlich machen, wenn mal etwas nicht so läuft wie es sollte.

Ich persönlich hätte nicht damit leben können, diese Chance nicht genutzt zu haben.

(Ende 20, demnächst im 4. Semester (Regelstudienzeit) & zufrieden)