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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2. Tag A29/B23: Desinfektion bei Clostridien



pmh69
14.10.2015, 17:55
Seid ihr sicher, dass es etwas bringt, sich gegen Clostridiensporen zusätzlich zum Alkohol die Hände zu waschen?

bvr72
14.10.2015, 18:12
Yes, weil es Sporen sind.
Dumme Frage auf jeden Fall...

Unregistriert
14.10.2015, 18:14
nein! zusätzlich hände waschen ist richtig!!! - fragt mal beim robert-koch-institut ;)

Unregistriert
14.10.2015, 18:17
nein! zusätzlich hände waschen ist richtig!!! - fragt mal beim robert-koch-institut ;)

sorry also statt nein "ja"^^

avh92
16.10.2015, 14:54
Das RKI empfiehlt eindeutig Händewaschen bei Clostridien!!! ANfechtbar meiner Meinung nach was sagt ihr?

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Erreger_ausgewaehlt/Clostridium/Clostridium_pdf_02.pdf?__blob=publicationFile

yvm17
16.10.2015, 18:26
ja aber hände waschen war doch richtig, das können wir wohl nicht anfechten

ich wäre eher dafür was zu suchen, dass Flächendesinfektion hilft, oder diese 85% Alkohol...da gibts vielleicht auch einiges an papers...ist ja egal warum sie die frage rausnehmen, hauptsache weg :-kotz

yvm17
16.10.2015, 18:38
http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2699/2699.pdf

"Neben den Stoffen, die eine Germination herbeiführen, sind auch
Stoffe bekannt, wie beispielsweise Chenodeoxycholate, Glutaraldehyd, Phenole etc., die den
Keimungsprozess hemmen[Russell, A. D., 1990; Akoachere, M. et al., 2007; Alvarez Z., A.-
S. E., 2007; Sorg, J. A. & Sonenshein, A. L., 2009]. Bei chemischen Wirkstoffen ist in der
Regel ihre gegenwärtige Konzentration und die Einwi
rkzeit für die Germination entscheidend.
Werden z.B. zu geringe Konzentrationen eingesetzt,
wird die Germination gehemmt. Im
Bereich der Desinfektionsmitteltestung wird in dies
em Fall häufig von einem sporostatischen
Effekt [Russell, A. D., 1990] gesprochen. "

dazu die stelle aus der quelle oben (RKI):

"Desinfektion und Reinigung von Flächen:
- Tägliche Wischdesinfektion (bevorzugt unter Anwendung von Oxidantien z.B.
Peressigsäure, oder Natrium-Hypochlorit) der patientennahen (Handkontakt-) Flächen
(z.B. Nachttisch, Bettgestell, Nassbereich/Sanitärbereich, Toiletten, Türgriffe). Bei Bedarf
sind die Desinfektionsmaßnahmen auf weitere kontaminationsgefährdete Flächen
auszudehnen und die Frequenz zu erhöhen (s. auch „
Anforderungen an die Hygiene bei
der Reinigung und Desinfektion von Flächen
“). Bei gezielter Desinfektion sind grobe
Verunreinigungen zunächst hygienisch einwandfrei (z.B. mit Zellstoff) aufzunehmen und
zu entsorgen sowie die Wirkungsgrenzen der eingesetzten Desinfektionsmittel (z.B.
durch organische Belastung) zu beachten. Das durchführende Personal muss
diesbezüglich geschult sein."

NATO Koch
20.10.2015, 17:58
Dann warum gilt das nicht für Frage 27 ?LG

yvm17
21.10.2015, 07:29
Dann warum gilt das nicht für Frage 27 ?LG

Ich denke eben das würde gelten, gab aber wohl niemeanden, der das auch so sieht. Wollte eigentlich nur noch helfen, wenn jemand noch ne Frage rügen will.

Ich selbst werde nicht rügen, weil ich dazu weder Zeit, noch Ambitionen habe. :-blush

gioia
21.10.2015, 09:00
Aber sowohl bei Frage 27 als auch 29 geht es um die dringlichsten und unmittelbaren Maßnahmen, und das sind nun mal Isolation bei Norovirus bzw. Hände waschen bei Clostridien. Phenole usw sind ja nicht falsch, stellen aber eben nicht die dringlichste Maßnahme dar.

abbahallo
24.10.2015, 18:50
@avh92 anfechtbar (höchst wahrscheinlich) unter Verweis auf RKI, gleich zwei mal:

1. unter "Anwendung von Barrieremaßnahmen" siehe hier https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Clostridium.html

"Sorgfältige Händehygiene nach direktem Patientenkontakt, Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Flächen sowie nach Ablegen der Handschuhe vor Verlassen des Zimmers."
....
"Bei SICHTBARER Verschmutzung der nicht geschützten Haut erzielt das Waschen der Hände die wesentliche Reduktion der Erregersporen."

=> davon ist im Text nicht die Rede.

2. unter http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Erreger_ausgewaehlt/Clostridium/Clostridium_pdf_02.pdf?__blob=publicationFile

ebenfalls unter Anwendung von Barrieremaßnahmen:
"- Sorgfältige Händehygiene nach direktem Patientenkontakt, Kontakt mit erregerhaltigem
Material oder kontaminierten Flächen sowie nach Ablegen der Handschuhe vor Verlassen des Zimmers. Grundsätzlich wird für die Pflege von Patienten mit CDAD das Tragen von Handschuhen empfohlen. Bei sichtbarer Verschmutzung der nicht geschützten Haut erzielt das Waschen der Hände die wesentliche Reduktion der Erreger. Aufgrund der Toleranz der Sporen gegen alkoholische Händedesinfektionsmittel wird insbesondere vor der Zubereitung von Speisen/ Sondenkost neben einer Händedesinfektion eine Händewaschung empfohlen. Dabei werden die Hände zuerst wie üblich DESINFIZIERT, um die Wirkung des alkolischen Händedesinfektionsmittels nicht durch Restfeuchte zu beeinträchtigen und danach die (trockenen) Hände gründlich gewaschen und aus Gründen des Hautschutzes getrocknet.
Die Regeln der Händedesinfektion vor der Durchführung von Maßnahmen an (anderen) Patienten bleiben hiervon unberührt."

=> ergo desinfizieren mit einem niedrig-alkoholischen Händedesinfektionsmittel, was Antwort E ja voraussetzt ["Einsatz eines höher konzentrierten (85%igen) alkoholischen Händedesinfektionsmittels"] und ggf bei besonderen Tätigkeiten wie Speisenzubereitung/Sondenkosten danach zu desinfizieren.
=> davon steht im Falltext ebenfalls nichts.



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Der Text fragt wie eine Wahrscheinlichkeit der "Verbreitung der Erreger" verringert werden kann.
OB Erreger=Sporen zu setzen ist, ist diskutierbar.

gioia
24.10.2015, 21:52
Leider ist nur die Frist zum Fragen anfechten nun vorbei.. Geht nur bis spätestens eine Woche nach dem Examen..