Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsunfähigkeit
Wenn man mal googelt wird man viele Beiträge von Mitarbeitern der ärztlichen Versorgungswerke finden, die konstatieren, dass man mit den Leistungen der Versorgungswerke solide abgesichert ist. Auf der anderen Seite habe ich selbst miterlebt, dass einem die Vertreter der privaten BUs ja mehr oder weniger aggressiv suggerieren, dass der Abschluss einer privaten BUV unabdingbar sei. Sämtliche meiner Kommilitonen, die eine private BU abgeschlossen haben, sind von den Vertretern selbst "kalt aquiriert" worden. Das kann man ja auch mal hinterfragen. Bei mir war es so, dass ich einen Termin bei Horbach und einen bei der DÄV hatte (Horbach hatte mir Amboss gezahlt, die DÄV ein Fotobuch vom Jahrgang und Prosecco am Tag der letzten Klausur) und danach da raus bin und dachte "ich brauche unbedingt eine private BU". Ich glaube nicht, dass da jeder die gedankliche Reißleine ziehen kann. Unabdingbar ist eine private BU nämlich keineswegs. Damit eine private BUV Sinn macht muss ja im Pronzip der Fall eintreten, dass man so erkrankt, dass
A) Das Versorgungswerk NICHT zahlt
B) Die private BU SEHR WOHL zahlt (was die auch nicht immer wollen)
C) Man zwar über 50% berufsunfähig ist, aber auch nicht mehr arbeiten WILL
Was ich mit C meine: selbst wenn ich später nicht mehr als Chirurg arbeiten kann, gehe ich im Moment davon aus, dass es mir immer noch lieber wäre beim MDK zu arbeiten als den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und Däumchen zu drehen. Es gibt natürlich Fälle (bestimmte psychische Erkrankungen z.B.), in denen das nicht so ein mag, aber dann wird man sich wohl auch 100% berufsunfähig schreiben lassen können und es zahlt das Versorgungswerk.
Es bleibt, für mich persönlich, also nur eine sehr geringe Zahl von Restszenarien, in denen eine private BU für mich Sinn machen würde. Und um für diese eventuellen Fälle abgesichert zu sein, sind mir die monatlichen Beiträge zu teuer (ich bin allerdings schon ü30).
Also mal meine persönliche Meinung! Ich habe KEINE BU, bin Ü40 und werde auch keine abschließen.
Gut, ich bin nicht verbandelt, habe kein Jungvolk oder sonst irgendwelche Verpflichtungen.
Das spielt aber in meinen Augen auch keine Rolle.
Ich bin der Meinung, dass sich die Deutschen an und für sich total gerne gegen ALLES versichern.
Was ansich völliger Quatsch ist. Es gibt sicherlich ein paar Versicherungen, die absolut unerlässlich sind, als da wären: private (und z.T. berufliche) Haftpflicht, Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung fürs Auto, z.B.
Aber wenn man sich gerade mal die "Teilnahmebedingungen" für BU's durchliest, dann kann man es IMHO auch lassen.
Was zahlt mir denn die BU, was das VW nicht bezahlt? Gut, das VW zahlt erst quasi bei Rückgabe der AO. Aber zahlt denn eine BU besser / mehr? Wenn der Chirurg sich ein paar Finger amputiert, dann muss man aber auch genau nachsehen, ob die BU dafür auch gerade steht. Und wenn man solche "Kleinigkeiten" mit in den Vertrag nimmt, dann sieht man sich aber auch gerne mal größeren Ausgaben gegenüber...
Wie oben schon mal gesagt: unabhängigen Vertreter suchen und ein bißchen Geld investieren zahlt sich sicher aus. Und auf keinen Fall direkt nach Besuch eines Versicherungsvertreters irgendwas unterschreiben.
Und nochmal: die Deutschen sind sicherlich die am überversichertsten Menschen der Welt!
DrSkywalker
15.12.2015, 14:07
Wow, das ist das erste mal dass in diesem Forum zum Thema BU 3 höchst unsterstüzenswerte Beiträge am Stück gepostet werden! Diesen Thread sollte man pinnen!
Mich macht es immer sehr ratlos und ich schwanke zwischen Belustigung und Schockstarre wenn ich sehe, welche Verträge sich arme Mediziner teilweise aufschwatzen lassen. Und im Laufe des Berufslebens wird es nicht besser, oft sogar schlimmer! MEdiziner gelten bei Versicherungsberatern als sehr leichte Opfer.
Matzexc1
15.12.2015, 14:27
Wow, das ist das erste mal dass in diesem Forum zum Thema BU 3 höchst unsterstüzenswerte Beiträge am Stück gepostet werden! Diesen Thread sollte man pinnen!
Mich macht es immer sehr ratlos und ich schwanke zwischen Belustigung und Schockstarre wenn ich sehe, welche Verträge sich arme Mediziner teilweise aufschwatzen lassen. Und im Laufe des Berufslebens wird es nicht besser, oft sogar schlimmer! MEdiziner gelten bei Versicherungsberatern als sehr leichte Opfer.
Die Unbegeisterung der Ärzte Finanz-Vertreterin als ich abgelehnt hab war deutlich. Vorsicht ist aber allgemein angeraten,bei der Württ bin ich weil ich den Vertreter persönlich kenne und ihm vertraue
Apropos gute Beiträge: Deiner auf der vorherigen Seite ist korrekt,präzise und hilft einem,bzw.mir nicht weiter.
Gratuliere,du wirst zum Ingenieur ehrenhalber erklärt ;-)
Matzexc1
15.12.2015, 14:28
Wow, das ist das erste mal dass in diesem Forum zum Thema BU 3 höchst unsterstüzenswerte Beiträge am Stück gepostet werden! Diesen Thread sollte man pinnen!
Mich macht es immer sehr ratlos und ich schwanke zwischen Belustigung und Schockstarre wenn ich sehe, welche Verträge sich arme Mediziner teilweise aufschwatzen lassen. Und im Laufe des Berufslebens wird es nicht besser, oft sogar schlimmer! MEdiziner gelten bei Versicherungsberatern als sehr leichte Opfer.
Die Unbegeisterung der Ärzte Finanz-Vertreterin als ich abgelehnt hab war deutlich. Vorsicht ist aber allgemein angeraten,bei der Württ bin ich weil ich den Vertreter persönlich kenne und ihm vertraue
Apropos gute Beiträge: Deiner auf der vorherigen Seite ist korrekt,präzise und hilft einem,bzw.mir nicht weiter.
Gratuliere,du wirst zum Ingenieur ehrenhalber erklärt ;-)
Habe gerade übrigens ein Rechenbeispiel der aekno au dem Jahr 2007 gefunden. Bei Berufsbeginn mit 27 Jahren und Eintreten des Versorgungsfall/der Berufsunfähigkeit mit 37 Jahren bekommt man vom Versorgungswerk über 3200 Euro pro Monat ausgezahlt plus weitere 10% Zuschuss für jedes weitere Kind unter 27 Jahren! Natürlich nur bei 100%iger Berufsunfähigkeit aber um sich über eine private BU so abzusichern muss man sich dumm und dusselig bezahlen. Ärzte sind da in einer sehr komfortablen Situation. Man stelle sich da etwa den Fliesenleger vor, der NICHT über ein so luxuriöses Versorgungswerk (bzw. gar keins) verfügt, ein wesentlich höheres Risiko hat, berufsunfähig zu werden und dem die Versicherungen zum Dank sowieso von Vornherein wesentlich höhere Beiträge abfordern als uns Akademikern. Gruselig.
So ein Laden wie die DÄv, der nur Ärzte versichert , ist mir aus diesem Grund sowieso unsympathisch. Man sucht sich eine der bestverdienenden Berufsgruppen aus, die zudem noch eines der geringsten Risiken der Berufsunfähigket aufweist, und denen verkauft man dann teure Berufsunfähigkeitsversicherungen. Kein Wunder, dass die ihre Gewinnzahlen nicht offenlegen. Die sähen bestimmt unanständig aus.
DrSkywalker
15.12.2015, 18:04
So ein Laden wie die DÄv, der nur Ärzte versichert , ist mir aus diesem Grund sowieso unsympathisch. Man sucht sich eine der bestverdienenden Berufsgruppen aus, die zudem noch eines der geringsten Risiken der Berufsunfähigket aufweist, und denen verkauft man dann teure Berufsunfähigkeitsversicherungen. Kein Wunder, dass die ihre Gewinnzahlen nicht offenlegen. Die sähen bestimmt unanständig aus.
This!
Man sollte nicht denken, dass alles wo "Ärzte-" oder "Mediziner-" draufsteht bedeutet, dass das Produkt gut für einen ist. Extra für Ärzte entwickelt mag sein, warum dann aber viele Ärzte-Tarife der priv. Krnakenversicherungen Heilpraktikerleistungen beinhalten ist ein einziger Witz. Die Versicherungen wissen einfach, dass wir gut verdienen und haben es perfektioniert, davon einen möglichst großen Batzen abzugreifen.
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