Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1. Stelle zur Überbrückung einiger Monate suchen?
Hallo Ihr da draußen,
ich stehe kurz vor meiner mündlich praktischen Prüfung (3.StEx) und bin aktuell sehr glücklich darüber bereits eine Stellenzusage als Assistenzarzt in der Inneren meiner Wunschklinik zu haben.
Der einzige Haken an dieser Stelle ist, dass ich diese erst zum 01. Mai 2016 antreten darf. Jetzt stellt sich für mich die Frage wie ich das knappe halbe Jahr bis dahin am sinnvollsten überbrücke. Dabei kam mir folgende Idee, zu der ich gerne Eure Meinung hören würde.
Was haltet Ihr von dem Plan, mich beispielsweise für eine Assistenzarztstelle in einem peripheren Haus zu bewerben, und zwar exakt für den Zeitraum ab Erhalt meiner Approbation bis zu besagtem 01. Mai. Der Vorteil wäre für mich neben dem Verdienst erste berufliche Erfahrungen als Arzt sammeln zu können. Allerdings bin ich unter diesen Voraussetzungen natürlich kein sehr reizvoller Kandidat für meinen potentiellen Chef auf Zeit, da ich nach mühsamer Einarbeitung nur sehr kurz entsprechend eingesetzt werden könnte.
Sollte sich eine Klinik tatsächlich darauf einlassen frage ich mich weiterhin, ob diese Stelle im späteren Lebenslauf nicht irgendwie aufgrund ihrer zeitlichen Kürze negativ in Erscheinung treten könnte?
Ich weiß auch nicht ob das nur eine Schnapsidee ohne Aussicht auf Erfolg ist, oder ob es sich um einen sinnvollen Plan handelt. Was meint Ihr dazu?
Danke für Eure Ratschläge.
könntest meine Dr.-Arbeit schreiben.... ;-)
..sorry...nach müd' kommt blöd' im Dienst :-D
Prinzipiell spricht nichts dagegen wenn du tatsächlich eine fixe Zusage schon hast vorher überbrückend irgendwo anders anzufangen...ich würde es halt nicht so offen kommunizieren, dann sollten die Aussichten doch eigentlich ganz gut sein.
Ansonsten könntest du natürlich die Zeit auch nutzen, um DEINE Dr.-Arbeit zu schreiben/fertigzustellen, nochmal ordentlich in Urlaub zu fahren und und und...
rettesichwerkann
25.10.2015, 05:25
Ich würde vielleicht nicht gleich in die Bewerbung schreiben, dass du nur wenige Monate da bleiben möchtest...
Wenn Du es Dir finanziell leisten kannst, warum nicht eine Auszeit? Richtig Urlaub machen, das Studium abhaken, und vor dem Eintritt in die Arbeitswelt noch mal richtig abschalten. Die Zeit wird Dir niemand zurück geben. Und wer weiß, wann und ob Du das Rentenalter (70/75/80) so genießen kannst, wie jetzt die "Jugend".
Work/Travel wäre auch noch eine Option, mit der man sich auch noch einigermaßen über Wasser halten kann, ohne sich immens zu verschulden... :-)
Danke für Eure Antworten. Ein zwei Monate kann ich gerne meine Füße ruhig halten, entspannen, mich auf das weitere Leben freuen. Aber ein halbes Jahr? Das ist nichts für mich. Davon abgesehen, dass ich finanziell tatsächlich auch in der Situation bin meine im Studium erworbenen Schulden zügig wieder zurück zahlen zu wollen.
Ich würde mich nur unter der Bedingung auf Zeit an einem weiteren Haus bewerben, dass ich dort auch mit offenen Karten spiele. Alles Andere wäre nicht meine Art, auch wenn ich realistisch meine Chancen dann natürlich entsprechend eher schlecht sehe. Oder? Vielleicht ist die "Not" in manchen Häusern so groß, dass sie sich selbst über eine Arbeitskraft für ein paar Monate freuen werden? Genau das kann ich eben nicht einschätzen. Bleibt weiterhin die Frage, sollte es klappen, ob ich dann zukünftig immer eine Rechtfertigung für meine erste kurze Stelle liefern muss…
ninakatharina
25.10.2015, 08:27
Huhu,
wenn du in ein großes Haus magst, wohnst du vermutlich auch in einer großen Stadt? Hast du mal im Blutspendedienstgeschaut? Bei uns im Haus sind manchmal auch Studienarztstellen ausgeschrieben... und nicht vergessen, auch genügend Shabat-Zeit einzubauen... :)
Alles Andere wäre nicht meine Art, auch wenn ich realistisch meine Chancen dann natürlich entsprechend eher schlecht sehe. Ist vllt. auch abhängig vom Fachgebiet: in der Neurologie z.B. sind auch mit offenen Karten kommuniziert die Chancen auf eine auf 6 Monate befristete Stelle an einer Rehaklinik auch an guten Standorten nicht so schlecht und die Erfahrung nützlicher (wenn man schon etwas zur Überbrückung sucht), als der ohnehinn Standardbetrieb nur an einer "schlechten" Klinik, weil zur Überbrückung gewesen: du machst zwar kaum Diagnostik/Akutmedizin bekommst aber uU ein Gespür für Rehapotential, Schweregrade eines klinischen Bildes und etwas Medikation. Die 6 Monate würde ich erwähnen auch mit der ehrlichen Begründung, die doch völlig angemessen ist. Weniger würde ich auch erwähnen, aber versuche die zur Anrechnung erforderliche Mindestdauer nicht zu unterschreiten.
arbeiter79
25.10.2015, 18:37
Also ich wollte nach dem Studium auch erstmal richtig Geld verdienen und habe die erst beste (gut bezahlte) Stelle genommen, obwohl ich das Fachgebiet im Studium so gar nicht gemocht habe. Hat ist mir dann auch später nie wirklich ans Herz gewachsen, würds aber trotzdem wieder so machen.
Ich hatte damals 8 Monate zum Überbrücken nach Abschluss der Diss (dafür 7 Monate Pause nach Examen) und bis zu meiner Wunsch-Stelle am PJ-Haus und er Schweiz. Ich habe nicht mit offenen Karten gespielt, sondern mich ganz normal beworben, die Stelle bekommen und dann einfach regulär gekündigt. Aber ich muss sagen, dass ich ggf. auch geblieben wäre und die Nachfolgestelle gekündigt hätte, wenn es wirklich gut gewesen wäre. Weil das mit dem Auswandern war ja auch ein grosser Schritt... und die Klinik, bei der ich damals war, war sehr unterbesetzt und ich habe glaube ich so oder so Sinn gemacht. Habe dann ja auch bald Dienste machen können und sicher nach 1 bis 2 Monaten einen halbwegs guten Job gemacht... auch wenn das mit dem Kündigen nicht sooo einfach war irgendwie. Aber schwer haben sie es mir halt auch nicht gemacht.
Ich werde es einfach probieren. Entweder es klappt an einem peripheren Haus (werde Rehakliniken in meine Überlegungen mit einbeziehen) für einige Monate eine Anstellung zu bekommen oder eben nicht. Gut zu wissen, dass es dabei eigentlich nichts zu verlieren gibt.
Jetzt muss ich "nur" noch mein Mündlich-Praktisches gut über die Bühne bringen, sonst nützt der beste Plan nichts... Drückt mir die Daumen.
Danke
Schreib das mit den 6 Monaten nicht ins Anschreiben*. Spreche das im Gespräch an. Da kann ich dir sogar in der Neuro eine gute Reha-Stelle nennen, die zusagen würde.
* Kommt sicher auch etwas auf die Stelle an und wenn du zB von Schwangerschaftsvertretung etc ausgehen kannst, ist wieder etwas anderes. Dein Grund ist völlig ok.
Schreib das mit den 6 Monaten nicht ins Anschreiben. Spreche das im Gespräch an.
Das könnte der richtige Zwischenweg sein, sich nicht die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu verbauen um dann, sollte die Chemie im Gespräch stimmen, die zeitliche Einschränkung zu nennen.
Es könnte allerdings auch in einige Vorstellungsgespräche (mit entsprechendem Aufwand) ohne Ergebnis münden.
6 Monate werden es übrigens auf keinen Fall, dann müsste ich nächste Woche ja bereits anfangen...
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