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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reform Medizinstudium - keine Vergabe mehr über Wartezeit?



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SchalkineBurger
29.12.2015, 14:07
Tut mir leid, ich habe leider KEINE Frage in Deinem Posting erkannt (kein Fragezeichen etc.). Du hattest meinen Post jedoch zitiert (wo ich eine Frage gestellt habe). M

Indirekte Fragen sind ja auch Fragen. Und die Bolognareform als Begründung heranzuziehen, wenn diese für das Medizinstudium in Deutschland nicht gilt ,ist gewagt.



IFreie Berufswahl" bedeutet nicht unbedingt, dass jeder einen Studien- bzw. Ausbildungsplatz erhalten muss, wenn die Nachfrage mit anderen qualifizierten BewerberInnen bereits gedeckt wird (und das koennte durchaus klargestellt werden). M

Genau das heißt das.
Ich bin selbst ein lustiger Fall, da ich eine bessere Note habe als die meisten in meinem Alter tätigen Assistenzärzte und die Zulassung für meine Wunschuniversität in meinem Jahrgang hatte. Leider erkrankte ich so schwer ,dass ich durch die veränderte Benotung keinen Platz mehr erhalten kann. Mein Fall spiegelt insofern die Perversion der gegenwärtigen Regelung gut wieder ,da trotz der Note auf die Wartezeit voll angewiesen bin.
Die Plätze in Interaktion von Note und WS zu verlosen, ist allerdings noch perverser.

Gönnerhaft das Gespräch mit jemandem zu "beenden" und eine Asymmetrie im Gespräch zu sehen,wo keine ist,klingt dabei mehr nach narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Auswahlgespräche würden in derer Detektion dabei gänzlich versagen, da sie ja von solchen Persönlichkeiten durchgeführt werden.

EVT
29.12.2015, 15:57
Warum hast du dich nicht eingeschrieben und dann Urlaubssemester eingelegt? Oder woanders beworben und dann an deine Uni getauscht?

SchalkineBurger
29.12.2015, 16:15
Warum hast du dich nicht eingeschrieben und dann Urlaubssemester eingelegt? Oder woanders beworben und dann an deine Uni getauscht?


Weil man so viele Urlaubssemester gar nicht bewilligt bekommt (jahrelang)und ein Wechsel auch im höheren Fachsemester doch eigentlich immer ein Ding der Unmöglichkeit war. Zumindest dahin, wo ich hin wollte.
PS: geht die Zulassung im höheren durch Ortswechsel nicht nach den bisherigen Noten und ist allgemein somit nicht garantiert?

EVT
29.12.2015, 16:19
An manchen Unis kann man ja auch vor dem 1. Semester tauschen. Geht das bei deiner Wunschuni? Dann sollte man natürlich eine Zulassung von einer beliebten Uni haben, damit man viele potentielle tauschpartner findet. Das geht schon. Eine direkte Bewerbung ins höhere Fachsemester kann auch erfolgreich sein. Ich würde es zumindest mal versuchen. Du kannst ja auch in den entsprechenden Facebookgruppen nachschauen, ob dein Tausch realistisch wäre.

SchalkineBurger
29.12.2015, 16:34
Eine Krankschreibung im ersten FS war wohl auch schwierig zu erreichen. Das wird nicht gerne gemacht und da wäre ich schon krank gewesen. Über Tausch muss ich mich mal erkundigen, schien mir aber auch sehr vage. Freundlicher Hinweis aber.

Melina93
23.01.2016, 11:00
Killing is as easy as breathing :) . Ist das eine Insiderinformation ,die du hier schreibst?
Es wurde alles getan ,um die Bolognareform vorm Medizinstudium fern zu halten. In anderen Ländern gibt es auch keine Garantie der freien Berufswahl, welche in Deutschland durch die WZ bewerkstelligt werden soll, da eben niemand vorm Studium von vorne herein auszuschließen ist.
Es gibt auch in anderen Fächern in Deutschland Wartezeitquoten (Psychologie). Die sind aber nicht so lang
Die Ungerechtigkeiten von ungleichen Bedingungen in Studier"fähigkeits"tests wird so sinnvoll abgedämpft.
Der Verband hat ja auf Nachfrage ausgesagt, dass über eine Abschaffung der Quote nicht wirklich nachgedacht wird.

Was genau ist an den Bedingungen von Studierfähigkeitstest ungerecht? In anderen Ländern gibt es keine Wartezeit und die Leute kommen auch irgendwie mit klar. Jedes System wird seine Verlierer haben.
Versteh mich nicht falsch, ich bin ein Befürworter der Wartezeit. Aber irgendwie muss man die Plätze vergeben und es geht halt nicht, dass jeder direkt nach dem Abi sofort Medizin studieren kann. Die Wartezeit ist ja so lang, weil die Nachfrage so groß ist. Deshalb finde ich dir Grundidee (!!) Einer Reform gar nicht verkehrt.

SchalkineBurger
27.01.2016, 15:20
Was genau ist an den Bedingungen von Studierfähigkeitstest ungerecht? In anderen Ländern gibt es keine Wartezeit und die Leute kommen auch irgendwie mit klar. Jedes System wird seine Verlierer haben.
Versteh mich nicht falsch, ich bin ein Befürworter der Wartezeit. Aber irgendwie muss man die Plätze vergeben und es geht halt nicht, dass jeder direkt nach dem Abi sofort Medizin studieren kann. Die Wartezeit ist ja so lang, weil die Nachfrage so groß ist. Deshalb finde ich dir Grundidee (!!) Einer Reform gar nicht verkehrt.

Sie sind ungerecht, da leicht in Ihnen betrogen wird, was die ganze Sache von vorne herein nichtig werden lässt.
Sinnvoll wirds erst dann ,wenn alle betrügen, sodass man es gleich lassen kann.
Es geht natürlich nicht, dass jeder nach dem Abi sofort studieren kann. Deswegen gibt es ja die Wartezeit ,um die Ungerechtigkeiten in der Zulassung auszugleichen.
Auf der letzten Seite habe ich ja beschrieben, dass ich selbst einer Perversion des Zulassungssystems ausgesetzt bin, da ich ein besseres Abitur habe als die meisten Ärzte in meinem Alter. Da ich aber krank war und bin, konnte ich nicht woanders studieren.
Die Reform ,sofern sie das Abitur abschwächt, lässt das staatseigene Schulsystem überflüssig werden.
Außerdem sind die Verbandsinteressen als solche zu kennzeichnen. Entgegen der Vorschläge des Hartmannbundes ist zB jetzt auch die Landarztquote als verfassungsgemäß deklariert worden und soll somit in den Reformplan einziehen.
Die Hauptinhalte der Reform zielen auch auf Studieninhalte ab, da verschiedene Gremien das Medizinstudium auseinander gerissen haben. Die Promotionsordnung soll verändert werden, sodass der Dr.med. nicht mehr mit dem Studienabschluss mit verschenkt wird und auch Medizinstudenten sollen im Studium eine Art verlängerte Hausarbeit schreiben (,was in anderen Fächern tägliches Brot ist), in der sie zumindest grundlegende, wissenschaftliche Kompetenz (über eine ANOVA oder t-Test hinaus) nachweisen.
Im europäischen Kontext soll so die Stellung des deutschen Medizinstudiums verändert werden, da das deutsche Berufsdoktorat derzeit nicht für europäische Grants qualifiziert.

Muriel
27.01.2016, 15:30
Shit, hätte ich mal vorher gewusst, dass wir ein Berufsdoktorat haben. Dann hätte ich mir tausende Stunden im Labor schenken können. Mist!

davo
27.01.2016, 17:08
Dass die unterschiedlichen Player mit ihren Reformvorschlägen ihre jeweiligen Eigeninteressen verfolgen, ist logisch. Die Zulassung zum Medizinstudium ist immer auch Politik - im Vordergrund steht die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Die Auswahl der bestmöglichen Kandidaten ist immer nur sekundär. Das ist aber bei so hohen staatlichen Geldern eigentlich auch logisch (und vertretbar). Dass das Abitur zunehmends entwertet wird, stimmt auch - aber da es halt kein echtes Zentralabitur gibt, und die Noten somit kaum vergleichbar sind, ist das auch logisch. Wenn es ein echtes Zentralabitur mit festgelegten Pflichtfächern gäbe, wäre das anders, aber das ist halt politisch nicht erwünscht. Dass die Landarztquote verfassungsgerecht ist, ist IMHO völlig logisch - aber sinnvoll ist sie dennoch nicht. Sie wird die Wahrnehmung, dass Allgemeinmediziner Ärzte zweiter Klasse sind, nur noch weiter verstärken. Und eigentlich bräuchten wir ja das genaue Gegenteil - eine Stärkung der Allgemeinmedizin. Außerdem ist es nur eine Frage der Zeit, bis dann die ersten Klagen kommen von Leuten, die versuchen werden, ihrer Verpflichtung zu entkommen (und, befürchte ich, das dann auch irgendwie schaffen werden). Außerdem gibt es in Medizin in Deutschland eben KEIN Berufsdoktorat, weshalb deutsche Medizinstudenten gegenüber denen in etlichen anderen Ländern (USA, Kanada, Österreich, Rumänien, Ungarn, etc.) klar benachteiligt sind. Erst das hat ja zum Massenphänomen des Dr. med. geführt.

Ich sehe die meisten Reformvorschläge ziemlich kritisch - zur Landarztquote hab ich mich ja schon geäußert, und die immer noch stärkere Bevorzugung von Leuten mit beruflicher Qualifizierung ist volkswirtschaftlich gesehen halt wirklich extrem ineffizient. Es gibt immer mehr Leute, die medizinische Ausbildungsplätze blockieren, obwohl sie von Anfang an nie die Absicht hatten, längerfristig im entsprechenden Beruf zu arbeiten. Das ist enorme Geldvernichtung. Auch die Wartezeitquote insgesamt ist aus demselben Grund eine enorme Geldvernichtung. Ich sehe auch kritisch, dass man immer mehr Inhalte ins Medizinstudium hineinstopfen will. Immer mehr Querschnittsfächer, immer mehr wissenschaftliches Arbeiten, immer mehr Allgemeinmedizin. Das klingt am Papier natürlich alles toll, und keiner traut sich, was dagegen zu sagen, aber führt de facto nur dazu, dass die Studenten immer oberflächlicher lernen, und die Klausuren immer oberflächlicher werden (müssen). Da finde ich den US-Ansatz viel sinnvoller, dass man das Studium radikal ausmistet, und den Unis mehr Wahlfreiheit gibt, welche Schwerpunkte sie setzen wollen.

Panamera
27.01.2016, 17:31
Sehe ich genauso! Vor allem dieses "Wir wollen im Studium diese und jene Kompetenzen noch mehr einbringen" geht mir immer mehr auf die Nerven. Als ob das Studium nicht genug Inhalte hätte. Oder auch - wie neulich gelesen - die Forderung, dass im Studium mehr Kontakt zu nichtärztlichem Fachpersonal hergestellt werden soll (Teamfähigkeit und so). Sollen wir jetzt noch zusätzlich zum Krankenpflegepraktikum ein paar Monate beim Physiotherapeuten und Altenpfleger zuschauen?

SchalkineBurger
28.01.2016, 16:47
Shit, hätte ich mal vorher gewusst, dass wir ein Berufsdoktorat haben. Dann hätte ich mir tausende Stunden im Labor schenken können. Mist!

Dimension 1: interpersonell-affektiv


trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
pathologisches Lügen (Pseudologie)
betrügerisch-manipulatives Verhalten
Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
oberflächliche Gefühle
Gefühlskälte, Mangel an Empathie
mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen

Dimension 2: antisozial-deviant



Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile
unzureichende Verhaltenskontrolle
frühere Verhaltensauffälligkeiten
Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen
Impulsivität
Verantwortungslosigkeit
Abwertung anderer Menschen
Jugendkriminalität


Weitere Punkte (nicht einer der Subdimensionen zuzuordnen)

Promiskuität
viele kurzzeitige eheähnliche Beziehungen
polytrope (vielgestaltige) Kriminalität

Quelle: wikipedia

Medizinische Promotionen nehmen im Vergleich mit Promotionen in anderen Fächern eine Sonderrolle ein. Zum einen kann die Arbeit an der Dissertation schon vor Studienende begonnen werden, zum anderen sind die Promotionen hinsichtlich Anspruch und Umfang oft eher mit Diplomarbeiten in naturwissenschaftlichen Fächern zu vergleichen.[3]

Aus diesem Grund wird der deutsche Dr. med. (doctor medicinae) heute im angelsächsischen Raum nicht dem Ph.D. gleichwertig erachtet, wie der Europäische Forschungsrat (ERC) 2002 feststellte.[4] Der deutsche Wissenschaftsrat vertritt seit 2009 eine ähnliche Position.[5]

Können betroffene Mediziner allerdings nachweisen, dass ihre Promotionsleistungen dem Umfang eines Ph.D. entsprechen, können sie beim ERC einen Antrag auf Gleichsetzung mit einem Ph.D. stellen.[6]

Quelle: Wikipedia

Gerade deswegen wird vermutlich mehr Wissenschaftlichkeit gefordert, da sonst die Promotionen in ihrer Menge nicht zu rechtfertigen sein werden. De facto gibt es diese ja wohl nur bedingt.

Von "Tausenden Stunden" (also ein Jahr lang mindestens 6 Stunden pro Tag nur im Labor; das dürfte wohl mit obigem Schriftwerk nicht im Einklang stehen) bis zum "tausendjährigen Reich" ist es ein kurzer Weg.

EVT
28.01.2016, 16:51
Deine Dimensionen kann man dir auch zuordnen..

Absolute Arrhythmie
28.01.2016, 16:55
Du wirst bestimmt viel Spaß haben bei deiner "Arzt-Ausbildung" und deinem eigenen Berufsdoktorat :-))
Wir können ja in ein paar Jahren nochmal drüber reden ;-)

Schubbe
28.01.2016, 17:59
Kann mir mal einer erklären, was die Beschreibung von Persönlichkeitsstörungen hier im Thread zu tun haben? Den Teil mit den Promotionen versteh ich ja, aber das dadrüber macht irgendwie einen verwirrten Eindruck auf mich.

Muriel
28.01.2016, 18:16
Und warum mir hier unterstellt wird, ich hätte mir die tausenden Stunden, die ich im Labor verbracht habe, im besten Fall ausgedacht oder aber jene promiskuitiv zwischen Zellkulturen und Autoklaven verbracht (oder was sollte dieser gequirlte Schwachsinn?) muss ich auch nicht verstehen, oder? Fahr Deinen Sozialneid besser mal ein Stück zurück, das ergibt hier alles nur keine sinnige Diskussionsbasis.

SchalkineBurger
28.01.2016, 23:38
Fahr Deinen Sozialneid besser mal ein Stück zurück, das ergibt hier alles nur keine sinnige Diskussionsbasis.

s.o. :D
erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl ("deinen Sozialneid"; welchen Neid eigentlich?)+
Abwertung anderer Menschen

Eine solche Reaktion ist einfach unbezahlbar.
Vielleicht wars ja kein Dr.med. Vielleicht noch 2 Items aus dem NPI zur Ergänzung:
"Ich schau mich gern im Spiegel an" und "Ich möchte, dass andere Menschen mir Achtung entgegen bringen".

Sich nach nem Porsche zu bennennen und sich über den nichtärztlichen Teil der Krankenhausmitarbeiter zu erheben ("Teamfähigkeit") ,zeugt auch nicht gerade von Bescheidenheit.
Darauf zielt wohl Herr Gröhe mit seiner "passenderen Auswahl der Studenten" ab. Vermutlich sehr unerfolgreich.

Absolute Arrhythmie
29.01.2016, 06:37
SchalkineBurger, auch für dich gilt die Netiquette. Bei der nächsten unterschwelligen Beleidigung gibt's ne Verwarnung.
Absolute Arrhythmie, Moderatorin Medi-Learn

WhiteMountains
29.01.2016, 07:44
merkbefreit hm?

Panamera
29.01.2016, 10:20
Vielen Dank für deine scharfsinnigen Beobachtungen (ich werde hoffentlich daraus lernen), aber ich denke, weitere Erkenntnisse über die Persönlichkeit anderer Forenteilnehmer solltest du den betreffenden Personen per PN mitteilen, bevor das hier abschweift.

SchalkineBurger
11.02.2016, 20:07
Ich denke auch, dass sich der deutsche Wissenschaftsrat sehr darüber freut noch ohne Zensur frei zitiert werden zu dürfen. Sehr sogar.
Der Briefträger Gert Postel ,der hocherfoglreich als Arzt arbeitete und das sogar 2 mal promoviert ,Dr.Dr. Clemens Bartoldy,mit der Aneinanderreihung leerer Begriffe, hat das mit seinem Comedyprogramm ja auch einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Auch folgender Chefarzt stellt sich mit seiner Promotion nun aufgrund mangelnder Aufklärung erst mal 3 Jahre im Gefängnis vor, wo er sicherlich sofort viele Freunde finden wird. Entsprechende Beispiele finden sich in allen Regionen.
http://www.rnz.de/nachrichten/buchen_artikel,-Buchener-Ex-Chefarzt-muss-fast-drei-Jahre-ins-Gefaengnis-_arid,110060.html

Das Zeitalter der überspitzten , selbst zugeschrieben Sonderstellung geht wohl allmählich zu Ende.
Ist halt vermutlich für viele schwer nachzuvollziehen, warum man sich auf objektiv nicht vorhandene Leistung (Hallo Wissenschaftsrat) so viel einbilden und dies dann noch vergoldet werden sollte.
Die medizinische Promotion spielt hierbei wahrscheinlich eine starke Rolle.
Uschi von der Leyen kann dazu auch viel sagen. Die hat erst mal unerfolgreich VWL studiert. In Medizin hats dann geklappt.