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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panik Alter



Uraltmedizin
02.12.2015, 15:21
Hallo, ich studiere seit diesem Wintersemester Medizin
und bin zwar unverheiratet und kinderlos, aber
schon 38. Bereits das 1. Semester kommt mir sehr
schwer vor. In Fächern wie Biochemie oder Physik komme
ich gerade so noch mit. Anschluss zu finden ist auch nicht
gerade einfach, da die anderen 15 oder 20 Jahre jünger
sind. Würdet Ihr das Studium in meiner Situation abbrechen
oder weitermachen und versuchen bis 44 oder 45 fertig
zu werden. Außer einem fh Abschluss aus dem Jahr 2004,
habe ich beruflich nicht viel vorzuweisen.

Hoppla-Daisy
02.12.2015, 15:36
So'n Quatsch, ich war 35 bei Studienbeginn, alleinerziehend. Klar, es war am Anfang ein wenig schwierig, wieder ins Lernen reinzukommen, aber es ging dann mit der Zeit doch recht gut.

Was den Anschluss angeht.... äh, also bei mir im Semester war ich nicht die Älteste! Es kommt immer darauf an, wie man sich auch selbst integriert. Ich denke mal, dass meine Ausgangssituation ein wenig schlechter war, da ich aufgrund des Kindes und der Pendelsituation viele Freizeitaktivitäten (Partys etc) eben nicht mitmachen konnte. Aber deswegen war ich nicht weniger integriert.

Man muss sich auch selbst einbringen. Schüchternes "uh, ich bin denen bestimmt zu alt" bringt einen da nicht weiter ;-). Kopf hoch, das wird schon noch :-)

kekskruemel
02.12.2015, 16:23
Nur wegen deines Alters abbrechen?

Aber du hast dich ja beworben und wusstest, wie alt du bist und dass die meisten jünger sein werden, oder? ;-)

Wenn du das machen willst, dann mach. Nutz die Chance, du hast einen Platz bekommen.

Was das Soziale angeht, kann ich dir leider nicht wirklich helfen. Ich bin da so ein Dummie. :-)) Bin aber trotzdem nicht einsam geblieben.
Ich weiß nicht, wie das abläuft. Aber habt ihr nicht irgendwelche Veranstaltungen, die in Kleingruppen durchgeführt werden? Da ist es vielleicht einfacher mit jemandem ins Gespräch zu kommen?

xenopus laevis
03.12.2015, 07:28
Warum ist der Anschluss so wichtig? Du studierst doch für dich und nicht für andere! Uni ist nur ein "Job". Da muss man keine Freunde finden. Zu Not halt Verein, Hochschulsport usw.

Viele von uns haben gerade im ersten Semester das Gefühl kaum noch nachzukommen.
Und du bist nicht die älteste. Wir haben auch ein paar "Spätentscheider", die sich gerade "durchkämpfen". :-lesen
Alles machbar.

Migole
03.12.2015, 17:45
Also wenn es nur um das Alter geht...
In meinem letzten Studium waren ein paar ältere Kommilitonen dabei und die haben sich wunderbar eingefunden und waren voll integriert :) und das obwohl die Leute in den NaWis durchschnittlich sicherlich jünger sind als in der Medizin.

Jetzt im Medizinstudium sitzen auch ein paar in der Vorlesung, die definitiv schon 35+ sind also alleine ist man sicherlich nicht ;) und so im täglichen Umgang finde ich auch nicht, dass es stark auffällt ob nun jemand 25 oder 33 ist.

Anne1970
04.12.2015, 01:30
So'n Quatsch, ich war 35 bei Studienbeginn, alleinerziehend. Klar, es war am Anfang ein wenig schwierig, wieder ins Lernen reinzukommen, aber es ging dann mit der Zeit doch recht gut.

Was den Anschluss angeht.... äh, also bei mir im Semester war ich nicht die Älteste! Es kommt immer darauf an, wie man sich auch selbst integriert. Ich denke mal, dass meine Ausgangssituation ein wenig schlechter war, da ich aufgrund des Kindes und der Pendelsituation viele Freizeitaktivitäten (Partys etc) eben nicht mitmachen konnte. Aber deswegen war ich nicht weniger integriert.

Man muss sich auch selbst einbringen. Schüchternes "uh, ich bin denen bestimmt zu alt" bringt einen da nicht weiter ;-). Kopf hoch, das wird schon noch :-)

Unterschreibe jedes Wort! Kann man nicht besser ausdrücken, Daiz
:grins:

kk1909
04.12.2015, 10:11
Hallo Uraltmedizin!
Also , ich kann dich ein wenig beruhigen, denk ich...Ich bin auf jeden Fall älter als du, habe gerade mit 43 Jahren angefangen Medizin zu studieren. Ich habe außerdem 2 Kinder,einen Mann und einen Job (auf 25% Basis als Krankenschwester).
Und JA, ich finde es auch hart, bin es nicht gewöhnt gewesen so viel zu lernen.Habe aber bis jetzt alle Prüfungen ( drei ) bestanden. Ich fühle mich eigentlich gut integriert, habe einige sehr nette Kommilitonen kennengelernt. Und JA, ich bin auf jeden Fall eine der Ältesten, aber nicht die Älteste!
Also was ich damit sagen will: ich finde , das Alter ist nicht das ausschlaggebende Kriterium um aufzuhören.
Alles Gute weiterhin,
kk1909

Uraltmedizin
05.12.2015, 11:41
vielen Dank für die guten und aufbauenden Antworten.

libra17
29.12.2015, 14:09
Hallo Uraltmedizin, bin auch kurz vor dem grossen Schritt..
Ich seh alltäglich Studenten die anfangs 20 sind und muss sagen, ich hab absolut kein Problem damit. Als Spätzünder im Msc Programm habe ich mit Mitte 30 sicherlich nicht die gleichen Interessen wie die "jungen", Probleme gibt's aber auch keine. Mir scheint sowieso dass der Durchschnitts-Student immer älter wird. Haben hier viele PhD Studenten über 30. Im Medizin-Studium wird die Situation dann wahrscheinlich noch besser.

Ich schreibe Grad an meiner Dissertation.. danach ein bisschen pause, KPP und los geht's.. mit 30 WS sollte das kein Problem sein, bin aber noch unentschlossen zwischen München und Innsbruck..

@kk1909 vielleicht sieht man sich ja in 1-2 Jährchen in München :-) wäre gern ein weiterer Kandidat für deinen "Oldie-Club" :-))

Mexxi
30.12.2015, 12:10
Ich glaube auch nicht, dass lernen im Alter so viel schwerer fällt. Ich bin zwar "erst" 27 und hole gerade mein Abitur nach, ich muss aber jetzt schon sagen, dass mir lernen heute viel einfacher fällt, da die Motivation eine andere ist, ich mich aufgrund beruflicher Erfahrungen viel besser zeitlich organisieren kann als noch zu regulären Schulzeiten und ich mittlerweile deutlich andere Prioritäten als "Feiern, Spaß und lieber chillen" setzen kann. Als ich noch 19 war, viel mir das deutlich schwerer. Ich habe auch jetzt im Abi deutlich Jüngere dabei- der Anschluss fällt allerdings nicht schwer. Ich denke das wird sich im Studium (hoffentlich 2016) nicht so viel ändern. Die größte "Sorge" die ich bezüglich des steigenden Alters habe, ist eigentlich die Praxis. Wie wird man von evtl. deutlich jüngeren Kollegen, die schon deutlich mehr Erfahrungen haben wahr genommen? Bzw. gibt es in der Assistenzarztausbildung kollegiale Nachteile, wenn man schon älter ist.... ? Wird man skeptisch beäugt oder gar weniger gefördert als jüngere Kollegen, die vllt. noch die Chance auf höhre Positionen der Karriereleiter haben? Ich persönlich möchte gar nicht in einer Uniklinik arbeiten, sondern lieber in einem kleinen Krankenhaus auf dem Land. Leider habe ich zu diesem Thema "Der Alten in der Klinik" noch nicht viele Erfahrungsberichte gefunden. Aber selbst wenn, muss man da eh durch und durch Engagement und Können Überzeugen... oder so ;)

M. Cremaster
31.12.2015, 10:27
Bzw. gibt es in der Assistenzarztausbildung kollegiale Nachteile, wenn man schon älter ist.... ?

In meinem konkreten Fall (Berufsstart mitte 30, Zweitstudium Medizin als Dipl. Ing. FH ) nein. Bin bei Diensten und Intensivrotation mindestens so schnell eingeplant worden wie meine bis zu 10j jüngeren Kollegen. In der Natur der Führungspositionen liegt es dass sie pyramidenförmig zulaufen. D.h., viele Oberärzte sind z.b. älter als unser Chef. Setzt sich nach unten fort ... Alter per se ist natürlich keine Qualifikation, trotzdem denke ich dass eine gewisse Lebenserfahrung kein Nachteil in diesem "Business" sind, man sagt mir auch nach dass ich zu denen gehöre, die nicht gleich in Panik verfallen wenn es mal rund geht ;-)

Das Studium hingegen hätte ich nicht mehr später beginnen wollen. Als Ü30 arbeitet man i.d.R. während des gesamten Studiums nebenher, und mit etwas verbogenem Lebenslauf fällt einem die Anpassung an das paradoxe System Universität (Leute, die 80% der Zeit Institutssessel wärmen wollen einem erklären , wie die Welt funktioniert) mit jedem Jahr schwerer.

Solara
31.12.2015, 14:29
Nein, kein Altersproblem in der WB. FA nach 5j.
Und es gibt noch ältere ;-)

JeffAlbertson
05.01.2016, 19:16
Wenn du das Studium aus finanziellen Gründen durchziehen willst, dann wird das Alter sicherlich ein Problem. Bei allen anderen Gründen ist das Alter einfach egal. Ich finde viele sollten sich einfach mal von der klassichen Karrierevorstellung lösen. Es gibt doch soviel spannendere und interessantere Möglichkeiten sein Leben zu leben. 90 % der Menschen gehen in die Schule, machen eine Ausbildung (oder Studium), fangen an zu arbeiten, heiraten, bekommen Kinder und setzen sich zur Ruhe. Man kann auch ruhig zu den 10 % gehören, die es anders machen wollen. Warum keine Weltreise, dann eine Ausbildung, dann wieder ein Studium, nur am Ende doch wieder was anderes zu machen. Selbstverständlich ist das jetzt bisschen überspitzt ausgedrückt, da man Verpflichtungen haben wird, aber so streng die klassische Karriere anzustreben engt einen viel zu sehr ein meine ich.

bremer
12.01.2016, 21:18
Welche Fachrichtung strebst du denn an? Wenn dein Traum eine große chirurgische Karriere ist, ist das vielleicht nicht komplett unmöglich, aber schon eher unwahrscheinlich. Nach dem Studium kann man halt noch nicht wirklich viel; das sollte man bedenken, wenn man so spät anfängt zu studieren.

Mexxi
13.01.2016, 04:06
Das habe ich schon öfter gehört, ist aber kein Problem... Die große chriurgische Karriere muss es nicht sein. Ich pendel zwischen Notfallmedizin und Unfallchirugie/ Orthopädi- wobei ich noch nicht abschätzen kann, ob ich überhaupt chirurgisches Talent habe ;) eine kleine Klinik reichte mir... Ich bin da eher idealisitsich als karrierehungrig, aber wenn sich zumindest eine Oberarztstelle anböte, reizte mich das bestimmt auch. Solange ich aber unter den gleichen Bedingungen gefordert werde, wie die etwas jüngere Generation und nicht hinten anstehe- weil mir eben nicht mehr unbedingt die Chefarztposition offen steht- bin ich schon sehr zufrieden :)

kk1909
20.01.2016, 12:14
Hallo libra17!
Das klingt ja interessant! Falls es München wird bist du herzlich willkommen in unserem Oldie-Club!
Viel Glück !
kk1909

libra17
24.01.2016, 10:04
JUHUHUUUU..
hab Gerade herausgefunden dass ich in Österreich ins Auswahlkriterium 1 Falle (Österreich oder Gleichgestellte) :-dance
Damit fällt die Quote von 28 auf 4 Bewerber pro Studienplatz in Innsbruck.. Wird ja immer besser (wär nur schade wegen des exklusiven Clubs)

Nb.. muss man sich in München bei WS' direkt an der Uni bewerben? Hab mir mal die Bewerbung bei hochschulstart angeschaut und München ist nicht in der liste :-((