Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zu "Einschläferungsmethoden"
RockHolly
05.02.2016, 18:15
Ja das kenne ich vom Land noch sehr gut.
Da ist es praktisch, wenn man da mit nem Bauernhof aufwächst. Ich könnte das aus dem Supermarkt auch nicht guten Gewissens essen. Bin froh, dass ich jetzt hier wieder eher ländlich wohne und zumindest weiß, wo mein Fleisch herkommt.
Ich dachte damals im Ausland auf der Ranch auch, verdammt ich kann das nicht essen, weil wir es selbst geschlachtet haben. Aber im Endeffekt war es sogar leichter, weil ich genau wusste was passiert ist und wie die Lebensumstände waren.
Aber im Prinzip esse ich nur mal alle paar Monate Fleisch, da geht das dann mit dem "Aufwand" ;)
Die "Notschlachtung" findet auch auf dem Schlachthof statt. Vorher muss das Tier "transportfähig" sein. Das führt dazu, dass man die Verrecket in der Menge mit reintreibt und dann entweder tot ablädt (dann bringen sie auch kein Geld mehr, aber sind entsorgt und haben nichts gekostet) oder vor Ort festliegend vom Hänger zieht und dann separat betäubt und schlachtet.
also bei uns gibts noch Notschlachter, die das Tier vor Ort töten und dann tot aufladen. Zum Beispiel, wenn die sich ein Bein gebrochen haben und deshalb nicht mehr transportfähig sind. Leider gehören diese Betriebe aber bald der Vergangenheit an, weil die meisten die EU-Vorschriften nicht mehr erfüllen können :/.
Problematisch ist es ja aber, wenn die Tiere vorher bereits Medikamente bekommen haben oder eine Infektion haben. Da muss man als Tierarzt gewaltig aufpassen, was man da als "schlachttauglich" einträgt ;)
Ganz genau. Solche Schlachter hatten wir in meiner letzten Praxis auch noch. Wenn nix mehr ging, dann wurde der Schlachter gerufen. Und der hat das Tier dann mitgenommen, wenn es irgend ging. Sprich, einen Fall hatten wir, Gebärmuttervorfall, wo die Kuh einfach nicht stehenblieb, und irgendwann die Gebärmutter so eingerissen war, das wir sie doch amputieren mußten (da war mittlerweile auch meine Chefin vor Ort), und das Tier ist dann aber immer schlechter geworden, und die Blutung war nicht zu stillen... Der Schlachter kam in den Raum, und sah, wie das Rind seinen letzten Atemzug tat. Er hat es dann dennoch mitgenommen, auch wenn er es ja eigentlich nicht geschlachtet hat, aber er hat das Tier eben bei Ankunft doch noch kurz lebend gesehen.
Und Tiere, die behandelt worden sind, mit Antibiosen, fallen für eine Notschlachtung immer raus. Da sollte man auch wirklich vorsichtig sein. Da hab ich mir die Finger auch definitiv nicht verbrannt, das wäre schief gegangen, wenn man da was "weggeschickt" hätte, was bereits anbehandelt war....
Nickel1992
06.02.2016, 08:29
Und Tiere, die behandelt worden sind, mit Antibiosen, fallen für eine Notschlachtung immer raus. Da sollte man auch wirklich vorsichtig sein. Da hab ich mir die Finger auch definitiv nicht verbrannt, das wäre schief gegangen, wenn man da was "weggeschickt" hätte, was bereits anbehandelt war....
kann mir vorstellen, dass einige Landwirte versucht haben, sowas doch noch irgendwie über die Notschlachtung loszuwerden :/.
ehemaliger User_10072016-1
20.04.2016, 19:14
Heute haben wir die Einschläferung hinter uns gebracht, natürlich mit Pentobarbital. Hier das letzte Foto von heute:
http://abload.de/thumb/20160420_125434nta7s.jpg (http://abload.de/image.php?img=20160420_125434nta7s.jpg)
... Was ich euch angehenden Tiermedizinern und bereits praktizierenden mitgeben möchte: Macht den Venenzugang vorher schon frei, mindestens ein paar Stunden vorher, oder lasst es den Hundebesitzer machen.
Bei uns hat vorallem das Rasieren zu unnötigen Stress geführt, ebenso das mehrmalige Einstechen mit der Nadel. Auch wenn das Pentobarbital stark sedierend wirkt, das war nicht gerade angenehm.
Traurige Grüße, Corvidae
RockHolly
21.04.2016, 07:48
Heute haben wir die Einschläferung hinter uns gebracht, natürlich mit Pentobarbital. Hier das letzte Foto von heute:
http://abload.de/thumb/20160420_125434nta7s.jpg (http://abload.de/image.php?img=20160420_125434nta7s.jpg)
... Was ich euch angehenden Tiermedizinern und bereits praktizierenden mitgeben möchte: Macht den Venenzugang vorher schon frei, mindestens ein paar Stunden vorher, oder lasst es den Hundebesitzer machen.
Bei uns hat vorallem das Rasieren zu unnötigen Stress geführt, ebenso das mehrmalige Einstechen mit der Nadel. Auch wenn das Pentobarbital stark sedierend wirkt, das war nicht gerade angenehm.
Traurige Grüße, Corvidae
Ich fühle mit dir :-(
Elvira93
21.04.2016, 11:54
Heute haben wir die Einschläferung hinter uns gebracht, natürlich mit Pentobarbital. Hier das letzte Foto von heute:
http://abload.de/thumb/20160420_125434nta7s.jpg (http://abload.de/image.php?img=20160420_125434nta7s.jpg)
... Was ich euch angehenden Tiermedizinern und bereits praktizierenden mitgeben möchte: Macht den Venenzugang vorher schon frei, mindestens ein paar Stunden vorher, oder lasst es den Hundebesitzer machen.
Bei uns hat vorallem das Rasieren zu unnötigen Stress geführt, ebenso das mehrmalige Einstechen mit der Nadel. Auch wenn das Pentobarbital stark sedierend wirkt, das war nicht gerade angenehm.
Traurige Grüße, Corvidae
ach Mensch, das tut mir leid :troest:
ehemaliger User_10072016-1
22.04.2016, 20:32
Ich danke euch beiden herzlich.
Irgendwie werde ich den Tod nicht verarbeiten können, denn es war schließlich Mord. Ethisch und moralisch betrachtet, haben zumindest die höheren Vertebraten ihr Recht auf Leben. Unser Hund hätte sicherlich noch 1-2 Jahre weitergelebt, aber mit Schmerzen, Laufproblemen und täglicher Medikation. Ich glaube kaum, dass solche Tiere sich den Tod herbeisehnen und deshalb aus Sicht des Tieres eine gutgemeinte Einschläferung problematisch ist. Die Veteranmedizin mit ihren wichtigen Erkenntnissen ist im Internet mindestens genauso intransparent wie die Zahnmedizin, weshalb ich für Auszüge aus Fachlektüren dankbar wäre.
Der einzige begründete Trost bisher: Aussis werden durschnittlich 13-15 Jahre alt, unser war ziemlich exakt im Durchschnitt.
Ich danke euch beiden herzlich.
Irgendwie werde ich den Tod nicht verarbeiten können, denn es war schließlich Mord. Ethisch und moralisch betrachtet, haben zumindest die höheren Vertebraten ihr Recht auf Leben. Unser Hund hätte sicherlich noch 1-2 Jahre weitergelebt, aber mit Schmerzen, Laufproblemen und täglicher Medikation. Ich glaube kaum, dass solche Tiere sich den Tod herbeisehnen und deshalb aus Sicht des Tieres eine gutgemeinte Einschläferung problematisch ist. Die Veteranmedizin mit ihren wichtigen Erkenntnissen ist im Internet mindestens genauso intransparent wie die Zahnmedizin, weshalb ich für Auszüge aus Fachlektüren dankbar wäre.
Der einzige begründete Trost bisher: Aussis werden durschnittlich 13-15 Jahre alt, unser war ziemlich exakt im Durchschnitt.
Mein allerherzlichstes Beileid an dieser Stelle!!!! Welche Art Fachliteratur suchst Du denn? Ethologie oder Pharma oder Tierschutz?
Ich danke euch beiden herzlich.
Irgendwie werde ich den Tod nicht verarbeiten können, denn es war schließlich Mord. Ethisch und moralisch betrachtet, haben zumindest die höheren Vertebraten ihr Recht auf Leben. Unser Hund hätte sicherlich noch 1-2 Jahre weitergelebt, aber mit Schmerzen, Laufproblemen und täglicher Medikation. Ich glaube kaum, dass solche Tiere sich den Tod herbeisehnen und deshalb aus Sicht des Tieres eine gutgemeinte Einschläferung problematisch ist. Die Veteranmedizin mit ihren wichtigen Erkenntnissen ist im Internet mindestens genauso intransparent wie die Zahnmedizin, weshalb ich für Auszüge aus Fachlektüren dankbar wäre.
Der einzige begründete Trost bisher: Aussis werden durschnittlich 13-15 Jahre alt, unser war ziemlich exakt im Durchschnitt.
ich finde es ethisch auf jeden Fall vertretbar. In der freien Natur wäre dieser Hund vermutlich schon länger tot, weil er sich sein Futter nicht mehr hätte jagen können. Meiner Meinung nach erhalten wir eh unsere Haustiere oft künstlich lange am Leben und ich finde es gut, wenn man den Punkt findet, an dem man seinem Tier einfach einen Gefallen damit tut, wenn man endlich loslässt. Aber das ist so ein Thema, über das man lange diskutieren kann und wo man nie auf einen Nenner kommt bzw. kommen muss ;). Ich denke aber du hast eine gute Entscheidung getroffen ;)
MareikeW
03.05.2016, 18:01
ich finde es ethisch auf jeden Fall vertretbar. In der freien Natur wäre dieser Hund vermutlich schon länger tot, weil er sich sein Futter nicht mehr hätte jagen können. Meiner Meinung nach erhalten wir eh unsere Haustiere oft künstlich lange am Leben und ich finde es gut, wenn man den Punkt findet, an dem man seinem Tier einfach einen Gefallen damit tut, wenn man endlich loslässt. Aber das ist so ein Thema, über das man lange diskutieren kann und wo man nie auf einen Nenner kommt bzw. kommen muss ;). Ich denke aber du hast eine gute Entscheidung getroffen ;)
das hast du sehr schön gesagt. Dem kann ich mich nur anschließen! :peace:
ich finde es ethisch auf jeden Fall vertretbar. In der freien Natur wäre dieser Hund vermutlich schon länger tot, weil er sich sein Futter nicht mehr hätte jagen können. Meiner Meinung nach erhalten wir eh unsere Haustiere oft künstlich lange am Leben und ich finde es gut, wenn man den Punkt findet, an dem man seinem Tier einfach einen Gefallen damit tut, wenn man endlich loslässt. Aber das ist so ein Thema, über das man lange diskutieren kann und wo man nie auf einen Nenner kommt bzw. kommen muss ;). Ich denke aber du hast eine gute Entscheidung getroffen ;)
ist es nicht auch so, dass in der natur die alten und kranken teilweise ausgeschlossen werden, weil sie die herde schwach machen? ich meine mal sowas gelesen zu haben...
ehemaliger User_10072016-1
05.05.2016, 13:42
Ich danke euch!
@Viehdoc: Jaja, das kann man immer sagen. ;) Domestizierte Tiere würden von Anfang an nicht überleben oder?
@JazzKo: In erster Linie Tierpsychologie, bzgl Hunden. Ich glaube ja wohl kaum, dass sich die meisten höheren Vertebraten einen Tod herbeisehnen. Das erfordert eine Intelligenzleistung, die ich mir vllt. nur bei Kolkraben, Pavianen oder Delfinen vorstellen kann.
RockHolly
07.05.2016, 09:57
Ich danke euch!
@JazzKo: In erster Linie Tierpsychologie, bzgl Hunden. Ich glaube ja wohl kaum, dass sich die meisten höheren Vertebraten einen Tod herbeisehnen. Das erfordert eine Intelligenzleistung, die ich mir vllt. nur bei Kolkraben, Pavianen oder Delfinen vorstellen kann.
Naja Katzen als Freigänger gehen auch selber, wenn die Zeit für sie gekommen ist.
Also sprich sie gehen von zu Hause weg.
Elvira93
07.05.2016, 15:45
Ich danke euch!
@Viehdoc: Jaja, das kann man immer sagen. ;) Domestizierte Tiere würden von Anfang an nicht überleben oder?
ich denke dass viele unserer Hunde und Katzen schon noch in der Lage wären, sich selber am Leben zu erhalten, die sind schließlich nicht komplett dumm ;). Aber es gibt sicher Rassen, die haben es aufgrund ihrer Züchtung da schon arg schwer... Es ist einfach schwierig, aber nimm mal an du gibst dem Tier keine Schmerzmittel und nichts, so wie es in der Natur auch wäre, dann würde es auch nicht mehr leben wollen ab einem bestimmten Punkt denke ich. Klar kann man das mit dem Schmerzmittel eine gewisse Zeit machen, aber irgendwann bauen die dann ja meist auch so arg ab und leiden einfach sichtbar trotz Medikamenten...
KalleTheDog
07.05.2016, 23:01
Naja Katzen als Freigänger gehen auch selber, wenn die Zeit für sie gekommen ist.
Also sprich sie gehen von zu Hause weg.
Ernsthaft? Immer? Mein Kater ist steinalt und Freigänger…
Ernsthaft? Immer? Mein Kater ist steinalt und Freigänger…
ich denke nicht, dass jeder Freigänger das macht... kenne genug Leute, die ihre Katzen irgendwann einschläfern lassen haben, weil sie einfach so alt und gebrechlich waren, dass es echt nicht mehr ging. Und die sind auch Freigänger gewesen ;)
Elvira93
15.05.2016, 14:28
ich denke nicht, dass jeder Freigänger das macht... kenne genug Leute, die ihre Katzen irgendwann einschläfern lassen haben, weil sie einfach so alt und gebrechlich waren, dass es echt nicht mehr ging. Und die sind auch Freigänger gewesen ;)
das kommt bestimmt ein bisschen darauf an, ob es eher so Bauernhofkatzen sind, die ja ein bisschen selbstständiger sind, oder eigentlich eher Wohnungskatzen, die mal ein bisschen draußen rumstreunen... könnte mir vorstellen, dass letztere eher nach Hause kommen, wenns ihnen schlecht geht...
RockHolly
24.05.2016, 07:46
Ernsthaft? Immer? Mein Kater ist steinalt und Freigänger…
Nein nicht jeder :) Aber ich hatte das öfter und das war schon fies
RockHolly
24.05.2016, 07:47
das kommt bestimmt ein bisschen darauf an, ob es eher so Bauernhofkatzen sind, die ja ein bisschen selbstständiger sind, oder eigentlich eher Wohnungskatzen, die mal ein bisschen draußen rumstreunen... könnte mir vorstellen, dass letztere eher nach Hause kommen, wenns ihnen schlecht geht...
Ja kann ich mir auch vorstellen. Meine waren immer von Anfang an draußen (Schon draußen geboren) und haben sich ihr fressen auch immer alleine gefangen. Sind eben immer nur mal zum Schmusen gekommen oder um bei schlechtem Wetter drin zu schlafen ^^
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