Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachteile bei Übernahme eines Kassensitzes als angestellter Arzt?
Christoph_A
11.02.2016, 07:08
Passt schon. Aber beeindruckend, daß man glauben kann, es wären monatliche Zahlen gewesen. Denke, nach all den Jahren im Geschäft, kann man schon einschätzen, was realistisch ist.
flopipop
11.02.2016, 09:52
Passt schon. Aber beeindruckend, daß man glauben kann, es wären monatliche Zahlen gewesen. Denke, nach all den Jahren im Geschäft, kann man schon einschätzen, was realistisch ist.
ist es tatsächlich total unrealistisch? was verdient denn ein inhaber einer gut laufenden Praxis?
WackenDoc
11.02.2016, 10:12
Kannst du deinen Vorgänger fragen, was er so bekommt?
Christoph_A
11.02.2016, 10:36
@ Flopipop: Es ging hier nicht um Inhaber, sondern um Angestellte eines MVZs. Eine gute laufende Einzelpraxis wird die nächsten Jahre zur Rarität werden, die Zeiten, in denen Praxisinhaber mit 500k auf die Kralle in den Golfclub eingerückt sind, sind ebenso (bis auf wenige Ausnahmen, Stichwort "Bayerndoc") vorbei, wie die der Multimillion Dollar Baby Chefärzte.
Und, da dieses Geld im System zur adäquaten Bezahlung aller anderen Partizipienten gefehlt hatte, m.M. nach auch zurecht.
kussmaul
11.02.2016, 11:02
35€ die Stunde wird von der KV vorgeschlagen als Empfehlung für einen angstellten Facharzt. Da wäre man um 6000 brutto. Da ich frischer FA wäre könnte ich mich damit anfreunden, jedoch wenn ich mehr Erfahrung hätte würde ich auch mehr verlangen, so wie es etwa im Tarifvertrag vereinbart ist.
Oder kann ich für den halben Sitz, den ich besetze, mehr verlangen?
Hast du dir mal überlegt, wer in der KV die Musik macht und warum sie dann solche Zahlen rausgeben? Die KV ist die Vertretung der Praxisinhaber, nicht der Angestellten.
Einen TV für ambulant Angestellte sehe ich auch kritisch; da wird (wenn überhaupt) nicht viel mehr als für Klinik-Fachärzte rauskommen, aber dafür hat der MB dann ein neues Spielfeld...man muss sich immer überlegen, wer was warum macht ;-)
wischmopp
11.02.2016, 11:07
Jetzt muss ich schon mal blöd fragen: Aus welchen Gründen hätte denn ein frischer Facharzt in der Praxis ein höheres Gehalt verdient als einer in der Klinik? Wo doch Ersterer definitiv weniger Stress hat, keine Dienste, geregeltere Arbeitszeiten....? Vielleicht mag mich ja jemand aufklären :-)
kussmaul
11.02.2016, 11:16
Es geht ja nicht nur um das relative (Facharzt Klinik vs. MVZ), sondern auch um das absolute Gehalt:
Findest du, dass ein Facharztgehalt für eine mindestens elfjährige Aus- und Weiterbildungbildung + Verantwortung + Stress + rechtliche Risiken + gesundheitliche Risiken (Infektionen...) angemessen ist?
Überlege mal, was z.B. ein Lehrer verdient, oder ein BWLer, der sich nicht ganz doof anstellt und z.B. den Steuerberater macht.
Bei Juristen ist es aufgrund der Notenselektion etwas anders, aber auch da fallen die Anforderungen (Flüchtlingskrise, Demographie).
Ich weiß, Augen auf bei der Berufswahl, aber viele Mediziner verkaufen sich IMHO deutlich unter Wert.
wischmopp
11.02.2016, 12:31
Da stimme ich ja zu, dass das Gehalt aus den von Dir genannten Gründen höher sein dürfte.
Ich wage aber zu behaupten, dass man bei solchen Forderungen als frischer Facharzt in einigen Städten Gefahr läuft, mit dem Ofenrohr ins Gebirge zu schauen, weil nicht überall Ärztemangel herrscht und sich dann eben bitte danke der Nächste vorstellen möge. Mag natürlich beim TE eine andere Situation sein, weil er ja bisher auch in dieser Praxis war, sich also schon bewähren konnte und nicht mehr eingearbeitet werden muss. Da würde ich es dann vermutlich abhängig von der persönlichen Einschätzung machen, wie sehr der Chef ihn behalten will...
flopipop
11.02.2016, 13:54
@ Flopipop: Es ging hier nicht um Inhaber, sondern um Angestellte eines MVZs. Eine gute laufende Einzelpraxis wird die nächsten Jahre zur Rarität werden, die Zeiten, in denen Praxisinhaber mit 500k auf die Kralle in den Golfclub eingerückt sind, sind ebenso (bis auf wenige Ausnahmen, Stichwort "Bayerndoc") vorbei, wie die der Multimillion Dollar Baby Chefärzte.
Und, da dieses Geld im System zur adäquaten Bezahlung aller anderen Partizipienten gefehlt hatte, m.M. nach auch zurecht.
selbst in diesen "schweren" Zeiten und selbst als "nur" teilhaber einer gemeinschaftspraxis verdient man trotzdem noch ganz gut - deswegen hätte mich interessiert, ob die 15000 monatlich dann tatsächlich eine soooo starke utopie wäre. für angestellte ärzte sicher ja, aber für beteiligte? mit anderen worten - lohnt sich ein schritt in die niederlassung? :-)
Aus welchen Gründen hätte denn ein frischer Facharzt in der Praxis ein höheres Gehalt verdient als einer in der Klinik? Wo doch Ersterer definitiv weniger Stress hat, keine Dienste, geregeltere Arbeitszeiten....?
und aus welchen gründen hat sich ein bundesligaprofi ein jahresgehalt verdient, das die meisten von uns in unserem ganzen leben nie sehen werden? markt.
ist es tatsächlich total unrealistisch? was verdient denn ein inhaber einer gut laufenden Praxis?
Schwer darauf eine pauschale Antwort zu geben, kommt aufs Fach, auf den Sprechstundenumfang, auf die "Scheinzahl" und auf die Kostenstruktur der Praxis an.
In einer gut laufenden, vollversorgenden Allgemeinarztpraxis ist es definitiv deutlich mehr als ein Oberarztgehalt, das kann ich sagen.
Christoph_A
12.02.2016, 08:01
Naja, deutlich mehr als ein Oberarztgehalt ohne Leitungsfunktion hat ziemlich jeder Schwerpunktfacharzt als Angestellter und erst Recht als Praxisinhaber. Um das geht es aber auch nicht, sondern, daß 15k in einer Anstellung in einem MVZ als Grundgehalt utopisch sind, auch wenn das User flopipop jetzt so nicht ganz wahrhaben will.
Was die Frage angeht, ob Anstellung oder gleich nen Sitz kaufen, spielt da ja nicht nur das Geld eine Rolle sondern auch viele andere Faktoren-man hat den ganzen Verwaltungskram inklusive Abrechnung/KV etc an der Backe, das unternehmerische Risiko, die berufliche Flexibilität geht Flöten, die Arbeitszeiten, wenn man all die Nebengeräusche ansieht, sind deutlich höher als bei nem Angestellten, wers mag bitte, meins wars nicht, deshalb hab ich mich für den Weg der Anstellung mit großen persönlichen Freiheiten und ordentlichen Bonuszahlungen entschieden. Reicht dicke für ein gutes Leben und ist deutlich entspannter.
Was Deine Frage angeht @ Wischmopp: Du hast auch ein viel größeres Risiko und mehr Verantwortung als in der Klinik-Du kannst nicht mal eben irgendjemand nach seiner Zweitmeinung fragen, Du musst alles allein entscheiden, auch alle Eingriffe müssen sitzen, denke, das ist schon eine andere Liga, als als FA in nem großen Klinikum in der Etappe rumzueiern, daher ist das Gehalt schon gerechtfertigt. Plus, es ist ein Markt, niemand zwingt den Arbeitgeber, soviel zu zahlen, gibt ja keine Tarife, allerdings wird dann auch die Qualität des betreffenden Ladens schnell absinken.
wischmopp
12.02.2016, 08:15
Danke, Christoph, Deine Argumente leuchten mir ein.
Der Vergleich mit dem Bundesligaprofi vom Vorvorposter (oder so) wirkt für mich jedoch eher wie das störrische Kind, das mit dem Fuß aufstapft und "ich will aber!" kreischt....
flopipop
12.02.2016, 09:01
Um das geht es aber auch nicht, sondern, daß 15k in einer Anstellung in einem MVZ als Grundgehalt utopisch sind, auch wenn das User flopipop jetzt so nicht ganz wahrhaben will.
junge, lies doch rischtisch. Ich sage doch, dass 15k in anstellung utopisch sind, aber die Frage zielte darauf ab, ob diese utopie auch für inhaber gilt - rein interessenshalber.
er Vergleich mit dem Bundesligaprofi vom Vorvorposter (oder so) wirkt für mich jedoch eher wie das störrische Kind, das mit dem Fuß aufstapft und "ich will aber!" kreischt
der vergleich sollte die regeln des marktes verdeutlichen - was der vorredner im letzten satz auch bestätigt.
Christoph_A
12.02.2016, 09:25
Isch denke, isch lese rischtisch, auch mal zwischen den Zeilen. Für Inhaber ist nix utopisch, das ist eine Frage des Marktes und des Privatpatienten/Selbstzahleranteils. Langt Dir das als Antwort, oder hast noch ein paar granatenfragen auf Lager aus der Allgemeinplazetecke?
Was ist denn üblich beim Wechsel in die Praxis: erst von einer Oberarztstelle aus oder bereits als erfahrener Facharzt?
Ich weiß von einigen, dass sie von ihrer OA-Stelle in die Praxis/Niederlassung gewechselt sind, aber eben nicht, was üblich ist. Gerade auch in Hinblick auf die von Christoph erwähnten Nachteile der Praxis.
Christoph_A
12.02.2016, 12:46
Meist ist man ein paar Jahre noch FA/OA, vertieft seine Spezialfertigkeiten, wie z.B. bei uns Kardiologen jetzt EPUs/Katheter/Schrittmacherimplantationen/Echokardiographie und geht dann in die Niederlassung.
Allerdings ist der Trend zur frühzeitigen Klinikflucht immer ausgeprägter.
Allerdings ist der Trend zur frühzeitigen Klinikflucht immer ausgeprägter.
Warum nur... ;-)
Ich kenn das vor allem von meinen internistischen Kollegen: spätestens im dritten Weiterbildungsjahr wollen sich fast alle nur noch so schnell wie möglich niederlassen. Und die Oberarztstellen sind fast nicht mehr zu besetzen weil keiner mehr da ist...
Saphira80
13.02.2016, 21:35
Darf ich fragen was ihr so verdient? Ich bekomme 65 000 als angestellte FÄ, im teuren München, allerdings mit kinderfreundlichen Arbeitszeiten (täglich 9 bis 15 Uhr, Montags bis 18 Uhr, also nur 33 Stunden/Woche).
Ich bekomme 65 000 als angestellte FÄ, im teuren München, allerdings mit kinderfreundlichen Arbeitszeiten (täglich 9 bis 15 Uhr, Montags bis 18 Uhr, also nur 33 Stunden/Woche).
Alleine das würd ich sofort nehmen. Deine Arbeitszeiten hören sich für mich nach Urlaub an... und jetzt schreib nicht du hättest auch noch eine Mittagspause.
Saphira80
13.02.2016, 23:42
Nein, die habe ich natürlich nicht. Die hatte ich vor den Zwillingen, dann allerdings mit 4 Nachmittagen arbeiten
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