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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Quergefragt - Auf kurzer Antwortensuche



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el suenio
05.02.2016, 21:26
Hey! :-winky

Mir geht es ja öfter so, dass ich eine kurze Frage zu einem bestimmten Thema habe und einfach keine schlüssige Antwort finde. Dafür jedes Mal einen neuen Thread zu eröffnen, finde ich unnötig, sodass ich dann meistens am Ende immer noch keine Antwort habe. Deshalb möchte ich jetzt diesen Sammelthread für alle fachlichen Fragen in die Runde werfen, die schnell zu beantworten sind und für die sich ein eigener Faden nicht lohnt.
Ich fange dann mal an mit gleich zwei Fragen...

1. Der Lobus caudatus hypertrophiert bei Leberzellschäden. Aber warum eigentlich?
Es handelt sich wohl um eine kompensatorische Hypertrophie, die sich einstellt, weil der Lobus caudatus im Allgemeinen weniger geschädigt ist, als die restliche Leber und das dann durch die Hypertrophie ausgeglichen werden soll. Und warum ist er weniger geschädigt? Durch seine Lage zur VCI?

2. Lymphknoten vergrößern sich, wenn sie maligne entartet sind, so, dass sie kugelförmig werden. Benigne Lymphknotenvergrößerungen haben eine längsovale Form. Warum ist das so?

Ich hoffe, dass mir das jemand verraten kann und ich hoffe natürlich auch, dass sich noch andere trauen, hier ein paar Fragen zu posten, die vllt. noch nicht den Weg in einen eigenen Faden gefunden haben.

davo
06.02.2016, 14:42
Ich nehme an du spielst mit (2) auf den Solbiati-Index an? Ich vermute ehrlich gesagt, ohne mich mit diesen Themen näher auszukennen, dass du dazu keine Antworten finden wirst... mein Eindruck in Patho war ganz allgemein, dass es wahnsinnig viele Themen gibt, auch bei sehr weit verbreiteten Erkrankungen oder Phänomenen, die völlig oder großteils unklar sind, und bei denen man vielleicht ein paar empirische Korrelationen kennt, aber keine Ahnung über die Pathomechanismen hat. Im großen Patho-Buch von Elsevier z.B. (Böcker et al.) steht zu beiden Themen überhaupt nichts.

el suenio
06.02.2016, 20:34
Ich nehme an du spielst mit (2) auf den Solbiati-Index an? Ich vermute ehrlich gesagt, ohne mich mit diesen Themen näher auszukennen, dass du dazu keine Antworten finden wirst...
Hmm, ja, genau diesen Index meine ich. Aber um den geht es mir ja gar nicht primär, mir stellt dich eher die Frage nach dem Warum. Ich hab natürlich wirklich keine Ahnung, sonst würde ich ja auch nicht fragen, aber irgendeine Erklärung muss es doch für das unterschiedliche Aussehen geben.
Das war jetzt scheinbar doch kein ganz so leichter Einstieg, wie ich dachte :-)) Falls noch mehr Fragen existieren, die zwischendurch entstehen, gerne posten.

Nessiemoo
07.02.2016, 10:40
Über Lobus caudatus habe ich irgendwo gelesen wieso das so ist... werde es morgen nachgucken können :)

Panamera
07.02.2016, 22:18
Zu 1) Das ist wohl die Lehrbuchmeinung, dass der Lobus caudatus weniger stark schädlichen Substanzen ausgesetzt ist. Wobei mir da der Mechanismus nicht einleuchtet - vielleicht bekommt er mehr arterielles und weniger potenziell gefährliches portalvenöses Blut (?)
Zu 2) Lymphknoten haben eine feste Kapsel. Daher könnte man das vllt. folgendermaßen erklären: Gesunde Lymphknoten sind eher oval geformt. Wenn ein Lymphknoten aufgrund maligner Prozesse wächst, kann die Kapsel nicht gut nachgeben und die Volumenzunahme kann nur mit einer runderen Konfiguration einhergehen (besseres Volumen/Oberflächenverhältnis)

roxolana
08.02.2016, 10:29
2. Malignome zerstören die Lymphknoten-Architektur, daher geht die physiologische ovale Konfiguration verloren - wäre zumindest meine Erklärung.

el suenio
08.02.2016, 17:48
Hey, super, da ist ja doch noch was zusammen gekommen :-)
Es hat auf jeden Fall etwas mit den Gefäßen zu tun beim Lobus caudatus. Ich weiß nur nicht genau, was gerade beim Lobus caudatus anders ist, als bei den anderen Leberlappen.
Die beiden Erklärungen für die Lymphknoten hören sich auch gut an, könnte ja ein Zusammenspiel aus beidem sein.
Ich danke euch!

FirebirdUSA
08.02.2016, 20:51
Zu 1) Das ist wohl die Lehrbuchmeinung, dass der Lobus caudatus weniger stark schädlichen Substanzen ausgesetzt ist. Wobei mir da der Mechanismus nicht einleuchtet - vielleicht bekommt er mehr arterielles und weniger potenziell gefährliches portalvenöses Blut (?)
Zu 2) Lymphknoten haben eine feste Kapsel. Daher könnte man das vllt. folgendermaßen erklären: Gesunde Lymphknoten sind eher oval geformt. Wenn ein Lymphknoten aufgrund maligner Prozesse wächst, kann die Kapsel nicht gut nachgeben und die Volumenzunahme kann nur mit einer runderen Konfiguration einhergehen (besseres Volumen/Oberflächenverhältnis)
Entzündlich vergrößerte LK haben doch eine viel schnellere Größenzunahme

*milkakuh*
08.02.2016, 22:53
Der Thread ist eine super Idee, Suenio! :-top Leider habe ich nur für deine Fragen keine passenden Antworten...

Ich werf auch nochmal eine Frage in die Runde. Kann mir jemand beantworten in welchen Fällen die Bestimmung des Anti-Xa-Spiegels bei direkten Faktor-Xa-Inhibitoren Sinn macht? Ich hab schon versucht das herauszufinden aber überall steht nur, dass man den Faktor bestimmen kann und, dass eine generelles Monitoring nicht notwendig ist.

Und wo wir schonmal dabei sind. Anti-Xa-Spiegel ist ja auch geeignet für das Monitoring von NMH. Wird das in der Praxis gemacht? Hab ich noch nie gesehen. Gelesen habe ich, dass das bei Niereninsuffizienten Sinn macht, weil die HWZ unter Umständen verlängert ist.

Vielen Dank schonmal! :-)

WhiteMountains
09.02.2016, 10:59
http://www.ladr.de/sites/all/themes/cont/files/_02_pdfs/01_medizin/03_information/ladr-informiert/info194a.pdf
da steht was dazu wann monitoring unter rivaroxaban sinnvoll ist. ist das das gesuchte?

*milkakuh*
09.02.2016, 18:41
http://www.ladr.de/sites/all/themes/cont/files/_02_pdfs/01_medizin/03_information/ladr-informiert/info194a.pdf
da steht was dazu wann monitoring unter rivaroxaban sinnvoll ist. ist das das gesuchte?

Das hatte ich auch gefunden aber das ist aus 2012 und da es die oralen direkten Faktor-Xa-Inhibitoren noch gar nicht so lange gibt hat sich da ggf. noch was geändert.

WhiteMountains
09.02.2016, 19:42
tja dann sorry

*milkakuh*
09.02.2016, 19:44
Trotzdem dankeschön fürs Suchen! :-) Vielleicht kann ja jemad noch was aus der Praxis dazu berichten.

vanilleeis
11.02.2016, 21:14
Tja, zum Monitoring der Anti-Xa-Aktivität unter den NOAK scheiden sich die Geister. Generell gibt es mWn keine klare Empfehlung dazu, nach Herstellerangaben ist die Range von Rivaroxaban zb auch sehr breit, man muss da also anders denken als beim INR. Daher ist die Frage, was Du mit dem Monitoring erreichen willst. Sinnvoll kann es zb bei Blutungen oder Notfalleingriffen sein, allerdings benötigst Du zur Interpretation die Angabe des Einnahmezeitpunktes... ob man den in dem Falle hat, ist sicherlich fraglich.

Aus meiner Erfahrung im Labor würde ich sagen: Wer messen kann, der macht es :-)

vanilleeis
11.02.2016, 21:31
Routine-Monitoring ist nicht notwendig, jedoch sinnvoll bei folgenden Indikationen:
•CompLiance-Kontrolle
•Verdacht auf Überdosierung
•Auftreten einer Thrombose oder von Blutungen während der Behandlung
•Akutes Nierenversagen
•Vor Not-Operationen oder Epidural-oder Spinalanästhesie
•Akuter Apoplex mit Indikation zur Fibrinolyse

aus: Labor-Monitoring neuer plastischer Gerinnungshemmer, Lindhoff-Last (ich bekomme es nicht verlinkt)

*milkakuh*
11.02.2016, 22:23
Vielen lieben Dank, vanilleeis! :-)

el suenio
12.02.2016, 19:38
Ich hab auch schon wieder was, allerdings eher was Technisches. Kann es sein, dass ein Ultraschallkopf piept? Das hört sich vllt. blöd an, aber nach einer gewissen Dauer, höre ich ständig ein nerviges hohes Piepen aus dem Schallkopf. Allerdings bin ich auch die einzige, die es hört :-oopss
Ist das möglich, hat das schon mal jemand bemerkt?

FirebirdUSA
13.02.2016, 07:39
Der piept tatsächlich

el suenio
13.02.2016, 16:41
Danke, das beruhigt mich jetzt sehr. Ich dachte schon, die Psychiatrie hat mir geschadet :-oopss Nur mal für mein Verständnis: Was piept denn da, falls man das so einfach beantworten kann? Ich glaube, es piept auch nur, wenn der Schallkopf angekoppelt ist.

FirebirdUSA
14.02.2016, 13:14
Danke, das beruhigt mich jetzt sehr. Ich dachte schon, die Psychiatrie hat mir geschadet :-oopss Nur mal für mein Verständnis: Was piept denn da, falls man das so einfach beantworten kann? Ich glaube, es piept auch nur, wenn der Schallkopf angekoppelt ist.

Nicht die Ultraschallwellen ;-) Ich glaube das sind einige der elektrischen Bauteile (mancher Fernseher o.ä. fiept ja auch)