Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin studieren ohne allgemeine Hochschulzugangsberechtigung?
WackenDoc
15.02.2016, 20:06
Wenn die Ausbildung für dich schon sehr anspruchsvoll ist, wie kommst du dann auf die Idee, dass du Medizin studieren kannst?
yeeliznur_
15.02.2016, 20:19
Nur weil sie anspruchsvoll ist bedeutet es nicht das es mir schwer fällt. Außerdem bin ich der Meinung, dass wenn man etwas will man es auch schaffen kann. Wenn es mir möglich ist nach meiner Ausbildung mich zu bewerben, fände ich das für mich besser als das Abitur zu machen. Da ich im Moment einfach etwas mache das mich auch wirklich interessiert und kein schlechten Notendurchschnitt in dem Abi riskieren will. Dauert beides genauso lange und ich weiß von mir selber das ich beim Abi schlechter abschneiden würde als wie ich meine Ausbildung beenden würde. Hab mich jetzt etwas informiert und es wäre möglich mit der Ausbildung :)
Was hast du denn genau rausgefunden und für welche Unis gilt das?
yeeliznur_
15.02.2016, 20:48
Also allgemein das halt eine 2-3Jährige Ausbildung + 2-3 Jahre Berufserfahrung oder Weiterbildungen anerkannt werden. Habe mich jetzt auch speziell auf der Seite von der RUB Bochum informiert und da müsste ich dann eine gute Note vorlegen und eine Zugangsprüfung absolvieren. Mit der Note kann ich mich dann auf Hochschulstart bewerben :) Ich hatte mir dann gedacht das ich die 2 Jahre noch für die Intensiv und Anästhesie Weiterbildung nutze :) Oder noch eine Ausbildung als OPA mache :)
yeeliznur_
15.02.2016, 20:51
Also mir ist schon klar das es dennoch nicht einfach wird. Mir sind die Wartesemester aber such egal, hauptsache ich kriege irgendwann die Chance dazu. Natürlich weiß ich auch, dass ich es von Anfang an besser machen hätte können. Jedoch war ich mir damals einfach zu unsicher und hatte noch andere Aspekte es nicht zu machen. Heute bin ich mir jedoch sicher. :)
@yeeliznur_
Magst du vielleicht mal bei der Studienberatung nachfragen, ob du nach dem Bachelor wirklich keine Chance auf einen Medizinstudienplatz als Zweitstudienbewerber hast. Ggf. ist das ja schon einmal vorgekommen und der Berater hat davon gehört.
Würde mich freuen, wenn du die Antwort des Beraters hier posten könntest, da es mich auch interessiert. :)
WackenDoc
15.02.2016, 21:09
Warum bist du eigentlich den Weg über das Fachabi gegangen und hast nicht normal Abi gemacht?
yeeliznur_
15.02.2016, 21:22
@Cindy92 meinst du direkt an einer Uni? :)
@WackenDoc
Leider weil ich nicht daran geglaubt habe es jemals zu schaffen und ich gerne früh eine Familie haben wollte. Jedoch arbeite ich jetzt hin und wieder im Krankenhaus und mich zieht es dann einfach so gerne zu den Ärzten.. Das ich es einfach unbedingt machen möchte. Und die Familienplanung ist mir mittlerweile wurscht 😄
Magst du vielleicht mal bei der Studienberatung nachfragen, ob du nach dem Bachelor wirklich keine Chance auf einen Medizinstudienplatz als Zweitstudienbewerber hast.
Laut HSS bekommen 90% nur den "Gnadenpunkt", d.h. selbst mit Spitzennoten wird sie allerhöchster Wahrscheinlichkeit nach nur 5 Punkte bekommen. Nehmen wir einen guten Abschluss mit Anerkennung beruflicher Gründe der Katergorie 3, landet sie nur bei 10 Punkten, was nicht mehr für eine sichere Zulassung reicht. Selbst bei einem sehr gutem Abschluss ist anzunehmen, dass die Messzahlen bis dahin auf 11 oder gar höher gestiegen sind, sodass selbst das nicht mehr reicht.
Sollte die Messzahl auf 12 steigen - was ich für sehr realistisch halte - ist sie komplett aus dem Rennen.
29660
yeeliznur_
15.02.2016, 21:28
Ich verstehe dieses Konzept nicht so genau :(
Mit welchem Studium könnte ich mich überhaupt dann als Zweitstudierender bewerben -.-
yeeliznur_
15.02.2016, 21:31
Wieso wird das dann angeboten, dass kann ich echt nicht verstehen :/
"Angeboten" ist schön formuliert. Das Problem ist, dass du vom Papa-Schlumpf verlangst, dass er nochmal Gelder locker macht, um dir eine weitere Ausbildung zu finanzieren (gerade das Medizinstudium ist auch echt nicht billig).
Wie du dem Verlauf entnehmen kannst, gibt es seit der Bologna-Reform einen sprungartigen Anstieg in den Messzahlen, da 3 Jahre Studium für einen Bachelor mit sehr guter Note ohne jede Begründung bereits ausgereicht haben. Das ist natürlich für viele eine sinnvollere Alternative gewesen als bspw. 6 Jahre zu warten. Im Notfall hast du halt immernoch das bereits abgeschlossene Studium als Rücklage.
Dadurch ist aber natürlich die Anzahl der absoluten Bewerber rasant gestiegen (auf einer 3% Quote!), sodass es notwendig wird berufliche/wissenschaftliche Gründe anerkannt zu bekommen. Die Anerkennung dieser Gründe ist äußerst schwer und hochkompetitiv und HSS dichtet zunehmenden irgendwelche Schlupflöcher ab (Physikstudium -> "studieren sie halt Medizinphysik" etc).
Selbst wenn du es geschafft hast, musst du dich darauf einstellen dass dir das Losglück (ja in der Zweitstudienquote wird hart gelost bei Gleichstand) das Genick bricht und die Messzahl im nächsten Wintersemester um 1 höher liegt. Je nach Studium und Gründe, die du maximal anerkannt bekommen kannst, ist es durchaus möglich dass du diesen Punkt nie "aufholen" kannst.
In anderen Worten: Lass die Finger von der Quote.
yeeliznur_
15.02.2016, 21:54
Okey danke dir. Wie siehst du das denn dann? Wenn ich mein Staatsexamen mache und das letzte (für den Bachelor entscheidende) Semester ausfallen lasse, mich dann weiterbilde (Intensiv und Anästhesie) und mich dann bewerbe? Klar kostet das alles Zeit :/
Du musst dich informieren, wie dann die Zugangsprüfung in Bochum wäre. Wenn da alle mit einer 4.0 rausgehen, musst du auch mindestens sieben Jahre warten... Manche Unis haben was gegen beruflich Qualifizierte.
Wie bereits mehrfach gesagt, ich würde einfach das Abi nachmachen. Wenn du dir ein Medizinstudium zutraust, sollte das Abi ein Klacks für dich sein.
MsLifeunderRock
16.02.2016, 00:14
Okey danke dir. Wie siehst du das denn dann? Wenn ich mein Staatsexamen mache und das letzte (für den Bachelor entscheidende) Semester ausfallen lasse, mich dann weiterbilde (Intensiv und Anästhesie) und mich dann bewerbe? Klar kostet das alles Zeit :/
Auch ne Weiterbildung kostet Geld. Viele Krankenhäuser verpflichten danach für mehrere Jahre ihre Mitarbeiter, dass würde dir den Weg ggf auch versperren oder zumindest verlängern.
Ich würde auch lieber Abi machen. Du weißt ja wofür du das machen möchtest. Dann kann man sich ja ganz anders reinhängen.
Denn wenn du Pech hast, hast du nachher tatsächlich nen schlechte Note in dem Test, wie evt schon sagte, und du musst im Endeffekt sogar 10 Jahre auf deine Zulassung warten statt vielleicht nur 3, wenn du dich jetzt für das Abi reinhängst.
Wenn dein Abi nicht ausreicht kannst du ja immer noch Pflege hinterher machen.
Und als jemand, der auch die Pflegeausbildung gemacht hat: leider bringt die als Vorbereitung für das Medizinstudium nicht so viel. Du hast halt schon Erfahrung im Umgang mit dem Patienten, aber der Wissensvorsprung ist innerhalb von ein paar Wochen weg.
WackenDoc
16.02.2016, 06:29
Ich finde es erschreckend, dass du diese ganzen Informationen- wie das mit der Messzahl funktioniert etc.- nicht selber rausfindest. Zumal das hier im Forum schon x Mal durchgekaut wurde und das Thema immer wieder hoch kommt.
Als Medizinstudent wirst du sehr viel selbständiger arbeiten müssen.
ehem-user-11022019-1151
16.02.2016, 06:45
Du hast halt schon Erfahrung im Umgang mit dem Patienten, aber der Wissensvorsprung ist innerhalb von ein paar Wochen weg.
JA! Und nein, die Anatomie in der Krankenpflegeausbildung ist nicht gleichzusetzen mit der Anatomie im Studium.
Ich würde auch raten, das Abi zu machen. Ich weiß nicht in welchem Bundesland zu bist, aber du kannst nach FH-Reife und Ausbildung das Abitur in einem Jahr nachholen (jedenfalls in BaWü).
Außerdem-wenn du neben der Arbeit studieren kannst, kannst du vielleicht auch neben der Arbeit das Fernabitur machen?
Wie gesagt, über Zweitstudienqoute-wie schwer das ist, kannst du ja mal in entsprechenden Unterforen nachlesen.
Ich selbst habe das Abitur auch erst nach der Ausbildung gemacht (BOS in Bayern) und kann dir das nur sehr aus Herz legen.
Wenn man sich etwas reinhängt (ich rede mal von 2h Aufwand pro Tag und guter Abiturvorbereitung), ist 1,5-1,2 wirklich mehr als machbar (und 2h Aufwand pro Tag ist wohl im Vergleich zum Studium gar nix). Da du schon ne Ausbildung und FHR hast, bist du auch nach einem Jahr schon durch und noch dazu bekommst du mit deiner Ausbildung an vielen Unis noch nen Bonus.
Mir wäre das über die 3% vieeeeel zu unsicher, vor allem wenn mir der Weg übers Abi noch offen steht. :-meinung
Viele Grüße
Pheppo
kekskruemel
16.02.2016, 07:44
Ich kann auch nur betonen, dass das einfachste und sicherste wäre, du holst das Abi nach und beendest dein aktuelles Studium nicht.
Du weißt ja inzwischen, wofür du das Abi machen würdest. Behalte das Ziel im Auge, hol dir ggf. in einigen Fächern Nachhilfe, um es zu verstehen. Die Zeit des Abiturs wird dein Vollzeitjob.
Jetzt ist es doch so:
- Fachabi
- Studium Pflegewissenschaften
- Erst durch Abschluss allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
- Dann giltst du aber schon als Zweitstudienbewerber
- Es gibt nur 3% der Plätze für Zweistudienbewerber
- Mit einem Bachelor wirst du keine wissenschaftliche Gründe geltend machen können
Die Alternative: Ein Jahr hinsetzen, fürs Abitur pauken und sich dann für Medizin als Erststudium bewerben. Ich halte die Chancen für sehr viel höher, weniger stressig.
Ich hab keine Ahnung vom Anspruch deines Studiums, aber ich gehe davon aus, dass du, wenn du damit klar kommst, auch das Abi schaffst.
Hau rein!
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