Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haloperidol in der Demenz-Therapie?



Seiten : 1 [2]

Minoo
26.02.2016, 12:55
@Padora, da hast du einen guten Einblick in die Situation von Demenzkranken gegeben. Mir waren selbst einige Probleme nicht so bewusst, gerade was Empfinden der Patienten selbst angeht, z.B Schlaf- und Angststörungen können wirklich beeinträchtigen.
Ich glaube, dass das ganze Krankheitsbild vielen (mir eingeschlossen) gar nicht so bewusst ist und darum erheben sich auch schnell Stimmen, wenn man von Schlafmitteln und Neuroleptika hört. Hier kann noch einiges an Aufklärung und Information erfolgen. Fände ich in der Apotheke auch gut.

Minoo
26.02.2016, 12:56
@Padora, da hast du einen guten Einblick in die Situation von Demenzkranken gegeben. Mir waren selbst einige Probleme nicht so bewusst, gerade was Empfinden der Patienten selbst angeht, z.B Schlaf- und Angststörungen können wirklich beeinträchtigen.
Ich glaube, dass das ganze Krankheitsbild vielen (mir eingeschlossen) gar nicht so bewusst ist und darum erheben sich auch schnell Stimmen, wenn man von Schlafmitteln und Neuroleptika hört. Hier kann noch einiges an Aufklärung und Information erfolgen. Fände ich in der Apotheke auch gut.

Lissminder
01.03.2016, 15:25
Hier kann noch einiges an Aufklärung und Information erfolgen. Fände ich in der Apotheke auch gut.
Wie willst du das denn in der Apotheke realisieren? Natürlich kann man Angehhörige kurz beruhigen, sollten sie ein Rezept über Neuroleptika einreichen, aber für mehr ist doch gar keine Zeit.
Zumindest nicht vorne am HV-Tisch. Und mal ganz ehrlich. Das wäre doch auch nur wieder eine Zusatzleistung, die zwar toll ist, aber uns eh keiner vergütet.

Pandora
02.03.2016, 14:29
Das sehe ich ähnlich wie Lissminder. Eigentlich ist es gerade in diesem Fall die Aufgabe des (erst-)verorndenden Arztes. Gerade bei Demenzen ist das Einbeziehen der Angehörigen in die Therapie sehr wichtig, damit eben solche Vorstellungen von "die wollen den Opa doch nur ruhigstellen" gar nicht erst aufkommen.
Ich sehe es relativ oft, dass Angehörige älterer Leute diese 2x im Jahr zu den Feiertagen besuchen und keine Ahnung haben, wie der Alltag aussieht. Das führt oft dazu, dass die Fähigkeiten und die Probleme völlig falsch eingeschätzt werden und es dann schnell Vorurteile hagelt. Deshalb bin ich auch ein großer Befürworter einer Medikamenteneinstellung unter stationären Bedingungen in einer Gerontopsychiatrie oder Geriatrie, wo eben auch das Umfeld des Patienten mit einbezogen werden kann. Das können die meisten Hausärzte in der Form doch zeitlich gar nicht leisten. Und Apotheken auch nicht.

Minoo
02.03.2016, 18:41
Deshalb bin ich auch ein großer Befürworter einer Medikamenteneinstellung unter stationären Bedingungen in einer Gerontopsychiatrie oder Geriatrie, wo eben auch das Umfeld des Patienten mit einbezogen werden kann. Das können die meisten Hausärzte in der Form doch zeitlich gar nicht leisten. Und Apotheken auch nicht.

Das kann ich auch nur befürworten! Eine Einbeziehung der Angehörigen ist auf vielen Ebenen von Vorteil. Sie sind ja auch oft diejenige, die einer Therapie zustimmen müssen (z.B. wenn der Demenzkranke sie als Vollmund ausgewählt hat), oder zumindest genau so viel compliance zeigen wie der Demente sein.
Ich weiß nur noch wie teuer so ein Aufenthalt in der Gerontopsychiatrie ist. Vielleicht bleibt es doch nur den Hausärzten und ab und an mal auch ein paar Minten in der Apotheke, um dort aufklärerisch zu helfen.

luckyluc
03.03.2016, 11:14
Man muss ja auch nicht gleich sagen, der bekommt jetzt Medikamente für Schizophrene. Ich würde das immer anders "verpacken" .
Ich glaube die Idee mit der stationären Einstellung sprengt wirklich unser Gesundheitsproblem. Zumal es auch dazu kommen kann, dass die Einstellung anfänglich gut klappt, aber dann die Krankheit so fortschreitet, dass immer wieder eine neue Einstellung erfolgen müsste. Hm. Das müsste meiner Meinung nach schon in die Aufgabe des Hausarztes fallen, der den Patienten regelmäßig sieht.

Pandora
04.03.2016, 10:32
Nicht falsch verstehen: Nicht jede Änderung der Medikation bei Krankheitsprogress muss stationär erfolgen. Aber wenn jemand im Rahmen einer Demenzerkrankung erstmalig höhergradige Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die behandlungsbedürftig sind, dann gehört das in Facharzthände. Und die erste Einstellung sollte mMn wenn möglich unter stationären Bedingungen stattfinden, da man das Krankheitsbild, das Stadium und etwaige andere Probleme sonst nicht ausreichend beurteilen kann und auch das Medikament eventuell falsch wählt. Danach kann selbstverständlich auch ein entsprechend erfahrener Hausarzt die Weiterbehandlung übernehmen (ggf. mit parallel laufender ambulanter fachpsychiatrischer Anbindung oder unter telefonischen Rücksprachen).

Hanno04
05.03.2016, 18:42
da bin ich ganz einverstanden und kann auch sagen, dass sowas on der prazis passiert. mein opa wurde mit seiner herzinsuffizienz schon zweimal stationär eingestellt. jedes mal mit einem guten erfolg. danach konnte er zurück zur oma und wusste gut beescheid, warum er nun welche tabletten nimmt. vielleicht muss sich das erst moch bei demenzkranken durchsetzen.