Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium abbrechen??
KirstenP
20.03.2016, 20:01
Gibt es denn Neuigkeiten von Seiten des Threadstellers? Wie hast Du Dich entschieden?
Vielleicht kann ich mit einer Geschichte aus meinem Bekanntenkreis etwas beruhigen. Er hat im 9. Semester Medizin abgebrochen, kurzzeitig als Eventmanager auf den Balearen gearbeitet und hat dann ein Grundstudium in BWL absolviert. Heute ist er Abteilungsleiter in einem Großkonzern und verdient jenseits von gut und böse. Hatten uns letztens erst wieder getroffen und darüber gesprochen. Er hat seinen Schritt bis heute keineswegs bereut und ist felsenfest davon überzeugt dass wenn er nicht abgebrochen hätte, er heute mehr Stunden die Woche in der Klinik arbeiten und gleichzeitig sich auf seine FA-Prüfung hätte vorbereiten müssen als in seinem jetztigen Beruf. Er beschrieb sein Gefühl immer als "nicht-im-richtigen-Studium" zu stecken und dass er eigentlich schon nach dem Physikum gemerkt hatte, das Medizin nicht seine Welt sei. Er hatte sich allerdings nicht sofort getraut abzubrechen, da ihn viele von abgeraten hatten, insbesondere da er ja gerade die 1. Hürde gut gemeistert hatte.
Sein heutiger Job ist auch nicht stressfrei, aber macht ihm unglaublich Spaß, erhält viele Extras und kann am Abend sowie die Wochenenden bei seinen Kindern sein, wenn er nicht mal ausnahmsweise auf eine Dienstreise muss.
Ich will nicht sagen, dass es zwangsläufig bei jedem so sein und verlaufen muss, aber ich bin schon immer dafür gewesen auf sein Bauchgefühl zu hören (es hat mich bisher auch noch nie im Stich gelassen).
Ich will nicht sagen, dass es zwangsläufig bei jedem so sein und verlaufen muss...
Sehr optimistisch formuliert :-))
SineNomine
24.08.2016, 19:46
Es ist doch auch schwer als Zweitstudienbewerber in ein anderes Studium.
Auch wenn der Faden schon alt ist, will ich noch ein Scherflein anmerken: Das stimmt so nicht unbedingt. 3% der Studienplätze sind (so wars zumindest immer) für Zweitstudienbewerber. Wenn das nicht viele als Zweitstudium machen wollen ist das kein Problem. In Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung kommt man sogar ganz ohne Quorum.
Medizin (bin selbst Zweitstudent Medizin) ist da ein wenig ein Spezialfall, da das Fach auch als Zweitstudium ziemlich beliebt ist. wenn Du Dich nicht zentral bewerben mußt, wie das z.B. in den klassischen NaWi-Studiengängen ist, kannst Du Dich an allen Unis, die das anbieten auf die jeweilige 3%-Quote bewerben.
Wenn ich mir ansehe, wie der Markt für Mediziner so aussieht, dann hättest Du mit Medizin ein sicheres Standbein und einen Beruf, in dem Du auch realistisch wohl nach einer gewissen Auszeit wieder einsteigen könntest. Das ist gegenüber anderen Berufen ein totaler Luxus. Ich komme aus der BWL und habe dort gearbeite, aber da könnt ich nach all den Jahren nun nicht mehr zurück, Ausnahmen sind die Medizin-Mixfächer, wenn man so will: KH-Management, Gesundheitspolitik u.ä., aber da hab ich vorher nicht gearbeitet.
Von daher und da das Thema ja immer wieder Leute betrifft. Wenn ich schon im 8. Semester bin, würde ich bei Medizin dazu tendieren, es abzuschließen. In anderen Studiengängen mit gesättigtem Arbeitsmarkt würde ich das aber nicht unbedingt empfehlen.
WhiteMountains
24.08.2016, 22:11
Manches sollte man dosieren...
KirstenP
04.09.2016, 20:05
Ok, ist eine Woche her, aber was ist mit Dosieren? :-nix
WhiteMountains
04.09.2016, 21:03
Das bezog sich auf einen gelöschten Beitrag.
(Der etwas.... Ich nenne es mal: feucht fröhlich klang)
KirstenP
04.09.2016, 21:19
Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah ok! Ich war etwas verwirrt ;-)
Das bezog sich auf einen gelöschten Beitrag.
(Der etwas.... Ich nenne es mal: feucht fröhlich klang)
Mist…verpasst :-D
Okay.... es wird Zeit mal Danke zu sagen!! Eure Antworten haben mir sehr geholfen, ich hatte einfach noch zu viel mit mir selbst zu tun um angemessen was zu schreiben.
Meine Entscheidungen stehen nun fest:
Medizinstudium mit Elan abschließen, Doktorarbeit ebenso und anschließend, zum Wintersemester 2019, schreibe ich mich in Physik ein.
Ich muss das einfach machen, ist ein Herzens- und keine (primäre) Karriereentscheidung. Bin dann gerade 26.
Kennt ihr Beispiele von Medizinern, die anschließend noch ein Zweitstudium absolviert haben?
Und ist es halbwegs problemlos, nach dreijähriger "anderweitiger Betätigung" als Assistenzarzt anzufangen?
Bzw. in die Industrie einzusteigen?
Danke euch im Voraus!!
lg Erik
Arrhythmie
10.01.2017, 07:02
O
Kennt ihr Beispiele von Medizinern, die anschließend noch ein Zweitstudium absolviert haben?
Und ist es halbwegs problemlos, nach dreijähriger "anderweitiger Betätigung" als Assistenzarzt anzufangen?
Bzw. in die Industrie einzusteigen?
lg Erik
Zur ersten Frage: Ja, aber etwas zielführendes im Bezug auf die Klinik Karriere, wie zB einen MBA, und das dann auch berufsbegleitend. Keinen, der Physik studiert hat.
Zur zweiten Frage: Weiß nicht, denke schon. Aber eher nicht unbedingt weil Du Physik studiert hast und deshalb besonders hervorstichst, sondern weil man derzeit eh fast jeden deutsch sprechenden Arzt einstellt.
Arrhythmie
10.01.2017, 07:03
O
Kennt ihr Beispiele von Medizinern, die anschließend noch ein Zweitstudium absolviert haben?
Und ist es halbwegs problemlos, nach dreijähriger "anderweitiger Betätigung" als Assistenzarzt anzufangen?
Bzw. in die Industrie einzusteigen?
lg Erik
Zur ersten Frage: Ja, aber etwas zielführendes im Bezug auf die Klinik Karriere, wie zB einen MBA, und das dann auch berufsbegleitend. Keinen, der Physik studiert hat.
Zur zweiten Frage: Weiß nicht, denke schon. Aber eher nicht unbedingt weil Du Physik studiert hast und deshalb besonders hervorstichst, sondern weil man derzeit eh fast jeden deutsch sprechenden Arzt einstellt.
niceshaftlean
19.01.2017, 16:00
Physik ist halt ein vollakademisches Hochschulsstudium und bereitet auf einen phd nach europäischem Qualifikationsmaßstab vor. Dementsprechend wird eigenständiges ,wissenschaftliches Arbeiten da ab dem 4. Semester verlangt.
Ich habe selbst neben der Oberstufe Mathematik studiert.
Die medizinische Promotion kannst du auch weglassen,um Zeit zu sparen. Im beruflichen Umfeld und prinzipiell für Physiker zählt sie letztlich nichts, da sie auch durch Gert Postels Vorträge als Spaßorden oder nicht PhD- Äquivalent gilt.
Der Bologna-Käse führte ja zu diesen neuen ,lustigen Wörtern.
Danke dir!
Na ja, ich habe meine Doktorarbeit eh fast fertig, nehme sie also mit.
Was führt dich von der Mathematik (hast du ein abgeschlossenes Studium?) zur Medizin?
Ich bin mir mittlerweile sicher, nicht als Arzt arbeiten zu wollen.. und interessiere mich demzufolge sehr für alternative Karrieren bzw. neue Möglichkeiten. Gerade für die emerging life sciences, Biotechnologie etc. und Medizintechnik kann ich mir die Kombination Medizin / Physik als sehr sinnvoll vorstellen.
Damit verlasse ich natürlich absolut den "klassischen" Karriereweg..
Oder ein Zweitstudium der Medizintechnik, hat da jemand Erfahrungen?
Wie sind die Aussichten, als Arzt in der Medizintechnik-Branche zu arbeiten?
Oder ein Zweitstudium der Medizintechnik, hat da jemand Erfahrungen?
Wie sind die Aussichten, als Arzt in der Medizintechnik-Branche zu arbeiten?
Grundsätzlich gibt es da auf jeden Fall Möglichkeiten, wobei man aufpassen muss, nicht in die Vertreterrolle zu rutschen. Allerdings wollen die meisten Firmen einen Facharzt, da jemand, der als Schnittstelle zwischen Klinik und Ingenieuren fungieren soll, natürlich eine entsprechende klinische Erfahrung mitbringen sollte.
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