Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin Studium ohne Abitur?
Hallo Leute!
Ich hätte da mal eine Frage. Es geht darum, dass ein Bekannter von mir eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger gemacht hat (Abschluss April 03) und nun eine Fortbildung zum Anästhesiepfleger macht. Er behauptet nun, dass er mit diesem Abschluss das Fachabitur hätte und dann damit Medizin studieren könnte.
Kann mir hier jemand sagen, ob das so stimmt? Ich dachte immer, man bräuchte Allgemeine Hochschulreife und Latinum (er hat nur eine Fremdsprache (Englisch)), außerdem ist doch da auch noch der NC?
Ich fände es nicht gerade gerecht, wenn man sich 13 Jahre durch das Gymnasium geschlagen hat, um dann die Abiturprüfung abzulegen, wenn plötzlich Hauptschüler, die in einem Interessensbereich (in diesem Fall eben Medizin) gut sind, auf so einem Umweg die selben Möglichkeiten haben. Da käme ich mir ziemlich verarscht vor...
Danke für Antworten
Original geschrieben von LoLoXLC
Er behauptet nun, dass er mit diesem Abschluss das Fachabitur hätte und dann damit Medizin studieren könnte.
Kann mir hier jemand sagen, ob das so stimmt? Fachabitur? Eher nein. Was soll das auch für ein Fachabi sein? WG? EG? TG? Anästhesiologisches Gymnasium?
Vielleicht macht er ja gleichzeitig noch nebenher sowas wie Telekolleg oder so?
Anyway, ein Fachabi reicht für ein Studium an einer FH - an die Uni (und somit zur Medizin) kommt man damit nicht.
Original geschrieben von LoLoXLC
Ich dachte immer, man bräuchte Allgemeine Hochschulreife und Latinum (er hat nur eine Fremdsprache (Englisch)), außerdem ist doch da auch noch der NC? Allgemine Hochschulreife ist schonmal nicht schlecht, damit geht's.
Latinum braucht man nicht (und für die allgemeine Hochschulreife braucht man auch bloß zwei Fremdsprachen bis Klasse 11, ab da tut es eine völlig).
In manchen Bundesländern können aber Leute ohne Abi, die in einem "medizinverwandten" Beruf eine Ausbildung (Krankenschwester, MTA...) und mehrjährige Berufserfahrung haben ohne Abitur zum Studium zugelassen werden.
Die haben irgendwie ein Extrakontingent an Plätzen und irgendwie wird aus ihren diversen Noten eine Note zusammengerechnet, nach der dann die Plätze vergeben werden (ich glaub sogar direkt von den Unis, bin aber nicht ganz sicher).
Original geschrieben von LoLoXLC
Ich fände es nicht gerade gerecht, wenn man sich 13 Jahre durch das Gymnasium geschlagen hat, um dann die Abiturprüfung abzulegen, wenn plötzlich Hauptschüler, die in einem Interessensbereich (in diesem Fall eben Medizin) gut sind, auf so einem Umweg die selben Möglichkeiten haben. Da käme ich mir ziemlich verarscht vor... Naja, wenn sie darin so gut sind, daß sie das Studium packen, dann haben sie es sich durchaus verdient.
Ansonsten siebt das Studium die schon wieder raus.
nightingale
21.09.2003, 21:19
Naja wer arbeitet, hat es nicht unbedingt leichter als jemand, der noch zur Schule geht!
Und: Nutz doch mal die Suchfunktion (es gibt jede Menge Threads hierzu), deren Vorhandensein dir unabhängig von deiner eingeschlagenen Schullaufbahn anscheinend noch nicht aufgefallen ist :-))
Alien-Fli
22.09.2003, 19:23
Vielleicht meint dein Bekannter die Begabten - Prüfung?? Ich weiß von einem RD - Mitarbeiter, dass es in Bayern ne Begabten - Prüfung gibt. Dazu muss man ne Berufsausbildung und mind. 5 Jahre lang in dem Beruf gearbeitet haben(ohne Unterbrechung), dann kann man sich zu der Prüfung anmedlen. Man wird in Mathe, Deutsch und ich glaube einer Fremdsprache sowie einem der Berufsausbildung entsprechenden Fach geprüft.
Wenn man das ganze dann besteht, dann hat man wohl ne Studienberechtigung. Frag mich aber ned wie die sich nennt.
Froschkönig
22.09.2003, 19:39
Dein bekannter reitet auf der Ausnahme-Schiene :
Fachverwandte Ausbildung (Krankenfpleger : 3 Jahre) plus 2 Jahre Fach-Weiterbildung (Macht 5 Jahre Ausbildung plus 9 Jahre Hauptschule = 14 Jahre)
Somit hat er nach einem Jahr mehr als der mindestzeit-Abiturient eine Sonderqualifikation, welche auch nicht unbedingt sofort mit einem Studienplatz belohnt wird. Also kein Grund, sich verarscht vorzukommen.
Es wäre schließlich andererseits auch schlimm, wenn man in einem alter, in dem man noch nicht so sehr auf eigene Leistung steht oder seine Zukunft klar sieht durch einen bestimmten Schulzweig derart limitiert wäre, daß man nur Lehrberufe ergreifgen kann.
Unterm Strich hätte er das ganze wahrscheinlich durch reinknien mit Abi in der Abendschule kürzer haben können !
Der Frosch
nightingale
23.09.2003, 22:39
Bitte unterschätzt die betrieblichen Ausbildungen nicht. Zwar wird nicht ein solches Detailwissen wie im Medizinstudium gefordert, aber die Leistungen sind auch nicht zu verachten. Schon im 1. Lehrjahr tragen viele Auszubildende schon eine große Verantwortung, haben einen langen Arbeitstag und ganz bestimmt selten so lockere Arbeitsbedingungen wie im Studium! Ganz zu schweigen von der Bezahlung!
Diese Möglichkeiten, ohne Abitur eine Hochschulzugangsberechtigung zu bekommen, sind nicht nur für qualifiziertes Fachpersonal gedacht, sondern auch für diejenigen, die in ihrer Jugend einfach keine Chance hatten, 13 Jahre eine Schule zu besuchen. Bitte vergesst das nicht, auch in einem relativ hochentwickeltem Land wie Deutschland ist es manchen aus finanziellen oder auch familiären Gründen nicht möglich, so lange die Schule zu besuchen.
Froschkönig
23.09.2003, 22:43
Original geschrieben von nightingale
Bitte unterschätzt die betrieblichen Ausbildungen nicht. Zwar wird nicht ein solches Detailwissen wie im Medizinstudium gefordert, aber die Leistungen sind auch nicht zu verachten. Schon im 1. Lehrjahr tragen viele Auszubildende schon eine große Verantwortung, haben einen langen Arbeitstag und ganz bestimmt selten so lockere Arbeitsbedingungen wie im Studium! Ganz zu schweigen von der Bezahlung!
Also ich frag mich grad, mit wem Du hier sprichst, denn keiner der Beiträge seit Deinem letzten posting enthält hier irgendwie gegenteilige Meinungen ???????
nightingale
23.09.2003, 22:51
Mit den geneigten Lesern.
Es soll nicht der Eindruck entstehen, es wäre leichter, über den Weg Ausbildung-Weiterbildung-Sonderzugangsberechtigung den Studienzugang zu erlangen.
Froschkönig
23.09.2003, 22:54
Original geschrieben von nightingale
Mit den geneigten Lesern.
Es soll nicht der Eindruck entstehen, es wäre leichter, über den Weg Ausbildung-Weiterbildung-Sonderzugangsberechtigung den Studienzugang zu erlangen.
Soso... ;-)
Original geschrieben von Froschkönig
Unterm Strich hätte er das ganze wahrscheinlich durch reinknien mit Abi in der Abendschule kürzer haben können !
und vielleicht einfacher....
Der Frosch
Original geschrieben von LoLoXLC
Hallo Leute!
Ich hätte da mal eine Frage. Es geht darum, dass ein Bekannter von mir eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger gemacht hat (Abschluss April 03) und nun eine Fortbildung zum Anästhesiepfleger macht. Er behauptet nun, dass er mit diesem Abschluss das Fachabitur hätte und dann damit Medizin studieren könnte.
Kann mir hier jemand sagen, ob das so stimmt? Ich dachte immer, man bräuchte Allgemeine Hochschulreife und Latinum (er hat nur eine Fremdsprache (Englisch)), außerdem ist doch da auch noch der NC?
Ich fände es nicht gerade gerecht, wenn man sich 13 Jahre durch das Gymnasium geschlagen hat, um dann die Abiturprüfung abzulegen, wenn plötzlich Hauptschüler, die in einem Interessensbereich (in diesem Fall eben Medizin) gut sind, auf so einem Umweg die selben Möglichkeiten haben. Da käme ich mir ziemlich verarscht vor...
Danke für Antworten
1. Für ein Medizinstudium braucht man (mittlerweile) nru eine 2. Fremdsprache. Latinum ist nicht notwendig.
2. "Fachabitur" ist eine Umgangssprache für zwei verschiedene Abschlüsse:
entweder allgemeine Fachhochschulreife
oder fachgebundene Hochschulreife
Letzetres berechtigt grundsätzlich zum Studium an einer Universität in jeweiliger fachgebundener Richtung. Wer als über einen medizinischen Beruf zu der fachgeb. Hochschulreife gekommen ist, darf auch Medzin studieren.
Ersteres ist schwierig. Jedoch gibt es oftmals für Personen aus jeweiligem Gebiet nicht selten Ausnahmen.
Zudem sind die Hochschulgesetze im radikalen Wandel.
Anegblich soll man mittlerweile an Fachhochshculen promoveiren düfen.
Man erhält übrigens mit einem bereits absolvierten Studium einen *Hochschulreife-gleichwertigen* Abschluss, dass einen dazu berechtigt alles oder fachgebundenes (je nach Bundesland) an nis zu studieren.
3. Dass es unfair sein soll, dass jemand sich durchs Gymnaysium schlägt, und ein "quereinsteiger" auch Medizin studieren darf ist eine illusion. Ausbildungen sind -zumindest wenn sie betrieblich vollzogen werden- keineswegs einfacher, nein, ich behaupte gar sie sind fast doppelt so hart wie die Oberstufen-Schulzeit aufm Gym.
Was Abiturprüfung angeht, da evrgleicht mal so eine IHK-Prüfung damit! Thematisch anders gewichtet, aber weniger, oder leichter auch keineswegs.
Er könnte also Recht haben, aber wenn es dich interessiert, hack einfach nach, damit er dir erklärt, wieso weshalb warum
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