Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fachrichtungen nach Konkurrenzdruck
ehem-user-22072019-1327
09.06.2016, 01:03
Hallo zusammen,
nun wird es unter Umständen zu diesem Wintersemester mit dem Studienplatz klappen (das TMS-Ergebnis steht noch aus), doch eine Frage ist mir heute durch den Kopf geschossen, welche jedoch - wenn überhaupt - erst in guten 6 Jahren relevant sein wird:
Welche Fachrichtungen/Fachärzte sind von besonders hohem Konkurrenzdruck geprägt und welche von besonders niedrigem?
Man hört ja manchmal Horrorgeschichten von sich gegenseitig ausstechenden Assistenzärzten, welche alle möglichst mit Mitte 30 schon das Ordinariat haben wollen, jedoch frage ich mich, ob das überall (an den Unikliniken) so ist oder ob es Ausnahmen gibt.
Speziell bei Fachrichtungen mit hohem Frauenanteil kann ich mir vorstellen, dass sich dies - ob der damit oft verbundenen hohen Quote an Teilzeitkräften - förderlich auf ein entspanntes Miteinander auswirkt.
Wie sind da so eure Erfahrungen?
Beste Grüße
ehem-user-22072019-1327
10.06.2016, 01:03
Trotz über 100 Hits wirklich niemand eine Einschätzung?
Kackbratze
10.06.2016, 05:06
Meiner Erfahrung nach solltest Du erstmal das Studium bestehen.
Studium anfangen, dann bestehen - und dann sind wir 10 Jahre weiter.
Und ich würde mich mal aus dem Fenster lehnen und sagen, dass es auch in zehn Jahren keine pauschale Antwort auf die Frage geben wird, sondern es immer noch auf andere Faktoren ankommt als nur aufs Fach...
Kackbratze
10.06.2016, 13:22
Ne, da gibt es ganz klar eine pauschale Antwort:
Fächer mit hohem Frauenanteil sind schonmal abzulehnen. So ein rumgezicke geht garnicht. Da kommt man karrieretechnisch mit Kuschelkurs nicht weiter (Auge, Anästhesie, Gyn, Patho, Umweltmedizin, Urologie, etc).
Innere genauso, das sind alles Weichflöten, die für Chirurgie nicht geeignet sind. Also keine Faustkämpfer. Da wird auch mit Worten gefochten. Abzulehnen.
Pädiatrie ist auch nicht gut, da muss man mit den Patienten um das Kuschelkissen streiten. Auch doof.
Es bleibt, ich muss es auch mal so offen sagen, nur die Chirurgie übrig! Es gibt keinen Konkurrenzdruck bis zum Facharzt!
Man kommt nicht in den OP, wenn, dann nur zum Hakenhalten (kann man gut schlafen, nur ohne Kissen), auf Station sind alle Assistenten gleich und werden gleichzeitig gleichartig für die gleichen Tätigkeiten mißbraucht. Da kann gar keine Mißgunst aufkommen. Geschweige denn Neid.
Als Oberarzt muss man dann langsam aufpassen, da muss man ja operieren, da gibt es gelegentlich Kollegen, die das auch machen wollen auf OA-Ebene, da kann man sich aber mal abends auf einen Mate-Tee oder so treffen und das in Ruhe und in gesitteter Runde ausdiskutieren.
Wenn man lebenslang Assistent bleibt, kommt man garnicht erst in so strittige Situationen (s. Stationsarbeit).
Deswegen: werde Chirurg! Wir bieten nach aussen das Klischee, damit nicht alle Internisten auch Chirurgen werden wollen, aber wenn Du erstmal angekommen bist, wirst Du unser friedliches Utopia nicht missen wollen!!! :-top
bipolarbär
19.06.2016, 11:38
Pädiatrie ist auch nicht gut, da muss man mit den Patienten um das Kuschelkissen streiten. Auch doof.
In der Regel gewinnt man aber dank der im Festhalten erfahrenen Schwestern.
Konkurrenzdruck hat man natürlich in beliebten Kliniken an beliebten Städten, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Es gibt beliebtere Fächer und nicht so häufig gewählte, aber ob man da jetzt Konkurrenzdruck spürt, hängt jas stark vom Klima der jeweiligen Abteilung ab und wie die organisiert ist. Warum sollte man bei gut strukturierter Weiterbildung mit Rotationsplänen Konkurrenzdruck haben, wenn jeder abwechseln auf den gleichen Stationen eingesetzt wird oder die Oberärzte die Anzahl der noch zu absolvierenden Inhalte gut im Blick haben?
Als ich angefangen habe in der Chirurgie zu arbeiten, wurde ich von den netten Assistentenkollegen erstmal in den Biergarten eingeladen. Von daher stimmt es, was Kackbratze sagt ;-)
klingelpütz
19.06.2016, 20:32
Ich hoffe, Du würdest Deine Fachwahl nicht von solchen Allgemeinplätzen abhängig machen ;-) Mach das, was irgendwann in den nächsten Jahren Dein Interesse weckt, das kann etwas ganz Anderes sein als jetzt, und dann such Dir eine nette Abteilung dazu.
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