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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prüfungsverbot nach Geburt



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Julia_
13.06.2016, 20:42
Meine Uni lässt einen so etwas machen - eine Freundin hat drei Wochen nach der Geburt ihr Examen geschrieben und dann das PJ um ein halbes Jahr nach hinten verschoben.
Ich glaube ich hätte 2 Wochen nach der Geburt noch keine Prüfung geschrieben, und erst recht keine geplant - eine Woche bis 10 Tage sind dann doch hin und wieder drin, die über Termin gegangen werden. Plötzlich drei Tage nach derGeburt ne Prüfung haben? Mein Kreislauf war so, dass ich froh war nen Kinderwagen zum Festhalten zu haben, wenn ich kurz draussen war.

Kurz: Wahlfreiheit lassen wäre eigentlich schon praktisch, aber lieber sorum als andersherum (man muss in die Prüfung)

amy-mia
13.06.2016, 21:09
wenn es nur um die Prüfung gehen würde, dann fände ich eine Pflicht zur Prüfung auch nicht schlimm. Wenn ich mich nicht Prüfungsfähig fühle, kann ich mich doch auch krankschreiben lassen.
Aber es geht ja generell um Pflichtveranstaltungen. Und da hast du Recht, lieber man darf es nicht machen, als es zu müssen und dann nicht zu können.

IlkaT
13.06.2016, 23:12
Mit emotionaler Instabilität meine ich, dass ich nicht gerade stabile Emotionen habe. Ich fange teilweise ohne Grund an zu heulen, bin unendlich traurig, weiß aber ekinen Grund dafür. Auch sauer bin ich schon ohne Grund gewesen oder auch glücklich. Das ganze ganz plötzlich aus dem Nichts heraus. Aber am Heftigsten fand ich die plötzliche Traurigkeit und das richtig laute Schluchzen. Wenn ich da eine Prüfungsfrage gehabt hätte, bei der ich nur im Entferntesten denken würde "scheißverlauf oder der nimmt einiges mit etc" hätte ich laut geheult.

Ich hätte vor Entbindung gut eine Prüfung schreiben können (und das auch noch kurz vorher, schließlich habe ich bei 40+3 große Grünflächen gemäht und bei 40+4 finden die Wehen an). Und ich dachte auch immer, dass es danach geht, aber ich weiß jetzt, dass ich es nicht kann.

Muriel
14.06.2016, 07:48
Warst du da sehr überrascht, Ilka? Du hast doch schon eine große Tochter. Oder war das einfach bei dem Abstand zu lange her, um sich wirklich daran erinnern zu können? Ich bin jedenfalls immer wieder sehr überrascht, was so ein paar Pikogramm Hormone so mit einem anstellen können. Hätte das vorher auch nie für möglich gehalten. Aber als ich gerade während der ersten Schwangerschaft immer mal wieder in depressive Löcher wie aus dem Nichts hineingepurzelt war, aus denen ich überhaupt keinen Ausweg sah in der festen Überzeugung, es würde als ganz furchtbar werden und vor allem nie nie nie wieder gut, da habe ich zum ersten Mal eine Ahnung bekommen, wie schrecklich es sein muss, eine echte Depression zu haben. Das waren hier immer nur einige Stunden, aber die waren auch nachhaltig so schrecklich, dass ich deutlich mehr Angst vor depressiven Erkrankungen als beispielsweise dem Verlust einer Gliedmaße hätte.

tragezwerg
14.06.2016, 08:00
Ich hatte mir das auch alles einfacher vorgestellt...dass ich mich die ersten Monate mit Baby ausnahmslos schlecht fühlen würde mit der postpartalen Depression hätte ich nie gedacht. War tatsächlich die schlimmste Zeit meines Lebens. Prüfungen wären da nicht möglich gewesen.
Hatte allerdings ne Kollegin die vier Tage nach Sectio ihr Hammerexamen geschrieben hat...hat auch funktioniert. Ist alles echt sehr individuell, aber eben im Vorfeld sehr schlecht planbar.

amy-mia
14.06.2016, 08:46
Richtig es ist nicht nur schlecht sondern gar nicht planbar. Ich wollte ein paar Erfahrungen von anderen hören / lesen, damit ich wenigstens mal weiß, was auf mich zukommen könnte.
Es bleibt dennoch dabei, dass, wenn man sich - wahrscheinlich zu den wenigen Prozent gehörend - gut fühlen würde, man es nicht verboten bekommen sollte, meiner Meinung nach.
Mittlerweile wirft es für mich nämlich schon die Frage auf, wenn ich die Prüfungen erst gar nicht schreiben darf, lohnt es sich überhaupt das Semester anzufangen, wenn ich die Nachprüfungen z.B. nicht wahrnehme, und dann erst ein Jahr später sozusagen die Prüfung machen kann. Dann könnte ich ja z.B. meine Doktorarbeit schreiben, oder einfach mal bisschen mehr Zeit für mich genießen und müsste mich nicht unnötig reinhängen.
Ich ziehe es eigentlich vor, wenn ich etwas anfange, dass ich das dann auch beende. Ich glaube daran, dass es schaffbar wäre. Ich habe jetzt schon etwas Angst vor den Hormonen, wenn ihr das so berichtet, aber vielleicht wäre man trotzdem in der Lage, wenn man sich schon vor der Geburt im Klaren ist, was einen erwartet. Es handelt sich ja nicht um ein Hammerexamen, sondern um Klausuren, die sehr wahrscheinlich größtenteils aus Altfragen bestehen.
Aber was soll's, ich kann da "rumheulen" wie ich will, wenn ich keine Ausnahmeregelung bekomme, werde ich mich wohl damit abfinden müssen. Ist dann nur die Frage, was macht man dann als nächstes?

roxolana
14.06.2016, 09:39
Woher weiß die Uni eigentlich wann dein Mutterschutz beginnt? Haben die deinen Mutterpass beschlagnahmt? ;-)

Ansonsten: Die Zeit nach der Geburt ist so schon schwer genug. Der Mutterschutz dient dazu, dass die Mutter sich in dieser Zeit ganz dem Kind widmen kann und nicht noch was anderes an der Backe hat. Manchmal muss die Mutter nicht nur vor dem Arbeitgeber, sondern auch vor sich selbst geschützt werden. ;-)

Ich würde an deiner Stelle das Semester auf jeden Fall anfangen, damit du die Pflichtveranstaltungen weg hast. Wenn das Kind erst mal da ist, dann wird das mit dem Gang zur Uni nicht mehr so einfach. Also so viel wie möglich vor der Geburt erledigen...

amy-mia
14.06.2016, 10:56
Hehe nein, sie haben nichts beschlagnahmt, aber ich versuche möglichst alles Organisatorische schon zu erledigen, und habe daher schon sehr früh ein Termin beim Studiendekanat gemacht, um mit Ihnen das Semester während der SS zu besprechen. Da nämlich Blockpraktika anstehen, und ich auch gern möchte, dass Rücksicht genommen wird. In dem Zuge war natürlich auch der Geburtstermin Thema. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass ich nach Geburt die Prüfungen nicht schreiben darf, und habe ihnen natürlich gesagt, wann es ist, und das würde dann halt im Zeitraum von 2 Wochen vor Prüfungen sein. Kann sich natürlich ändern, aber kann mir schwerlich vorstellen, dass ich dann noch über 3 Wochen das Kind in mir haben werde.

amy-mia
17.06.2016, 13:44
Falls noch jemand interessiert ist am aktuellen Stand. Es ist nichts zu machen. Es ist eine strikte Regelung ohne Ausnahmen.
Ich habe mich nach anfänglichem Aufgerege endlich beruhigt und mich mit der Situation abgefunden. Da ich letztlich sowieso ein Jahr länger mache, ist es kein Weltuntergang für mich, wenn die Klausuren verschoben werden. Voraussichtlich werde ich einen Teil der Klausuren zum Wiederholungstermin machen und den Rest dann einfach ein Jahr später. Ich versuche nun mir eine schöne Zeit im prüfungsfreien Semester zu machen und schonmal meine Dr.arbeit beginnen zu schreiben.
Ich hoffe, es gibt da draußen ein paar, für die dieses Thema informativ war :)

Trianna
17.06.2016, 16:45
Ja, mach das Beste draus :)

McBeal
18.06.2016, 05:42
Dann genieß jetzt die Zeit ohne Lernen, das ist doch auch ganz schön! Ich selbst lechze gerade auch meinem Mutterschutz entgegen.

LG
Ally

fMRI
21.08.2016, 10:23
Der Mutterschutz von 8 Wochen (bei Einlingsgeburt und nicht-Frühchen, ansonsten 12 Wochen) NACH der Geburt ist für Arbeitgeber/Arbeitnehmerinnen verpflichtend, VOR der Geburt darf die Arbeitnehmerin, wenn sie es möchte, auch weiterarbeiten.
Als Studentin ist man in keinem Arbeitsverhältnis mit der Uni, MuSchG ist also nicht verpflichtend (auch wenn es wichtig ist, dass Unis diesen Schutz auch ermöglichen).
So zumindest mein Verständnis.

https://www.gesetze-im-internet.de/muschg/
Dort dann §1 Geltungsbereich.

Wenn Du also wirklich möchtest, lege der Uni das vllt mal vor. :-)

amy-mia
30.01.2017, 17:19
Ich wollte nochmal etwas aktuelles schreiben, da ich nun von eigener Erfahrung berichten kann.
Bezüglich MuSchu. Aufgrund dessen, dass im MuSchu Gesetz Studentinnen nicht beinhaltet sind (Stand Jan 2017), können die Unis anscheinend ihre eigenen internen Regeln machen. Und manche Unis lassen anscheinend die Studentinnen selbst entscheiden und andere Unis setzen die Frauen mit Arbeitnehmerinnen gleich, sodass die 8 Wochen-Frist nach Geburt bezüglich "Beschäftigungsverbot" auch für Klausuren gilt. Ich find das blöd, weil man sich bei uns ja eh für Klausuren anmelden muss und nicht automatisch angemeldet wird (wo es dann doof wäre, wenn man es mitschreiben müsste, obwohl man nicht wollte).
Eigentlich sollte zum 01.01.2017 ja das neue MuSchu Gesetz von Manuela Schwesig kommen, indem auch Studentinnen beachtet werden und es eine Klausel gibt, wo sie dann selbst entscheiden dürfen, ob sie Klausuren mitschreiben wollen und Vorlesungen besuchen. Aber das Gesetz wurde noch nicht verabschiedet und verzögert sich wohl noch eine Weile.

Jedenfalls kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, mit Baby lernen ist echt schwer. Also mit genug Vorlaufzeit möglich, aber wenn man bedenkt, dass man meist keine 3 h am Stück Zeit hat, sondern immer mal nur so Zwischendurch ist das eher eine Tortur. Ich habe mich bereits vor Geburt zumindest vorbereitet, um dann nur noch ein paar Dinge nachzuschlagen, sodass eine Klausur möglich war. Wenn man das Kind guten Gewissens abgeben kann, um sich in die Bib zu setzen geht es auch.
Aber ich persönlich bin froh, dass ich nur die eine Klausur geschrieben habe und mich nicht noch zu weiteren angemeldet hab. Ich habe das Gefühl, dass Baby merkt, wenn die Mutter Lernstress hat. Und dann kann man erst Recht nicht lernen. Aber in 3 h Abwesenheit vom Baby, hatte ich keine Schwierigkeiten mit meinen Brüsten oder meiner Konzentration. Es hat Tatsache auch mal gut getan, nicht zuhause zu sein.