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pillango
05.07.2016, 12:40
Hallo zusammen,

weiß jemand von euch, ob diese "Verschlimmbesserungen", die die Politik da gerade ausheckt, auch schon die jetzigen Kliniker betreffen?
Kann einfach nichts dazu finden. :(
LG pillango

Dudelwu
05.07.2016, 12:47
Nein, bisher noch nicht

pillango
06.07.2016, 13:29
Für alle, die Interesse am Thema haben - leider wieder ohne Zeitplan:

https://www.gmkonline.de/Beschluesse.html?id=420&jahr=

LG

Zanza
06.07.2016, 13:31
Ohne Zeitplan auch deswegen, weil die GMK das zwar als ihren Willen beschließen kann, das aber noch lange nicht heißt, dass das dann auch passiert.

pillango
06.07.2016, 19:00
Ja richtig, war falsch formuliert von mir und bezog sich eher auf meine Eingangsfrage.
Hatte mal irgendwas gelesen von "... ab 2018/19 geplant ...". Was für einen Masterplan 2020 doch früher wäre als der Name suggeriert.

davo
09.07.2016, 11:04
Lt. Hartmannbund soll es derzeitige Studenten nicht betreffen und/oder erst ab 2020 gelten. Genau weiß das halt leider noch niemand...

cpt29
09.07.2016, 12:01
Ich bin eigentlich nicht religiös ... würde aber auch beten, wenn es helfen würde, dass wir noch nicht betroffen sind. :D Mache diesen Sommer mein Physikum und hoffe doch stark im alten Modus bleiben zu können, aber es wird wohl knapp...

Ich habe irgendwo gelesen, dass falls es doch schnell eingeführt wird, zumindest als Trostpflaster die Hausarztfamulatur weg fallen würde. Jetzt bin ich hin und her gerissen ob ich sie einfach machen soll um sie weg zu haben oder drauf spekulieren, dass ich sie nicht mehr brauche. Aber verlässliche Informationen dazu kann einem wohl keiner geben...

davo
09.07.2016, 12:12
Es wurde ja leider gezielt Stillschweigen vereinbart... damit Politik, Fachgesellschaften und Berufsverbände alles durchsetzen können, was sie wollen, ohne sich mit lästigem Widerstand der Plebs auseinandersetzen zu müssen :-p Irgendwann wird dann einfach gesagt: schaut her, das haben wir beschlossen, friss oder stirb.

Besonders intelligent finde ich ja die zuletzt kursierende Idee: nicht eine Landarztquote für ganz Deutschland sondern separate Landarztquoten für jene Länder, die eine wollen. Damit sich der Abiturient auf ein noch kleineres geographisches Gebiet festlegen muss, in dem er dann in 11,5 Jahren arbeiten soll :-p

Die meisten Medizinstudenten interessieren sich leider nicht mal für dieses Thema... was es Politik, Fachgesellschaften und Berufsverbänden noch einfacher macht, über die Studenten drüberzufahren.

Da lobe ich mir dann doch wieder die US-Bildungspolitik, wo einzelne medizinische Fakultäten viel mehr Flexibilität haben um neue Dinge auszuprobieren, ohne das ganze Land in Geiselhaft zu nehmen.

cpt29
09.07.2016, 12:28
Die Vorlaufzeit und Wirkung der Änderungen liegt sowieso viel zu weit in der Zukunft als dass wir wissen könnten, ob der Bedarf, den sie versuchen zu decken, dann auch auch noch besteht. Wenn ich mir das richtig ausrechne können wir dann also vermehrt mit Landärzten 2026 (?) rechnen.
Vielleicht haben die heutigen Engpässe dann längst zu alternativen Versorgungsmodellen geführt, wie einer weiteren Stärkung der medizinischen Versorgungszentren und ein logistisches Konzept, das Ärzten einen größeren Wirkungsradius ermöglicht.

Edison dachte sich ja auch nicht: wenn wir es nachts heller machen wollen, sollten wir einfach mehr Kerzen aufstellen.
Jedenfalls macht man so keine vorausschauende Gesundheitspolitik. Regulation war schon immer erfolgreicher mit Anreizen, nicht mit Reglementierung.

davo
09.07.2016, 12:41
Man könnte ja auch einfach an Krankenhäusern Internisten abwerben und denen Mittel dafür geben, sich als hausärztliche Internisten in unterversorgten Gebieten niederzulassen. Dann wäre die Vorlaufzeit nicht 4-12 Jahre, sondern weniger als 1 Jahr. Aber das wäre ja viel zu einfach, und ist deshalb undenkbar :-p Wie man bei János Kornai und vielen anderen nachlesen kann: Bürokratie reproduziert sich selbst.

pillango
29.08.2016, 09:02
Auf dieser Seite gefunden: http://medizin-hamburg.de

"Der Masterplan Medizinstudium 2020, der momentan von der Bund-Länder-Konferenz beraten wird geht zur Zeit in die heiße Phase. Im Juli hat die Gesundheitsministerkonferenz einen Beschluss zum MM2020 gefasst, der die Wahlfreiheit im Studium (insbesondere im PJ) massiv einschränkt!

Dieser Beschluss betrifft bereits persönlich alle Jahrgänge, die im Wintersemester 2015 ihr Studium begonnen haben und in Regelstudienzeit bleiben. (D.h. auch wer 2014 angefangen hat, aber wegen eines Auslandssemesters oder einer Doktorarbeit ein Semester pausiert ist betroffen)"

LG pillango

davo
29.08.2016, 09:25
Danke für diese wertvolle Info!

cpt29
29.08.2016, 11:01
Super, vielen Dank für den Link. Habe es an einige Kommilitonen weiter geschickt, die erstmal erleichtert durchgeatmet haben. ;)
Hoffen wir es bleibt dabei. War ja wirklich knapp bei mir dann...

pillango
29.08.2016, 11:20
Wäre dann ab PJ-Start WS 2020/21 zutreffend, wenn ich das richtig interpretiere.
Und das ist ja erstmal nur der eine Punkt von "40"...

pillango
29.08.2016, 15:37
Zum Thema: www.mft-online.de/files/01_grigutsch_omft2016.pdf

S.26 ;-)

davo
14.12.2016, 18:42
Neue Details zu den geplanten Verschlimmbesserungen: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/926097/medizinstudium-masterplan-2020.html

Philip_MHH
14.12.2016, 19:16
Erstaunt mich jetzt nicht im geringsten. Gerade dieser Quatsch mit Pflichtquartal und Prüfung in Allgemeinmedizin war ja klar...als ob sich dadurch ein einziger mehr dazu entscheidet Hausarzt zu werden....Blockpraktikum und Pflichtfamulatur sollten doch genug Einblick geben...wen es dann immer noch nicht interessiert wird es auch durch ein aufgezwungenes Quartal im PJ nicht mögen...
Naja...aber die Eierköppe müssen es ja besser wissen

Zanza
14.12.2016, 20:16
Ach, das mit der Allgemeinmedizinprüfung finde ich nicht schlimm. Ich glaube auch nicht, dass es irgendwas daran ändern wird, ob man Allgemeinmediziner werden will oder nicht, aber es ist ein dankbares viertes Fach und macht das M3 ein ganz kleines bisschen vergleichbarer. Und was das Quartal in der ambulanten Versorgung angeht: Ist an sich sehr sinnvoll. Viel Medizin passiert halt in Praxen. Auch hier: Ich glaube nicht, dass dann plötzlich alle Hausarzt werden wollen.

elastic
14.12.2016, 20:42
allgemeinmedizin prüfung wäre mit lieber als ein sehr spezielles fach wie z.b. endokrinologie oder pathologie.. selbst wenn ich pathologe werde würde, einmal im leben im M3 allgemeinmedizin gelernt zu haben dürfte dem wenigsten schaden, finde ich.

Migole
14.12.2016, 20:55
Quartalisierung finde ich ja erstmal gar nicht so schlecht. Solange man nicht an Allgemeinmedizin gebunden ist und entsprechende Kapazitäten vorhanden sind. Dann hätte man zumindest die Möglichkeit zwei Wahlfächer anzusehen. Es wäre auch schön wenn durch den Wegfall der HA Famulatur die Wahlfamulatur wieder käme ... aber wer weiß, ob und inwiefern mich das noch betrifft.

Landarztquote finde ich mehr als fragwürdig und die allgemeine Versessenheit überall Allgemeinmedizin reinzustopfen... ich werde mit ziemlicher Sicherheit trotzdem keiner.