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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pausen im Klinik-Alltag?!



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Fr.Pelz
04.08.2016, 21:13
OP-Suppe gibts hier leider nicht, essen ist im gesamten OP-Trakt verboten :-/ Es gibt bloß Plastikbecher, den Wasserhahn und verdächtig geschlossene Türen der "Teambesprechungsräume"...

Heute wurde meine Pause von einem Todesfall unterbrochen. War schon komisch, nach der Leichenschau wieder ins Brötchen zu beißen, aber gehört halt auch irgendwie dazu.

Brutus
04.08.2016, 22:04
OP-Suppe gibts hier leider nicht, essen ist im gesamten OP-Trakt verboten :-/
Und genau dann wäre die logische Konsequenz: ausschleusen, in die Cafeteria, 30 Minuten Mittagspause, einschleusen und weiter arbeiten...


Es gibt bloß Plastikbecher, den Wasserhahn und verdächtig geschlossene Türen der "Teambesprechungsräume"...
Hmm, genau. Und wenn Dir jemand an die Karre pissen will, eine Abmahnung wegen unerlaubtem Essen / Trinken im OP. Nee Danke.
Das Spielchen habe ich hinter mir. Den Pausenraum VOR die Schleuse zu bauen und dann zu verlangen, dass man sich jedes Mal ausschleusen soll, um dorthin zu gelangen. Also nicht falsch verstehen: Gang, OP-Tür, dann nacheinander Aufenthaltsraum, Schleuse Mann, Schleuse Frau... Und einen hypertrophen, malignen Chefarzt UCH, der nix besseres zu tun hatte, als alle in die Pfanne zu hauen, weil er sich als der Wächter von Anstand und Moral hielt. :-kotz

BetterCallSaul
04.08.2016, 22:42
wat bin ich froh, dass die Anästhesiepfleger in der Schweiz einfach auch selbst Narkose führen können und keine Saalpflicht fürn Doc besteht.

Brutus
05.08.2016, 10:35
Ist hier genauso. Ich weiß, dass ich jeden meiner Pflegenden alleine Narkose machen lassen kann. :-top
Man muss halt selbst entscheiden, wann man den Saal verlassen kann, und wann nicht.
Das ist aber auch nicht das Problem. Aber wenn eine "Verwaltung" oder nennen wir sie allgemein "Obrigkeit" anfängt, das Arbeiten so weit unmöglich zu machen, dass man nicht mehr vernünftig arbeiten kann, dann muss man eben diese "Obrigkeit" mit ihren eigenen Waffen schlagen. Und dazu gehört dann eben auch, dass man seine rechtmäßig zustehenden Pausen einfordert.
Ich bin sicher jemand, der seine Pause sehr variabel auslegt. Aber das setzt eben gegenseitige Rücksichtnahme voraus. Wenn die nicht ersichtlich ist, dann kann ich auch auf stur schalten.

Und zum Thema Saalpflicht: die besteht meistens bei eher hypertrophen Chefs, die entweder kein Vertrauen zu der Pflege haben, oder die die Anästhesisten als die einzigen wahrnehmen, die eine Narkose machen können.
Beides in meinen Augen nicht wirklich Chef-like.
Wie gesagt: man muss eben selbst entscheiden können, kann ich den Saal jetzt mal verlassen oder nicht? Und wenn ich das kann und die Pflege das ebenso sieht, dann spricht doch nix gegen Küche, Toilette, AWR oder andere Säle!
Zumal ich ja auch durchaus mal so ganz ungeplant aus dem Saal muss, wenn irgendwo anders jemand Hilfe braucht. Und da weiß ich auch nicht, wie lange das dauert. Da bin ich dann auch froh, dass zur Not meine Mädels und Jungs das auch alleine zu Ende bringen können... :-top :-love

papiertiger
11.08.2016, 18:26
OP-Suppe gibts hier. Ist aber von eher zweifelhafter Qualität, wird von den meisten nur bei akuter Hunger-Schieflage verspeist. ;-) Pausenablösung für mal eben irgendwas essen klappt aber meistens schon, manchmal ergibt sich auch so noch mal hier und da die Gelegenheit für Kaffee, Toilette, Pläuschchen aufgrund von sich auftuenden Lücken in der Tagestaktung. Oft auch nicht. Die im System geplanten 30 min Pause am Stück ohne Störung ehrlicherweise aber eher nie, und selbst wenn wären die für Ausschleusen, Kantine etc. eher zu knapp bemessen, der Weg ist von den meisten OP-Bereichen weit. Saal verlassen ist nicht, kann man gut finden oder eben nicht, ich kenne durchaus Anästhesiepflegekräfte bei uns denen ich das zutrauen würde meine Narkose weiterzubetreuen (und welche, bei denen ich das eher nicht machen würde..), aber da es bei uns eben ein absolutes No-go ist stellt sich die Frage nicht.

Was das Ausschleusen angeht ist man hier *eigentlich* auch extrem streng, *eigentlich* ist grün auch mit Kittel drüber außerhalb des OP-Traktes strengstens tabu, aber naja.. dran halten tut sich keiner so richtig. Wenn ich mich für die Postops auf Station extra umziehen muss, brauche ich dafür plötzlich doppelt so lange und steh im OP deutlich später wieder zur Verfügung, wenn ich prämedizieren gehe kann ich auch jederzeit wieder zurückbeordert werden und habe dann möglichst sofort auf der Matte zu stehen und wenn ich den Schockraumfunk habe und selbiger loslegt hab ich eh keine Zeit mich umzuziehen.. wenn irgend möglich versuch ich mir beim Verlassen des OP Bereichs einen Kittel drüber zu ziehen und wenn man am Ende des Tages in die Ambulanz beim Prämedizieren helfen geht und es wirklich unwahrscheinlich ist dass man nochmal zurück in den OP ist kann man auch erwägen, sich umzuziehen, aber sonst...:-nix

Fr.Pelz
11.08.2016, 20:47
Echt? Krass wie unterschiedlich das ist. Würde jemand hier auch nur ansatzweise, also auch mit was drüber, in OP-Kleidung außerhalb des OPs gesehen werden, würde der wohl erschossen. Das wäre glaube ich genauso schlimm wie im OP mit offenem Haar. Das habe ich echt noch nie gesehen, nicht mal bei krassesten Notfällen im Dienst.

Brutus
11.08.2016, 21:04
Das habe ich echt noch nie gesehen, nicht mal bei krassesten Notfällen im Dienst.
Hmm, ich habe auch schon mit Notarztklamotten IM Saal gestanden. Meine Kollegin hat im Dienst einen Patienten nicht intubieren können und hat die OP-Pflege anrufen lassen, und dann standen der Intensivanästhesist und ich kurze Zeit später im Saal. :-nix
Geht also auch anders rum. ;-)

Eilika
12.08.2016, 05:34
Für in grün aus dem OPS raus gibt es hier EINEN Grund: Rea- Alarm...

papiertiger
12.08.2016, 06:51
Naja, Umziehen beim Wiedereinschleusen versteht sich (wenn irgend möglich) natürlich von selbst, aber in grün aus dem Op raus geht wiegesagt zB beim Schockraumfunkträger garnicht anders und wird (mit Kittel drüber und Umziehen beim wieder rein gehen) für Prämedikation etc. auch widerwillig geduldet. Zieht ihr Euch dann auch im Dienst für den Weg von einem OP-Trakt zum anderen auch immer zwischendrin die Privatklamotten an?

Eilika
12.08.2016, 09:29
Hier dann nix privat sondern von grün zu weiß...

Fr.Pelz
12.08.2016, 11:17
Hier gibt es nur einen sehr großen OP-Trakt. Wenn ich von einer OP zur anderen muss, wechsel ich höchstens die Klamotten, wenn die Schuhe blutig sind.
wie ist das denn bei so einer Not-Sectio? Da muss es doch auch schnell gehen, trotzdem geht man doch in OP-Klamotten in den Kreissaal-OP oder?

Muriel
12.08.2016, 11:24
An meinem alten Haus war der Augen-OP gesondert im EG, der Zentral-OP mit den übrigen Sälen im 1. Stock. Damit die bösen Anästhesisten auch ja nicht in Bereichskleidung die Bereiche wechseln, hat man irgendwann für den Augen-OP brombeerfarbene Kleidung eingeführt ;-)

tragezwerg
12.08.2016, 11:50
Ich kenne da zwei Extreme aus eigener Erfahrung: in der einen Klinik latschen alle mit Überwurfkittel draußen rum, in der anderen Klinik darf man nur zur Notsectio oder zum Schockraum in grün aus dem OP raus.