Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flüchtlinge/Europäische Ärzterotation
Headsinfarkt
10.08.2016, 20:49
Hallo liebe Forengemeinde! :)
Aus gegebenem Anlass möchte ich euch fragen, wie ihr zu dem Thema Abwanderung steht. In meinem unmittelbaren Freundeskreis befinden sich einige frischgebackene Assistenzärzte, welche mit der aktuellen Lebensqualität in Deutschland unzufrieden sind und die politische Situation sehr bedenklich einschätzen. Hauptargumente sind Kriminalität, Verarmung und Terror. Deshalb wandern sie aus. Zwei nach Dänemark, einer nach GB, 4 in die Schweiz und 3 nach Amerika. (sie kommen aus 3 verschiedenen Großstädten) Im Gegenzug rücken vor allem Ärzte aus Osteuropa nach, welche dann hier die Stellen übernehemen. Von solchen Vorhaben höre ich in letzter Zeit sehr oft und frage mich, ob ich mit Exoten im Freundeskreis gesegnet bin, oder dies ein allgemeiner Trend ist. Wie seht ihr die aktuelle Situation und auch die Perspektive für euch in 10-20 Jahren (Lebensqualität, nicht monetär bezogen)? Habt ihr selbst mit dem Gedanken gespielt bzw. werdet bald auswandern? Mit Familie oder ohne?
Ich für meinen Teil befinde mich noch im PJ und werde sicherlich auch meine Assistenzzeit hier verbringen. Im Moment ist es doch ganz erträglich ;-)
Schönen Abend noch
Feuerblick
10.08.2016, 21:15
Mit den Argumenten "Terror, Kriminalität" aus Deutschland ausgerechnet in die USA auszuwandern finde ich schon irgendwie ... schräg :-)) Und "Verarmung" als Arzt? Hierzulande? Echt jetzt??? Ich meine, ich kann verstehen, wenn man dieses Land verlässt, weil man anderswo bessere Arbeitsbedingungen zu finden hofft. Oder eine attraktivere Umgebung mit Meer/Bergen. Aber diese Argumente sind nun wirklich die letzten, die mir einfallen würden.
kartoffelbrei
10.08.2016, 21:18
:-meinung
Genau das habe ich mir auch gedacht! Aber das Ganze wirkt doch sehr trollig...
Kackbratze
10.08.2016, 22:46
Ja, alles nur Osteuropäer als Kollegen.
In fachfremden Abteilungen mit schwacher Chefetage, die nicht auf die Mitarbeiter achtet.
Bei uns im Team sprechen alle deutsch (auch wenn sie nicht so aussehen), das Team ist konstant und Abwanderungsgedanken auf Grund von Terror oder Minderbezahlung hat bei uns keiner.
Andere Abteilungen bluten aus, auf Grund von Terror, der wird aber vom Chef ausgeübt, womit leider die Flüchtlinge als Ursache rausfallen.
Warum man ausgerechnet nach Dänemark (mal die Flüchtlingstatistik dort angeschaut?), USA (LOL) oder GB (LMFAO) auf Grund von Terror und Flüchtlingsangst gehen sollte...naja, wenn man eben sein Weltbild von Friede Springer und der BLÖD holt, könnte man das so sehen...auch als Akademiker.
P.S. Die Kollegen die ich kenne sind bislang zu 99% nach spätestens 5 Jahren wieder zurück gekommen. Lebensqualität und so....
Wegen Kriminalität, Verarmung und Terrorgefahr aus Deutschland wegziehen. Schon klar. Falls das kein Troll-Post ist, würde ich mal die Anzahl der Gehirnwindungen in deinem Freundeskreis hinterfragen.
Kackbratze
11.08.2016, 07:52
P.P.S. Threadtitel und Thema...seit wann sind die USA Teil von Europa? Ist TTIP schon durch?
Amüsiere mich auch königlich, Studienabschluss und dann gleich ins Ausland - und dann auch noch in die USA, weil man Angst vor Kriminalität hat. Ja, wäre auch meine erste Wahl, dorthin zu gehen, wo ich mich abends nicht raustraue, weil jeder mit ner Waffe rumfuchtelt.
UK ist nicht viel besser, schlechtere medizinische Versorgung, Lebenshaltungskosten höher, höherer Ausländeranteil, BREXIT.
Auch Dänemark teurer und ansonsten kein großer Unterschied zu Deutschland, nur ggfs mehr Ablehnung von Ausländern ( und das sind die frischen Assistenzärzte ja dann selber).
Hochspannende Argumentation des TE ...
PsychoFan
11.08.2016, 10:16
Auch ich schätze die Lebensqualität in Deutschland ebenso als niedrig ein, aber doch nicht aufgrund von Terror! Sorgen macht mit eher die wachsende Feindlichkeit gegenüber jeglichen Minderheiten. Oder totalitäre Ideen. Es ist schon erschreckend, dass solche Ideen wie Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht oder Abschiebung in Kriegsgebiete salonfähig geworden sind. Als Ausländer fühle ich mich in Deutschland nicht mehr so wohl, wie noch vor einigen Jahren. Auch wenn ich aufgrund meine Hautfarbe immer noch zu den bevorzugten Ausländern gehöre.
Doch kann man als Arzt in Deutschland immer noch gut verdienen, wenn man sich bewußt macht, dass es außer Marburger-Bund-Tarifen auch noch einen freien Markt gibt. So will ich im Winter meinen Lebensmittelpunkt ins Ausland verlagern, jedoch ab und zu herkommen, um etwas Geld zu verdienen. Flüge sind billig geworden, für 700-800 EUR kann man ja problemlos auch paar Tage vor Abflug einen Flug buchen, sod ass man flexibel sein kann und einfach mal für paar Tage herfliegen kann, wenn man will.
Bei der Arbeitsbelastung der Ärzte in den USA oder in UK, würde ich dorthin nicht wechseln wollen. Dänemark käme für mich nicht in Frage, noch mehr Sozialstaat als in Deutschland würde ich nicht aushalten. Das Klima ist auch nicht viel besser und würde mir nicht gut tun. Ich brauche Sonne. Lächelnde und fröhliche Menschen. Gesundes Essen.
WhiteMountains
11.08.2016, 10:25
ach gott die armen, versteh auch nicht, dass da noch keiner spenden sammelt.
bei dem hohen armutsanteil in der ärzteschaft...
die sicherheit und die versorgung in d sind freilich auch schwer zu ertragen.
seh ich schon ein..
Also ich hab gestern im ZDF-Auslandsjournal gesehen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die nach Ungarn auswandern wollen, weil es ihnen in Deutschland zu "ausländer-voll" geworden ist....da fiel mir echt nichts mehr ein :-((
Christoph_A
11.08.2016, 10:27
Irgendwie geht nur noch ab, daß der Threadersteller noch Russland als einzig sinnvolle Alternative für eine Auswanderung erwähnt, dann würde ich an einen neuen Petersburger Troll aus dem dortigen trollcastle tippen :-))
Aber um das ganze mal ernsthaft zu beantworten: Vor gaaaanz langer Zeit, also noch vor/im PJ, als noch nicht einmal die AIP Abschaffung gänzlich sicher war, habe ich mit dem Gedanken eines Auslandswechsels, damals in die Schweiz, ernsthaft gespielt, mittlerweile hat sich das System doch ziemlich zu unseren Gunsten gewandelt (Arbeitszeitgesetz, dtl verbesserte Bezahlung, Reduktion unbezahlter Hiwi-Tätigkeiten), so daß ich nicht mehr ernsthaft mit einer Emigration liebäugle, insbesondere nicht nach GB oder USA (home of the one and only real Donald).
Und wenn man sich die Demographie unter den Fachärzten in D mal so anschaut, dann spielt die Zeit definitiv für uns, das Geldsäckchen wird noch anwachsen die nächsten Jahre über, dessen bin ich mir sicher.
Hähä. Nee ich glaube auch, dass wenn man in D nicht zufrieden ist, es nur noch wenige Länder gibt, in denen es besser sein KÖNNTE. Schweden? Australien? USA schon mal nicht (braucht man da nicht das Examen für?) und Verarmungsgefahr? Vielleicht kann man sich in München kein zweites Auto leisten- aber in Ostdeutschland ist das kein Problem.
Christoph_A
11.08.2016, 10:46
@ frau Pelz: Man kann zwei Autos in Muc haben, no Problem :-)
WhiteMountains
11.08.2016, 10:51
das funktioniert sogar noch als polsterer in rente samt häuschen in münchen ;)
Hey, immerhin hat er die großen U.S. of A. genannt und nicht Johannisburg. :-))
Soooo schlimm ist der Terror dort auch gar nicht, es sei denn, Du bist schwarz und kommst in eine Polizeikontrolle. ;-)
WhiteMountains
11.08.2016, 15:40
Dafür kann dort jeder junge Mann Präsidentin werden...
Headsinfarkt
11.08.2016, 20:13
Danke für euer Feedback! :)
Bloß gut, dass mich die Troll-Polizei gleich enttarnt hat. Entspannt euch, es beschäftigt mich wirklich.
Ich habe die Überschrift durchaus so beabsichtigt und mir war klar, dass diese drei "Argumente" ein gefundenes Fressen aktuell für jeden Kommentator sind. Wie sich ein gesunder Menschenverstand jedoch denken kann, stellen diese nur die Spitze des Eisberges an Emigrationsgründen dar. Soviel Hirn sollte man dann doch jedem Studierten unseres Faches beimessen.
Also das Fazit: Emigration ist kein Thema für euch bzw. Lebensquali hier doch im Verhältnis am besten
Um meine Freunde noch etwas in Schutz zu nehmen: jeder lebt in seiner eigenen Wahrheit.
Ich wünsch euch was!
PS: gesendet übers Darknet aus meinem Petersburger Castle (Russland=böse) :-oopss :-))
Kackbratze
11.08.2016, 23:08
stellen diese nur die Spitze des Eisberges an Emigrationsgründen dar.
Deutschland ist ein klassisches Emigrationsland. Dürre, Armut, Krieg und Kriminalität zwingen unsere Akademiker einfach ins Ausland. Traurig, aber Wahr.
jeder lebt in seiner eigenen Wahrheit.
qed
Christoph_A
12.08.2016, 08:27
Ich glaube, als polnischer Arzt hat man auch grad nicht so viel Spaß in brexiting London :-)
@ Headsinfarkt: Dann nenn doch noch mehr Emigrationsgründe, die einen dazu bringen könnten, doch ins Ausland zu gehen, wenn das nur die Spitze des Eisbergs war? Und lass uns mal an Deiner Wahrheit teilhaben, so ein bisschen wahrheitssharing schadet sicher nie....
Ich glaube nicht, dass jmd tatsächlich aus den vom TE genannten Gründen auswandern würde und halte die Lebensqualität in Deutschland auch für ziemlich hoch - auch und gerade für Ärzte. Trotzdem halte ich das USA-Bashing bzw. die Argumente gegen Emigration für ähnlich daneben, sofern man nicht mal ein paar Jahre hier gelebt und gearbeitet hat um sich ein eigenes Bild über Kriminalität, Krankenhauswesen, Politik.... gemacht hat oder zumindest Infos hat, die über "ich hab mal gehört.." hinausgehen. *das.Wort.zum.Wochenende*
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