Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium mit 10 Kindern
Vielleicht habe ich es überlesen, aber sind alle Kinder versorgt bezüglich Betreuung am Tag?
Generell sehe ich das größte Problem in 4h Pendeln, das ist echt unfassbar viel zumal mit Umsteigen etc. und die DB ist und bleibt kein guter Pendelpartner mMn.
Was du machen könntest, wäre mit der Uni zu sprechen, ob es die Möglichkeit gibt, einen entzerrten Stundenplan zu bekommen und so dann die Pendellei auf 2-3 Tage max. zu reduzieren.
Unterstützt dich denn dein Mann bei dem Vorhaben? Auch das spielt ja keine kleine Rolle? Würde er dann die Kinderbetreuung im Kindkrankfall übernehmen? Bei 10 Kindern ist die Kindkrankquote sicherlich nicht gerade gering. Und wie alt ist denn das jüngste? Seit ihr denn mit der Familienplanung durch? Denn das Studium + die Kinder + nochmal Schwangerschaft + Pendelei.. das ist nicht machbar mMn, es sei denn du pausierst dann länger
Sebastian1
31.08.2016, 13:35
Alter und Betreuung der Kinder ist sicherlich in Kombination mit dem ja schon häufig genannten Pendeln der Hauptfaktor. Ist ein Kind krank (bei 10 dürfte das mit den üblichen wehwehchen ja häufiger mal der Fall sein) und dir bricht die Betreuung weg (KiGa nimmt krankes Kind nicht, Familie als Sitter nicht verfügbar), kann das mächtig problematisch werden (man stelle sich vor: Semesterende, Lernphase, Klausuren bis zum Abwinken...).
Ob Lernen im Zug funktioniert...naja, kommt sehr auf den Lerntypus an. Warum nicht? Ich war immer mehr der lesende Lerner, habe mir fast nie Notizen gemacht und reichlich Vorlesungen ausfallen lassen. Dazu neben dem Studium (damals ohne Kinder, heute sind es 3 - schön, aber bereits anstrengend) noch reichlich gearbeitet. Es gab anstrengende Phasen (insbesondere bis zum Physikum hin), und es gab Phasen, in denen ich so viel Freizeit hatte wie vorher und hinterher noch nicht wieder. Kann klappen, kann fürchterlich in die Hose gehen. Mir selbst ist - grade im klinischen Bereich - einiges sehr leicht gefallen, anderes musste ich mir auf Teufel komm raus mit viel Zeitaufwand in die Birne prügeln, um es hinterher wieder vergessen zu dürfen... :-))
Eine Krankenpflegeausbildung habe ich auch gemacht. Nein, hat mir nicht geschadet, und ich habe mir damit auch ganz gut meinen Lebensunterhalt im Studium verdient. Aber ich würde es aus heutiger Perspektive nicht noch einmal machen wollen. Und insbesondere will ich so ehrlich sein dir zu sagen: Wenn du von vornherein an ein Medizinstudium denkst und stattdessen eine Pflegeausbildung machst, wirst du aus meiner Sicht auf Dauer damit nicht glücklich werden, weil du immer neidvoll auf die fertigen Ärzte schielen wirst. Pflege ist ein verdammt anstrengender Job, der viel zu schlecht bezahlt wird und der oft auch noch schlecht ausgebildet wird. Mit der Tätigkeit als Arzt - auch in der Klinik - hat er leider nicht so viel gemein, wie man sich vorstellen mag. Oft genug bleibt man halt nur das ausführende Organ, was neben den ärztlichen Anordnungen auch noch hunderttausend notwendige und fürhterlich überflüssige Dinge - meist bei chronischer poersoneller Minderversorgung - zu tun hat....
Überlege es dir gut, ob es ein Medizinstudium sein muss. Wenn du meinst, dass es das Richtige sein könnte und eine Chance besteht, das auch durchzuziehen (das musst du in deinem Umfeld klären), ist es einen Versuch wert. Wenn du von vornherein ehrlich sagen kannst - nein, den Aufwand kann ich nicht mindestens 6 Jahre - vermutlich mehr - durchhalten, dann lass es sein.
Und wenn letzteres, dann informiere dich gut über Alternativen, bevor du sie ergreifst.
Der_Medicus
31.08.2016, 16:55
Da ich keine Kinder habe, kann ich dazu nichts sagen.
Aber ich würde mir das mit den 2 Stunden pro Strecke pendeln echt überlegen. Ich glaube, es wird sehr schwer diese 4 Stunden effektiv zu lernen. Wenn das letzte mal intensives Lernen bei dir etwas her ist, woher weißt du, dass du wirklich gut nur mit Laptop auf dem Schoss in einer Bahn lernen kannst?
Ich persönlich brauche auch mal ein Buch, mache mir Notizen, schaue Dinge im Internet nach. Das alles eventuell ohne Sitzplatz in der Bahn? Für mich wäre es nicht möglich.
Und ich habe von meinem Stundenplan vorgegeben schon jedes Semester immer 30 Wochenstunden und mehr gehabt. Dann kommt noch Lernzeit hinzu.
Ich studiere zwar noch nicht und habe auch keine Kinder. Aber:
Ich bin bis letztes Jahr jeden Tag ca 1 Stunde zur Schule hin und zurück gependelt. Diese eine Stunde ging im nu um. In der Bahn habe ich nicht wirklich Notizen machen können. Aber selbst das Durchlesen und Unterstreichen hat mir einen guten Vorteil in der Schule gebracht.
Bin aus m Dorf nach Hannover gependelt. Wirklich schlimm war die Fahrt nicht. Insgesamt waren es (hin und zurück) 2 Stunden fahrt.
Meiner Meinung nach sind auch 4 Stunden völlig machbar !
Du wirst halt schon platt sein am Ende des Tages.. Aber 1. bist du das wahrscheinlich bedingt durch 10 Kinder gewöhnt, 2. musst du nur einmal umsteigen und 3. scheinst du die richtige Einstellung und den Willen zum Studium zu haben.
Sollte es absolut nicht klappen, hast du es wenigstens versucht!
Also ich rate dir auf jeden Fall zum Studium und bin überzeugt, dass es klappt. Trotz der Hürde.
Du hast keine Kinder. Wenn Du wüsstest, wie entspannend der Gedanke an vier Stunden Zugfahrt ohne eigene Kinder sein kann :-love
Oh ja Muri, und ich hab nur ein Kind. Also meine 20min Fahrt zur Arbeit morgens sind auch immer Erholung, selbst wenn ich da mal im Stau stehe.
mich macht Zug fahren ja schon irre, vielleicht sollte ich das mit den Kindern lieber lassen :-oopss
Ich bin übrigens auch die komplette Gymnasialzeit (9 Jahre...) 45 Minuten/Strecke und danach 1h/Strecke zur Ausbildung gependet und es hat mich nicht genervt. Es war halt so und ich hab mich nie daran gestört.
Aber die 2 Stunden zur Uni (plus einmal Umsteigen) waren nochmal einen neue Dimension und länger als 2 Monate (und in dieser Zeit auch nur 2-3 Mal pro Woche) hätte ich das echt nicht durchziehen wollen.
Klar geht das irgendwie (wenn man ausreichend leidensfähig ist) aber du solltest dich wirklich von der Idee verabschieden, jeden Tag 4 h Zugfahrt zu effizienten Lernen nutzen zu können oder gar mit dieser Zeit als Lernzeit auskommen zu können.
Selbst wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist, wann willst die denn die Berge von Wäsche waschen, kochen, die große Wohnung aufräumen und putzen, zu den Elternabenden gehen, Vorsorge- und Arzttermine wahrnehmen, Kindergeburtstage vorbereiten, für deine Kinder da sein.....?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das klappt. Irgendwas bleibt da auf der Strecke....
MsLifeunderRock
04.09.2016, 10:00
Ich glaube auch, dass das Pendeln schwierig wird. Ich selber pendele auch 1 Std/Strecke. Das Problem ist aber weniger das Lernen, sondern der Zeitaufwand. Es ist schon anstrengend, wenn das letzte Praktikum um 19 Uhr endet, man aber den Zug erst um 20 Uhr nehmen kann und entsprechend spät zuhause ist. Wenn man Pech hat muss man aber am nächsten morgen trotzdem schon um 8 Uhr in der Uni sein.
Zusätzlich dann noch das Umsteigen. Der erste Zug hat Verspätung, du bekommst den zweiten nicht und verlierst Zeit. Ggf kommt man nicht pünktlich zu ner Pflichtveranstaltung und muss den Termin irgendwie wiederholen.
Ob das Lernen im Zug funktioniert ist wohl typsache. Es gibt Leute, die können das. Ich kann höchstens mal Sachen (Praktikumsskripte, etc) durchlesen, aber muss zuhause dann trotzdem noch was tun. Außerdem bin ich auf der Zugfahrt einfach häufig geschafft. Dann mache ich lieber die Augen zu, höre Musik, etc.
Dazu kommt dann, wie bereits mehrfach erwähnt, die Kinderbetreuung im Krankheitsfall. Denn die Schulen und Kindergärten halten ja eigentlich ungern ein brechendes Kind für 2,5-3 Stunden bis jemand das Kind mal abholt.
Ich selber habe keine Kinder, aber Kommilitonen mit Kindern. Manche sind schon mit einem Kind und Pendelei mehr als ausgelastet. Andere ziehen das durch ein gutes familiäres Rückgrat durch.
Leute, mit mehr als drei Kindern (auch ohne Pendelei) kenne ich keine die ansatzweise noch in Regelzeit sind.
Entweder Greifswald oder Rostock.
greifswald hat sich "kinderfreundliches studieren" ja auf die fahnen geschrieben und wie ich das durch kommilitonen mit kindern mitbekomme, klappt das auch ganz gut.
WackenDoc
05.09.2016, 16:49
Ich frage mich eher, wie man den 10 Kindern mit ihren emotionalen Bedürfnissen gerecht werden will.
KirstenP
05.09.2016, 20:10
Da ändert das Studium aber wohl auch nix mehr dran.
WackenDoc
05.09.2016, 21:39
Verschärft die Grundproblematik aber noch.
Ich frage mich auch, inwieweit das Ziel des Medizinstudiums hier in erster Linie der Selbstverwirklichung dienen soll und auf welche Weise die Erziehung / Betreuung der zahlreichen Kinder sichergestellt werden soll... Gibt es dazu den schon konkrete "Pläne", wodurch die bisherige Hausfrau & Mutter von einer anderen Person ersetzt werden kann?
auf welche Weise die Erziehung / Betreuung der zahlreichen Kinder sichergestellt werden soll... Gibt es dazu den schon konkrete "Pläne", wodurch die bisherige Hausfrau & Mutter von einer anderen Person ersetzt werden kann?
Sie meinte doch, dass die Kinder versorgt sein würden. D.h. sie hat sich natürlich hierüber Gedanken gemacht..
Außerdem gehe ich stark davon aus, dass ihr Mann auch eine helfende Hand im Haushalt sein wird.
Feuerblick
08.09.2016, 15:26
Ich gehe ja eher mal davon aus, dass der Ehemann arbeiten und für den Unterhalt seiner großen Familie sorgen muss. Da ist vermutlich nicht mehr viel mit zusätzlich helfender Hand im Haushalt...
Melina93
08.09.2016, 19:12
Einmal umsteigen. Und ja, soviel wie möglich raus. Ich glaub, ich möchte in meiner Haut auch nicht stecken, wenn was schiefgeht. Aber irgendwie reizt mich das Studium schon sehr. Und eine gesunde Portion Wahnsinn gehört ja eh schon zum Leben dazu.:-)
Ich kenne Dich ja nicht und hab auch noch keine eigenen Kinder. Aber das Argument, dass es Dich reizt, klingt eher danach, dass Du Dich nach Abwechslung sehnst? Oder möchtest Du Ärztin werden und in diesem Beruf arbeiten?
Selbst ich als Einzelkind bin der Meinung, dass meine beiden vollberufstätigen, wirklich tollen Eltern in mancher Hinsicht einfach versagt haben und mir ein Stück meiner Kindheit genommen haben. Bin trotzdem ein glückliches Kind gewesen. Aber ich denke Dir muss klar sein, dass das letztlich eine Entscheidung ist, dessen Konsequenzen primär Deine Kinder tragen werden. Wenn Du diese Verantwortung tragen willst, dann probier es aus. Letztlich wirst Du eh erst im Studium sehen, wie es Dir damit geht.
... Von 2002 bis 2003 habe ich soziale Arbeit studiert, wobei ich dann doch gemerkt habe, das es mir nicht reicht. Während dieser Zeit habe ich 10 Kinder bekommen (gewollt in der selben Ehe). ...
Wow. Du verdienst echt Respekt! :-) Viel Erfolg.
Espressa
04.11.2016, 08:54
Ich bin den umgekehrten Weg gegangen (erst Studium, FA, dann Kinder), und merke jetzt, wie schön das Mutter- und Hausfrauendasein eigentlich ist. Eine große Familie mit 10 Kindern zu haben erscheint mir auch ein wunderbarer Lebensentwurf, dem man sich mit vollem Einsatz widmen kann! (Will sagen, mit "nur" 2-3 Kindern lohnt es sich nicht, dauerhaft dem Berufsleben fern zu bleiben, mit 10 Kindern jedoch schon.)
Überlege gut, ob du tatsächlich den Arztberuf ausüben willst. Ob du die Art der Verantwortung und Verpflichtung und den langwierigen Werdegang auf dich nehmen willst. Ich verstehe, dass du eine Herausforderung suchst, die über das "zuhause" hinausgeht. Aber da würde ich Wege mit kürzeren Ausbildungszeiten suchen. Eventuell etwas mit Frauen und Familien?
Ich denke jetzt schon, mit nur zwei Kindern, wie schön es wäre mehr zu haben und mehr Zeit zuhause zu verbringen, anstatt wieder Pendeln, Arbeitszeiten, Kinder wegorganisieren und den ganzen Stress der damit einhergehen wird, Arbeit und Familie zu vereinbaren, auf mich zu nehmen. Bedenke also auch die Seite, ob dir das Leben dann so viel mehr Spass macht, wenn du so vieles delegieren wirst müssen, was du lieber selbst gemacht hättest, und ob es das wert ist, überhaupt eine Berufstätigkeit aufzunehmen und dann auch noch eine solche.
Finanziell wird sich das ganze sicherlich nicht lohnen. Ok, wenn man darauf nicht angewiesen ist, sollte das kein Argument sein, aber mit Großfamilie stellt sich die Frage, ob man sich so einen Luxus (Studium) leisten will, dann doch.
Ich wäre sehr neugierig zu erfahren, wie man als Mutter von so vielen Kinder so entbehrlich sein kann, sich den ganzen Tag mit was anderem befassen zu können? Meist hat man mit wenigeren schon arge Probleme, alle an ihren Bestimmungsort zu fahren und wieder abzuholen, und sich ihnen sonst noch zu widmen und alles am laufen zu halten... Großen Respekt, dass du da sowas überhaupt in Erwägung ziehen kannst...
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