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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Uniklinik oder Nicht-Uni...gute Kariere verbaut?



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Christoph_A
14.10.2016, 11:39
Das sehe ich aus meiner, nicht unerheblichen, Erfahrung, diametral anders. Meistens kommen die Leute universitär weiter, die am lautesten ihre Ziele formulieren und dabei noch überzeugend auftreten konnten. Welche großartigen wissenschaftlichen Erfahrungen hat denn ein Anfangsassi anzubieten-richtig wenig bis keine, das ist jetzt keine Hexerei. Welche Lehrtätigkeit leistet denn ein Jungassi im ersten und zweiten jahr-richtig, wenig bis keine.
Deshalb demütig dasitzen und sagen, ja, ich will bei Forschung und Lehre unterstützt werden (was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte) und ich armes kleines Licht will von Eurer Eminenz profitieren, die Zeiten sind auch universitär vorbei, auch, wenn einige Herren das nach außen immer noch anders kolportieren.
Die wollen gute, mündige Bewerber und viele sind von etwas "Naßforschheit" in diesen medizinischen Kreisen geschmeichelt.
Meine Welt wärs nicht, aber habe lange genug mit diesen Leuten gespielt, um zu wissen, wie die Uhren hier oftmals ticken.
Und wenn man sich die Neuerwerbungen manchen universitären Abteilungen der letzten Jahre so ansieht, stellt man fest, daß oftmals auf willfährige Osteuropäer oder Dritt Welt Staatsangehörige zurückgegriffen wird, deren höchste Qualität in der Leidensfähigkeit besteht, da sich viele Einheimische diese selbstherrlichen Berufscholeriker eh nicht mehr antuen. Deshalb, ja, dieser Ansatz wird, bei entsprechender Qualifikation (aka deutsch als Muttersprache und gutes Examen) zwangsläufig von Erfolg gekrönt sein.
Und Bewerber mit mehrjähriger Erfahrung, auch wenn sie nicht post doctoral oder sonst wie forschend unterwegs waren, werden M.E.n. fast überall mittlerweile komplikationslos unterschlüpfen. The tougher, the better!

Kaas
14.10.2016, 12:41
Würde das auf Grund meiner Erfahrungen an meiner Uniklinik auch so sehen wie Christoph_A. Ziel "Habilitation und Chefarzt" kommt hier auf jeden Fall bei so ziemlich allen Chefs gut an. Zumindest zwei Chefärzte habe ich das auch explizit sagen hören: "wir sehen unsere Klinik als Kaderschmiede für zukünftige Chefärzte". Zumal in den Stellenanzeigen doch so gut wie immer drinsteht, dass eine Habil gefördert wird. Auf einem anderen Blatt steht, dass die Chefärzte hier bis auf eine handvoll Ausnahmen psychopathische Egomanen sind...

Thomas24
15.10.2016, 11:45
Jup, ich kann mich noch gut daran erinnern, nicht nur einmal um 2:30 eine Mail zu Projekt X zu bekommen, um um 03:00 eine zweite Mail zu bekommen, warum man denn noch nicht geantwortet hat :D

Aber der Nachwuchs lässt mittlerweile nicht mehr alles mit sich machen, dieses klassische "Ich stecke Sie zwei Jahre ins Labor, Sie bekommen noch den Dr. rer. nat. und ein paar solide Publikationen", danach geht ihre klinische Ausbildung weiter- aber die Laborzeit wird nur zur Hälft auf die WB Zeit angerechnet. Na, wie hört sich das an?"
Ähem, Danke, aber nein Danke. Ich möchte zügig meinen FA machen.

Sogar dass, "ich organisiere Ihnen das (prestigeträchtige!) Fellowship bei XY in XYZ- aber danach müssen Sie sich im Gegenzug bei uns langfristig engagieren" wurde neulich von einem Assistenten kurz vor FA abgelehnt mit der Begründung, dass er seine Frau dann noch seltener sehen würde.

Times are changing.

LasseReinböng
16.10.2016, 11:38
War neulich auf einer Fortbildung wo der CA einer Uniklinik seinen gesamten FA an einem Haus der Grundversorgung und lediglich die Subspezialisierung an einer Uniklinik absolviert hat. War auch nicht Greifswald oder Sachsen-Anhalt sondern Hamburg.
Sicherlich noch sehr ungewöhnlich aber generell ist vieles möglich.