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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie nah gehen einem Patientenschicksale?



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Attempto
30.10.2016, 21:07
Hallo WackenDoc,
der verlinkte Artikel ist nicht auf meiner Homepage und ich habe den Beitrag auch nicht geschrieben. Das hab ich doch oben auch ausdrücklich geschrieben.
Mit der verlinkten (http://www.zeitzuleben.de/warum-mitleid-deinen-gefuehlen-streichen-solltest/) Homepage, auf der der Artikel steht habe ich keine Verbindung, außer, dass ich sie gelegentlich lese.
Da scheint ein Missverständnis vorzuliegen.

WackenDoc
30.10.2016, 21:11
Dann tut er mir leid, dass ich die beiden Homepages verwechselt habe.

Feuerblick
31.10.2016, 05:43
Wie überall im Leben sind Menschen verschieden. Die einen wollen Mitleid, die anderen Mitgefühl (wobei ich diese Trennung für eine rein theoretische halte). In der einen Situation passt es, mitleidend zu sein, in der anderen mitfühlend. Dieses Pschycho-Blabla, das uns weismachen möchte, es gebe für jede Situation immer nur eine Schublade und damit auch immer nur eine einzige adäquate Reaktion, bringt niemanden weiter. Ich glaube ja, dass sich Patienten und Angehörige von denen am besten verstanden und behandelt fühlen, die sich freundlich, meinetwegen auch empathisch, aber vor allem authentisch verhalten.

Aber darum ging es im Thread gar nicht sondern darum, wie man es für sich selbst schafft, nicht heulend vor Angehörigen eines Sterbenden/vor Sterbenden zu stehen. Damit hat dieser Psychokram nix zu tun. :-meinung

Brit2
31.10.2016, 11:11
https://books.google.de/books?id=Hq5qAgAAQBAJ&pg=PT5&lpg=PT5&dq=gef%C3%BChlsk%C3%A4lte+mediziner&source=bl&ots=D5HATYaCjv&sig=-QWqwQBsXOPnIIwjpN2SRy1X3pQ&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiIjerh84TQAhVFUBQKHT02AYQQ6AEIMDAD#v=on epage&q=gef%C3%BChlsk%C3%A4lte%20mediziner&f=false

Kackbratze
31.10.2016, 15:32
Ein Bashing-Buch der ersten Kategorie. Nix weltbewegendes. Geschrieben um Geld zu verdienen indem man eine Berufsgruppe pauschal diskreditiert mittels einseitiger Sichtweise.
Gibts auch für Banker, Unternehmensberatungen und Müllmänner. Interessanterweise habe ich noch kein Buch gefunden in dem Journalisten richtig aufs Korn genommen wurden...

anignu
31.10.2016, 16:13
Interessanterweise habe ich noch kein Buch gefunden in dem Journalisten richtig aufs Korn genommen wurden...
Brauchts auch nicht. Dafür gibts Sprechchöre: "LÜGENPRESSE!!!"

niceshaftlean
31.10.2016, 20:45
Das Ironische an empathielosen Psychopathen ist,dass ihre Empathielosigkeit sie davon abhält zu merken, wenns mal eng wird.

Initialien in Körper ritzen, absichtlich Falschdiagnosen stellen, um Menschen zu quälen bzw. fahrlässig zu töten.
Herr Bartens hat dazu beigetragen, dass diese Beispiele aus seinem Buch und der sz nicht mehr so gut ankommen.

Mich überraschte, dass 10 Ärzte laut Presserat im Schnitt pro Jahr ermordert werden.
Eine Entführung kostet hier auch weniger als bei einem Spitzenpolitiker.
Zwischen Botox und hochwissenschaftlicher Promotion ist dies vielleicht für einige schwer hinzunehmen;schließlich ist man mit dem Statussymbol Rechtschreibung jeder Grundschullehrerin überlegen.So stehts bei elitepartner.

Die Losung der deutschen Ärzte “wie du mir ,so ich dir”, die man normalerweise nach dem Kindergartenalter ablegt, scheint zunehmend auf Ärzte zurück zu fallen.

davo
31.10.2016, 20:53
Das Ironische an empathielosen Psychopathen ist,dass ihre Empathielosigkeit sie davon abhält zu merken, wenns mal eng wird.

Sprichst du da aus Erfahrung? :-))

Christoph_A
01.11.2016, 09:58
Herr Bartens ist ein frustrationsdurchtriebener Ärztehasser, der von der frustrationsdurchtriebenen Intellektuellenbild SZ eine willfährige Basis bekommt, da bin ich schon fast emotional angefasst, bei so viel wissenschaftlich funduerter Recherche. Fehlt nur noch die Kommentarleiste aus SPON online zu medizinischen Themen und es wäre perfekt.
Was das eigentlich Thema betrifft, ist es sicher nicht immer leicht, mit Extremsituationen umzugehen, jeder, der einmal auf einer Intensivstation oder im Rettungsdienst gearbeitet hat, kann Dir das bestätigen. Wichtig ist m.Mn. eine professionelle Distanz zum Patienten aufzubauen, da zu viel Nähe zu Fehlern führt. Gleichzeitig muß man sich aber auch immer vor Augen führen, in welcher emotionalen Ausnahmesituation sich Patient und/oder Angehöriger gerade befinden. Für Gespräche mit Angehörigen von Sterbenden oder zur Überbringung letaler Diagnosen nehme ich mir persönlich immer extra Zeit und lasse auch meine Sprechstundenhilfen bewusst nicht ins Sprechzimmer, um mit den betreffenden Personen alleine sein zu können, damit sie die Diagnosen verarbeiten können. Hier muß einfach Zeit geschaffen werden, kenne das Vertreter, die nur kurz sagen, Sie haben einen Tumor und wieder rausrauschen, das geht nicht.

Anne1970
01.11.2016, 10:28
Brutus, stimme dir vollumpfänglich zu... professionelle Distanz und Authentizität...

Brit2
01.11.2016, 14:08
Aus der eigenen Familie - leider. Ab Beginn Medidizinstudium und das sich kontinuierlich weiter entwickelnd - eiskalt werdenden.
Keinerlei Anteilnahme mehr an familiären Problemen sondern wachsende Verachtung. Gepaart mit Kritik an jedem und allen. Menschen wurden zu Objekten, man selbst schon vor der letzten Prüfung zur selbsternannten Koriphäe. Hauptziel um jeden Preis nur noch "endlich dekadentes Leben, nie wieder aufs Geld schauen müssen und von jedem bewundert und angehimmelt werden".
Jeder Nichtmediziner als Versager betitelt. Ich wünsche sojemandem, dass er deftig auf die Erde zurück aufschlägt.
Wär ich totsterbenskrank und wüsste, dass der Mensch an meinem Bett trotz engelsgleichem Lächeln und warmen Worten in Wirklichkeit ganz anders denkt ... Ich denke schon, dass der Beruf durchaus eine Prise schauspielerisches Talent bedarf, aber dieses innerliche Abstumpfen gegenüber Schicksalen sollte nicht den ganzen Arzt ausfüllen. Bin grad ratlos über diese verlorene Nähe.

Fr.Pelz
01.11.2016, 18:54
Und du verbindest das mit dem Arzt-sein an sich?
Ich bin noch nie jemandem begegnet, den du da beschreibst und ich habe schon Psychopathen in dem Beruf kennengelernt. Allerdings richtete sich das nie gegen Patienten.
Vermutkich hat dein Verwandter ein anderes Problem als seinen Beruf.

Kackbratze
01.11.2016, 19:10
Nicht das Amt führt zur Störung sondern die Störung führt zum Amt.

epeline
02.11.2016, 13:40
Ach und noch ganz wichtig: an dem Tag, an dem ich nicht mehr traurig sein kann, wenn jemand stirbt, ich nicht mehr weinen kann, und nur noch ohne Emotionen vor mich hinarbeite, werde ich wohl überlegen müssen, ob ich noch den richtigen Beruf habe.
:-meinung

Hach sehr schön. Da werden mir ja fast die Augen feucht...