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Shepard
11.11.2016, 12:12
Und halt Dich fest: Ich mache meinen Job gerne!! (bin allerdings auch noch keine 20 Jahre dabei, dann wird es ja Deiner Meinung nach nervig. Bleibt abzuwarten...)

Schön wie du dir die Worte aussuchst bzw. deutest. Hab in meinem Beitrag kein einziges Mal das Wort nervig benutzt aber gut ;)
Dass man nach einer gewissen Zeit routinierter wird und einfach schon den Großteil einmal gesehen hat kann ich mir gut vorstellen. Wissen kann ichs natürlich nicht, da ich noch keine 20 Jahre Berufserfahrung hab.



Und tatsächlich bin ich überzeugt, dass jemand, der als Student schon von den "nervigen Patienten" spricht, nicht unbedingt sein ganzes Arbeitsleben mit diesen verbringen sollte...

Seh ich auch so, wenn man mehrheitlich nur genervt ist von den Patienten sollte man sich vielleicht eine eher nicht klinische Fachrichtung zur Weiterbildung suchen.
Ich bin mir aber sicher, dass jeder hier (auch du) schon einmal Kontakt mit fordernden Patienten/Angehörigen in der Klinik hatte die den Geduldsfaden überstrapaziert haben. Da ist Frust sicherlich nicht zu vermeiden.

Solara
11.11.2016, 17:32
Schön wie du dir die Worte aussuchst bzw. deutest. Hab in meinem Beitrag kein einziges Mal das Wort nervig benutzt aber gut ;)
Dass man nach einer gewissen Zeit routinierter wird und einfach schon den Großteil einmal gesehen hat kann ich mir gut vorstellen. Wissen kann ichs natürlich nicht, da ich noch keine 20 Jahre Berufserfahrung hab.



Seh ich auch so, wenn man mehrheitlich nur genervt ist von den Patienten sollte man sich vielleicht eine eher nicht klinische Fachrichtung zur Weiterbildung suchen.
Ich bin mir aber sicher, dass jeder hier (auch du) schon einmal Kontakt mit fordernden Patienten/Angehörigen in der Klinik hatte die den Geduldsfaden überstrapaziert haben. Da ist Frust sicherlich nicht zu vermeiden.

Noch-Humani ist allerdings noch Student - wenn man da schon genervt ist, ist das Dasein als klinisch tätiger Arzt definitiv nicht sinnvoll.

Was das ganze jetzt mit schon mal fordernder Patient zu tun hat, wenn ein Student schon so unmotiviert ist, entzieht sich meinem Verständnis.

Also ab in irgendwas Wirtschaftsnahes, wo es viel Geld gibt.

FirebirdUSA
11.11.2016, 18:46
Und wie sieht das in anderen Fachrichtungen aus. Verdient man als angestellter Allgemeinarzt, Psychiater, Hno, etc....genauso viel?
Ich würde bei Radio eher die 100.000 für realistisch für die breite Masse halten.
HNO Niederlassung ist 30 - 45 Euro/h realistisch. In der Regel um 35 Euro/h.

Erfahrungsgemäß gibt es viel Geld nur für viel Arbeit. Auch in der freiem Wirtschaft. Und wer der Meinung ist Ärzte verdienen mit 6000 - 12000 Brutto pro Monat schlecht leidet aus meiner Sicht unter Realitätsverlust. Klar kann man als Investmentbanker bei der USB oder bei den klassischen Beraterfirmen deutlich mehr verdienen. Aber diese Jobs sind vom Zeitaufwand i.d.R. stressiger wie Arzt mit Diensten und ich wollte sie nicht machen (& die die ich kannte in dem Jobs haben alle aufgehört).

rnn77
11.11.2016, 19:19
Ich würde bei Radio eher die 100.000 für realistisch für die breite Masse halten.
HNO Niederlassung ist 30 - 45 Euro/h realistisch. In der Regel um 35 Euro/h.

Danke. Das ist ja echt interessant. Hier im Forum habe ich gelesen, dass man als angestellter Allgemeinmediziner auch ungefähr mit 100.000 nach Hause geht. In meinem Bekanntenkreis bekommen die Radiologen als Angestellte auch so zwischen 120.000 und 150.000 Euro. Die Radiologen haben also auch als Angestellte die Nase vorne in finanzieller Sicht.

Die Schweiz hat mal die versicherungspflichtigen Einkommen der Facharztgruppen ermittelt http://www.fmh.ch/files/pdf11/Erhebung_der_Einkommensverhaeltnisse.pdf

BlackVelvet
11.11.2016, 20:40
Online Statistiken zu den Praxisumsätzen und Reinerträgen aufgeschlüsselt nach Fachgebieten und Praxistyp bietet auch das Statistische Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/DienstleistungenFinanzdienstleistungen/KostenStruktur/KostenstrukturAerzte2020161119004.pdf?__blob=publi cationFile

Können alle Interessierten mal reinschauen. Zu dem Thema Investitionen für Geräteausstattung und Reinertrag der Radiologen, die Investitionen werden vorher durch die Abschreibungen berücksichtigt, der Reinertrag ist also nach Investitionen für die Geräte.

BlackVelvet
11.11.2016, 20:50
Vielleicht noch als Nachtrag:

http://www.medizinjobs24.net/ad/1571/mvz-naehe-bielefeld:-15.08.---02.09.2016-vertretung-fuer-radiologie Praxisanstellung Radiologe 100 € / h VB.

http://www.medizinjobs24.net/ad/1275/bayern-schwaben:-praxisstelle-radiologie Praxisanstellung Radiologie 120000 € / Jahr

http://www.medizinjobs24.net/ad/580/raum-stuttgart:-facharztstelle-in-mvz-einer-klinik Praxisanstellung HNO 120000 € / Jahr

Recherchiert einfach mal ein wenig im Internet, man findet da schon genug Informationen für ein vernünftiges Bild.

FirebirdUSA
12.11.2016, 10:43
Ich glaube ich hab ein sehr realistisches Bild. Hab genug erste Hand Erfahrung. Als langjähriger OA mit viel operativer Erfahrung mag die 120000 für HNO in MVZ möglich sein. Das ist aber sicher nicht die Regel. Bei 40h Woche kann man mit 6000-8000 Euro/Monat rechnen. Je nach Standort und Verhandlungserfolg.
Radiologie ist definitiv mehr. wie das in 10 Jahren aussieht kann keiner sagen.

hbl58
12.11.2016, 12:18
Es wird auch seine Gründe haben, warum in der Radio und Patho viele Fachärzte, auch die habilitierten, relativ schnell den Krankenhäusern den Rücken kehren.. In der Patho ist das ja schon so ausgeprägt, dass manche Professuren nicht mehr angenommen werden, da die in der Praxis eben bessere Aussichten haben.

BlackVelvet
12.11.2016, 12:26
Ich glaube ich hab ein sehr realistisches Bild. Hab genug erste Hand Erfahrung. Als langjähriger OA mit viel operativer Erfahrung mag die 120000 für HNO in MVZ möglich sein. Das ist aber sicher nicht die Regel. Bei 40h Woche kann man mit 6000-8000 Euro/Monat rechnen. Je nach Standort und Verhandlungserfolg.
Radiologie ist definitiv mehr. wie das in 10 Jahren aussieht kann keiner sagen.

Das will ich auch garnicht in Frage stellen, nur sind die ersten beiden Angebote mit Angaben zu möglichen Gehaltsvereinbarungen für HNO Praxisanstellungen beide bei 120000: http://www.medizinjobs24.net/ad/864/raum-muenchen:-hno-praxis-sucht-teilhaber (zweites Angebot, was ich auf die schnelle neben dem bereits geposteten gesehen hatte.

Aber du hast sicherlich Recht, was in 10 Jahren ist, kann keiner sagen. Arbeitest du selbst in Niederlassung oder im MVZ im HNO Bereich?

SynC
12.11.2016, 12:40
Radiologie ist definitiv mehr. wie das in 10 Jahren aussieht kann keiner sagen.

Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Aktuell sind Stellen als Angestellter Radiologe in der Praxis / im MVZ sicherlich finanziell recht attraktiv, solange man sich nicht gerade auf die begehrten Ballungsgebiete beschränkt. Beispiele, die ich persönlich kenne, rangierten zwischen 90 und 150 k. Radiologie in der Niederlassung ist aber ein wenig anders als viele andere niedergelassene Praxen (z.B. Allgemeinmediziner), wo man bei gemütlichen zwei freien Nachmittagen in der Woche auf immerhin 80 bis 100 k kommen kann.

Zukunftsprognosen sind im Moment schwer abzugeben, wie Firebird schon sagt, aber es ist schon auch so, dass die Radiologie so stark unter Druck steht, wie keine andere Fachdiszplin:

1. Begehrlichkeiten anderer Fachrichtungen. Beispielsweise will ich mal die Kardiologie nennen, die im Moment im Begriff sind, der Radiolohie nach dem Kardio-MRT auch die Kardio-CT abzunehmen. Ist politisch extrem komplex; der große Einfluss einer so mächtigen Fachrichtung wie der Kardiologie könnte sich evtl. auch über die bestehenden Bedenken (Kostensteigerungen im Gesundheitswesen durch Selbstüberweisung, Strahlenschutz) hinwegsetzen.

2. Trend zu überregionalen Praxisverbänden mit primär firmengewinnorientierter Ausrichtung ähnlich wie in den USA. Mittel- bis langfristig besteht da natürlich die Gefahr, dass die Gehälter angestellter Radiologen in firmengeführten Praxen (nicht teilhabergeführten Praxen) im Rahmen der nächsten Konsolidierungsphasen ordentlich gedrückt werden.

3. Deutliche Effizienzsteigerungen durch Deep-Learning / Machine-Learning - mit zwei möglichen Folgen: - - Viele Radiologen werden marktwirtschaftlich gesehen obsolet und somit arbeitslos.
- Radiologen nutzen die hierdurch gewonnenen Effizienzsteigerungen, um intensiver neue Aufgaben wahrzunehmen, ist natürlich nur wie Frage, welche diese sein sollen.

4. In Zusammenhang mit Punkt 3 könnte der bereits im Thread erwähnte Ausbildungsstellenschlüssel katastrophale Folgen haben: Es wird ein deutlicher Überschuss an Radiologen ausgebildet (deutlich mehr, als in Rente gehen) und gleichzeitig könnte die Anzahl benötigter Radiologen sinken. Somit ist Radiologie m.E. die einzige medizinische Fachrichtung, in der man den nicht sonst üblichen Luxus hat, sich keine Sorgen um einen künftigen Arbeitsplatz machen zu müssen.

hbl58
12.11.2016, 12:48
Hingegen wird die Neuroradiologie sicherlich interventionell noch wichtiger werden, zwar nicht für die Praxis Radiologie von Interesse, aber auch da wird die Neurochirurgie einen größeren Anteil für sich beansprechen. Dann ist ja schon länger im Gespräch, dass die Nuklearmedizin als eigenes Fach keine Zukunft hat und der Radiologie wieder eingegliedert wird.
So eine ganz negative Zukunft der Radiologie würde ich nicht sehen, aber sicher sind die ganz fetten Jahre der Praxisradio vorbei.

FirebirdUSA
12.11.2016, 13:56
Hingegen wird die Neuroradiologie sicherlich interventionell noch wichtiger werden, zwar nicht für die Praxis Radiologie von Interesse, aber auch da wird die Neurochirurgie einen größeren Anteil für sich beansprechen. Dann ist ja schon länger im Gespräch, dass die Nuklearmedizin als eigenes Fach keine Zukunft hat und der Radiologie wieder eingegliedert wird.
So eine ganz negative Zukunft der Radiologie würde ich nicht sehen, aber sicher sind die ganz fetten Jahre der Praxisradio vorbei.

Sind auch eher die Kardiologen als die NCH die hier schon die Fühler Richtung Nrad ausstrecken. Ist aber nur im kinischen Setting entscheidend nicht in der eigenen Praxis (gilt auch für Kardio-MR/CT).

SynC
12.11.2016, 16:40
Sind auch eher die Kardiologen als die NCH die hier schon die Fühler Richtung Nrad ausstrecken. Ist aber nur im kinischen Setting entscheidend nicht in der eigenen Praxis (gilt auch für Kardio-MR/CT).

Echt? Was haben die Kardiologen denn im Hirn zu suchen???

hbl58
12.11.2016, 17:37
Echt? Was haben die Kardiologen denn im Hirn zu suchen???

Naja ich nehme an, weil die eh schon gut kathetern können. Manche machen ja auch bereits die Bein-Interventionen bei pAVK, die Kerngeschäft der Radio ist.
In den USA ist es aber wohl so, dass da Neurochirurgen bereits ohne lange Neurorad-Ausbildung Neuro-Interventionen machen. Ich hörte von einer 2 Jahresweiterbildung.

FirebirdUSA
12.11.2016, 18:37
Echt? Was haben die Kardiologen denn im Hirn zu suchen???

Viele nicht ausgelastete Katheterplätze in kleinen Kliniken. Da muss man eben seine Indikationen ausdehnen um die Auslastung zu steigern...

Jook
12.11.2016, 18:40
Klar, die Standeskämpfe wird es immer geben. Auch Kardiologen wissen, dass sie Interventionen brauchen, um langfristig bei DeepLearning überleben zu können. Wissensbasierte Medizin bleibt uns sicher noch lange erhalten, aber die Bedrohung ist nunmal da.

Dennoch darf man nicht vergessen, dass die werten Kollegen aus der Herzabteilung in ner LAD oder RCA rumstochern und die doch sehr viel mehr aushalten als so ne ACM. Und von Schädelknackern red ich jetzt mal gar nicht. ;)

Coxy-Baby
12.11.2016, 18:46
Ah jaa und die Feinmotorik ist nicht erlernbar?, oder bekommt man die nur in einer geheimen Radioschulung beigebracht?

FirebirdUSA
12.11.2016, 19:02
Ah jaa und die Feinmotorik ist nicht erlernbar?, oder bekommt man die nur in einer geheimen Radioschulung beigebracht?

Wie alles eine Frage der Übung, kann der Kardiologe schon lernen. Sehr es ehrlich gesagt aber kritisch. Es führt nämlich dazu, dass man dann Zentren hat mit 10 zerebralen Rekanalisationen im Jahr. DIe Qualität wird dann wieder sinken. Es macht schon Sinn das es eben Spezialisten für die verschiedenen Bereiche gibt und nicht alle alles machen.

facialis
13.11.2016, 11:03
Ich würde bei Radio eher die 100.000 für realistisch für die breite Masse halten.


aber das wäre ja deutlich weniger, als OA Gehalt in der Klinik. Warum wechseln dann so viele? Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand auf einen Teil des Gehalts freiwillig verzichtet, nur um keine Dienste machen zu müssen....

Coxy-Baby
13.11.2016, 11:09
...darf man fragen wie lange du schon arbeitest und wieviele Dienste du so machst?