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konsti951
27.11.2021, 14:34
Hallo zusammen!
Ich würde mich über eine Möglichkeit der Niederlassung als AugenFA interessieren. Ich habe vor kurzem das Studium abgeschlossen und mache mittlerweile Innere (um ein bisschen Basiswissen in Medizin zu bekommen, bevor ich mich auf so einem Spezialfach konzentriere). Ich mag das Ophthalm. sehr, hab schon während des Studiums viel Vorerfahrung gesammelt und hätte sogar eine Stelle ab Herbst 2022. Was ich aber schon im PJ und währen meiner (noch kurzer) Tätigkeit im KH herausgefunden habe, ist dass KH auf langer Sicht nichts für mich ist und ich würde mich nach dem FA niederlassen.
Es kommt aber in anderen Threads oft vor, dass jetzt viele Praxen von Ketten aufgekauft und betrieben werden und dass dieser Trend eher zunimmt. Jetzt überlege ich mir manchmal, ob ich doch Allgemeinmed. machen soll, da dort die Niederlassungsperspektive sehr gut ist.
Gibt es hier niedergelassene oder angestellte Augenärzt:innen, die etwas mehr dazu wissen?
LG

Muriel
27.11.2021, 15:19
Die Bedenken sind nicht ganz unbegründet. Die Augenheilkunde ist zwar ein ganz klassisches Fach für die Niederlassung und ich glaube auch kaum, dass sich das groß ändern wird. Dennoch ist eine kleine Einzelpraxis oder kleine unabhängige BAG mittlerweile seltener anzutreffen als noch vor ein paar Jahren. In meinem geographischen Umfeld (Kölner Umland) gibt es zwar noch ein paar kleine auch konservative Praxen. Jedoch sind das alles ältere Kolleg*innen, die da seit vielen Jahren sitzen. Die letzten hier abgegebenen Sitze haben große operative BAGs oder aber die richtigen Konzerne gekauft. "Normal" wurde hier meines Wissens nach keiner abgegeben.
Was hast Du vor? Willst Du operieren? Nach heutigem Stand ist es sicherlich möglich, irgendwo in einer größeren operativen Praxis auch als Teilhaber*in einzusteigen mit entsprechend mitzubringenden Skills. Wie sich das alles in 6+ Jahren entwickelt haben wird, wenn Du evtl mal so weit bist? Keine Ahnung. Ich kenne durchaus auch Kolleg*innen, die mit einer Anstellung in einem Mvz-Verbund zufrieden sind, das Gehalt stimmt, kein eigenes unternehmerisches Risiko. Immer nur schlecht muss das nicht sein. Das Gegenteil kenne ich nur auch, von daher bin ich ganz froh, anderweitig untergekommen zu sein.
Mehr Möglichkeiten, dich allein selbständig zu machen, hast du wohl mit der Allgemeinmedizin, denke ich. Wenn du also dein eigenes kleines Ding machen willst, stelle ich mir das einfacher vor. Wenn nur ein generelles Arbeiten im ambulanten Setting gewünscht wird, solltest du genügend Möglichkeiten auch in der Augenheilkunde auf verschiedene Weisen finden.

Bluej
27.11.2021, 19:46
Mit welchem Gehalt kann man denn als angestellter Augenarzt ungefähr rechnen? Ich habe mich letztes mit einem angestellten Nephrologen unterhalten, der ca. 100k bekommen hat, also deutlich weniger als in eigener Niederlassung. In meiner Gegend, ländliches Bayern gibt es eigentlich nur noch ein paar alte Augenärzte, die selbstständig sind, die restlichen Kassensitze hat die OSG Stück für Stück aufgekauft und mit überwiegend ausländische Augenärzten besetzt. Ich glaub finanziell ist die Niederlassung als Allgemeinmediziner deutlich lukrativer als eine Anstellung als Spezialist (Augenarzt, Radiologe, Strahlentherapeut, Nephrologe, etc.) in einer Praxis.

Leucovorin
28.11.2021, 07:04
Ich glaub finanziell ist die Niederlassung als Allgemeinmediziner deutlich lukrativer als eine Anstellung als Spezialist (Augenarzt, Radiologe, Strahlentherapeut, Nephrologe, etc.) in einer Praxis.

Kommt drauf an, wieviele Angestellte du hast und bezahlst und wie gut sie sind. Du möchtest ja auch nicht jede Blutabnahme durchführen.

Bzgl. Gehalt FA Augenheilkunde Angestellt hört man so 120k. Also wie in den bildgebenden Verfahren. Allerdings zum Einstieg, auch für die weniger Top-Leute. Standortleitung, -vertretung, zusätzliche Aufgaben werden in der Regel zusätzlich honoriert.

konsti951
28.11.2021, 14:56
Danke für euere Antworten!
Ich muss nicht unbedingt 100%-er Besitzer der Praxis sein, ich kann mir auch eine Mitbeteiligung vorstellen. Klar muss zuerst FA abschließen und auch danach ein paar Jahre Erfahrung im KH oder Praxis als Angestellter sammeln. Aber langfristig sehe ich mich nicht als Angestellter. Ich war schon während des Studiums selbstständig (hab mir das Studium durch Freelancing finanziert) und das, was die Meisten auf diesem Forum abzuschrecken scheint - Steuern, Management, organisatorische Sachen, Risikomanagement usw., hat mir eig Spaß gemacht :D Ich will mich daher trotz Bürokratie und Risiko in der Zukunft niederlassen. Und die Tatsache, dass die Kassensitze massenhaft aufgekauft werden schreckt mich bisschen ab.

Auge will ich nicht deswegen machen, weil es irgendwie beliebt oder für viele sehr lukrativ zu sein scheint, sondern weil ich mich dafür wirklich interessiere und Vorerfahrung habe. Und @Muriel, ja, ich würde gerne auch operieren!

klump3n
29.11.2021, 10:12
Radiologie in der Niederlassung ist aber ein wenig anders als viele andere niedergelassene Praxen (z.B. Allgemeinmediziner), wo man bei gemütlichen zwei freien Nachmittagen in der Woche auf immerhin 80 bis 100 k kommen kann.



bezieht sich die gemütlichkeit auf die allgemeinmediziner oder auf radiologen? soll wahrscheinlich überspitzt sein, aber sollte die beschreibung den allgemeinmedizinern gelten, so hoffe ich, dass du recht hast (fernes berufsziel hausarzt). man hört und liest eher gegenteiliges. mag in der stadt anders sein, aber auf dem land kenne ich keinen hausarzt, der mittwoch oder freitag nachmittag frei macht