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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studentenjob in der Notaufnahme?



kgunkel
19.11.2016, 19:20
Hey,

ich habe meine 2. Famulatur in der Notaufnahme gemacht am Kreisklinikum in Reutlingen und fand das eigentlich zusammen mit dem Präpkurs, die beste Phase meiner bisherigen Ausbildung :)

Es hat super Spaß gemacht und ich konnte sehr, sehr viel lernen an praktischen skills, gerade vor allem das Viggo-Legen konnte ich dort richtig verbessern weil das in der 1. Famulatur noch nicht so gut geklappt hat. Dazu kamen etliche Sonographien, Anamnesen, Aufnahmen, Blutkulturen, bedside-Tests und auch mal ne Magensonde. Wie gesagt, es war anstrengend da sehr hoher Durchlauf, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich fühlte mich sehr wohl dort.

Da ich ja nun ein Jahr Klinik hinter mir habe und gemerkt habe, dass man bei weitem nicht mehr in alle Vorlesungen gehen muss wie ich das noch in der Vorklinik gemacht habe (lol), würde ich gerne mal wissen ob es grundsätzlich möglich ist, auch in der Notaufnahme einen dieser studentischen Hilfsjobs zu bekommen, wie man es von Nachtwachen oder so kennt. Hat da jemand Erfahrungen gemacht bzw. ist das grundsätzlich möglich?

Ich habe natürlich erst überlegt ob ich nicht Nachtwachen machen soll auf Normalstation, aber ich würde gerne ein paar Mal im Monat eigentlich sowas machen wie in meiner Famulatur weil es halt mal nicht immer nur Theorie, Theorie, Theorie ist sondern man wirklich auch praktische skills für später verbessern kann und man sehr viel sehen und lernen kann! Und ich war ja in der 2. Famulatur keine Belastung mehr sondern konnte ja schon ganz gut Blutabnehmen, GKUs oder Aufnahmen weshalb man schon etwas "geknechtet wurde" aber das ist ja genau das was ich will. Learning by doing. :)

Und ich will halt gerade was Aufnahmen, Viggos, Sonos, praktische Skills etc. angeht noch viel sicherer werden da ich halt keine Ausbildung habe und direkt angefangen habe zu studieren was ich im Nachhinein etwas bereue, weil die Jungs aus der Pflege oder die MTAs einfach schon praktisch fitter sind als ich. ;)
Bei uns der Uni hatte ich leider genau einen Sonokurs (1,5h) und einen Nähkurs (1h). Das wars bisher, mache aber Sonographiekurse als Wahlfach.

Liebe Grüße!

WackenDoc
19.11.2016, 19:34
Ja, die aus der Pflege sind fitter was das Tagesgeschäft angeht. Das holst du aber ratz fatz auf. Denen fehlt nämlich in der Regel das Hintergrundwissen. Sono lernt man normalerweise frühestens im PJ, meist jedoch am Anfang der Assistenzarztseit. Und die Pflege macht das normalerweise gar nicht.
Nähen ist normalerweise das typische Lernziel des PJ.
Viggos lernt man ratz fatz mit etwas Übung.

Die meisten Studenten haben keine pflegerische Ausbildung und das was die Pflege dir jetzt voraus hatte, holst du sehr schnell wieder auf.
Mach dir aber nciht zu viel Hoffnung auf einen Studentenjob- kostenloser Student ist was anderes als bezhalte Kraft. In der Regel ist kein Geld dafür da und für lau solltest du es nicht machen.

kgunkel
19.11.2016, 19:46
Ja, die aus der Pflege sind fitter was das Tagesgeschäft angeht. Das holst du aber ratz fatz auf. Denen fehlt nämlich in der Regel das Hintergrundwissen. Sono lernt man normalerweise frühestens im PJ, meist jedoch am Anfang der Assistenzarztseit. Und die Pflege macht das normalerweise gar nicht.
Nähen ist normalerweise das typische Lernziel des PJ.
Viggos lernt man ratz fatz mit etwas Übung.
Ja stimmt auch wieder. Also ich hab beim Blutabnehmen und Viggos ne Trefferquote normal zwischen 80% und 85% nach ca. 1,5 Famulaturen. In der 1. Fam habe ich ja erst mal 1-2x Wochen zugeschaut, weil wie gesagt, ich außer Pflegepraktikum (leider) vom Alltagsgeschäft noch nicht so viel wusste. Manchmal sind halt doch mal welche dabei, wo es gar nicht ging aber da brauchte selbst oft schon die Oberärztin oder mein betreuender Assi 2x Anläufe dann (Chemopatienten z.B. oder komplett blaue Arme) oder man hat es unter Sonographie gelegt.

Manchmal denke ich halt, ich hätte zuerst in die Pflege sollen und dann studieren. ;) Gerade auch so Verbandswechsel oder so, da würde ich gerne viel mehr lernen. Klar ordnet man sowas später eher an, aber trotzdem würde ich gerne wissen was ich anordne und wie das gemacht wird, denn nur dann kann ich ein guter Arzt werden, aber irgendwie bekommen die das an meiner Uni nicht gebacken während der Semesterzeit. Wir sehen auch in der Klinik kaum Patienten, weniger zumindest als an anderen Unis. Es ist so viel Theorie und lieber lässt man Hausarbeiten über "Geschichte der Medizin" schreiben. :/ Hätte viel lieber viel mehr Unterricht am Bett mehr oder so.

Philip_MHH
19.11.2016, 19:53
Erfahrungsgemäß wird es diese Art Studentenjob eher nicht geben. Wenn du Patientenkontakt haben willst, dann kannst du z.b. als Aushilfe in der Pflege arbeiten (eben viel Grundpflege, aber sicher auch mal Verbände etc. und du bist halt "drin" am Patienten etc., aber erwarte halt nicht, dass es wie Famulatur ist, das ist eben wirklich Arbeit, denn du willst ja Geld dafür haben)
, habe ich eine ganze Zeit gemacht ( ohne vorherige Ausbildung in dem Bereich). Gab ganz gutes Geld, insbesondere bei Nacht-/Feiertagsdiensten und ich bin auch gut rumgekommen. war auch mal an der OP-Schleuse oder im Sono als Assistent eingeteilt.

Wenn es dir ums stechen geht. In vielen (uni-)Kliniken werden doch Studentenjobs für Blutabnehmerei angeboten.

kgunkel
19.11.2016, 20:05
Erfahrungsgemäß wird es diese Art Studentenjob eher nicht geben. Wenn du Patientenkontakt haben willst, dann kannst du z.b. als Aushilfe in der Pflege arbeiten (eben viel Grundpflege, aber sicher auch mal Verbände etc. und du bist halt "drin" am Patienten etc., aber erwarte halt nicht, dass es wie Famulatur ist, das ist eben wirklich Arbeit, denn du willst ja Geld dafür haben)
, habe ich eine ganze Zeit gemacht ( ohne vorherige Ausbildung in dem Bereich). Gab ganz gutes Geld, insbesondere bei Nacht-/Feiertagsdiensten und ich bin auch gut rumgekommen. war auch mal an der OP-Schleuse oder im Sono als Assistent eingeteilt.

Wenn es dir ums stechen geht. In vielen (uni-)Kliniken werden doch Studentenjobs für Blutabnehmerei angeboten.
Ja bei den Studentenjobs für die Blutabnehmerei gibt es bei uns leider derzeit keinen Bedarf, sind wohl gut abgedeckt. Da habe ich mich nämlich erkundigt.
Glaub auch das dass schwierig wird. Denke, dass ich doch eher dann halt doch als Aushilfe in die Pflege gehen werde. Da gibt es immer Bedarf laut Pflegedienstleitung von der Uniklinik. ;) Ich will halt einfach mehr ins Alltagsgeschäft und was praktisches machen.
Trotzdem Danke! :)

WackenDoc
19.11.2016, 22:35
Keine Angst- du wirst noch früh genug an die Patienten kommen und den ganzen praktischen Kram machen. Du wirst aber irgendwann sehen, wie wichtig die theoretischen Grundlagen sind (zumindest einige).

Dieser Wunsch, vorher eine Ausbildung zum GuK gemacht zu haben, ist nur eine Illusion.

Mach z.B. deine nächste Famulatur beim Hausarzt- da wirst du dann auch schon einiges anwenden können, was du bisher gelernt hast.
Oder mach mal ein Praktikum in Rettungsdienst oder auch in der Anästhesie. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Rettungshase
19.11.2016, 23:02
Ich finde dein Engagement spitze.
Mir hat das, was man in der Uni so (insbesondere praktisch) lernt, nie so richtig gereicht, deswegen habe ich immer die Fühler ausgestreckt, was so an Kongressen und Fortbildungen in der Gegend läuft oder ansteht. Oft gibt es hier günstige Konditionen für Studenten, außerdem wird das deinen späteren Arbeitgeber sicherlich auch freuen (je nach Fachrichtung), wenn du diese und jene Kenntnisse mitbringst, die der "normale" Student nicht hat.
Ggf. kann der Doktorarbeitsbetreuer hier auch mal was vermitteln.

Was auch nice ist (ich möchte hier nicht die Werbetrommel rühren, aber wenn es um praktische Fortbildungen geht, ist das schon bermerkenswert): Das Medical Excellence Stipendium. Der nächste Bewerbungstermin ist noch ein bisschen hin, aber wenn man sich geschickt bewirbt, ist die Chance meiner Erfahrung nach relativ gut, in die Finalistenrunde zu kommen. Selbst wenn man das Geld dann nicht bekommen sollte, hat immer mal wieder die Gelegenheit, kostenlos qualitativ hochwertige Fortbildungsveranstaltungen (Bronchoskopie, Gastroskopie, Traumakurs uswusf.) zu besuchen, die sonst ein Heidengeld kosten würden.

Nessiemoo
20.11.2016, 18:52
Also in der Notaufnahme kenne ich zwar Studenten, die da arbeiten, sind aber ausgebildete Rettungsassistenten. In einer Klinik konnten/mussten die studentischen Pflegehilfen auch in der Notaufnahme/Ambulanz aushelfen, dann blieb es aber bei den rein pflegerischen Tätigkeiten (also zB Viggos legen durften sie dann nicht, auch wenn schon im PJ sie es tagsüber da gemacht haben...).

Ich habe in einem Pharma-Probandenzentrum gearbeitet, also meistens war ich da auch nur als Pflegehilfe, aber eben auch Viggos und Blutentnahmen und so, das Katheterlabor/CPU sucht hier regelmäßig Studenten... mehr klinisch tätig ist man als studentischer Aushilfskraft in OP, also bezahlter Hakenhalter. Ein paar Hausarztpraxen haben auch Studenten für Blutentnahmen. Tutorenstellen sind auch ganz gut (zB Klopfkurs für die Vorklinik, Klausurepetitorien).

Also wenn du ein Nebenjob im medizinischen Bereich willst, musst du danach suchen, aber es gibt die. Man muss halt da realistisch bleiben und nicht die super Lehre und spannende Tätigkeiten erwarten (dass was du von einem Nebenjob erwartest, hatte ich selten sogar im PJ) aber man lernt auf jedem Fall was dazu und kriegt mehr Erfahrung... Es hält sich jedoch in Grenzen, und rückblickend hätte ich wahrscheinlich lieber was ganz anderes als Nebenjob gemacht. Saturn oder Rewe oder so. Im Krankenhaus wird man dann doch lang genug arbeiten.

Philip_MHH
20.11.2016, 19:09
Es hält sich jedoch in Grenzen, und rückblickend hätte ich wahrscheinlich lieber was ganz anderes als Nebenjob gemacht. Saturn oder Rewe oder so. Im Krankenhaus wird man dann doch lang genug arbeiten.

Wobei ich da anmerken möchte, dass ich als Pflegehelfer rein monetär deutlich besser gestanden hab, als wenn ich an der Kasse irgendwo gesessen oder gekellnert hätte... Kann jetzt nicht sagen, ob das daran lag, dass ich in einem "Provinzhaus" und nicht in der Uniklinik war, aber das muss man ja eh vor Ort klären.

Heerestorte
20.11.2016, 23:55
Ich habe im klinikinternen Transportdienst einer Uniklinik gearbeitet und da 15€/h tagsüber und 20€/h nachts bekommen.
Mittlerweile ist der Stundenlohn tagsüber bei über 16€ und Nachts über 21€.
Weiß es nicht mehr so genau, aber ich hab zumindest noch keinen medizinischen Nebenjob gefunden, bei dem man besser verdient :D Aber dafür war es halt auch längst nicht so spannend wie die Arbeit im normalen Rettungsdienst.

An unserer Uni gibt es Sono-Tutoren und die sind ultragut im Umgang mit dem Sono.
Das ist sicherlich auch ein toller Nebenjob und das ist vllt. was, was dir so vorschwebt.
Da lernt man auf jeden Fall für die spätere Arztzeit was sinnvolles.

konstantin
21.11.2016, 11:46
Also ich habe meinen Zivildienst in einer Notaufnahme gemacht, und anschließend dort auch als Pflegehelfer ein bischen Geld verdient. Da ging's dann aber nicht um den medizinischen Krams, von dem du so begeistert scheinst, sondern um die pflegerischen Tätigkeiten (EKGs schreiben, Vitalparameter erheben, bei Untersuchung und Behandlung assistieren, Patienten durch die Gegend kutschieren, usw....). Vor dem Studium war das eine nette Art, Geld zu verdienen, aber als Student in den klinischen Semestern stelle ich mir sowas eher frustrierend vor.

davo
21.11.2016, 12:04
Zugänge legen ist eine reine Übungssache, und auch keine große Hexerei. Halte den Lernvorteil deshalb für vernachlässigbar. Falls du es dennoch unbedingt üben willst: Viele Krankenhäuser/Stationen bei uns haben einen studentischen Blutentnahmedienst.

Eine Tätigkeit als Sono-Tutor hingegen bringt einem, v.a. wenn man Internist werden will, tatsächlich einen echten Vorteil. Sowas in die Richtung würd ich für viel wertvoller halten.

Um Aufnahmen und Untersuchung zu üben, würd ich mich eher an Famulaturen und PJ halten. Wenn du das gegen Bezahlung üben willst, kannst du ja in der Schweiz ein paar zusätzliche Famulaturen machen - da gibts dann auch bis zu 1700 Franken im Monat.

Die einzigen, die aus meinem Semester in der Notaufnahme arbeiten, haben auch eine entsprechende Ausbildung. Ich vermute, dass das ohne nicht klappen wird.

Am Anfang des klinischen Studienabschnitts hab ich den "Rückstand" gegenüber denen mit Ausbildung auch als groß empfunden, aber er wird immer geringer. Am Ende des PJ wird er vermutlich ganz weg sein. Würd mir da also nicht zu viele Sorgen machen.

xenopus laevis
21.11.2016, 12:23
Die praktischen Fertigkeiten aus meiner Ausbildung liegen bei NULL. :-oopss

Das meiste habe ich aus meiner beruflichen Tätigkeit mitgenommen.
"learning by doing"

Zu Not empfehle ich "klinische Pharmakologie". Gut bezahlt, viele Zugänge und Blutabnahmen, viel Stress und nie Langeweile. Dazu gabs bei uns noch LP, Spiro, EEG, EKG usw. usf.

Miss_H
21.11.2016, 13:25
@ davo: Dein Denken ist mir zu wenig komplex. Sono kann man in vielen Disziplinen gebrauchen. Chirurgie, Urologie, Gyn, Anästhesie um nur einige zu nennen.

WackenDoc
21.11.2016, 17:37
Ich will endlich mal nen Praktikanten aufm NEF haben, aber an meinem Hauptstandort sind die so selten. :-nix

Philip_MHH
21.11.2016, 17:42
Bei uns sind die Plätze recht begehrt :D und teilweise eher schwierig mitfahren zu können, weil Famulanten, PJler, und "zukünftige NEF-Fahrer" sich drum balgen :D