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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wertvoll sind Assistenzärzte für Kliniken?



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Locutus001
26.12.2016, 08:21
Es ist an sich möglich, eine Klinik ohne Weiterbildungsassis aufzuziehen. Fachärzte machen das, was Kohle bringt (OPs, Interventionen, Untersuchungen etc.), den Rest besorgen Pflegekräfte und Arztassistenten, Hakenhalter sind dann chirurgisch-technische Assistenten oder Studis. Die Notaufnahme kann mit primär dort beschäftigten Ärzten geschmissen werden, und die Vordergrunddienste kann man auch regeln. Auf genau dieses System steuern langsam, aber sicher alle privaten Klinikbetreiber hin. Das wird einem zwar mit der "Ärztemangel"-Sauce serviert, garniert mit dem "Entlastung der Ärzte im Alltag"-Brei; letztlich schauen alle Beteiligten jedoch nur auf die Kohle, und ein System, das die aktuelle Leistungsfähigkeit behält, dafür jedoch deutlich weniger Ärzte braucht (und diese durch billigere Berufe mit niedrigerer Qualifikation ersetzt), ist profitabler.
Die Weiterbildung junger Ärzte ist eine Aufgabe, der sich Klinikbetreiber aller Arten nur widmen, weil es die aktuellen Möglichkeiten nicht anders erlauben. Mit der Zeit wird das von mir oben beschriebene Szenario jedoch immer besser umsetzbar werden, weil das entsprechende Personal zunehmend die Ausbildung beenden und auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wird. Die Tatsache, dass man junge Ärzte weiterbilden muss, um nicht eines Tages ohne Fachärzte dazustehen, interessiert die Klinikbetreiber nur insofern, als dass sie bestrebt sind, die Befriedigung des eigenen Bedarfs zu sichern; Weiterbildung mag teuer sein, aber wenn man nicht weiterbildet und die Zahl der auf dem Markt verfügbaren Fachärzte kontinuierlich sinkt, werden die Fachärzte teurer, was auf Dauer die Mehrkosten der Weiterbildung aufwiegt. Das ist der einzige Grund, zumindest an bestimmten Standorten die Weiterbildung zu betreiben.

Ich wäre mal nicht ganz so pessimistisch! Immerhin erledigen Assistenzärzte in unserem Feudalsystem die Arbeit von mehreren schlechter bezahlten Stellen gleichzeitig. Ich renn ja sogar zum Kopierer alleine weil die Pflege leider keine Zeit hat. Und der Service auch nicht. Und überhaupt scheint dafür keiner Zeit zu haben und der Kopierer drei Etagen weiter den kann dann wohl nur ich bedienen (das können nämlich auch nicht alle...). Und von den anderen Berufsgruppen sehe ich auch die wenigstens mal länger bleiben als unbedingt nötig. Alleine meine unbezahlten Überstunden dieses Jahr zusammen mit meiner regulären Arbeitszeit das wären dann schon MINDESTENS 2 weniger gut bezahlte Kräfte. Plus die Arztaufgaben die ich machen darf weil ich es ja zumindest theoretisch gelernt haben sollte im Studium (man beachte die Formulierung), das sind dann schon mindestens 2 1/2 bis 3 Stellen. Da kann man dann doch lieber EINEN Assistenten einstellen ;-)

John Silver
28.12.2016, 18:07
Das gilt nur, solange Leute wie Du bereit sind, sich verarschen zu lassen, und massenweise Überstunden schieben, ohne sich diese aufzuschreiben. Zum Glück trifft man solche Kameradenschweine, die nicht nur sich selbst aufgeben, sondern auch anderen das Leben schwer machen, immer seltener.

tiw28
28.12.2016, 18:22
stimmt genau!!

Locutus001
29.12.2016, 16:45
Das gilt nur, solange Leute wie Du bereit sind, sich verarschen zu lassen, und massenweise Überstunden schieben, ohne sich diese aufzuschreiben. Zum Glück trifft man solche Kameradenschweine, die nicht nur sich selbst aufgeben, sondern auch anderen das Leben schwer machen, immer seltener.

Hast Du mich ein Kameradenschwein genannt? o.O

Kackbratze
29.12.2016, 17:32
Ja, weil Du mit deinen unbezahten und unaufgeschriebenen Überstunden, zusammen mit fachfremder Tätigkeit die eigentliche Arbeit eines Arztes unterhöhlst, den Respekt vor unserem Beruf bei den Verwaltungen ruinierst und die Verhandlungspositionen für notwendige Veränderungen unterminierst. Durch deine Akzeptanz dieser scheixx Situation sorgst Du dafür, dass Verwaltungen und Chefs das auch hinnehmen und als Standard etablieren.
Du brennst durch und brichst zusammen, aber verändern tut sich nix, da ja freiwillig diese Duckmäuser-Position eingenommen wurde.

BadGateway502
29.12.2016, 19:17
Stimmt. Auch wenn es hart klingt.

tiw28
29.12.2016, 20:55
Jap, hat er und ich hab ihm voll und ganz zugestimmt :-))

anignu
29.12.2016, 22:26
Hast Du mich ein Kameradenschwein genannt? o.O
Ja, hat er. Und da das Diskussionsniveau grad das Level von Vegetarier gegen "Normale" erreicht hat, hab ich auch nicht mehr geantwortet.
Wobei man muss schon sagen: was diese Fleischfresser den armen Tieren mit ihren Gefühlen alles antun!!!

Nein, er hat halt einfach grundsätzlich recht. Wenn irgendwas nicht funktioniert, dann muss man das System anhalten und erstmal pauschal diskutieren. Der OP steht weil niemand den Patienten in den OP gefahren hat? Lasst uns einen Kreis bilden und uns alle schämen und einen Schuldigen finden. Beim Transportdienst wurden Leute entlassen? Macht nichts. Es gibt ja Assistenzärzte... "Du Arschloch" hab ich vergessen. Und "Ich Arschloch" auch...

Werdet erstmal Chirurgen und dann sprecht wieder...

Kackbratze
29.12.2016, 22:30
Werdet erstmal Chirurgen und dann sprecht wieder...


:-wow:D:grins:

Evil
30.12.2016, 06:40
Auch Chirurgen dürfen sich verbal an die Forenregeln halten. Noch so eine Entgleisung, und ich mach hier zu, capisci?

Evil, Admin, der schon Chirurg gewesen ist

Locutus001
30.12.2016, 10:33
Ihr tut Euch ja ganz schön leicht damit Kollegen zu beleidigen. Klar geht ihr alle pünktlich und macht nicht eine Minute unbezahlte Überstunde. Und den Kollegen Aufgaben abnehmen ist natürlich auch nicht drin wenn es bei denen grade brennt. Nach mir die Sinnflut alles klar. Wer freut sich nicht über solche Kollegen die ja immerhin von der passiv aggressiven Grundeinstellung her das System VOLL ändern.
Wahrscheinlich ist die Hälfte von Euch nicht einmal mehr Mitglied in einem Ärzteschaft vertrentenen Organ und zieht hier über mich her (ja ich bin tatsächlich auf kleiner Bühne in meiner Freizeit KOSTENLOS! "politisch" engagiert unterwegs). Bei Euch will ich auf jeden Fall nicht Kollege, Arbeitergeber oder Patient sein mit der Einstellung. Und die Freizügigkeit mit welcher ihr hier Beleidigungen aussprecht und sie unterstützt sehe ich jetzt auch nicht als niveauvolle Meisterleistung an. Aber wenn Euer Gehalt dann irgendwann steigt wegen guter politischer Arbeit im Marburger- oder Hartmannbund oder einer der vielen Parteien, dann könnt ihr ja Euch selbst feiern, weil ihr so schön kameradschaftlich pünktlich gegangen seid und doofe Kollegen wie ich Eure Arbeit (sowohl politisch als anscheinend auch beruflich) erledigen und sich dafür beleidigen lassen müssen.

Sorry aber kommt mal runter von Eurem hohen Ross.

Feuerblick
30.12.2016, 10:44
Wer unbezahlte (!!!) und nicht in Freizeit vergütete Überstunden (!!!) macht, der unterstützt das System der Ausbeutung durch die Verwaltungen. Das ist Fakt und hat nix mit hohem Ross zu tun. Bezahlte, in Freizeit vergütete Überstunden fallen in jedem Beruf an, sollten aber auch nicht überhand nehmen, denn dann stimmt in der Abteilung einiges nicht. Wenn die Überstunden für das Funktionieren einer Abteilung schon eingeplant sind, dann sollte man dringend was ändern. Und nicht nur in Foren darüber schimpfen oder sich damit brüsten, wie furchtbar schlecht alles ist.
Wer das alles hinnimmt, mitmacht und nur (passives) Mitglied im MB ist, ändert leider auch überhaupt nix.

P.S. Unbezahlte Überstunden habe ich nie gemacht, bezahlte bzw. in Freizeitausgleich umgesetzte durchaus. Auch in der Chirurgie. Mehrheitlich bin ich aber zumindest annähernd pünktlich gegangen. Und hätte es keinen Ausgleich für die Überstunden gegeben, hätte ich pünktlich den Griffel fallenlassen und an den Diensthabenden übergeben. Nur so lernen Chefs nämlich, wie der Hase läuft. Wenn keiner aufmuckt, dann ändert sich nix, weil es ja läuft.
P.P.S. Wir haben uns sogar der Anordnung unseres Oberhäuptlings widersetzt, unsere Überstunden "arbeitszeitgesetzkonform" aufzuschreiben. Seither wissen wir, wie so eine Strafandrohung durch die Gewerbeaufsicht aussieht :-))

BadGateway502
30.12.2016, 11:22
@Locutus001
Stimmt. Beleidigungen sollten wir vermeiden. Wir müssen halt alle trotz der Emotionen sachlicher werden. Ich hoffe das wir wie bisher vernünftig weiter und gemeinsam miteinander diskutieren können.


Wer unbezahlte (!!!) und nicht in Freizeit vergütete Überstunden (!!!) macht, der unterstützt das System der Ausbeutung durch die Verwaltungen. Das ist Fakt und hat nix mit hohem Ross zu tun. Bezahlte, in Freizeit vergütete Überstunden fallen in jedem Beruf an, sollten aber auch nicht überhand nehmen, denn dann stimmt in der Abteilung einiges nicht. Wenn die Überstunden für das Funktionieren einer Abteilung schon eingeplant sind, dann sollte man dringend was ändern. Und nicht nur in Foren darüber schimpfen oder sich damit brüsten, wie furchtbar schlecht alles ist.
Wer das alles hinnimmt, mitmacht und nur (passives) Mitglied im MB ist, ändert leider auch überhaupt nix.

P.S. Unbezahlte Überstunden habe ich nie gemacht, bezahlte bzw. in Freizeitausgleich umgesetzte durchaus. Auch in der Chirurgie. Mehrheitlich bin ich aber zumindest annähernd pünktlich gegangen. Und hätte es keinen Ausgleich für die Überstunden gegeben, hätte ich pünktlich den Griffel fallenlassen und an den Diensthabenden übergeben. Nur so lernen Chefs nämlich, wie der Hase läuft. Wenn keiner aufmuckt, dann ändert sich nix, weil es ja läuft.
P.P.S. Wir haben uns sogar der Anordnung unseres Oberhäuptlings widersetzt, unsere Überstunden "arbeitszeitgesetzkonform" aufzuschreiben. Seither wissen wir, wie so eine Strafandrohung durch die Gewerbeaufsicht aussieht :-))

Man sollte die Punkte die o.g. wurden mitbedenken und bei seiner täglichen Arbeit mitberücksichtigen. Schlussendlich geht es um unsere Bedürfnisse und Ansprüche. Langfristig betrachtet sollten wir alle Anstrengungen unternehmen, um unsere Position zu stärken.

Philip_MHH
30.12.2016, 11:52
Feuerblick hat vollkommen recht. Es geht nicht darum Kollegen hängen zu lassen wenn es bremnt, sondern darum seine geleistete Zeit vollständig zu dokumentieren und finanziellen oder Zeit Ausgleich zu erhalten. Wer dem Arbeitgeber so bereitwillig Stunden und Geld in den Hals wirft macht sich mitschuldig am Stellenabbau und der steigenden Belastung aller Kollegen. Komisch, in der Pflege ist das ganz gut angekommen, im ärztlichen Bereich leider noch nicht.

John Silver
05.01.2017, 19:12
Ich gehe heim, wenn die Arbeit erledigt ist. Wenn ich Überstunden mache, schreibe ich diese auf. Ganz einfach.
Wer Überstunden macht, diese aber, weil der Chef Druck macht, nicht aufschreibt, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch den Kollegen. Wenn einige Überstunden aufschreiben, und einige nicht, kann der Chef mittels divide et impera diejenigen, die Überstunden aufschreiben, viel leichter unter großen Druck setzen. Dadurch wird letztlich der Status quo legitimiert und zementiert, und man hat keine Möglichkeit, die Überlastung zu reduzieren; mehr noch, man öffnet der Verwaltung Tür und Tor zur weiteren Steigerung der Belastung. Leute, die durch ihre Rückgratlosigkeit dieses System unterstützen, haben ihr Recht auf Beschwerden bezüglich der Arbeitsbelastung oder des Abschiebens primitiver Aufgaben auf Ärzte verwirkt. Wenn man sich bückt, darf man sich nicht beschweren, dass hinterher der Popo aua macht.

SineNomine
06.01.2017, 08:04
Keine Ausbildung keine neuen Fachärzte. Keine neuen Fachärzte, leere OP-Sääle, weil die Operateure fehlen. So einfach ist das.

In Zeiten der EU kann man natürlich dann auch fertige Fachärzte aus dem europäischen Ausland holen. Vielleicht kommen findige "Manager" irgendwann auf die Idee, die Ausbildung nach Osteuropa o.ä. outzusourcen :-oopss

PsychoFan
07.01.2017, 12:13
Unbezahlte Überstunden sind berufswidrig. Wer diese leistet, verstößt gegen die Berufsordnung und gehört bestraft.

Während der unbezahlten Überstunden gehen die KollegInnen und Kollegen nicht der Arbeitstätigkeit bei ihrem Arbeitgeber nach. Sie sind während dieser Zeit nicht haftpflichtversichert. Wenn sie einen Patienten schädigen, so ist er ungeschützt.

Sie zahlen für diese Tätigkeit keine Sozialabgaben. Dem AG entsteht ein Vorteil, den er jedoch nicht versteuert.

Dass sich solche A...löcher dann noch als Gutmenschen darstellen, halte ich persönlich für eine Unverschämtheit.

Kackbratze
07.01.2017, 15:33
Man hilft doch einem Menschen, was ist da schon Geld, Sicherheit, Versicherung und Approbation?
Hauptsache der Patient und der Krankenhausträger sind zufrieden!

Matzexc1
07.01.2017, 21:33
Klassische Fälle von Helfersyndrom. Da bin ich abgehärtet, ein hoch auf die Krankenpflegeausbildung die hat mir nämlich selbiges ausgetrieben