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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium mit knapp 40



Med79
27.12.2016, 13:43
Hallo Zusammen!

ein Bekannter von mir ist 39 und will mit 40 Wartesemestern ein
Medizinstudium beginnen. Im Freundeskreis sind alle geschockt.
Er würde sich auf Jahre isolieren, da 18 Jährige kaum mit einem
40 Jährigen Kontakt haben wollen.
Auch ich habe ihm abgeraten, da man in diesem Alter keine
Praxis mehr übernehmen kann.
Aber er meinter nur, dass er in der Klinik arbeiten wolle.
Ist das sinnvoll in dieser Situation ein Studium aufzunehmen.
Er ist kinderlos, geschieden. Finanziell wäre es irgendwie machbar
mit Nebenjob. Aber macht das Sinn? Ohne Studium wird es sicherlich
auch schwierig, da ich mich nicht vorstellen kann, dass er mal mehr als
1500 netto verdient.
Chefärzte trauen normalerweise Assistenzärzten mit Ende 30 kaum etwas
zu. Das ist mir aufgefallen. Das gilt ja dann wohl umso mehr für
Leute Mitte Ende 40?
Liebe Grüße

Feuerblick
27.12.2016, 14:07
Naja, die Menge der 18jährigen im Medizinstudium dürfte seeeeeehr begrenzt sein. Ein Großteil ist, aufgrund von Wartezeit, vorheriger Berufsausbildung etc. doch einiges älter. Und "auf Jahre isoliert" ist man nur, wenn man es selbst will.
Ansonsten einfach mal im Oldies&Family-Forum querlesen. Da gibts so einige Leute, die spät erst Medizin studiert haben und trotz des fortgeschrittenen Alters von Chefärzten ernst genommen werden. Warum auch nicht?

Sternchenhase
27.12.2016, 14:30
Das Thema gab es in der Tat schon öfter.

Mind. 20% der Ersties sind ja 27 oder älter. Und, offen gesagt, hängt die soziale Interaktion weniger vom Alter, als vom eigenen Benehmen ab. Wenn mich jemand wie ein Kind behandelt, dann habe ich auch nicht vor, mit dem weiter viel persönlichen Kontakt zu haben. Das ist erfahrungsgemäß aber wirklich die absolute Ausnahme und habe ich auch erst einmal so erlebt.
Die meisten haben Wartezeitler in ihrem Freundeskreis, es gibt auch einige mit Kindern, und es ist völlig egal. Isoliert wird jemand mit einem normalen sozialen Verhalten auf keinen Fall!
Die Integration, sofern gewollt, klappt normalerweise sehr gut :-).
Wir müssen da alle durch, haben die gleichen Kurse und sind im Studium auf dem gleichen Stand. Wenn man damit kein Problem hat, wird man gut klarkommen :-).

Arrhythmie
28.12.2016, 06:18
Chefärzte trauen normalerweise Assistenzärzten mit Ende 30 kaum etwas
zu. Das ist mir aufgefallen. Das gilt ja dann wohl umso mehr für
Leute Mitte Ende 40?
Liebe Grüße

Woher weißt Du das so genau?

Arrhythmie
28.12.2016, 06:19
Chefärzte trauen normalerweise Assistenzärzten mit Ende 30 kaum etwas
zu. Das ist mir aufgefallen. Das gilt ja dann wohl umso mehr für
Leute Mitte Ende 40?
Liebe Grüße

Woher weißt Du das so genau?

tragezwerg
28.12.2016, 10:53
Aus meiner Erfahrung trauen Chefärzte keinem außer sich selbst etwas zu (Chef zu sein ist halt ein einsamer Job :-oopss)...von solchen Überlegungen würde ich definitiv keine Entscheidung für oder gegen ein Studium abhängig machen!

davo
28.12.2016, 12:21
"Sinnvoll"... das ist immer so eine Frage. Welchen "Sinn" hat es, zwölf Jahre lang die Schule zu besuchen, sechseinhalb Jahre lang zu studieren, und dann 40 Jahre lang zu arbeiten? :-p

Wenn er es machen will, dann lass ihn machen. Natürlich ist es etwas seltsam, mit Mitte 40 bis Anfang 50 Assistenzarzt zu sein, erst mit frühestens 51 eine eigene Praxis eröffnen zu können. Aber es gibt Beispiele dafür. Grundsätzlich möglich ist es sehr wohl. Job bekommen wird er IMHO garantiert, zumindest in Innere, Allgemeinmedizin, Psychiatrie o.ä. in weniger beliebten Gegenden. Ob es sich finanziell rentiert, hängt vom bisherigen Job ab. Wenn er tatsächlich nur 1500 netto verdient, würde es ja sogar finanziell einen sehr hohen Ertrag bringen.

Drei Punkte, die man bedenken sollte:

1. Ob man es unangenehm findet, "im höheren Alter" zu studieren, Studienkollegen zu haben, die 20 Jahre jünger sind, hängt primär von einem selbst ab.

2. Dasselbe gilt auch dafür, wie man mit "seltsamen Blicken" oder dummen Kommentaren von ärztlichen Kollegen und Vorgesetzten, Pflegepersonal und auch Patienten umgeht.

3. Ebenfalls sehr wichtig ist die Frage, wie gut die Rahmenbedingungen sind, und wie sehr man es wirklich will. Wenn die Finanzierung knapp ist, und es nur "eine von vielen möglichen Varianten" war, ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch, dass man weniger Zeit ins Studium investiert, und dass man bei den ersten ernsthaften Problemen mit Klausuren o.ä. die Segel streicht. Wenn man hingegen eine solide Finanzierung auf die Beine gestellt hat, und Feuer und Flamme für das Studium ist, wird man auch die früher oder später kommenden Durststrecken unbeschadet überstehen können.

Grundsätzlich ist aber jeder seines Glückes Schmied, weshalb man sich von einem engstirnigen Freundeskreis nicht zu sehr aus der Bahn werfen lassen sollte.

Fr.Pelz
28.12.2016, 12:24
Hallo Zusammen!

ein Bekannter von mir ist 39 und will mit 40 Wartesemestern ein
Medizinstudium beginnen. Im Freundeskreis sind alle geschockt.
Er würde sich auf Jahre isolieren, da 18 Jährige kaum mit einem
40 Jährigen Kontakt haben wollen.

Hat er nicht jetzt schon Freunde, die mit ihm befreundet bleiben würden? Ist er nicht flexibel genug, auch mit jüngeren zu sprechen? Das wäre für mich kein Grund.


Auch ich habe ihm abgeraten, da man in diesem Alter keine
Praxis mehr übernehmen kann.

Und warum nicht?


Aber er meinter nur, dass er in der Klinik arbeiten wolle.
Ist das sinnvoll in dieser Situation ein Studium aufzunehmen.
Er ist kinderlos, geschieden. Finanziell wäre es irgendwie machbar
mit Nebenjob. Aber macht das Sinn?

Kommt drauf an, was man unter Sinn versteht.


Ohne Studium wird es sicherlich
auch schwierig, da ich mich nicht vorstellen kann, dass er mal mehr als
1500 netto verdient.

Das ist Quatsch. Er macht sein Studium, wird als Assistenzarzt eingestellt und bekommt qua Tarifvertrag schon mal mehr als 1500 netto.


Chefärzte trauen normalerweise Assistenzärzten mit Ende 30 kaum etwas
zu. Das ist mir aufgefallen. Das gilt ja dann wohl umso mehr für
Leute Mitte Ende 40?

Warum denn nicht, die haben doch mehr Lebenserfahrung, ist abhängig von den beteiligten Persönlichkeiten.

Also das Aufgezählte wären für mich alles keine Gründe. Ein Medizinstudium und noch mehr das Arbeiten als Arzt ist anstrengend. Wenn er sich das trotzdem vorstellen kann, soll er es doch machen.

mhl45
15.01.2017, 08:37
Hallo, ich habe die Frage und die Kommentare gelesen. Es ist tatsächlich nicht mehr seltsam mit apätem Alter eine Ausbildung anzufangen. Die Zeiten ändern sich, was in den achtziger Jahren als ungewöhnlich galt, gilt jetzt ls normal. Ich habe mit 46 Jahren wieder angefangen Medizin zu studieren, allerdings nach dem ersten Versuch vor etwa 25 Jahren in Bonn. Aus vielen Gründen habe ich damals das Studium abbrechen müssen. Ich habe jetzt eine Stelle als Assistenzarzt. Nur das Selbstvertrauen und wie man sich präsentiert ist maßgebend. Wenn dein Bekannter der Meinung ist er würde es schaffen dann nichts wie anfangen. Viel Erfolg

Solara
15.01.2017, 09:42
Wie geht es dir denn mit den Nachtdiensten im fortgeschrittenen Alter? Gut machbar oder doch ob des Alters schlauchend?

SineNomine
16.01.2017, 21:25
Also ich finde die ganzen "mein Freund" "mein Bekannter" Fäden hochgradig suspekt. In der Mehrzahl dürfte der Schreiber zu feige zu sein, einfach "ich" zu sagen, aber lassen wir das mal beiseite.

Obs sinnvoll ist, kann die Person nur für sich entscheiden, jobtechnisch sollte es kein Problem, wenn man die Annahme voraussetzt, dass sich der Arbeitsmarkt nicht groß ändert und der Zustrom aus Osteuropa und anderen Ländern nicht noch größer wird.
Ansonsten noch sehr interessante Schlüsse, dass Neu-Assis ab Mitte 30 nichts mehr zugetraut wird. Sollte vielleicht mein zukünfitger Vorgesetzter auch mal wissen, der arme stellt mich noch in völliger Unkenntnis seines Mangelnden Zutrauens ein.

Sorry, wenn die Antwort leicht sarkastisch ausfiel, aber bei den ganzen Annahmen konnte ich nich anders.

Und dann kommen einige Dinge, die an hanebüchenen Blödsinn grenzen. 20jährige, die den Kontakt mit 40jährigen meiden. Auf welchem Planeten ist das denn? Klar sind Interessen manchmal verschieden, aber das klingt ja als ob man nen Parasdit in nen Organismus einschleußen wollte.

Arrhythmie
17.01.2017, 06:23
Ansonsten noch sehr interessante Schlüsse, dass Neu-Assis ab Mitte 30 nichts mehr zugetraut wird. Sollte vielleicht mein zukünfitger Vorgesetzter auch mal wissen, der arme stellt mich noch in völliger Unkenntnis seines Mangelnden Zutrauens ein.

...dann schreib ich ihm doch vielleicht mal, damit er auch in Kenntnis ist, was er sich da eingehandelt hat...


Back to topic: Also ich weiß nicht wie oft ich es schon erwähnt habe, aber: Im Studium hat man (wenn man mit den jüngeren Studenten nicht so gut klarkommt, oder sie nicht mit einem -was ich aber noch NIE erlebt habe) genügend Möglichkeiten sich mit älteren Studenten zusammenzutun. Das Studentengut ist da nicht so homogen, sprich: Die sind nicht alle 18. Wenn keiner was mit einem zu tun haben will, dann kann`s auch an einem selber liegen ;-) Hab ich aber auch noch nie so erlebt, trotz dass es einige "strange" Leute im Semester gibt. Jeder findet so seinen Wirkungskreis.

Den Kontakt zu manchen Leuten meide ich auch, das hat aber absolut nichts mit dem Alter zu tun.

Arrhythmie
17.01.2017, 06:24
Ansonsten noch sehr interessante Schlüsse, dass Neu-Assis ab Mitte 30 nichts mehr zugetraut wird. Sollte vielleicht mein zukünfitger Vorgesetzter auch mal wissen, der arme stellt mich noch in völliger Unkenntnis seines Mangelnden Zutrauens ein.

...dann schreib ich ihm doch vielleicht mal, damit er auch in Kenntnis ist, was er sich da eingehandelt hat...


Back to topic: Also ich weiß nicht wie oft ich es schon erwähnt habe, aber: Im Studium hat man (wenn man mit den jüngeren Studenten nicht so gut klarkommt, oder sie nicht mit einem -was ich aber noch NIE erlebt habe) genügend Möglichkeiten sich mit älteren Studenten zusammenzutun. Das Studentengut ist da nicht so homogen, sprich: Die sind nicht alle 18. Wenn keiner was mit einem zu tun haben will, dann kann`s auch an einem selber liegen ;-) Hab ich aber auch noch nie so erlebt, trotz dass es einige "strange" Leute im Semester gibt. Jeder findet so seinen Wirkungskreis.

Den Kontakt zu manchen Leuten meide ich auch, das hat aber absolut nichts mit dem Alter zu tun.

schmuggelmaeuschen
24.01.2017, 11:04
ich hab eher das Gefühl, dass Chefärzte (und Oberärzte, Pflege, Patienten...) denen nix zutrauen die mit 24/25 als Assi auf station rumirren und außer Schule und Uni nix kennen. Klar hängt das vorallem von der Person selber ab, aber tendenziell wird "älteren" mehr vertraut. So oder so muss man sich beweisen, egal wie alt man ist