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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einstieg in Teilzeit oder Elternzeit während der Weiterbildung?



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Chrissi1205
10.02.2017, 16:18
Nein, es ist definitiv nicht besser, die Kinder im Studium zu bekommen. dann kannst du gar nicht arbeiten!
Im Studium musst du dich auf Prfüungen vorbereiten, nach dem 3. Staatsexamen musst du erst mal in den Beruf - und zwar in Vollzeit für mindestens 2-3 Jahre, sonst kannst du es vergessen. Eigentlich ist es besser, die Kinder nach dem facharzt zu bekommen.
Im Studium hast du viel zu wenig Geld für Kinder, in der Assistenzarztzeit musst du auch Nachtdienste machen und richtig viel arbeiten, sonst kommst du nicht auf alle Dinge, die du so machen musst.
Vielleicht kannst du am Ende der Assistenzarztzeit schwanger werden und dann noch 1-2 Jahre in Teilzeit arbeiten in einer Kinderarztpraxis.
Aber die ersten Jahre muss man an große Kliniken, weil dir sonst einfach die Erfahrung fehlt.
Kinder brauchen auch noch viel Betreuung, wenn sie 6,8 und 12 Jahre sind - unterschätz das nicht!
ich habe 2 Kinder und habe für meine Assistentarztzeit, obwohl ich schon 4 Jahre hatte, bevor die Kinder kamen insgesamt 12 Jahre gebraucht. Vielleicht schaffst du es eher, wenn du einen Mann hast, der dich unterstützt und sich auch Elternzeit nimmt.
Aber in der Regel ist es so, dass du nur so lange gleichberechtigt bist, wie du keine Kinder hast. Die Männer machen Karriere und als Frau sitzt du doof da mit Kindern.
Außerdem ganz ehrlich: Wer hat denn noch im späteren Leben denselben Mann wie im Studium?
Willst du wirklich alleinerziehende Mutter mit Kind sein?

33 ist NICHT alt fürs erste Kind - Akademikerinnen bekommen ihre Kinder auch noch mit 40. das ist o.k und besser als zu früh Mutter zu werden, denn Kinder sind und bleiben ein Wahnsinns-Karriereknick und die Väter unterstützen doch eher wenig. Außerdem werden die wenigsten in der Regelzeit fertig mit der Facharztausbildung, weil die Logbuchanforderungen total unrealistisch sind - in Teilzeit mit Kind arbeitest du dann oft auch in Kliniken oder Praxen, die nur 1 bis 2 Jahre Weiterbildung haben, bleibst dann aber 3 oder 4 Jahre, weil es mit Kind eben so besser ist und du ja auch Geld verdienen musst - Kinder sind exorbitant teuer - Kita, Putzfrau, Kindermädchen für zuhause...dazu der Verdienstverlust durch Teilzeit....
Bitte kein Kind im Studium! Mach wenigstens ein paar Jahre Vollzeit! Sonst bist du mit 50 noch nicht Facharzt!

Chrissi1205
10.02.2017, 16:31
ich frage mich, wie manche auf die Idee kommen zu glauben, dass es mit 3jährigem Kinder oder gar mit 2 Kleinkindern leichter ist in der Assistenzarztzeit? Nur weil ihr im Studium evtl. mehr Zeit habt, heißt das nicht, dass die Kinder dann aus dem Gröbsten draußen sind und ihr arbeiten könnt!?
ich habe 2 Kinder, die sind jetzt 7 und 11 und ich kann immer noch nicht Vollzeit arbeiten. Auch ist es wahnsinnig teuer, wenn die Kinder in den Kindergarten gehen, nebenher noch eine Nanny zu finanzieren. da sind locker 400 - 600€ zusätzlich weg, Kita kostet aber auch so einiges.
Außerdem werdet ihr gar nicht eingestellt ohne Berufserfahrung in Teilzeit aber mit 2 Kindern!?
Wenn ihr schon einige Jahre Berufserfahrung habt, könnt ihr eher eine Teilzeitstelle bekommen.
Und noch was: Ihr bekommt ein viel höheres Elterngeld, wenn ihr schon in Vollzeit gearbeitet habt!

Mano
10.02.2017, 16:35
Ein ganz entscheidener Faktor wurde hier noch gar nicht genannt: Abhängig vom Fach fällst du u.U. auch während der Schwangerschaft weitgehend aus! Zumindest in der Chirurgie ist es an vielen Häusern gängige Praxis, auf Station abgeschoben zu werden - was natürlich doppelt frustrierend ist, wenn du vorher 2 Jahre in Vollzeit deinen common trunk abgesessen hast, jetzt eigentlich auch mal auf dem OP-Plan stehen würdest und ans eigentliche Fach herangeführt würdest und dann doch wieder ausschließlich die Station schmeißen darfst. Auch in der Pädiatrie - denk mal an die ganzen verschnupften und infektiösen Kinder in der Ambulanz - fallen viele Tätigkeiten weg, so dass man schnell die Aufgaben einer akademischen Sekretärin aufgedrückt bekommst.
Diese Probleme hast du im Studium nicht. Und wenn du die Kinder bereits im Studium bekommst kannst du ja trotzdem in Vollzeit einsteigen während dein Mann Elternzeit nimmt.

Arrhythmie
10.02.2017, 17:37
Nein, es ist definitiv nicht besser, die Kinder im Studium zu bekommen. dann kannst du gar nicht arbeiten!

Aha. Wer sagt das denn? Wieso sollte man dann "gar nicht arbeiten können"?



Im Studium hast du viel zu wenig Geld für Kinder

Woher willst Du das denn beurteilen? Deine Aussagen sind wirklich sehr verallgemeinernd. Sicherlich gibt es viele Studenten, die sich ein Kind nicht leisten können, aber es gibt auch etliche die gar kein Problem haben finanziell.



ganz ehrlich: Wer hat denn noch im späteren Leben denselben Mann wie im Studium?
Willst du wirklich alleinerziehende Mutter mit Kind sein?

Da gibt es einige.



33 ist NICHT alt fürs erste Kind - Akademikerinnen bekommen ihre Kinder auch noch mit 40. das ist o.k und besser als zu früh Mutter zu werden, denn Kinder sind und bleiben ein Wahnsinns-Karriereknick und die Väter unterstützen doch eher wenig.


Was alt und nicht alt ist entscheidest doch nicht DU? :-p Du bist schon echt interessant. Ich persönlich empfinde 33 durchaus als "alt" für das erste Kind. Ist ja schön für Dich wenn Du das anders siehst. Da Du ja wohl Ärztin bist weißt Du ja sicher selber wie es um die Fruchtbarkeit der Frau so bestellt ist, und dass die mit 30 jetzt nicht eklatant zunimmt oder gleich bleibt weisst Du dann ja sicher auch...

Wer in Kindern dann nur einen "Karriereknick" sieht der sollte vielleicht sowieso nochmal drüber nachdenken. Natürlich ist es in gewisser Weise einer, aber Du siehst alles so schwarz/weiß. Es gibt doch noch was gesundes zwischendrin. Wir müssen ja nicht alle Chefärzte und Professoren werden... Für ne Oberarztstelle reichts auch mit Kind, kenne genügen OA mit Kindern (auch weibliche) ...

Und was die Männer betrifft, so schlimm sind die meisten gar nicht. Es gibt durchaus ganz tolle Männer die sich trotz Job gut um ihre Kinder kümmern und sich da gleichberechtigt drum kümmern. Als ob man sofort als Hausmütterchen hinterm Herd sitzen würde. Deine Ansichten sind irgendwie echt retro...

Miss_H
10.02.2017, 17:49
Wer schon weiß, dass er wahrscheinlich nicht mit 25 bis 30 die Familienplanung starten kann/will, sollte sich einmal über Eizellen einfrieren informieren. Das ist ja das Hauptproblem beim steigendem Alter.
Ist das so? Soweit ich mich erinnere ist der unerfüllte Kinderwunsch zu je 30-40% von beiden Geschlechtern, zu 10-30% durch beide Partner bedingt und 10% ungeklärt. Da würde ich nicht sagen, dass das Hauptproblem die Eizellen der Frau sind.


Nein, aber mit Abschluss des Medizinstudiums wäre es möglich, zu arbeiten. Ich hätte Angst, mit Kind u.a. möglicherweise hinzukommenden Pflichten das Studium abbrechen zu müssen. Das muss jeder selbst einschätzen. Wenn du festentschlossen bist, Kinder während deines Studiums zu bekommen, ist diese Diskussion eh unwichtig. :-)
Wie schon geschrieben, haben viele ältere Studenten eine Ausbildung vor dem Studium gemacht. Gerüchte besagen, dass man auch in diesem Beruf arbeiten könnte, falls es nötig wäre. (Und es geht hier nicht um mich.)


Nein, es ist definitiv nicht besser, die Kinder im Studium zu bekommen. dann kannst du gar nicht arbeiten!
Wieso nicht? Es soll Leute geben, die trotz Kindern arbeiten gehen.


Im Studium musst du dich auf Prfüungen vorbereiten, nach dem 3. Staatsexamen musst du erst mal in den Beruf - und zwar in Vollzeit für mindestens 2-3 Jahre, sonst kannst du es vergessen. Eigentlich ist es besser, die Kinder nach dem facharzt zu bekommen.
Ich bin ja zurückhaltend mit dem Wort muss. Und auch in diesem Zusammenhang finde ich es unpassend. Was soll man vergessen? Für Leute die mit 33 das Studium beenden ist es nicht so klug bis nach dem Facharzt zu warten. Denn mit 38 klappt es nicht mehr so einfach mit dem Kinder bekommen.


Im Studium hast du viel zu wenig Geld für Kinder, in der Assistenzarztzeit musst du auch Nachtdienste machen und richtig viel arbeiten, sonst kommst du nicht auf alle Dinge, die du so machen musst.
Wieso sollte man zu wenig Geld für Kinder haben? Das teuerste wird wohl die Betreuung sein und da bekommt man staatliche Unterstützung, wenn man kein Geld hat.
Und wieso muss man als Assi richtig viel arbeiten? Ich habe gehört, dass es auch dort Teilzeitstellen geben soll.


ich habe 2 Kinder und habe für meine Assistentarztzeit, obwohl ich schon 4 Jahre hatte, bevor die Kinder kamen insgesamt 12 Jahre gebraucht.
Du hattest schon 4 Jahre von deiner Ausbildung und hast dann noch weitere 8 Jahre gebraucht? Ich würde sagen, dass das eher nicht die Regel ist.


Aber in der Regel ist es so, dass du nur so lange gleichberechtigt bist, wie du keine Kinder hast. Die Männer machen Karriere und als Frau sitzt du doof da mit Kindern.
Ist das so? Ich meine so ein Kind hat zwei Eltern und vielleicht muss man da vorher Absprachen treffen.


Außerdem ganz ehrlich: Wer hat denn noch im späteren Leben denselben Mann wie im Studium?
Willst du wirklich alleinerziehende Mutter mit Kind sein?
Es soll Beziehungen geben, die auch nach dem Studium noch bestehen.
Und ganz ehrlich was wäre so schlimm, wenn man nicht mehr mit dem Partner zusammen lebt. Das Kind hat weiterhin 2 Eltern und entweder kümmert sich der Vater auch um das Kind oder es muss die Betreuung bezahlen.


33 ist NICHT alt fürs erste Kind - Akademikerinnen bekommen ihre Kinder auch noch mit 40. das ist o.k und besser als zu früh Mutter zu werden, denn Kinder sind und bleiben ein Wahnsinns-Karriereknick und die Väter unterstützen doch eher wenig.
Wieso ist es in deinen Augen besser mit 40 ein Kind zu bekommen als mit 28? Ich denke das sollte jeder für sich entscheiden. Und alle Männer sind gleich und unterstützen einen nicht? Das ist ziemlich pauschalisierend.


Kinder sind exorbitant teuer - Kita, Putzfrau, Kindermädchen für zuhause...dazu der Verdienstverlust durch Teilzeit....
Die Putzhilfe brauchst du doch nicht weil du ein Kind hast. Wieso brauchst du ein Kindermädchen?


Bitte kein Kind im Studium! Mach wenigstens ein paar Jahre Vollzeit! Sonst bist du mit 50 noch nicht Facharzt!
Zum Glück kann das jeder selber entscheiden, denn ansonsten würden in diesem Land noch weniger Kinder geboren. Und keine Kinder können ganz schön unglücklich machen.

EVT
10.02.2017, 18:01
Das Hauptproblem beim steigenden Alter der Frau, Miss H. Darum geht es ja in dieser Diskussion. Männer haben da deutlich länger Zeit. Da stellt sich die Frage nicht so dringend ab 30, aber auch Sperma könnte man natürlich einfrieren.

Die anderen Faktoren sind dann nicht so Altersabhängig, zB nicht durchgängige Eileiter. Mit 25 hat man natürlich noch mehr Zeit für Adoption oder bis zur Altersgrenze der Krankenkassen. Welche anderen Möglichkeiten meintest du noch, die man im jüngeren Alter mehr hat?

Absolute Arrhythmie
10.02.2017, 18:08
Ich bin ja jetzt genau 30 und "erst" im 7. Semester. Fertig bin ich ebenfalls erst mit 33.
WENN ich ein Kind wollte, würde ich es auch jetzt bekommen! Wenn ich mein Studium deshalb nicht schaffen sollte (warum auch immer das passieren sollte?), Könnte ich jederzeit in meinem erlernten Beruf zur Not auch alleine eine kleine Familie ernähren.
(Fach-)Arzt kann man immer noch werden, schwanger wird man vielleicht nicht mehr...

Zum Thema Mann: wie bescheuert ist das denn bitte? Ich bin mit meinem Partner seit über 10 Jahren zusammen, warum sollte ich davon ausgehen nach dem Studium irgendwann verlassen zu werden?!
Für Kinder entscheidet man sich außerdem gemeinsam! Ich würde darauf bestehen, dass er mich soweit entlastet, dass ich zumindest Teilzeit arbeiten könnte.

Und nein, Geld und Karriere sind nicht alles. Für manche ist Familie so wichtig, dass sie auch bereit sind Abstriche im Berufsleben zu machen, und das ist auch okay und besetzt nicht, dass man automatisch ein Heimchen am Herd sein muss.
Ehrlich, sowas unqualifiziertes wie oben hab ich selten gelesen.


Das Thema ist für mich auf jeden Fall auch echt spannend. Ich hab momentan kein Interesse an einem Kind, hab aber schon die Sorge dass sich das irgendwann ändert und es dann nicht (mehr) klappt.
Ich könnte mich aber auch mit einer Katze arrangieren :-))
Aber wenn das nicht so wäre, dann wäre ich asap schwanger!

Salzi19
10.02.2017, 18:26
@chrisi1205: nach deiner Argumentation dürfte man (und Frau) ja überhaupt keine Kinder bekommen.... Kinder verändern das Leben immer, egal wie man sich es vorher zurecht geträumt hat. Das heißt aber nicht, dass es unbedingt "schlechter" verlaufen muss. Wenn man vor sowas schon angst hat, sollte sich das mit dem Kinderwunsch nochmal überlegen...
Außerdem sollte man i.d.r. Von ca.40 Jahren im Berufsleben ausgehen....Wen interessieren da schon 3 Jahre erziehungszeit?!

Miss_H
10.02.2017, 18:55
@EVT: Ich finde es seltsam, dass du die Lösung des Problems im Eizellen einfrieren siehst. Du scheinst dich schon lang mit dem Thema zu beschäftigen und da kann es doch nicht sein, dass du die zahlreichen Probleme auf so einen kleinen Punkt zusammen schrumpfen lässt. Zu 30-40% ist der Mann das Problem beim Kinder bekommen.
Und wenn man noch keine 35 bei der ersten Vorstellung im Kinderwunschzentrum ist, dann kann man auch erstmal Insemination und co probieren.
Bei allen die sich das so einfach vorstellen mit dem Kinder bekommen ab 35 sollen sich doch bitte mal Bekannten unterhalten die eine IVF gemacht haben. Was das für ein Stress ist und wie körperlich belastend das ist. Ich würde das freiwillig nicht machen.

Kandra
10.02.2017, 19:01
Meine Mama hat mich mit 32 und meine Schwester mit 36 bekommen. Ich hoffe da einfach mal auf die Gene, im Moment wäre ich noch voll im Plan ;) Und ein Kind reicht mir auch.

epeline
10.02.2017, 19:41
Außerdem ganz ehrlich: Wer hat denn noch im späteren Leben denselben Mann wie im Studium?
Hier Ich. Sogar den gleichen wie beim Abitur! Das Argument ist davon ab ja mal total für die Tonne.
Das Geldargument bezüglich Putzfrau und Kindermädchen erschließt sich mir jetzt nicht. Es sollen ja sogar Leute mit einer Vollzetizstelle Kinder bekommen, die deutlich unter dem Einkommen eines Arztes verdienen.

EVT
10.02.2017, 19:42
@EVT: Ich finde es seltsam, dass du die Lösung des Problems im Eizellen einfrieren siehst. Du scheinst dich schon lang mit dem Thema zu beschäftigen und da kann es doch nicht sein, dass du die zahlreichen Probleme auf so einen kleinen Punkt zusammen schrumpfen lässt. Zu 30-40% ist der Mann das Problem beim Kinder bekommen.
Und wenn man noch keine 35 bei der ersten Vorstellung im Kinderwunschzentrum ist, dann kann man auch erstmal Insemination und co probieren.
Bei allen die sich das so einfach vorstellen mit dem Kinder bekommen ab 35 sollen sich doch bitte mal Bekannten unterhalten die eine IVF gemacht haben. Was das für ein Stress ist und wie körperlich belastend das ist. Ich würde das freiwillig nicht machen.

Richtig, ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema, berufliches aber auch privates Interesse. Deshalb finde ich Eizellen einfrieren ja so gut. Ältere Eizellen sind überhaupt kein kleines Problem, das man mal eben so behandeln kann. Da würde ich persönlich lieber einfrieren als einfach auf mein Glück zu hoffen. Man versucht ja auch Infektionen etc. vorzubeugen.
Nur weil es nie zu 100% erfolgreich sein wird, muss man ja nicht komplett darauf zu verzichten.
Wenn es dann am Mann liegen sollte, ist das eben so. Da muss man dann gemeinsam durch, denn das Spermiogramm ist ja nicht das Entscheidende in der Beziehung. Aber nur weil es auch andere Probleme geben kann, heißt das ja nicht, dass man ein mögliches Problem wie zu alte Eizellen einfach auch riskieren muss. Ist eben wie eine Versicherung. Man hofft natürlich, dass man es nie brauchen wird, denn die allerwenigsten machen IVF freiwillig und selbst die haben auch ihre Gründe.
Ich kenne genug Frauen, die es bereuen, ihre Eizellen nicht eingefroren zu haben. Ich möchte nicht dazu gehören.
Andere lassen das Schicksal entscheiden. Ist eben Einstellungssache. Muss jede ja selber entscheiden.

Dormicum
10.02.2017, 20:25
Grundsätzlich ist das eine sehr individuelle Entscheidung, die vom persönlichen Umfeld abhängt. Und da ist sehr vieles möglich! Ich bin 32, meine Tochter 12 und einen Facharzt habe ich auch.
Ich habe meine Tochter schon vor dem Studium bekommen, dafür ist es nun bei der Thread-Erstellerin natürlich schon zu spät. Aber tendenziell fand ich es während des Studiums deutlich einfacher und flexibler und ich war sehr froh, dass meine Tochter schon ein gewisses Alter hatte, als ich begonnen habe zu arbeiten.

Tigga
10.02.2017, 21:29
Auch von mir noch Ermutigung zu Kindern im Studium: war bei mir (und einigen Studienkolleginnen) problemlos möglich!
Unser erstes Kind ist im Klinischen Abschnitt geboren worden, Elternzeit für ein Jahr habe ich mir 50:50 mit meinem Mann geteilt, er war im Semester zuhause, ich in den Semesterferien.
Kurse waren in Berlin freiest wählbar, Prüfungen schiebbar und verpasste Kurse wegen Kind immer irgendwie nachzuholen- mit viel Organisation und Kulanz von Sekreteriaten. Ich habe in der Schwangerschaft schon Kurse vorgezogen und hatte dann im ersten nach der Geburt nur Minimalprogramm.

PJ mit Kind (dann schon 1 Jahr alt) war auch machbar- da der Kleine nicht in die Kita wollte habe ich (wieder kulanzmäßig) ein Tertial nur am Wochenende und nachts gearbeitet. War ne schöne Zeit- auch wenn es stressig klingt!

Jobsuche mit zwei Kindern: Kind zwei wurde kurz nach dem Examen geboren, Elternzeit wurde wieder 50:50 zwischen mir und meinem Mann geteilt, ich ein Jahr, er ein Jahr. 6 Monate vor Jobbeginn habe ich begonnen nach freien Stellen in der Pädiatrie zu suchen und mich in ganz Deutschland beworben. Ich hatte 4 Bewerbungsgespräche (Durchschnittsnote, keine Extras)- und hatte Zusagen für alle 4 Stellen. (2x80%, 2x60%, 3 große, 1 kleinere Klinik)
Klar war die Einarbeitungszeit äquivalent langsamer wie bei Vollzeit-Kollegen, who cares?

Ich finde stressig wurde unser Leben erst, als mein Mann auch wieder arbeiten ging und die Kinder in die Kita mussten. Auch fangen sie nun (3 und 6 Jahre) auch an, signifikant Geld zu kosten (Schikurse, Sportausrüstung, Essensmenge), finanziell im Studium war machbar, nun trotz Teilzeitgehalt natürlich auch.
Was man schnell vergisst/verdrängt: die Zeit, bis ich (gesund, sportlich, damals Mitte 20) wirklich schwanger wurde war ein Mal 6 Monate, einmal ein Jahr.

Solara
10.02.2017, 22:29
Zum notwendigen Weg über IVF und Co: den haben in meinem überaus kinderreichen Umfeld übrigens vor allem die Frauen unter 35, zT unter 30 gebraucht. Die knapp 40 Jahre alten Frauen haben hingegen alle ohne Hilfe Nachwuchs bekommen.

Es läuft halt wie es läuft. Aber als junger Mensch hat man eben mehr Zeit als kurz vor Ende ...

CYP21B
11.02.2017, 09:53
Den optimalen Zeitpunkt gibt es wohl sehr selten. Im Studium wird es für den Durchschnitts- nicht-Wartezeit-Studenten meist nicht passen. Sei es aufgrund fehlendem Partner, Geld oder Unterstützung bei der Betreuung etc. Es wird sicherlich irgendwie gehen wenn es sein muss, aber da sind sicher Abstriche in beide Richtungen enthalten. Ein Pj nachts und am Wochenende ist vll machbar, inwieweit das aber sinnvoll ist muss man sehen. Ähnlich ist es dann wenn man in Teilzeit in die Assizeit startet. Es geht sicherlich irgendwie, aber vermutlich nicht mit dem besten Outcome für die Weiterbildung. Das mag auch alles relativ gut machbar sein wenn man sowieso irgendwann in die Praxis will oder sein Leben lang im Vordergrundbereich in der Klinik Dienste schieben will. Um sich alles andere nicht komplett zu verbauen ist es aber sicherlich einfacher sich schon ein gewisses Level erarbeitet zu haben bevor die Kinder kommen. Ansonsten landet man mit der Teilzeitstelle schnell auf einem Abstellgleis von dem man schwer wieder runterkommt.

Arrhythmie
11.02.2017, 11:28
Stimme ich zu und sehe ich prinzipiell auch so - WENN man die Zeit hat. Mit Anfang/Mitte 20 in meinem Erststudium wär ich auch nicht auf die Idee gekommen.

Aber genau darum geht es hier: Um den Zeitfaktor. Es hat ja jemand dieses Topic erstellt & gefragt, der eben nicht dem allgemeinen 0815-Studententum entspricht. (Mit 18/19 angefangen... etc.) Die haben zu 98% auch diese Idee meist nicht. Die Fragen werden hier doch meist von Wartern & Zweitstudenten gestellt.

Einfacher ist das alles ohne Kind, keine Frage. Aber bei uns, die wir erst mit Anfang 30 fertig werden ist es einfach eine andere Situation. Und wenn man dann ein Kind will (und es unbedingt will), dann sollte man dieses Kind entweder im Studium oder wenn man die Nerven hat abzuwarten in der WB-Zeit bekommen bzw. zumindest mal anfangen daraufhin zu arbeiten. Wenn man das nicht möchte und immer wieder alles verschiebt, dann ist uU das Dilemma groß wenn man dann mit 35-40 da steht und es eben nicht mehr klappt.

Ich meine, mit 33 ist man fertig... Dann 5-6 Jahre Weiterbildungs-Assi. Cool. Ende 30 Facharzt. Dann sich Gedanken übers erste Kind machen? Als Mann vielleicht.
Aber jeder wie er mag - nur mein Ding wäre das nicht. Abgesehen davon dass zumindest mein Partner noch etwas älter ist als ich...

Übrigens in den Kliniken in denen ich mich bisher so umgeschaut hab (chirurgische Fächer übrigens): Etliche Assistentinnen die quasi dem Regelstudent entsprachen und jetzt alle irgendwie am schwanger werden sind oder teilweise auch schon das erste Kind haben. Da wartete bisher auch keine auf den Facharzt. Als ich mit denen gesprochen habe, wirkte es auch nicht so als seien sie seit dem Kind auf dem Abstellgleis. Sind genauso regelmäßig im OP und werden weitergebildet.

Mano
12.02.2017, 12:39
Übrigens in den Kliniken in denen ich mich bisher so umgeschaut hab (chirurgische Fächer übrigens): Etliche Assistentinnen die quasi dem Regelstudent entsprachen und jetzt alle irgendwie am schwanger werden sind oder teilweise auch schon das erste Kind haben. Da wartete bisher auch keine auf den Facharzt. Als ich mit denen gesprochen habe, wirkte es auch nicht so als seien sie seit dem Kind auf dem Abstellgleis. Sind genauso regelmäßig im OP und werden weitergebildet.

Das ist auch meine Erfahrung. Hier in der Diskussion wird teilweise der Eindruck vermittelt, dass sich Kinder und Karriere (für Frauen?) ausschließen. Bei uns haben fast alle Oberärztinnen und Oberärzte Kinder. Natürlich verzögert sich die Karriere um die Zeit die man wegen Elternzeit (und Schwangerschaft) aussetzt. Natürlich wird es mit Kindern schwieriger (genauso wie es schwieriger wird den Sparpreis im Urlaub zu finden oder mal spontan ins Kino zu gehen). Aber man verbaut sich (zumindest heute mit 60% weiblichen Ärzten und generellem Ärztemangel) keinerlei Karrieremöglichkeiten!

Altwander
12.02.2017, 13:17
Wow, ich habe gerade nach ein paar Tagen wieder hier reingeschaut und bin ganz überrumpelt von den vielen Antworten! Scheint ja ein Thema zu sein, das einige Leute beschäftigt und zu dem viele verschiedene Ansichten existieren ;)

Ich möchte auf jeden Fall Kinder haben und deswegen nicht bis nach dem Facharzt warten. Ob ich dann noch mit meinem Partner zusammen bin, kann ich natürlich nicht weissagen, aber das wäre in zehn Jahren ja nicht anders. Finanziell wäre es während des Studiums drin, auch wenn ich natürlich nur etwa halb so viel Elterngeld bekommen würde (ich arbeite momentan 50% in meinem alten Job). Und wenn ich wegen Kindern das Studium unter-/abbrechen müsste, wäre das auch kein Weltuntergang.

Auf jeden Fall vielen Dank für die zahlreichen Denkanstöße und Erfahrungsberichte :)

CYP21B
13.02.2017, 06:51
Auf dem Papier geht sicher alles. In der Realität läuft es aber oft anders. Beispiel in meinem Semester mit 2 Kindern während späterem klinischen Abschnitt hat über 3 Jahre länger gebraucht bis zum Examen, arbeiten geht immernoch nicht da passende Teilzeitstelle zu den Kinderbetreuungszeiten nicht so einfach ist. Ich habe als Berufsanfänger eine Stelle gleich gar nicht erst bekommen weil ich als Frau schwanger werden könnte und es einen männlichen Bewerber gab. Je weiter man dann in der Ausbildung schon ist desto eher hat man eben die Chance nicht ganz so sehr zurück zu fallen. Auf dem Papier gibt es in Deutschland Chancengleichheit in der Realität schaut es anders aus. Man kann davor die Augen verschließen, dann darf man aber nicht jammern wenn es dich nicht so klappt. Und manche Wege verbaut man sich definitiv. Ist ja auch ok wenn man sich dessen bewusst ist und das dann eben so entscheidet.