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Golden Bear
16.04.2017, 23:13
Hallo Leute,

momentan studiere ich im 1. Semester Medizin und würde mich über Hilfe oder eure Meinung sehr freuen.

Wir haben direkt zu beginn Anatomie und Histologie, und ich komme mit dem Studium überhaupt nicht klar.
Ich habe keine Ahnung, wie man auf die Prüfungen lernt und wie man sich all dieses Wissen merken soll.
Meine Mitstudenten scheinen das irgendwie zu können und sind im Studium anscheinend recht erfolgreich.
Ich hingegen habe mich bisher von allen Klausuren, bei denen das möglich war, abgemeldet,
oder ich habe sie eben nicht bestanden.

Zugegebenermaßen habe ich es auch nicht wirklich versucht, weil ich gar nicht weiß, wo ich da anfangen soll.
Ich kann mich sechs Stunden vor meine Bücher setzen und habe hinterher das Gefühl, nicht mehr zu wissen als vorher.
Da kann doch irgendwas nicht stimmen.

Deshalb meine zwei Fragen:

1.

Wie lernt man in diesem Studium?
D.h. ganz konkret, was tut man, so richtig für Dumme.

2.

Wenn das schon im 1. Semester so anfängt, sollte ich es vielleicht lassen?
Woran merke ich, dass ich wirklich ungeeignet bin?
Ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie ich dieses Studium schaffen soll und habe den Eindruck,
hier nur meine Zeit zu verschwenden.

Danke bereits im Voraus für Eure Beiträge!

bfh23
16.04.2017, 23:33
hi,

du gibst schon sehr früh auf.

Anatomie , Histologie und weitere Fächer gehören zum Studium.

du wirst mit der Zeit von alleine drauf kommen, so war das bei mir.

Anatomie : da musst du fast jeden Tag was machen , ich selber hab mit dem Prometheus und du das besser behälst lern an Bildern, so kann man sich das besser merken.

Histologie sieht so aus , aber wenn du vor jeder Stunde das Thema durchliest und dann während der Stunde mikroskopieren dann musst du am Änderung noch wiederholen.


Eines kann ich dir sagen, dass es nicht leichter wird und es sehr viel Zeit kostet, aber wenn du es strukturierst und dich an dem Schreibtisch hinsetzt , wirst du es kriegen.

Wenn du Physio und Anatomie gut schaffst , dann kannst du auch andere Fächer schaffen.

hart sind meist die ersten zwei Jahren bis zum Physikum und ab dann sieht es locker aus.

Ob du das weiter studieren möchtest oder nicht musst du selber entscheiden, ob du gerne ein Arzt werden möchtest oder doch was anderes, denn man sieht schon , dass es keinen Kindtraum von dir ist.


Übrigens es gibt auch Programme die in Anatomie schön mithelfen z.b. Kenhub usw.

Alles Gute und viel Erfolg :-)

Golden Bear
16.04.2017, 23:48
Ob du das weiter studieren möchtest oder nicht musst du selber entscheiden, ob du gerne ein Arzt werden möchtest oder doch was anderes, denn man sieht schon , dass es keinen Kindtraum von dir ist.


Naja, eben doch, aber ich habe mittlerweile recht lange etwas anderes gemacht, da ich nicht gleich nach dem Abitur einen Platz bekommen hätte. Da ist die Erfahrung mit den ganzen 18-Jährigen, die sich deutlich besser anstellen als ich, ein wenig frustrierend.

Für den Rest, vielen Dank!

ehem-user-11022019-1151
17.04.2017, 01:20
Ob du das weiter studieren möchtest oder nicht musst du selber entscheiden, ob du gerne ein Arzt werden möchtest oder doch was anderes, denn man sieht schon , dass es keinen Kindtraum von dir ist.

Woran machst du denn das fest?
Und selbst wenn, was ist so schlecht dran bzw. wenn es ein Kindheitstraum ist, ist der Erfolg vorprogrammiert? Hmm...

Sternchenhase
17.04.2017, 01:22
Nun ja, ich glaube die wenigsten sind nicht früher oder später an dem Punkt angelangt, an dem man sich fragt, warum man sich das eigentlich antut. Nach dem ersten Semester war ich dann auch erstmal richtig durch.

Und die Kommilitonen sind grundsätzlich immer besser ;-). Das sollte dich wirklich nicht stressen, da ist meist sehr viel Show dabei :-).

Zum eigentlichen Thema: Jeder muss seine persönliche Lernstrategie finden.
Ich lerne sehr gut damit, mir selbst (oder meinem Kuschelhasen) die Sache zu erklären, immer und immer wieder (dauert halt sehr lange, hält dafür aber auch). Gerade bei den Extremitäten ist durchkämpfen echt wichtig. Ich kann mich leider sehr schlecht an Lernpläne halten, aber für viele ist das eine gute Hilfe. Wenn du ein Thema lernen musst, fange vorne an. Seite aufschlagen durchlesen und nach einem Absatz laut vor dir hersagen (ohne spitzeln), was da jetzt drin stand. Am besten danach das Thema bei Amboss oder examen online am Abend kreuzen :-). Gerade bei Semesterklausuren empfehlen sich statt dicker Bücher auch oft nur die Vorlesungsfolien und oder/ Skripte. Gibt es ältere Semester, die du an deiner Uni fragen kannst :-)?

Feste Lernzeiten mit regelmäßigen Pausen, denke an freie Tage und dass alles grundsätzlich immer länger dauert, als man denkt.

Vor direkten Bücherempfehlungen schrecke ich immer zurück, da jeder unterschiedlich gut mit verschiedenen Büchern lernt :-).
Gut finde ich gerade in Anatomie auch, nachdem man ein Thema gelernt hat (z.B. Herz), sich die entsprechenden Sobotta Karteikarten anzuschauen (zum Abfragen) oder das entsprechende Kapitel in Frage und Antwort Anatomie durchgehen (da stehen immer Fragen, und die solltest du erstmal selbst zu beantworten versuchen).

Eselsbrücken sind auch gut.

In Histo während des Lernens online die Präparate nebenher online (http://histologyguide.org/slide-box/slide-box.html) anschauen. Auch hier nach dem Lernen eine kurze Pause einlegen und sich danach ohne spicken nur mit Blick auf das Präparat nochmal die Facts dazu abfragen (einfach ein kleines Referat halten, ca. 5 min).

Und einen Trick, wie man den ganzen Stoff spielend leicht ohne Anstrengungen bewältigt, gibt es leider für Normalsterbliche nicht.

Die ganzen Prüfungen aus Angst aufzuschieben, ist keine besonders gute Idee, damit kommst du in eine Nachschreibespirale. Es kann nichts schlimmes passieren.

Sowie ich das aus deinem Text herauslese, scheint dein Hauptproblem das Lernen zu sein? Kreuzt du Altfragen (für Semesterklausuren sehr wichtig!)?

Abbrechen würde ich nicht :-). Selbstzweifel sind völlig normal und auch, dass du Probleme beim Lernen hast, ist erstmal nichts Schlimmes. Du musst nur einen Weg finden, damit umzugehen.
Warst du mal bei der psychologischen Beratungsstelle deiner Uni bzgl Prüfungsangst? Die sind sehr nett dort und kennen das Problem mehr als gut.

Also, nicht die Hoffnung aufgeben. Du bist wirklich nicht der einzige, dem es so geht, und manche brauchen eben länger, bis sie ihre Methoden gefunden haben :knuddel:

Absolute Arrhythmie
17.04.2017, 10:15
Bei Anatomie gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit: Lernen bis das Gehirn brennt. Ich hab das Anatomie-Semester so verbracht:
Morgens um 8 in die Bibliothek, Prometheus/kleinen Benninghoff aufgeschlagen und vor allem gelesen oder Topographie angeschaut, also Dinge gemacht für die man eher geistig frisch sein sollte.
Dann Vorlesung und drei tage in der Woche nachmittags Präppen. Beim Präppen hab ich mich mit meinen Kommilitonen abgefragt.
An den präpfreien Tagen war ich auch nachmittags in der Bib und hab vor allem sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel wiederholt. Also beim Bewegungsapparat jeden verdammten Muskel immer wieder und wieder wiederholen.
Ich hab einige so oft wiederholt, dass ich von den wichtigsten Muskeln immerhin auch 5 Semester später noch grob weiß wo sie ansetzen :-))

Triff dich mit anderen Leuten, fragt euch am Skelett ab. Und lass dich nicht dahin beeindrucken wenn andere behaupten sie würden gar nicht lernen - das ist gelogen!
Jeder lernt, oder man fällt überall durch. Vor allem in einem Fach wie Anatomie.
Viel Erfolg - und nicht aufgeben!

AlexStudent
17.04.2017, 10:20
Ich schließe mich an: Abbrechen würde ich nicht, Du würdest dich ärgern, irgendwann mal. Und ach ja: Dein Mitstudierende werden gefühlt immer besser sein. Sei es, was sie Dir erzählen ("... in der Nacht davor angefangen zu lernen...") oder weil Du deine Lernlücken kennst und bei anderen nicht siehst. Da ist wirklich maximale Show dabei - aber im Laufe des Studiums wird das besser :-) Nun ganz konkret meine Tipps für Anatomie (wobei letztlich jeder einen eigenen Lernstil hat):

Vom Groben ins Detail lernen! Überblick verschaffen (extrem wichtig!!!) und verstehen, Altklausuren oder Protokolle sichten (was wird immer gefragt), Thema im Anatomiebuch anschauen, Eselsbrücken und Merksprüche sichten, seien sie noch so abgefahren: OLAF, Mydriasis/Miosis (breites/kurzes Wort), IVAN usw. Dann Atlas nehmen und durcharbeiten. Durcharbeiten sah bei mir so aus: Beschreibungen abgedeckt und so lange laut (!) wiederholt, bis das saß, Seite für Seite, Beitexte dazu lesen und verstehen. Das galt auch für die Extremitäten mit Ursprung, Ansatz usw. (die graue Kästen im Prometheus), wiederholen. Was mir noch geholfen hat war der Überblick über die Funktionen ("wenn das eine Flexion ist, dann kann der Ansatz / Ursprung nur in diesen Regionen liegen und der Nerv, der da durch läuft ist...") und Strukturen, weil auf einmal vieles in der Anatomie einen Sinn macht und sich einiges auch ableiten läßt. Dann zusätzlich: Modelle in der Bib geholt und dort nochmal das Ganze wiederholt, weil 3D sieht das anders aus. Am Tisch selbst haben wir uns gegenseitig zu dem Thema abgefragt. Wichtig: Es gibt einige Punkte, die bei uns immer irgendwie drankommen: Fallhand, Duchenne, Anastomosen Schulter / Oberschenkel usw. (zumindest bei uns) - das muss sitzen, genau so wie die Landmarken (Skalenuslücke usw.) und den Besonderheiten. Für Dinge wie dem Plexus brachials haben mir Youtube-Videos geholfen (Plexus zeichnen in unter 1 Minute). Darüber hinaus habe ich noch mit den Prometheus Karten App gequizzt. Situs habe ich dann nach dem gleichen Prinzip gelernt. Bei ZNS war dann mehr das Bahnen zeichnen angesagt, praktisch wie eine Metrokarte mit Abzweigunge und doppelt genutzten Streckenabschnitte. Das habe ich abstrakt gelernt, dann selbst vorgemalt und dabei laut vorgesagt. Die Durchtritte am Schädel gelernt (war bei uns ganz wichtig) und am knöchernen Modell wiederholt. Davor müssen die aber die Begriffe ganz klar sein (Beispiel: speziell somatische Afferenzen usw.). Die Hirnstrukturen auch wieder im Überblick und dann im Detail. Die habe ich sowohl im Prometheus (gezeichnete Schnittbilder) als auch im vom Hagens (Schnittbildanatomie - aber ich glaube das ist HD-spezifisch) gelernt.

Letztlich ist Anatomie sehr hart, aber meisterbar. Du wirst sehen, irgendwann kommt der Aha!-Effekt und alles macht irgendwie Sinn.

Was mir am Ende noch geholfen hat: Lernplan mit Pausen und Puffern. Nach der ersten "destruktiven" Lernperiode ohne Erfolg (morgens aufstehen - ran an Schreibtisch - abends direkt wieder ins Bett) habe ich mir einen Wochenstundenplan erstellt mit Themen, Puffern, Pausen und Freizeiten, seit dem lief es auch besser.

Aber wie gesagt, jeder lernt hier anders. Investiere die Zeit und schaue, was von Dir verlangt wird (Altklausuren, -protokolle, Fachschaft, ältere Kommilitonen, Dozentengespräch). Schaue dir die vielen Angebote an (Kenhub, Lecturio, Smartmedix), informiere dich über Zusatzangebote deiner Uni (virtuelle Anatomie o.ä.) oder mache Dir Lernkarten selbst (Bilder von Prometheus runterladen und in ein Flashcard-Programm integrieren).

WackenDoc
17.04.2017, 11:42
Gibt inzwischen auch gutes Onlinematerial- im Zweifel einfach den Text Satz für Satz auswendig wiederholen. Beim Präppen aktiv mitarbeiten- also nicht nur Fett von Strukturen pulen sondern mit dem Buch daneben nachvollziehen was was ist.
Erklär´s notfalls deiner Zimmerpflanze. Versuch´s mit Skype-Lerngruppen. Aber lernen musst du selber und das ist in Anatomie echt ätzend, weil man stumpf recht viel Text auswendig lernen muss.
Und ja, gerade Anatomie ist ein Fulltime-Job wenn man nicht gerade mit einm guten Gedächtnis für so einen Kram gesegnet ist.

bfh23
17.04.2017, 11:46
lernen in Gruppen hilft sehr viel und motivation , dass du es schafft spiel enorm eine Rolle.

Ich sass von 8h bis 12h in die Bib als ich Anatomie hatte, da die Testate nah beinander von der Zeit waren und du denkst oh wie soll ich das machen, aber das habe ich vorher auch gesagt.

Die bib war voller Kommilitonen , die es auch mitmachen und so spät bleiben.


stell die Lust dazu es zu schaffen und steh auf deinen Beinen und es wird schon.

Egal wie alt du bist und es gibt genug die das auch spät machen, konzentriere dich auf dich selber, weil es eh dein Ziel.

Alles Gute

Golden Bear
17.04.2017, 13:42
Hallo :)

Vielen Dank erstmal für eure aufmunternden und hilfreichen Beiträge!

Die Tipps zum lernen werde ich mal durchprobieren, ich bin da gerade wirklich für jede Hilfe dankbar. Es klappt schon etwas besser, seit ich mir Karteikarten zugelegt habe, aber so richtig werde ich das dieses Semester wahrscheinlich nicht mehr hinbekommen. Unsere Prüfungen sind alle mündlich, und da muss man dann die Sachen nicht nur wissen, sondern auch sofort ohne zögern oder nachdenken beantworten können. Ich habe nicht wirklich Angst vor den Prüfungen, es ist eher so, dass ich (realistisch, denke ich) zu der Einschätzung komme, dass das eh nichts wird, und dass ich mir dafür lieber mehr Zeit nehme.

Es ist interessant, dass ihr alle sagt, dass Präppen und Lerngruppen hilfreich sind. Für mich ist das beides irgendwie ziemlicher Horror, zu schnell, zu hektisch, und ich hab das Gefühl, da gar nichts zu lernen.

Golden Bear
17.04.2017, 13:43
Oh, und könnt ihr mir kurz sagen, wie ich den ersten Beitrag bearbeite?
Das sieht in der Formatierung ja fürchterlich aus.

Arrhythmie
17.04.2017, 13:59
Ich finde Lerngruppen auch grenzwertig.
Man braucht definitiv die richtigen Leute dazu. Wenn Du die hast, dann ist es ok. Ansonsten lern ich zB eher alleine. Eine Skype Gruppe hatte ich mal - da waren aber auch nur "ausgewählte" Leute drin, (waren nur zu 3.) - mit "ausgewählt" meine ich, dass es Leute waren, die eben nicht so abartig gestresst haben.
Mit Stressern kann ich überhaupt nicht, da mich das innerlich so aufwühlt, dass ich da echt komplett einen zuviel bekomme und dann innerhalb kürzester Zeit "komisch" werde. Seit ich mich von denen weitgehend separiert habe läuft das Studium super gut und ich bin mehr als zufrieden. Hab eine nette Gruppe von entspannten Menschen gefunden mit denen der Unialltag sehr viel Spaß macht.

Lange Rede kurzer Sinn: Auf die richtigen Leute kommt es an. Aus lauter Panik mit irgendwem zu lernen kann echt nach hinten losgehen.

Golden Bear
17.04.2017, 14:01
Mit Stressern kann ich überhaupt nicht, da mich das innerlich so aufwühlt, dass ich da echt komplett einen zuviel bekomme und dann innerhalb kürzester Zeit "komisch" werde. Seit ich mich von denen weitgehend separiert habe läuft das Studium super gut und ich bin mehr als zufrieden.


Danke!! Es tut wirklich gut, zu hören, dass es auch so geht.

ehem-user-11022019-1151
17.04.2017, 14:10
Du kannst erst ab einer bestimmten Anzahl an Beiträgen bearbeiten ;-)
Ansonsten möchte ich mich nur den anderen anschließen.

Arrhythmie
17.04.2017, 14:13
Natürlich. Ich bin mittlerweile im 6. Semester, Regelstudienzeit. Zweitstudium. Keine 18 mehr... Und bis auf ne "Skype-Gruppe" und vorm mündlichen Physikum mit meiner Prüfungsgruppe treffen hatte ich -bis jetzt- keine Lerngruppen. Die Leute halt, mit denen ich so "abhänge" - da bespricht man mal was, klar. Und mit denen werde ich auch U-Kurse nachbereiten (in der Klinik jetzt) und für den OSCE lernen. Aber das sind halt nicht irgendwelche, sondern "vorsondierte", weil ich mit ungefähr 90 % der Medizinstudenten niemals zusammen lernen könnte...

Es kommt nicht auf irgendwelche vorgefertigten "Lernstrategien" an, die auf jeden passen sollen, sondern auf Dein ganz persönliches & individuelles Lernverhalten. Und wenn Dir Lerngruppen wenig bringen -aus welchem Grund auch immer- dann ist es so. Aber: Probiere, bevor Du es ganz abhakst, eine Lerngruppe mit entspannten Leuten aus. Im Laufe der ersten Semester lernt man ja viele Leute kennen und irgendwann sind sicher auch mal Studis dabei die eher zur entspannteren Sorte gehören. Mit "entspannt" mein ich jetzt auch nicht Leute die nie kommen, in 4 Klausuren im 3.Versuch sind und generell wenig Bock haben, nein - ich denke Du weißt schon was ich meine ;-)

WackenDoc
17.04.2017, 14:33
Sorry- aber dass du in einer mündlichen Prüfung alles sofort und ohne nachzudenken wissen musst, ist Quatsch.

Irgendwie hört sich das danach an, als ob du ein ganz anderes Problem als das Lernen an sich hast. Und je länger du das alles rauszögerst umso schlimmer wird es werden.

Arrhythmie
17.04.2017, 14:44
Wir wissen ja nicht wieviele mündliche Prüfungen Er/Sie schon hatte... Anfangs schätzt man das ja auch gern mal falsch ein.

Bei manchen Prüfern ist es aber schon so, dass man relativ zügig antworten muss, sonst werden sie irgendwann ein wenig genervt. Ich hatte so jemanden in einer der Ana mündlich Prüfungen damals... Da hab ich nicht sofort geantwortet und der Prüfer wollte -zumindest diese eine Frage- schon abhaken (hat man deutlich gemerkt). Ich war dann so selbstbewusst zu sagen: "Wenn Sie mir noch ganz kurz Zeit geben, dann komme ich drauf, weil ich es eigentlich auch weiß" - War wohl die richtige Reaktion meinerseits. Wobei ich da auch in der Prüfungssituation nicht großartig drüber nachgedacht hab. Aber dass man da jetzt 5 Minuten überlegen kann - das geht schon mal. Meine Erfahrung hat mich allerdings gelehrt dass es schon besser ankommt wenn man direkt antworten kann. Naja, manchmal wird die Frage ja auch so lange und ausgedehnt formuliert dass man schon während der Fragestellung ne halbe Ewigkeit Zeit hat, sich die passende Antwort zurecht zu legen.

Markian
17.04.2017, 15:07
Ich hatte ähnliche Probleme wie du über die komplette Vorklinik. Ich hab sie wirklich gehasst. Aber alles lohnt sich am Ende. Die Klinik ist nicht weniger Arbeit, aber macht so viel mehr Spaß und die Famulaturen zeigen einem warum man sich das ganze antut. Es ist einfach so, dass es manchen schwerer fällt und das ist auch gar nicht schlimm. Ich versuche einfach nicht daran zu denken, was ich noch alles lernen muss, sondern schaue mir das aktuelle Thema an und versuche darin gut einzusteigen. Ich denke mir dann immer dieses und dieses Thema kannst du schon, das ist eine viel bessere Denkweise als xyz muss ich noch lernen. Du kannst dir ja auch einfach vorstellen du bist ein Angestellter und lernst deine 5-8h und da ist es dann auch egal, ob es effektiv war oder nicht, Hauptsache du hast es getan. Im Endeffekt bleibt genug Wissen über die Zeit hängen. Schau dir vor dem Lernen Altklausuren an, dann weißt du was wichtig ist. Gerade das war mir in den ersten 2 Semestern schwergefallen. Ich war auch oft so demotiviert von dem ganzen Stoff, dass ich erst gar nicht angefangen habe. Das ist so ziemlich das Dümmste, was man sich selber antun kann. Habe mittlerweile 4 Nachklausuren auf dem Buckel und bin immer noch dabei und auf dem aktuellen Stand. Also gib nicht auf! Wichtig ist nicht das Studium, sondern der Beruf später.

Rettungshase
17.04.2017, 23:10
Die Vorklinik ist m.E. auch dazu da, das universitäre Lernen zu lernen. Du kannst die Prüfungen nicht ewig aufschieben; außerdem sind sie eine exzellente Motivation.
Du musst gucken, wie du am besten lernst.

Ich hatte auch nicht gleich das Studium nach dem Abi begonnen. Das ist nicht unbedingt ein Manko, sondern deine persönliche Geschichte. Nutze sie.

Lerngruppen fand ich schrecklich, unser Präpkurs war zeitlich und qualitativ sehr limitiert. -> Es geht auch so.
Meine Kommilitonen haben die ganze Zeit gelernt und waren in allen Vorlesungen. Ich dachte initial, ich "muss" das auch machen -> hat nicht geklappt. Also habe ich am Wochenende, später - als es zeitlich nicht mehr so knapp war - relativ knapp vor den Prüfungen gelernt. Für einige unorthodox, für mich genau das Richtige.
Es interessiert niemanden, wie du lernst, sondern nur, was am Ende dabei herauskommt ;)

Außerdem kannst du die Vorklinik nutzen, um an deiner Frustrationstoleranz zu arbeiten.

Golden Bear
18.04.2017, 00:00
Ich war auch oft so demotiviert von dem ganzen Stoff, dass ich erst gar nicht angefangen habe. Das ist so ziemlich das Dümmste, was man sich selber antun kann. Habe mittlerweile 4 Nachklausuren auf dem Buckel und bin immer noch dabei und auf dem aktuellen Stand. Also gib nicht auf! Wichtig ist nicht das Studium, sondern der Beruf später.

Ja, genau so geht es mir auch. Danke, gut zu hören. Ich habe mir jetzt vorgenommen, auf jeden Fall die ersten zwei Jahre bei diesem Studium zu bleiben und es ernsthaft zu versuchen, und dann am Ende des 4. Semesters wird evaluiert, ob da auch was vernünftiges bei rausgekommen ist und ob es sich lohnt, dabei zu bleiben. Vielen Dank für all die Beiträge, ich habe sie alle gelesen, und da war wirklich viel hilfreiches dabei. Es ist echt beruhigend zu wissen, dass man zumindest mit dem Problem nicht alleine da steht.